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Unabhängiger Nachrichtendienst rund ums Impfen Von Eltern für Eltern
15. Dez. 2002 Ausgabe Nr. 23
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INHALT:
[1] Zu dieser Ausgabe
[2] Pockenimpfstoff: Bayern wirft Bundesregierung Fahrlässigkeit vor
[3] USA planen Pockenimpfung - Start bereits nächste Woche
[4] USA planen freiwillige Pockenschutzimpfung
[5] Ärztevereinigung fragt nach Verantwortung für Todesfälle
[6] Pflichtimpfung für Armeeangehörige und medizinisches Personal?
[7] Mögliche Nebenwirkungen: Gehirnschwellungen mit Todesfolge
[8] London lässt Armeeangehörige und Ärzte gegen Pocken impfen
[9] Hat Irak Pocken-Viren von russischen Wissenschaftlern erhalten?
[10] CDU Brandenburg fordert ausreichenden Pockenschutz
[11] Terrorismus belebt Furcht vor Pocken
[12] Rubriken
[13] Impressum
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[1] Zu dieser Ausgabe
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Liebe Leser,
eigentlich war ich der Meinung, mittlerweile genügend Angst vor ei-
ner Zwangsimpfung gegen Pocken verbreitet zu haben und hatte auch
vor, es dabei zu belassen.
Doch jetzt wird das Pockenthema auch zum Instrument von parteipoli-
tischem Populismus: Hochrangige CSU-Politiker werfen der rot-grünen
Bundesregierung "gefährliche Fahrlässigkeit" vor, denn die Beschaf-
fung von Pockenimpfstoffen gehe zu langsam vor sich und die Meßlatte
liegt neuerdings bei 100 Mio. Impfstoffen für Deutschland (Thema 2).
Obwohl quasi in gleichem Atemzug zugegeben wird, dass keine konkre-
ten Hinweise auf Anschläge mittels Pockenviren vorliegen, wird
Deutschland als Ziel vor Virenanschlägen ausgemacht, auf die man
sich unbedingt durch Impfstoffe vorbereiten müsse. Gleichzeitig wol-
len die Bayern weitere Einschränkungen der Bürgerrechte, um der an-
geblichen Gefahr des Bio-Terrorismus zu begegnen.
Die CSU scheint entschlossen, über das Pockenthema der rotgrünen
Regierung "einzuheizen". Solange es um die Beschaffung von Impfstof-
fen geht, kostet es vorerst "nur" das Geld des Steuerzahlers. Was
aber, wenn tatsächlich auch nur ein einziger Pockenfall in Deutsch-
land auftritt? Wird man dann die Entscheidung über zwangsweise
durchzuführende Massenimpfungen aufgrund von parteipolitischen oder
sachlichen Argumenten fällen?
Eigentlich kein Thema, sollte man meinen. Manche Fachleute und Impf-
kritiker sind jedoch durch die Tatsache beunruhigt, dass die deut-
schen Gesundheitsbehörden weder den Namen des beschafften Impf-
stoffs, noch die konkreten Nebenwirkungen preisgeben (siehe IR22,6)
und auch die Kriterien für die Durchführung einer Massenimpfung
nicht bekannt machen wollen. Des weiteren scheint nicht sicherge-
stellt, dass das zuständige Gesundheitspersonal auf die gravierenden
Nebenwirkungen ebenso vorbereitet wird wie auf die Pockenkrankheit
selbst.
Diesbezügliche Anfragen des IMPF-REPORT wurden bisher von den Behör-
den ignoriert, was erfahrungsgemäß darauf hindeutet, dass es Weisun-
gen aus den Gesundheitsministerien auf Landes- und/oder Bundesebene
gibt, die eine öffentliche Diskussion der Risiken des Impfstoffs um
jeden Preis verhindern sollen.
Falls Sie, liebe Leser, anderslautende oder weiterführende Informa-
tionen haben, oder evt. eine Ihrer Anfragen von den Behörden beant-
wortet wurden, bitte ich um Nachricht an redaktion@impf-report.de.
Vertraulichkeit, wo gewünscht, ist selbstverständlich.
Inzwischen hat US-Präsident Bush angekündigt, dass bereits nächste
Woche mit der Impfung von Soldaten und Beschäftigten des Gesund-
heitswesens begonnen werden soll (Thema 3). Das sind bis zu mehreren
Millionen Personen. Die Pläne gehen inzwischen soweit, die gesamte
US-Bevölkerung im Falle eines Pockenausbruchs innerhalb von 5 Tagen
durchzuimpfen (Thema 4).
Spätestens dann wird die propagierte Freiwilligkeit, die den gravie-
renden Nebenwirkungen Rechnung trägt und die Frage der Verantwort-
lichkeit für Impfschäden aufschiebt (Thema 5), aufgehoben werden.
Für 500.000 US-Soldaten und möglicherweise auch für medizinisches
Personal ist die Pockenimpfung bereits ab kommenden Januar Pflicht
(Thema 6).
Nach vorsichtigen Schätzungen in den Presseberichten ist damit zu
rechnen, daß von diesen 500.000 oder mehr pflichtgeimpfte Personen
etwa 10 Fälle mit lebenslangen Impfschäden und ein Impftoter kommen
werden (Thema 7). Impfkritiker halten diese Zahlen noch für unter-
trieben, denn bei den drei Nachkriegspockenfällen in Deutschland
erkrankten von den innerhalb der Inkubationszeit geimpften 709 Kon-
taktpersonen 58 an Pocken, darunter 7 Todesfälle, während von den
ungeimpften Kontaktpersonen niemand an Pocken erkrankte(siehe
IR13,6). Dies entspräche ca. 10 Pockenfällen und einem Todesfall auf
100 Geimpfte (!) und setzt auch die angebliche so hohe Ansteckungs-
gefahr in ein anderes Licht.
Und: Niemand weiß (zumindest nicht offiziell), inwieweit die von der
Bundesregierung derzeit beschafften Impfstoffe nicht mit den damalig
verwendeten - und mit guten Grund aus dem Verkehr gezogenen - Impf-
stoffen identisch sind.
Großbritannien hat schon mit der Impfung von Hunderten von Armeean-
gehörigen und Ärzten begonnen (Thema 8). Weitere Beispiele, wie das
Thema in den Medien behandelt wird, finden Sie unter Thema 9 und 10.
Relativ informativ bezüglich der möglichen Ansteckungsgefahr und den
Risiken, ist der Pressebericht unter Thema 11.
Nachträglich einen besinnlichen 3. Advent trotz dieser angespannten
Zeiten wünscht Ihnen
Ihr
Hans Tolzin
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[2] Pockenimpfstoff: Bayern wirft Bundesregierung Fahrlässigkeit vor
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Quelle:
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 3. Dez. 2002
http://www.ngz-online.de/news/politik/2002-1203/pocken.html
Bundesregierung Fahrlässigkeit vorgeworfen
Terrorangriff mit Pockenviren in Deutschland?
München (rpo). Bayerische Politiker rechnen offenbar mit einem Ter-
rorangriff mit Pockenviren in Deutschland. Günther Beckstein und
Gesundheitsminister Eberhard Sinner haben die Regierung aufgefor-
dert, ausreichend Impfstoff zu beschaffen.
Dazu seien 100 Millionen Dosen nötig. Der Bund habe aber erst sechs
Millionen Dosen beschafft, mit denen 24 Millionen Menschen geimpft
werden könnten.
Die Verzögerung bei der vom Bund angekündigten Aufstockung der Impf-
stoff-Vorräte nannte Sinner "fahrlässig und gefährlich". Das Bundes-
gesundheitsministerium hatte im November angekündigt, den Vorrat auf
35 Millionen und später 80 Millionen Impfdosen zu vergrößern. Sinner
wies darauf hin, dass die Beschaffung mehrere Monate dauere. In
Deutschland gebe es keinen zugelassenen Impfstoff mehr, weil seit
1976 nicht mehr gegen Pocken geimpft werde. Der letzte Pocken-Fall
trat dem Minister zufolge im Jahr 1972 bei einem jugoslawischen
Gastarbeiter in Hannover auf.
Sinner verwies darauf, dass die USA mit 300 Millionen Dosen bereits
Impfstoff für die gesamte Bevölkerung beschafft habe. In der EU ver-
fügten Großbritannien, Frankreich, Holland und Österreich über genü-
gend Impfstoff. In Deutschland bereiteten die Länder bereits die
Infrastruktur für Massenimpfungen vor.
Innenminister Beckstein sprach sich erneut für eine Verschärfung der
Sicherheitsgesetze aus. "Es besteht die Gefahr, dass Deutschland
künftig nicht nur als Vorbereitungsraum für Anschläge im Ausland
genutzt wird, sondern auch als Ziel", erklärte der CSU-Politiker.
US-amerikanische, britische, israelische und jüdische Einrichtungen
seien weiterhin besonders gefährdet. Hinweise auf konkrete Ziele
lägen jedoch nicht vor.
Schärfere Sicherheitsgesetze müssen nach Becksteins Angaben Bundes-
wehreinsätze auch bei Gefahrenlagen im Innern ermöglichen. Außerdem
müsse das Know-how der Streitkräfte im Bereich der ABC-Abwehr ge-
nutzt werden. Beckstein sprach sich weiter dafür aus, den Großen
Lauschangriff auf Wohnungen zu erlauben.
Zudem sollten gewaltbereite Extremisten bereits bei Terrorismusver-
dacht an der Einreise gehindert werden. Für die Ausweisung müsse der
Verdacht der Unterstützung einer terroristischer Organisation genü-
gen. Beckstein forderte weiterhin, biometrische Daten in Ausweispa-
pieren zu speichern; dieses Vorhaben habe die rot-grüne Bundesregie-
rung entgegen ihrer Ankündigungen noch nicht umgesetzt. "Nur perma-
nenter Verfolgungsdruck erschwert Logistik und Vorbereitung terro-
ristischer Anschläge in Deutschland", sagte der Minister.
Weitere Berichte:
http://www.nwz-online.de/politik/fs_aufmacher.html?showres=NWZ%2
FPOLITIK%2F1%25%22+or+ressort+like+%22NWZ%2FPOLITIK%2F2%25%22+or
+ressort+like+%22NWZ%2FPOLITIK%2F3%25%22+or+ressort+like+%22NWZ%2FPO
LITIK%2FHINTERGRUND1&showid=526856
http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=2&item=217801
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[3] USA planen Pockenimpfung - Start bereits nächste Woche
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Quelle:
Kölner Stadt Anzeiger online vom 12. Dez. 2002
http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ks
Artikel&aid=1039628829890&openMenu=990463457062&calledPageId=
990463457062&listid=994347600305
Washington - Als Vorbeugung gegen einen möglichen Angriff mit biolo-
gischen Waffen hat US-Präsident George W. Bush die Wiederaufnahme
von Pockenschutzimpfungen beschlossen. Bush werde den Beginn des
Impfprogramms an diesem Freitag ankündigen, verlautete am Donnerstag
aus dem Weißen Haus. In einer ersten Phase soll bereits in der kom-
menden Wochen mit der Impfung von bis zu 500 000 Soldaten begonnen
werden, die im Persischen Golf stationiert werden könnten, berichte-
te die "Washington Post".
In einer zweiten Phase könnten dann bis zu zehn Millionen Mitarbei-
ter der Gesundheitsbehörden und Notfalldienste immunisiert werden,
die im Falle eines Terrorangriffs mit den Pockenviren in Kontakt
kommen könnten. Frühestens im Jahr 2004 könnte die Pockenimpfung der
Bevölkerung angeboten werden. Dies werde allerdings auf freiwilliger
Basis beruhen, erklärte Bush in einem Interview.
Gesundheitsexperten äußerten Bedenken. Nach ihrer Ansicht stellen
die Nebenwirkung einer Pockenimpfung ein größeres Risiko dar als ein
möglicher Terroranschlag. So würden durchschnittlich bei 1000 von
einer Million Geimpften gesundheitliche Probleme auftreten, 15 be-
hielten bleibende Schäden und 1 bis 2 würden an den Folgen der Imp-
fung sterben, berichteten Mediziner.
Die Pocken wurden 1980 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als
ausgerottet erklärt. Die USA hatten ihr Pocken-Impfprogramm bereits
acht Jahre zuvor eingestellt. Umfragen zeigen, dass viele Amerikaner
bereit wären, sich trotz der gesundheitlichen Risiken impfen zu las-
sen. (dpa)
Weitere Berichte im Internet:
http://www.bund.ch/ebund.asp?SOURCE=/news/eBund/Ausland/295068.HTML
http://www.bbv-net.de/news/politik/2002-1212/bush_pocken.html
http://www.ron.de/osform/cms_osmm?articleName=021212074924.sucf19nk&
template=templates/cms_osmm/recherche/welt/ausland/meldung.oft
http://www.nzz.ch/2002/12/12/al/page-newzzD9MCABK4-12.html
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[4] USA planen freiwillige Pockenschutzimpfung
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Quelle:
Freie Presse online vom 12. Dez. 2002
http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/WELT/TEXTE/522746.html
USA planen freiwillige Pockenschutzimpfung
Zur Vorbeugung gegen einen Anschlag mit Biowaffen in den USA will
US-Präsident George W. Bush allen US-Bürgern ab 2004 Pockenschutz-
impfungen ermöglichen. Das sagte Bush dem US-Fernsehsender ABC am
Mittwochabend. Das Interview, aus dem vorab Auszüge bekannt wurden,
soll am Freitag ausgestrahlt werden. Zunächst sollen offenbar ab
2003 Militärs und Angehörige der Rettungsdienst geimpft werden, be-
vor 2004 eine Impfung für die ganze Bevölkerung angeboten werde. Für
das kommende Jahr plant die US-Regierung aus diesem Grund eine breit
angelegte Kampagne zur Information der Bevölkerung.
Ende September hatte die Zeitung "Washington Post" berichtet, dass
im Fall eines Bioterror-Angriffs auf die USA die gesamte Bevölkerung
des Landes innerhalb von fünf Tagen eine Schutzimpfung gegen Pocken
erhalten solle.
Die Regierung wollte demnach einen entsprechenden Notfallplan vorle-
gen. Er solle an sämtliche staatliche Gesundheitsdienste des Landes
verschickt werden und detaillierte Anweisungen dafür enthalten, wie
die 288 Millionen Bewohner der USA gegen Pocken immunisiert werden
sollten. Der Plan sollte erst dann aktiviert werden, wenn ein Fall
von Pocken in den USA diagnostiziert werde. Etwa 20.000 bis 500.000
Menschen sollten jedoch schon ohne Auftreten eines Pockenfalles ge-
impft werden; dabei handle es sich vor allem um Beschäftigte des
Gesundheitssektors, berichtete die Zeitung weiter.
Die Pocken gelten weltweit seit 1980 als ausgerottet. Der letzte
Fall in den USA datiert schon mehrere Jahrzehnte zurück. Die Pocken-
viren gelten jedoch als die gefährlichste Bioterror-Waffe, da die
Krankheit extrem ansteckend ist. Die Sterblichkeitsrate liegt um die
30 Prozent. US-Gesundheitsexperten warnen aber auch vor den gesund-
heitlichen Risiken einer Impfung: In den Tagen nach der Impfung kön-
ne das Virus übertragen werden; außerdem könnten die Pocken bei Men-
schen mit schwachem Immunsystem oder bestimmten Krankheiten durch
die Impfung ausbrechen.
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[5] Ärztevereinigung fragt nach Verantwortung für Todesfälle
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Quelle:
Sindelfinger & Böblinger Zeitung online vom 14. Dez. 2002
http://www.szbz.de/dc1/html/news-sfz/20021214hint0003.htm
"...Im Weißen Haus wird jedoch betont, Schutzimpfungen seien allein
auf freiwilliger Basis geplant. Beobachter vermuten, dass sich die
Regierung nicht der Gefahr aussetzen will, verklagt zu werden. Die
Ärztevereinigung American Medical Association stellt nämlich offen
die Frage, wer im Fall von Todesfällen und Erkrankungen durch die
Massenimpfungen die Verantwortung übernimmt..."
"...Experten äußern daher angesichts der Risiken Bedenken. Viele
halten die Nebenwirkung einer Pockenimpfung für ein größeres Risiko
als einen möglichen Terroranschlag..."
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[6] Pflichtimpfung für Armeeangehörige und medizinisches Personal?
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Quelle:
Der Landbote online vom 13. Dez. 2002
http://www.winti-
guide.ch/index.php?rubrik=welt&action=details&id=73166
WASHINGTON. Zunächst sollten Angehörige der Streitkräfte sowie medi-
zinisches Personal immunisiert werden, sagte Bush am Mittwochabend
dem Fernsehsender ABC. Auf freiwilliger Basis könnten alle anderen
Bürger sich dann wahrscheinlich ab 2004 impfen lassen. Die Pflicht-
impfungen für 500 000 Militärangehörige und Mitarbeiter von Ret-
tungsstellen beginnen vermutlich im Januar. Die Öffentlichkeit müsse
zunächst über die Risiken ausreichend informiert werden. Die Pläne
stoßen bei Gesundheitsberatern auf Skepsis. Nach Ansicht des Bioter-
rorismusexperten D. A. Henderson würde es ausreichen, Notimmunisie-
rungen durchzuführen, sollten die Pocken wieder auftauchen. Die Po-
cken gelten seit 1980 als ausgerottet. In den USA wird seit 1972
nicht mehr routinemäßig gegen Pocken geimpft.
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[7] Mögliche Nebenwirkungen: Gehirnschwellungen mit Todesfolge
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Quelle:
Nürnberger Zeitung vom 14. Dez. 2002
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=55978&kat=4
"...So treten bei 1000 von einer Million Geimpften gesundheitliche
Probleme auf, 15 können bleibende Schäden behalten, und einer bis
zwei sterben an den Folgen der Impfung. Vor allem für Schwangere,
Kinder unter einem Jahr und Menschen mit geschwächtem Immunsystem
ist die Impfung nicht ratsam. Bei 42 von einer Million Kindern tre-
ten Gehirnschwellungen auf, die zu Behinderungen oder zum Tod führen
können..."
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[8] London lässt Armeeangehörige und Ärzte gegen Pocken impfen
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Quelle:
Ärzteblatt online vom 3. Dez. 2002
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=10979
London lässt Hunderte Armeeangehörige und Ärzte gegen Pocken impfen
LONDON. Die britische Regierung lässt 700 Militärangehörige und Ärz-
te für den Fall eines Biowaffen-Anschlags vorsorglich gegen Pocken
impfen. Die Impfung betreffe Armeespezialisten für ABC-Waffen sowie
Ärzte, die im Fall eines Pocken-Angriffs direkt mit Infizierten in
Berührung kämen, teilten die Ministerien für Verteidigung und Ge-
sundheit am 2. Dezember in London mit.
Derzeit gebe es keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag
mit Pockenerregern, betonte das Verteidigungsministerium. Allerdings
könnte die Verbreitung von Pockenerregern sehr schwere Folgen" für
die Bevölkerung haben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation
WHO ist die Krankheit weltweit beinahe ausgestorben. Allerdings e-
xistieren in verschiedenen Ländern noch Laborvorräte der Erreger.
/afp
Dem Artikel ist auch ein Foto mit folgender Bildunterschrift hinzu-
gefügt: "Israel hat schon 15000 Mitarbeiter des Gesundheitssystems
impfen lassen /dpa"
Weitere Quellen:
http://www.nwz-online.de/politik/fs_aufmacher.html?showres=NWZ%2F
POLITIK%2F1%25%22+or+ressort+like+%22NWZ%2FPOLITIK%2F2%25%22+or+
ressort+like+%22NWZ%2FPOLITIK%2F3%25%22+or+ressort+like+%22NWZ%
2FPOLITIK%2FHINTERGRUND1&showid=526170
http://www.aerztezeitung.de/docs/2002/12/12/226a0403.asp?cat=/medizi
n/impfen
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[9] Hat Irak Pocken-Viren von russischen Wissenschaftlern erhalten?
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Quelle:
ABC news online vom 3. Dez. 2002
www.abcnews.go.com/sections/wnt/DailyNews/Iraq_smallpox021203.html
Laut obenstehender Meldung soll der Irak verschiedene Pockenviren-
Stränge von einer russischen Virologin erhalten haben. Darunter sei
auch ein besonders gefährlicher Strang, gegen den die Pockenschutz-
impfung nicht schütze (sie würde aber wohl die Todeszahl reduzie-
ren).
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[10] CDU Brandenburg fordert ausreichenden Pockenschutz
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Quelle:
Märkische Oderzeitung online vom 8. Dez. 2002
www.moz.de/showDDP.php?OPENNAV=ddp&SUBNAV=1&SUBID=xbg&ID=43309
CDU fordert ausreichenden Pockenschutz
Potsdam (ddp-lbg). Die CDU-Fraktion im Landtag fordert ausreichenden
Pockenimpfstoff für die Brandenburger Bevölkerung. Mit Blick auf die
"abstrakte Gefahr von Terroranschlägen mit Pockenerregern" müsse
genügend Impfstoff für alle Brandenburger vorhanden sein, sagte der
Parlamentarische Geschäftsführer Dierk Homeyer am Sonntag in Pots-
dam. Die Reserve in Deutschland reiche lediglich für 24 Millionen
Impfungen. Zusätzliche 11 Millionen Dosen mit Impfstoff seien zwar
bestellt worden. Doch zusammengenommen könnte mit der Menge nicht
einmal die Hälfte der deutschen Bevölkerung geimpft werden. Die Men-
schen in den benachbarten Ländern der Europäischen Union (EU) seien
besser versorgt, kritisierte Homeyer.
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[11] Terrorismus belebt Furcht vor Pocken
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Quelle:
Thüringische Landeszeitung online vom 10 Dez. 2002
http://www.tlz.de/tlz/tlz.wissenschaft.volltext.php?id=136146&zulief
erer=dpa&kategorie=&catchline=%2FServiceLine%2FGesundheit%2FBerichte
Terrorismus belebt Furcht vor Pocken
Isolierstation wie diese in der Frankfurter Universitätsklinik sind
für die Behandlung hochgradig ansteckender Krankheiten wie bei-
spielsweise Pocken ausgerüstet.
Frankfurt/Main (dpa) - Sie gelten seit 23 Jahren offiziell als aus-
gerottet, dennoch verbreiten die Pocken wieder Angst und Schrecken.
Die Einschätzung der westlichen Geheimdienste, das Terrornetzwerk El
Kaida könne am ehesten mit Pockenviren einen biologischen Angriff
auf die westliche Zivilisation führen, hat die Furcht vor einer der
schlimmsten Seuchen der Menschheitsgeschichte wiederbelebt.
Hessen gilt wegen des Frankfurter Flughafens als eines der am
stärksten gefährdeten Gebiete. Eine zentrale Rolle in den hessischen
Vorkehrungen spielt die erst im Februar in Betrieb genommene Iso-
lierstation am Universitätsklinikum Frankfurt unter Leitung des Pri-
vatdozenten Dr. Hans Reinhardt Brodt. Sie bietet Platz für vier Pa-
tienten, die hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt und dennoch
von speziell geschultem Personal mit hochmodernem Gerät behandelt
werden können. Bei der Planung dachten die Verantwortlichen eher an
die ebenfalls tödlich verlaufenden Virus-Krankheiten Ebola oder Las-
sa-Fieber. Aber auch im Kampf gegen die in etwa 30 Prozent aller
Fälle tödlichen Pocken bietet die 1,4 Millionen Euro teure Einrich-
tung wichtige Möglichkeiten, wie sie sonst nur noch in vier weiteren
deutschen Städten vorhanden sind.
Die Virologin Angela Wirtz vom hessischen Sozialministerium hält die
Vorkehrungen seit Inbetriebnahme des Zentrums für sehr gut: »Mit
Einzelfällen würden wir problemlos klar kommen.« Zu den erprobten
Einsatzmitteln gehört auch ein Spezialfahrzeug der Frankfurter Feu-
erwehr. Der Schutz der Bevölkerung bei einem vereinzelten Pockenaus-
bruch in Deutschland, intern Phase III genannt, ließe sich nach ih-
rer Einschätzung problemlos mit so genannten Riegelungsimpfungen
erreichen, denen sich Kontaktpersonen des Erkrankten unterziehen
müssten.
Anders sähe dies in einem Terror-Szenario aus, bei dem Pocken-Viren
massenweise verbreitet würden. Wirtz hält dies für "extrem unwahr-
scheinlich", schon wegen bestimmter Eigenarten des Krankheitsver-
laufs. So reiche es den Terroristen keinesfalls, einen pockenkranken
"Märtyrer"« auf Ansteckungsreise durch die Lande zu schicken. "Dazu
wäre ein Pockenkranker schon wegen des hohen Fiebers kaum in der
Lage." Zudem sei schon ein engerer Kontakt zur Ansteckung notwendig,
"reines Vorbeilaufen" genüge da nicht.
Der Schutz ist aber keinesfalls komplett: Nach wie vor verfügen die
deutschen Behörden nicht für jeden der gut 80 Millionen Bürger über
eine Impfportion. Vorhanden sind derzeit 24 Millionen Stück, weitere
elf Millionen sind bestellt. Die Länder verlangen vom Bund die An-
schaffung weiterer Reserven, die künftig dezentral gelagert werden
sollten. Ein weiterer Vorschlag: Führerscheininhaber sollten künftig
ihre Erste-Hilfe-Lehrgänge regelmäßig wiederholen müssen. Zudem ha-
ben die Innenpolitiker verabredet, die Alarmpläne gründlich umzu-
krempeln und die Notfallmedizin in der Ärzte-Ausbildung stärker zu
betonen.
Das ist auch notwendig, meint Fachfrau Wirtz, denn die besondere
Impftechnik "wird seit 30 Jahren bei uns nicht mehr gemacht." Bis zu
diesem Zeitpunkt wurde in Deutschland gegen Pocken geimpft. Ob der
ältere Teil der Bevölkerung damit unter Schutz steht, ist unter den
Fachleuten umstritten. Eine umfassende vorbeugende Impfung der ge-
samten deutschen Bevölkerung lehnen etwa die Experten des Robert-
Koch-Instituts in Berlin wegen der relativ häufigen Impfschäden ins-
besondere im zentralen Nervensystem von Erstgeimpften ab. Die US-
Seuchenschutzbehörde rechnet mit lebensbedrohlichen Komplikationen
bei 15 von 1 Million Geimpften. Die Weltgesundheitsorganisation WHO
hat die Pocken 1979 offiziell für ausgerottet erklärt, nachdem sich
der letzte bekannte Fall mit natürlicher Ursache zwei Jahre zuvor in
Somalia ereignet hatte.
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[12] Rubriken
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[13] Impressum
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Hans Tolzin
Redaktionelle Mitarbeiter: Hans Tolzin, Claudia Ayaz, Tanja Masocol,
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