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TCPA – Tod der freien Information?

1. Was ist das?

Mit TPCA wird ein Symposium von EDV- und Unterhaltungselektronikfirmen bezeichnet. Die Liste, die inzwischen nicht mehr öffentlich ist, liest sich wie ein "Who is Who" der Branche, von IBM bis Microsoft, von AMD über Intel bis Motorola, Siemens, kaum ein Unternehmen ist nicht dabei, das in der Elektronikindustrie Rang und Namen hat.

2. Worum gehts eigentlich?

Um unser Geld (worum auch sonst). Nachdem die Musikindustrie und die anderen sogenannten Content-Firmen genügend herumgeheult haben, wurde dies als Lizenz zum Gelddrucken geschaffen. Die Idee ist dabei, jedweden digitalen Inhalt, sei es Musik, Videos, Software ja selbst ein einfaches Word-Dokument zu schützen. Vor den bösen Raubkopierern, Hackern und Ihnen - den Nutzern. In die Elektronik (erst ein externer Chip, später dann im Mikroprozessor der CPU integriert) wird eine feste Verschlüsselungsautomatik eingebaut. Diese reagiert dann nur auf ein von der TPCA ausgestelltes Zertifikat. So wird es faktisch unmöglich, Digitales auf einen anderen Rechner zu kopieren oder nicht lizenzierte Inhalte zu betrachten und zu nutzen.

Die Zertifikate werden von einem Trustcenter ausgestellt und kosten, so ist es schon verlautet worden, einen 6-stelligen Betrag.

Jede Software, die Sie nun kaufen, müssen Sie nun mehrfach kaufen, wenn Sie zum Beispiel ein Notebook und einen Desktop-PC haben und auf beiden MS-Office haben wollen, Pech für Sie, sie müssen es zweimal erwerben und am besten noch einmal als Sicherheitskopie, denn diese werden Sie nicht mehr erstellen können.

3. Wer ist betroffen?

Eigentlich jeder, der irgendein digitales Medium hat. Ob es sich dabei nun um einen PC oder Mac, einen CD- oder DVD-Spieler oder gar ein neues digitales Fernsehen handelt. So wurde von einem Politiker dieser Tage gefordert, in ca. 8 Jahren nur noch digitales Fernsehen anzubieten. Adieu Videorekorder. Denn Aufnahmen werden aus solchen Geräten einfach nicht mehr gestattet sein, TPCA sei dank.

Natürlich drohen saftige Strafen demjenigen, der die Verschlüsselung versucht zu umgehen. Eine EU-Verordnung tritt nächstes Jahr dazu bereits in Kraft.

Linux und anderen Open Source Anwendungen droht natürlich damit das Aus, aber das ist für die Industrie mehr oder weniger positiver Nebeneffekt. Und auch wenn Apple so tut, als ob sie das nichts angeht - es wird zunehmend Pflicht, und damit auch das Aus für den Digitalen Hub, Steve Jobs sollte sich ein anderes Konzept ausdenken. Ein Digitaler Hub, der nur noch zum Konsum des Industriemülls (dem vielbeschworenen Content) taugt, taugt nichts.

4. Konsequenzen?

Gibt es genug. Da TPCA im Prozessor sitzt, wird alles überprüft und nach dem Willen der Industrie alles, was irgendwie verdächtig ist, gelöscht. Viele kleine Softwareschmieden werden eingehen, da sie die hohen Preise nicht bezahlen können. Ade Bizzcross, ade Ragtime, ade WinZip und viele andere. Tschüss KDE, ciao GNU, auf Nimmerwiedersehen Linux als Open Source.

Was würden Sie davon halten, als Privatperson jedes Jahr 500 EUR für Updates von Software bezahlen zu müssen, die sie kaum nutzen? Nichts, dachte ich mir. In Zukunft werden Sie jedes noch so kleine Update bezahlen müssen. Denn TPCA bietet die Möglichkeit, in Ihre teuer erworbene Software Verfallsdaten einzubauen. Wer sich als Mac-Nutzer schon über den Preis von Mac OS X Jaguar aufregte, den wird die neue Strategie Zornesröte ins Gesicht treiben. So wäre es theoretisch möglich, dem Nutzer jedes Update zum vollen Preis aufzunötigen (ob man es nun benötigt oder nicht)!

Jeglicher Versuch, das Ganze zu umgehen, wird bestraft - und Sie können sich sicher sein, man wird Sie entdecken. Die Zwangsaktivierung in Windows-Xpired war nur der Anfang. Ohne Internet werden Sie Ihren teuer bezahlten Computer in der Ecke stehen sehen. Und auch das elende Nach-Hause-Telefonieren von Software, die eigentlich gar nichts mit dem Internet zu tun hat wird eher zunehmen. Wer es abschaltet, wird bestraft. Fast schon so wie in der Serie Max Headroom, in der ein sog. Abschalter für das allgegenwärtige Fernsehen illegal war.

So werden bequemerweise für die internationalen Zensurfanatiker einige Punkte erledigt, die man ohnehin angehen wollte:

  • Eingebauter Inhaltsfilter (was, Sie wollen auf diese ungemeldete Seite? – das können Sie vergessen)
  • Alles, was Sie an Dateien auf (scheinbar) Ihrem Rechner erstellen, wird gegengeprüft. Big Brother lässt grüßen.
  • Warum wollten Sie das Programm xyz.exe installieren? Nicht registriert - also gelöscht...
  • Sie schreiben eine Geschichte? Gut, aber der Text gehört nun uns und wir vermarkten ihn, Ihre Microsoft Inc.
  • Sie wollen ein Programm schreiben? Viel Spaß bei der Bank, für den Kredit.
  • Sie haben eine Website? Vielleicht mit kritischen und wissenschaftlichen Texten? Viel Spaß bei der Anmeldung!

Andere Schweinereien dürfen Sie sich gerne selbst ausmalen. Faktisch sind Sie nicht mehr Herr über Ihre Daten, sondern das Trustcenter ist es (= Microsoft).

5. Was kann man dagegen tun?

Es gibt einige legale Mittel (und mehr als doppelt so viele illegale). Petitionen, Mails an Ihre Minister, die Parteien. Lasst ihnen keine Luft zum Atmen, wenn es sein muss. Es ist IHR GUTES RECHT (!) Herr über Ihre eigenen Daten - und damit Ideen zu sein. Noch haben wir Meinungsfreiheit - die nun immens beschnitten wird. Noch haben wir Programmvielfalt auch im Internet. Noch können wir uns frei austauschen, in Wort, Bild, Musik und auch Software. Klären Sie auf. Dieser Text ist frei zum Verteilen!

Damit es nicht in ein oder zwei Jahren heißt:

 

Unwissenheit ist Stärke,
Krieg ist Frieden,
Lüge ist Wahrheit
Ihr Wahrheitsministerium (Orwell, 1984)

 



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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.