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03.12.2002 Rainer Rupp Junge Welt
Verschwörungstheorien
Der Anschlag von kenia und die »seriösen Journalisten«
Verschwörungstheorien sind dann keine Verschwörungstheorien, wenn sie erstens von »seriösen Journalisten« in »verantwortlichen Medien« aufgestellt werden und zweitens in das politisch opportune Weltbild passen. Das gilt auch im Fall der jüngsten Terroranschläge gegen das israelische Hotel und Passagierflugzeug in Kenia. Eine unbekannte Gruppe, die sich mal »Exilregierung Palästinas« oder »Armee Palästinas« nennt, hat die Verantwortung für die beiden Anschläge in Kenia übernommen. Obwohl jeder weiß, daß in Palästina und Israel fast tagtäglich mörderische Vergeltungsanschläge zwischen Israelis und Palästinensern ausgetauscht werden, und obwohl es keiner besonderen Scharfsinnigkeit bedarf, um nachzuvollziehen, warum eine palästinensische Terrorgruppe ein schlecht geschütztes israelisches Ziel in Kenia einem besser geschützten in Israel vorgezogen hat, haben »seriösen Medien« in den USA aus dieser klaren und eindeutigen Geschichte bereits ein komplexes verschwörungstheoretisches Elaborat gesponnen: von der weltweiten Bedrohung durch Al Qaida und der »Achse des Bösen«, insbesondere aber von der angeblich vom Irak ausgehenden Gefahr.

In den US-Medien gilt es inzwischen als Fakt, daß für die Anschläge in Kenia Al Qaida verantwortlich ist. Die wärmesuchenden SA-7-Flugabwehrraketen alter russischer Bauart, die von den Terroristen gegen die israelische Passagiermaschine – zum Glück erfolglos – abgefeuert worden waren, könnten entweder aus Irak, Iran oder Syrien stammen. Als einziger Beweis gilt die diesbezügliche Spekulation des israelischen Premierministers Ariel Scharon. Al Qaida könnte sich verschworen haben, nun auch weltweit israelische Zivilisten anzugreifen, heißt es weiter. Die Al-Qaida-Verschwörer könnten von Mitverschwörern im Irak, Iran und Syrien bewaffnet und ausgerüstet worden sein.

Ohne geringsten Beweis wird weiter gefolgert, daß diese Angriffsmethode Europäern und US-Amerikanern »einen Vorgeschmack auf zukünftige Angriffe auf westliche Flughäfen durch Al-Qaida-Zellen geben könnte«. Hinzu kommen die gleichbleibenden »Warnungen« der Bush-Regierung, daß Irak sich insgeheim Massenvernichtungswaffen beschaffen und sie mit Hilfe von Al Qaida gegen die USA einsetzen könnte. Es spielt kaum eine Rolle, daß diese Behauptungen jeglicher Logik entbehren und ohne einen Funken eines Beweises aufgetischt werden. Die meisten werden es schon glauben. Schließlich handelt es sich hier um »seriösen Journalismus« – und nicht, zum Beispiel, um die irre Behauptung, daß es der US-Regierung mit ihren Kriegsplänen gegen Bagdad weder um Abrüstung noch um Menschenrechte, sondern lediglich um die Kontrolle des irakischen Ölreichtums geht. Dies sei eine »dubiose Verschwörungstheorie«, war kürzlich in der New York Times zu lesen.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.