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20.10.2002 Koepruner Koepruner
Reisen in das Land der Kriege. Erlebnisse eines Fremden in Jugoslawien
Rezensionen von Amazon

Kurt Köpruner, war erstaunt, als er 1990 vor Ort ein ganz anderes Jugoslawien vorfand als das, was in den Medien zu sehen war. Bei Besuchen in Kroatien, die eigentlich der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen dienen sollten, wurde er Zeuge, wie kroatische Nationalisten zunehmend an Einfluß gewannen. Die Häuser einzelner Serben wurden angesteckt, ganz offen die Ermordung unliebsamer Zeitgenossen diskutiert. Rasch breiteten sich die Symbole und Parolen des klerikalfaschistischen Ustascha-Regimes wieder über Kroatien aus. Örtliche Medien hetzten offen gegen alles Nicht-Kroatische. Krieg werde kommen, erfuhr Köpruner von seinen Gesprächspartnern. Zunächst ungläubig - nichts davon war den gängigen deutschen Medien eine Schlagzeile wert gewesen -, dann zunehmend entsetzter beobachtete Köpruner, wie die Einheimischen recht behielten. In den nächsten zehn Jahren bereiste Kurt Köpruner immer wieder den Balkan, pflegte private wie Geschäftskontakte und ließ sich von den Menschen vor Ort erzählen. Was er hörte, paßte nun ganz und gar nicht zu dem einfachen Schwarz-Weiß-Bild, das hiesige Politiker und Medien malten. Er begann, festzuhalten, was er sah und hörte, was ihm berichtet wurde und was zeitgleich in deutschsprachigen Medien zu lesen war. Gut die Häfte des Buches "Reisen in das Land der Kriege" besteht aus solchen Berichten. Köpruner erweist sich als ausgezeichneter Beobachter. Lebendig und genau berichtet er von seinen Eindrücken, Erlebnissen und Gesprächen. Aus Kroatien, in das er schon während der Kriege immer wieder reiste, aus Bosnien und Serbien nach dem Daytoner Abkommen, und auch in das NATO-Protektorat Kosovo. Manches ist beängstigend, das wenigste ist spektakulär - spannend wird es gerade deshalb, weil es eine ganz andere Wirklichkeit beschreibt als die, die man gemeinhin in den Medien vorgeführt bekam. Dabei beschönigt Köpruner nichts, relativiert weder Titos Diktatur nur die Untaten einzelner Ethnien, nimmt nicht Partei für die eine oder andere "gute Sache". Die Erlebnisse eines "ganz normalen" Menschen, der unvermittelt mit etwas konfrontiert wird, das ganz und gar nicht "normal" ist, der genauer hinzuschauen und genauer nachzufragen beginnt - die sind ungemein spannend zu lesen. Die Hintergründe, die Köpruner immer wieder einstreut, hätten kürzer beschrieben werden können, und es gibt dazu auch bessere Bücher. M.-J. Calics "Krieg und Frieden in Bosnien-Hercegovina" zum Beispiel, und H. Loquais "Der Kosovo-Konflikt". Hier hat jemand eine Reise getan, und er hat eine ganze Menge zu erzählen - aus einem Land, das in Bürgerkriegen zerfiel, und von den Menschen dort, und von ihren Geschichten. Köpruner schafft es, auch die in den Bann zu schlagen, die sich für den Balkan eigentlich gar nicht sonderlich interessieren. Unbedingt reinschauen!


Dieses Buch ist ein MUSS für jeden, der sich mit der Geschichte des letzten Balkankrieges kritisch auseinandersetzt. Der Autor war während der gesamten 90er Jahre sehr häufig auf dem Balkan beruflich und privat unterwegs, u.a. 1999 als erster Tourist im Kosovo. 1991 geriet er auf einer Geschäftsreise zufällig in den ausbrechenden Konflikt in Kroatien und berichtet von den damaligen Ereignissen als völlig neutrale und unvorbelastete Person. Es wird mit zahlreichen in unseren Köpfen existierenden Vorurteilen aufgeräumt, u.a. dem von den grundbösen, rassenhassenden Serben und den harmlosen, wehrlos verfolgten Kosovo-Albanern. Mit der einseitigen Berichterstattung zum Thema in den westlichen Medien und den durch unsere Politiker verbreiteten Halbwahrheiten wird in diesem Buch zum ersten Mal wirklich hart ins Gericht gegangen.


"Reisen in das Land der Kriege" ist das mit Abstand beste Buch, das über die letzten zehn Jahre in Jugoslawien geschrieben wurde: Atemberaubend und authentisch, alle bisherigen - wesentlichen - Veröffentlichungen wurden verarbeitet, alle anstehenden Fragen und Ungereimtheiten wurden aufgeworfen, und das ganze in einer allgemein zugänglichen Sprache, bei aller analytischer Präzision. Wenn man Ihr Buch liest, dann erspart man sich die Lektüre aller anderen Bücher zu diesem Thema. Es erinnert mich sehr stark - in jeder Beziehung - an John Reeds epochales Werk "10 Tage, die die Welt erschütterten".

Dieses Buch gibt es bei Amazon hier: oder einmal auf die Seite des Verfassers schauen.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.