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Am 5. Februar 1998
führte der Unterausschuss für Sicherheit und Abrüstung des
Europäischen Parlaments eine Anhörung u.a. über HAARP durch.
Vertreter der NATO und der USA waren eingeladen worden, nahmen jedoch an der
Anhörung nicht teil. Der Ausschuss bedauert es, dass die USA keinen
Vertreter entsandt hatten, der auf Fragen hätte antworten und die
Gelegenheit nutzen können, zu dem vorgelegten Material Stellung zu
nehmen.(24)
HAARP, Forschungsprogramm für
hochfrequente Strahlenforschung (High Frequency Active
Auroral Research Project), wird gemeinsam
von der Luftwaffe der USA und dem Geophysikalischen Institut der
Universität Alaska, Fairbanks, durchgeführt. Auch in Norwegen laufen
ähnliche Untersuchungen, ebenfalls in der Antarktis und auch in der
früheren Sowjetunion.(25) HAARP ist ein Forschungsprojekt, bei dem mit
einer bodengestützten Anlage mit einem Netz von Antennen, die alle mit
einem eigenen Sender ausgestattet sind, Teile der Ionosphäre(26) mit
starken Radiowellen erwärmt werden. Die erzeugte Energie heizt bestimmte
Teile der Ionosphäre auf, was auch Löcher in der Ionosphäre und
künstliche "Spiegel" herbeiführen kann. HAARP ist für viele
Zwecke einsetzbar. Durch Manipulation der elektrischen Eigenschaften in der
Atmosphäre lassen sich gewaltige Kräfte kontrollieren. Wird dies als
militärische Waffe eingesetzt, können die Folgen für den Feind
verhängnisvoll sein. Durch HAARP lässt sich ein fest umrissenes
Gebiet millionenfach stärker mit Energie aufladen als mit irgendeiner
anderen herkömmlichen Energiequelle. Die Energie lässt sich auch auf
ein bewegliches Ziel ausrichten, u.a. auf feindliche Raketen. Das Projekt
ermöglicht auch eine bessere Kommunikation mit U-Booten und die
Manipulation der globalen Wetterverhältnisse. Aber auch das Gegenteil,
eine Störung der Kommunikation, ist möglich.
Durch Manipulation der Ionosphäre kann
man die globale Kommunikation stören, gleichzeitig bleiben die
Kommunikationsverbindungen des Anwenders erhalten. Eine weitere
Nutzungsmöglichkeit des Systems ist
eine Röntgenaufnahme der Erde bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern
(erddurchdringende Tomographie), um Öl- und Gasfelder aufzuspüren,
aber auch unterirdisch stationierte Militäranlagen. Eine weitere Nutzung
des HAARP-Systems ist Radar, das über den Horizont blicken und Objekte in
großer Entfernung erfassen kann. Dadurch lassen sich nähernde
Objekte jenseits des Horizonts ausmachen.
Seit den 50er Jahren führen die USA
Atomexplosionen im Van Allen-Gürtel durch(27), um zu erforschen, welche
Auswirkungen der entstehende elektromagnetische Impuls in so großer
Höhe auf Funkverbindungen und die Wirkungsweise von Radaranlagen hat.
Diese Explosionen erzeugten neue Magnetstrahlengürtel, die fast um die
gesamte Erde liefen. Die Elektronen bewegten sich auf magnetischen Feldlinien
und erzeugten ein künstliches Nordlicht über dem Nordpol. Durch diese
militärischen Versuche entsteht die Gefahr, dass der Van Allen-Gürtel
für lange Zeit schwerwiegend gestört wird. Das Magnetfeld der Erde
kann sich über großen Gebieten ausweiten und Funkverbindungen
unmöglich machen. Nach Aussagen amerikanischer Wissenschaftler kann es
Hunderte von Jahren dauern, bis der Van Allen-Gürtel wieder zu seinem
normalen Zustand zurückfindet. HAARP kann Veränderungen der
klimatischen Bedingungen bewirken. Das System kann auch das gesamte
Ökosystem beeinträchtigen, insbesondere in der empfindlichen
Antarktis. Eine weitere schwerwiegende Folge von HAARP sind die Löcher in
der Ionosphäre, die durch die nach oben gerichteten starken Wellen
entstehen. Die Ionosphäre schützt uns vor einfallender kosmischer
Strahlung. Es besteht die Hoffnung, dass die Löcher sich wieder
schließen, aber die Erfahrungen mit den Veränderungen der
Ozonschicht deuten in die entgegengesetzte Richtung. Die schützende
Ionosphäre weist also große Löcher auf..
HAARP ist wegen der umfassenden Auswirkungen
auf die Umwelt eine globale Angelegenheit, und es ist zu bezweifeln, ob die
Vorteile dieses Systems wirklich die Risiken aufwiegen. Die ökologischen
und ethischen Auswirkungen müssen vor weiteren Forschungsarbeiten und
Versuchen untersucht werden. HAARP ist der Öffentlichkeit fast nicht
bekannt, und es ist wichtig, dass die Bevölkerung davon Kenntnis
erhält. HAARP steht in Verbindung mit 50 Jahren intensiver
Weltraumforschung für eindeutig militärische Zwecke, beispielsweise
als Teil des "Kriegs der Sterne", um die obere Atmosphäre und die
Kommunikation zu kontrollieren. Solche Forschungsarbeiten sind als
schwerwiegend umweltschädigend anzusehen, sie können
unübersehbare Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Niemand
weiß heute mit Sicherheit, welche Auswirkungen HAARP haben kann. Der
Geheimhaltung in der militärischen Forschung muss entgegengewirkt werden.
Das Recht auf Öffentlichkeit und demokratische Kontrolle
militärischer Forschungsprojekte und die parlamentarische Kontrolle
müssen gestärkt werden.
Eine Reihe internationaler
Übereinkommen (Übereinkommen über das Verbot der
militärischen oder sonstigen feindseligen Nutzung umweltverändernder
Techniken, der Antarktis-Vertrag, der Vertrag über die Grundsätze zur
Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des
Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper sowie
das UN-Seerechtsübereinkommen) lassen HAARP nicht nur unter humanen und
politischen Aspekten, sondern auch unter rechtlichen Aspekten als
äußerst zweifelhaft erscheinen. Der Antarktis-Vertrag schreibt vor,
dass die Antarktis nur für friedliche Ziele genutzt werden darf.(28) Dies
würde bedeuten, dass HAARP eine Verletzung des Völkerrechts
darstellt. Alle Auswirkungen der neuen Waffensysteme müssen von
unabhängigen internationalen Einrichtungen untersucht werden. Es sind
weitere internationale Vereinbarungen anzustreben, um die Umwelt im Krieg vor
unnötiger Zerstörung zu schützen.
Einfluss militärischer
Aktivitäten auf die Umwelt
Nicht nur die militärischen
Waffensysteme, sondern im Grunde alle militärischen Aktivitäten
wirken sich in irgendeiner Form auf die Umwelt aus, auch Manöver in
Friedenszeiten. Bei der Behandlung des Themas Umweltzerstörung jedoch ist
die Rolle des Militärs praktisch nie angesprochen worden, nur die
Auswirkungen der Zivilgesellschaft auf die Umwelt war Gegenstand von Kritik.
Dafür gibt es mindestens zwei Erklärungen.(29) Die Geheimhaltung
erschwert eine Diskussion über militärische Aktivitäten, und es
ist schwierig, das größte Interesse eines Landes, nämlich seine
Sicherheit und Verteidigung, gegen den Faktor Umwelt zu stellen. Heute, da
Umwelt- und Naturkatastrophen eine schwerwiegende Sicherheitsbedrohung
darstellen, erscheint auch dieses Argument zweifelhafter. Das Militär
versucht, sich in Friedenszeiten unter möglichst realistischen Bedingungen
auf seine Aufgaben im Krieg vorzubereiten. Dafür werden Manöver unter
kriegsähnlichen Bedingungen durchgeführt, was große Belastungen
für die Umwelt mit sich bringt. Dies zeigt beispielsweise der Rückzug
der sowjetischen Truppen und die zurückgegebenen Militärbasen in Ost-
und Zentraleuropa, die weitreichende Schäden in der Umwelt vor Ort
verursacht haben. Militärische Übungen führen zu umfassenden
Schäden an Landschaft und Fauna. Manöver bedeuten für
große Gebiete eine starke Umweltzerstörung. Die Testgelände
für Artillerie und taktische Geschosse beanspruchen große
Flächen für die militärische Nutzung. Auch die Produktion von
militärischer Ausrüstung und die Industrie, die militärische
Produkte herstellt, verursachen erhebliche Umweltprobleme.
Emissionen verschiedener
klimabeeinträchtigender Gase, insbesondere Kohlendioxid, aber auch die
Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Freisetzung von FCKW mit der damit
verbundenen Zerstörung der Ozonschicht, sind auf das Militär
zurückzuführen.(30) Besonders umweltschädigend sind in
großen Höhen fliegende Flugzeuge und Raketen, sowohl in Form von
Lärm- als auch von Treibstoffemissionen.(31) Alle Festbrennstoffraketen
setzen große Mengen Salzsäure in den Abgasen frei, und bei jedem
Flug mit einer Raumfähre werden etwa 75 t ozonzerstörendes Chlor
freigesetzt. Auch der Lärm bei militärischen Übungen mit
großkalibriger Munition kann Umweltbeeinträchtigungen verursachen.
Bei Schießübungen kommt es zu einer Verunreinigung durch Metalle,
die in die Natur gelangen, häufig wird die Natur durch große Mengen
kleinkalibriger bleihaltiger Munition und erhebliche Mengen Blei belastet.
Bedauerlicherweise gibt es keine umfassenden Informationen über den
Metallverbrauch.
In jüngerer Zeit sind die Folgen der
Abrüstung in Form von Umweltproblemen in den Blickpunkt gerückt.
Jedes Jahr werden große Mengen an explosiven Stoffen vernichtet, der
Großteil davon industriell. Bei bestimmten Munitionsarten ist eine
Beseitigung aus verschiedenen Gründen auf diesem Weg nicht möglich,
hier muss die Zerstörung durch Sprengung erfolgen. Natürlich ist
Abrüstung notwendig und positiv zu bewerten, aber sie muss in
umweltverträglicher Form erfolgen. Für die Vernichtung von Waffen
müssen umweltverträgliche Verfahren entwickelt werden. Mehrere
Länder haben bereits damit begonnen, die Möglichkeiten für einen
Einsatz militärischer Ressourcen bei der Wiederherstellung der Umwelt, die
das Militär zerstört hat, zu nutzen. Jeder andere gesellschaftliche
Sektor muss Umweltverantwortung übernehmen, und dies muss auch für
den militärischen Sektor gelten. Umweltaspekte müssen, wie in allen
anderen gesellschaftlichen
Sektoren auch, Teil der Aktivitäten der
Streitkräfte sein und in Entscheidungs- und Haushaltsverfahren einbezogen
sein. Im Mai 1993 beschloss das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP),
die nationalen Regierungen aufzufordern, einzelstaatliche Gesetze für den
Militärsektor festzulegen (Anwendung von Umweltnormen für
militärische Einrichtungen). Finnland hat beispielsweise ein
"Grünbuch" ausgearbeitet, um die Auswirkungen militärischer
Aktivitäten auf die Umwelt zu regeln. Auch Schweden hat dies getan.(32)
Außerdem hat Schweden im Juni 1996 gemeinsam mit den USA Umweltleitlinien
für militärische Aktivitäten ausgearbeitet.(33) Das Militär
soll Umweltziele und Maßnahmenvorschläge ausarbeiten, um zu einer
geringeren Beeinträchtigung der Umwelt in Übereinstimmung mit der
Agenda 21 und der Erklärung von Rio beizutragen.(34) Außerdem sollen
die Länder Berichte vorlegen, in denen umweltbeeinträchtigende
Faktoren im Militärsektor dargestellt werden.
Umweltverträglichkeitsprüfungen sind durchzuführen, bevor neue
Projekte begonnen und bevor Material für zivile und militärische
Zwecke beschafft wird.
Jede Regierung sollte ihren Umweltbedarf und
die militärischen Ressourcen ermitteln, die für
Umweltziele zur Verfügung stehen,
nationale Umweltpläne aufstellen und einem geeigneten Organ bei der
Europäischen Union oder den Vereinten Nationen einen Bericht über
ihre Erfahrungen vorlegen. Das gesamte militärische Personal und auch die
Wehrpflichtigen sollten eine grundlegende Ausbildung in Umweltkunde erhalten.
Die amerikanische Armee wird als verhältnismäßig
fortschrittlich im Umweltbereich angesehen, insbesondere was die
Ausrüstung angeht, aber auch unter Ausbildungsaspekten. Die
Europäische Union sollte stärker mit den USA zusammenarbeiten und
Erfahrungen austauschen.
Weiter:
Ortstermin im Norden Amerikas - Kampf
gegen die Folgen der globalen Erderwärmung-Klimawandel in Alaska
http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-wib/377.html
Nachricht von Bernd Schreiner erhalten von
Alfred Tittmann
www.stoppschild.de
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