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Wie
verantwortungslos die chemische Industrie mit Risiken umgeht zeigt die
Verwendung von Antibiotikaresistenzgenen. Da Gentechnologie ja alles andere als
ein gezielter Eingriff ist, werden diese Sequenzen einzig als
Markierungssequenz mit dem gewünschten Gen in den Zielorganismus
eingeschossen, um anschliessend aufgrund der Antibiotikaresistenz zu
entscheiden, welche Zellen das Gen in sich aufgenommen haben und welche
nicht. Einerseits
wäre es technisch möglich, dieses Antibiotikaresistenzgen
nachträglich wieder zu entfernen, anderseits gibt es unterdessen andere
Markierungsarten die weniger gefährlich sind. Das hindert die Chemiemultis jedoch nicht daran, ihre
genverkrüppelten Pflanzen mitsamt dem umstrittenen Antibiotikaresistenzgen
in der Natur auszusetzen.
Schon heute warnt
die Medizinwelt davor, dass immer mehr Krankheitserreger gegen immer mehr
Antibiotika resistent werden. Dies einerseits weil die Schulmedizin viel zu oft
Antibiotika verschrieben hat und andererseits weil Antibiotika zur
Leistungsförderung in der Tiermast verwendet wird.
In Anbetracht
dessen ist es absolut verantwortungslos, weltweit auf allen Äckern
Pflanzen auszusetzen, die eine Gensequenz beinhalten, die Bakterien eine
Resistenz gegen Antibiotika ermöglichen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass
Bakterien untereinander oft Gene austauschen. Da die meisten
Antibiotikaresistenzgene, die bei Genmanipulationen verwendet werden, einen
bakterienellen Promotor haben sind diese Gensequenzen auch problemlos von
Bakterien lesbar und werden auch von diesen "einverlaibt", sofern dieses Gen
einen Selektionsvorteil bietet. Genau das stellt ein Antibiotikaresistenzgen
für Krankheitserreger dar.
Auch wenn die
Industrie und Ihre Politiker immer wieder behaupten, dass so eine
Übertragung der Antibiotikaresistenz auf Krankheitserreger fast
unwahrscheinlich sei, so zeigen doch neuste Umfragen und Aussagen von
Medizinern und Wissenschaftlern, dass diese Problematik selbst in ihren eigenen
Kreisen hinterfragt werden.
Eine weltweite
Umfrage im Jahr 1998 von Prof. Jean-Claude Pechère (Molekularbiologe) an
der Universität Genf (Département de Génétique et
Microbiologie) unter seinen Berufskollegen über die Risiken von
antibiotikaresistentem Mais zeigte dies auf eindrückliche
Weise. Nur gerade
2% der Wissenschaftler hielten diese Gene für unbedenklich. 34% befanden
das Risiko zwar als gering aber doch möglich. 57% waren der Meinung, dass
solche Antibiotikaresistenzgene verboten werden müssen, weil das Risiko
nicht vertretbar ist. (O-Ton: ".......One hundred seventeen participants (57%) told that
the risk is UNACCEPTABLE and the transgenic maize should be banned until the
B-lactamase gene is removed").
Weiters hat der
Präsident der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, vor gesundheitlichen
Risiken durch genmanipulierten Mais gewarnt, weil diese
Antibiotikaresistenzgene auf Krankheitserreger übertragbar sein
könnten und damit eine der wichtigsten Waffen der modernen Medizin stumpf
würde.
Alles in allem
zeigt diese Problematik, dass sich die Chemiemultis einen Dreck darum
kümmern, was gefährlich sein könnte und welche Risiken ihre
Produkte bergen. Wie verantwortungsbewusst diese Industrie mit sochen Risiken
umgeht zeigt die Aussage von Alex Krauer (Verwaltungsratspräsident von
Novartis) in der Basler Zeitung vom 29.1.98. Er bestätigte, dass nur die
Zeit fehlte dieses Marker-Gen zu beseitigen, weil man eben den
Wettbewerbsvorteil nützen wollte. Also Sicherheit ist schon gut, aber nur
wenn es nicht dem Profit schadet? |