Wieder wurden wir durch die Medien Zeuge
eines der grauenhaften Selbstmordattentate gegen Israelis. Wieder wurden wir
Zeuge, mit welcher Härte die israelische Regierung reagiert. In wie vielen
wächst das blanke Entsetzen und die Empörung? In wie vielen
wächst das Gefühl der Ohnmacht, der Angst und der Resignation? Wie
viele wollen Frieden? Wie viele sagen: Was können wir allein schon
tun?
Wir möchten der Entschlossenheit eine Stimme geben:
Dieses Morden muß ein Ende haben!
Wenn wir alle diejenigen, die ernsthaft die Frage
stellen, wie dieses Morden zu beenden ist, zu einer großen Bewegung
zusammenschließen, wenn sie alle ihre Stimme erheben gegen Unrecht und
Gewalt, wenn sie nicht mehr an ihre Ohnmacht glauben und ihre Kräfte
investieren in eine gemeinsame Forschung für den Frieden, dann wird eine
große Bewegung entstehen: Die Bewegung für eine freie Erde.
Wir schicken unsere Grüße der
Solidarität an alle israelischen und palästinensischen
FriedensarbeiterInnen.
Wir schicken unsere Gedanken der Verbundenheit an alle,
die in den besetzen Gebieten leben, und die dennoch nicht resignieren. Wir
schicken unser Mitgefühl an alle, die ihre Geliebten, ihre Söhne oder
Töchter verloren haben. Ihr Leid gibt uns die Entschlossenheit zu sagen:
Dieser Krieg muß ein Ende haben.
Wir schicken unseren Dank an alle, die den Kriegsdienst
verweigern, weil sie wissen, daß Gewalt nur Gegengewalt erzeugt.
Wir richten unseren Aufruf an die internationale Welt:
Helft mit, daß dieser Krieg beendet werden kann.
Es geht nicht um die Frage, ob wir uns auf die Seite der
Israelis oder auf die Seite der Palästinenser stellen.
Es geht mehr denn je um die Frage: Wie schaffen wir
Frieden im Heiligen Land?
Dies ist schon lange keine lokale Frage mehr. Es ist
eine Frage von uns allen. Es ist eine globale Frage.
Wir rufen alle internationalen Kräfte auf: Helft
mit, daß keine Gelder mehr in den Krieg und in die Rüstung
fließen können.
Helft mit, daß das feindliche Denken
überwunden werden kann, indem die Gelder in eine blühende israelische
und palästinensische Kultur gesteckt werden.
Helft mit, daß diese beiden Völker ihre
Kultur und ihre Quellen heiligen können, ohne daß dafür eine
der beiden vernichtet werden muß. Monotheismus ist das Herz und die
Essenz des Judentums - wie des Christentums und des Islams auch. Wir geben zu
bedenken, daß der Gott der Gewalt unvereinbar ist mit der Einheit
Gottes.
Helft mit, daß Religion nicht der
Unterdrückung, sondern der Pflege und Heiligung des Lebens dient.
Helft mit, daß die Angst von der Erde verschwinden
kann, weil die Kräfte der Politik in ein gerechtes Leben investiert
werden.
Investiert euer Geld und eure Kraft in den Aufbau einer
friedlichen Kultur, in die Heilung von Mutter Erde, die für alle Wesen
gedacht ist. Israel/Palästina muß, um es mit den Worten von Starhawk
zu sagen, "ein lebensfähiges Land sein mit dem Potential für
Schönheit und Vielfalt, ein Land mit klarem Wasser, üppigem
Wachstum". Ein Land, in dem Olivenbäume wieder geachtet werden, als
die heiligen Bäume der palästinensischen Kultur, als ein Symbol des
Friedens. Investiert euren Forschergeist in Friedensuniversitäten mit
einer lebendigen planetarischen und menschheitlichen Kultur, Forschung und
Kunst. Sorgt dafür, daß israelische und palästinensische
Kinder gemeinsam lernen, wie man Fürsorge trägt für das Land,
für das Leben und alle Kreatur. Helft mit, daß es Orte der Heilung
gibt, die nicht mehr auf der Ausbeutung oder Vernichtung anderer Lebewesen
beruhen, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, die dem Leben gewidmet
sind.
"Alles weniger wäre nur Flickwerk und es würde
keinen Frieden geben" (Starhawk).
Helft mit, daß die Welt erkennt, daß ein
blühendes und glückliches Palästina Israels beste
Sicherheitsgarantie wäre. Palästinenser, die ihre Zukunft hier auf
der Erde hätten, müßten nicht länger zu
Selbstmordattentaten greifen. So ein Israel und Palästina würde
seinen jungen Menschen eine bessere Zukunft bieten, als menschliche Bomben oder
Soldaten zu werden.
Wir haben das Friedenswissen in uns. Jeder ist
ursprünglich mit der gleichen Sehnsucht geboren, mit der gleichen Hoffnung
auf Vertrauen und Heimat ... wir brauchen jetzt ganz andere Formen des
Zusammenlebens, wir brauchen eine neue Kultur, wir brauchen ein neues
Verhältnis zur Erde und zum Himmel.
Wir weigern uns, Feinde zu sein und mitzumachen bei
feindlichem Denken. Täglich neu trainieren wir, wie feindliches Denken
überwunden werden kann. Wir richten alle unsere Kräfte in den Aufbau
einer lebenswerten Zukunft, einer Kultur der Kunst, des Vertrauens und der
Lebensfreude.
Wir geben unsere Stimme den Politikern, die sich ohne
falsche Kompromisse für den Frieden aller Kulturen einsetzen. Wir warten
aber auch nicht länger darauf, daß Politiker handeln. Wir steigen
schon jetzt aus dem System der Gewalt aus und treten ein in den bedingungslosen
Einsatz für den Frieden und die Lebensfreude.
Wir richten unsere Kräfte dorthin, wo erste Modelle
für den gelebten und praktizierten Frieden entstehen und sorgen für
die weltweite Vernetzung von Friedensgedanken.
IGF Institut für Globale
Friedensarbeit