|
Aktuelle Nachrichten
"Israels Geheimdienst hat Al
Quaida-Zelle in Gaza aufgebaut" (Palästinenserbehörde,
IslamOnline)
Am 8. Dezember präsentierte Palästinas
Minister für Planung und internationale Zusammenarbeit Nabil Shaath
zusammen mit dem palästinensischen Sicherheitschef im Gazastreifen
Oberst Rashid Abu Shbak der Öffentlichkeit Beweise dafür,
daß Israels Geheimdienst eine "Al Quaida"-Zelle aufgebaut hat.
Nach den von Shaath einem Kreis von Diplomaten vorgelegten Dokumenten
hat der Mossad in den letzten neun Monaten mindestens eine "Al Quaida"-Zelle im
Gazastreifen "geplant, aufgebaut und finanziert". Zunächst forderte
Shaath die anwesenden Diplomaten auf, "ihren Ländern mitzuteilen,
sich der Veranwortung zu stellen und auf Israel Druck auszuüben, damit die
israelische Aggression gestoppt" werde; anschließend "gab er bekannt,
daß die Palästinenserbehörde [PA] den Botschaftern und Konsuln
arabischer und anderer Staaten Dokumente übergeben hat, die belegen,
daß der israelische Geheimdienst daran beteiligt war, Palästinenser
aus dem Gazastreifen für eine Schwindelorganisation zu rekrutieren, die
den Namen 'Al Quaida' trägt und als neuer Vorwand für eine weitere
[israelische] Eskalation der Aggression im Gazastreifen dienen" sollte. Wie zu
erfahren war, hat die PA das gesamte Beweismaterial auch den USA zur
Verfügung gestellt.
Nach Shbaks Angaben hat die PA in den letzten
neun Monaten acht Fälle von falschen Al Quaida-Rekrutierungsversuchen im
Gazastreifen aufdecken können. Dabei seien drei Palästinenser
inhaftiert worden, während weitere 11 Palästinenser von der Haft
verschont blieben, "weil sie sich freiwillig gestellt und uns über dies
israelische Komplott informiert haben". Der PA-Sicherheitsabteilung sei es
gelungen, angeblich aus Deutschland und dem Libanon kommende Handy-Telefonate
und E-mails auf das Herkunftsland
Israel
zurückzuverfolgen; dabei seien Palästinenser aufgefordert worden, Al
Quaida beizutreten. Eine E-mail war sogar mit Osama bin Laden "unterschrieben"
worden. "Wir haben den Ursprung dieser Anrufe und Botschaften untersucht und
dabei herausgefunden, daß sie alle aus Israel kamen", erklärte
Shbak den Diplomaten. Die Rekruten seien mit Kollaborateuren im
Gazastreifen "verkuppelt" worden und erhielten Geld und Waffen, "obwohl viele
dieser Waffen gar nicht funktionierten". Das Geld sei ihnen entweder von den
Kollaborateuren übergeben oder auf Bankkonten in Israel und Jerusalem
überwiesen worden. "Wir sind sicher, daß Israel dahinter steckt und
daß hier [im Gazastreifen] absolut keine Gruppen wie Al Quaida
operieren", erklärte der palästinensische Planungsminister
abschließend.
Diese Enthüllungen der PA über die
Aktivitäten des Mossad kommen genau zu dem Zeitpunkt, an dem
Israels
Kriegstreiber - allen voran Scharon und Netanjahu sowie die
Chefs der Streit- und Sicherheitskräfte - verstärkt den Begriff
"Al Quaida" dazu
benutzen, Israel einen Platz in der vordersten Front des von den USA
geführten "Kriegs gegen den Terrorismus" zu sichern. Denn trotz des
enormen Drucks der "Neokonservativen" und "Theokonservativen" (religiösen
Hardliner) in der Bush Administration haben es
Scharon
und Netanjahu bisher nicht geschafft, den wirklichen "Durchbruch" zu
erzielen, der ihrer Meinung nach darin besteht, daß die US-Regierung
offiziell erklärt, Arafats Organisation sei mit Al Quaida
identisch. Denn nur nach einer solchen offiziellen Erklärung Washingtons
könnte die Regierung Scharon hoffen, in ihrem Sinne das
Palästinenserproblem "endgültig regeln" zu können - durch einen
umfassenden
Nahost-Krieg samt Eliminierung Arafats und
Vertreibung der
Palästinenser nach Jordanien. Schon nach den Terroranschlägen in
Mombasa am 28. November hatte der Mossad seine Agenten nach Kenia geschickt, um
diese Anschläge zu untersuchen und die gewünschten "Verbindungen" zu
finden; am 9. Dezember erklärte dann Scharon, Al Quaida sei eine
"große Bedrohung" für Israel.
Ein Sprecher von Natanjahus
Außenministerium wies die PA-Enthüllungen als "Propaganda"
zurück, konnte aber nicht umhin, die Strategie der jetzigen israelischen
Regierung zu bestätigen, als er hinzufügte: "Israel hat es nicht
nötig, derartige Sachen zu erfinden, denn Hamas, Islamic Dschihad und
Hisbollah sind dasselbe wie Al Quaida." Genau das aber bestreiten die Vertreter
führender arabischer Staaten. Zuletzt - wie selbst die Jerusalem
Post am 11. Dezember nicht umhin konnte, zu berichten - widerlegten Irans
Außenminister Kharazzi sowie ein Sprecher von Hisbollah und
führende Kommentatoren der libanesischen Presse die Behauptung, es
bestünden Verbindungen zwischen Al Quaida und Hisbollah; vielmehr dienten
die jetzt erhobenen bzw. von den Kriegstreibern in Israel und den USA
hochgespielten Anschuldigungen dazu, einen umfassenden Angriff gegen die
Hisbollah vorzubereiten und zu rechtfertigen. |