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Gerichtsverfahren deckt Widersprüche innerhalb
der FDA (Federal Drug Association) über die Sicherheit von
biotechnischer Nahrung auf.
Die Debatte über gentechnisch
produzierte Nahrungsmittel erreicht Amerika... In einem Gerichtsverfahren
kürzlich aufgedeckte Dokumente beweisen Widersprüche innerhalb der
FDA bezüglich der Sicherheit von gentechnisch entwickelten
Nahrungsmitteln.
Ein Artikel von: (Gemeinschaft für
Bio-Integrität) Alliance for Bio-Integrity P.O. Box 110, Iowa City,
IA 52244-0110 Tel:
515-472-5554; Fax:515-472-6431 www.bio-integrity.org
Kontakt:
Steven Druker, Tel. 515-472-5554, oder Bob Roth, Tel.
515-469-5081
Zur sofortigen Veröffentlichung: 24. Juni
1999
Gerichtsverfahren deckt Widersprüche innerhalb der
FDA (Federal Drug Association) über die Sicherheit biotechnologischer
Nahrungsmittel auf.
- Institut widerspricht eigenen Experten bei der Bewertung
von
gentechnisch erzeugter Nahrung
- Tatsachen wurden fehlerhaft interpretiert, um
die
U.S.-amerikanische Biotechnologie zu fördern.
Stellungnahme von Steven M. Druker Dr.
Jur., Geschäftsführer der Gemeinschaft für
Bio-Integrität, Koordinator und Prozeßbevollmächtigter in
dem Gerichtsverfahren gegen die FDA mit dem Ziel, gesetzlich vorgeschriebene
Sicherheitstest- und Kennzeichnungspflicht für
genetisch veränderte Nahrungsmittel durchzusetzen (in Zusammenarbeit
mit der Rechtsabteilung des Zentrums für Technologiebewertung in
Washington, D.C.).
Im Mai 1998 strengte eine Koalition von
öffentlichen Interessengruppen aus Wissenschaft und Kirche einen
richtungweisenden Prozeß gegen die U.S.- amerikanische
Nahrungsmittel- und Medikamenten- Behörde FDA mit dem Ziel an, eine
gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitstest- und Kennzeichnungspflicht
für gentechnisch erzeugte Nahrungsmittel durchzusetzen (Quelle: et. al.
v. Shalala). Neun bedeutende Naturwissenschaftler traten dieser Koalition
bei, um das Ausmaß des ihrer Ansicht nach wissenschaftlich unhaltbaren
und moralisch unverantwortlichen Verhaltens der FDA zu betonen. Inzwischen
bestätigen die Akten der FDA, wie begründet die Besorgnis war. Die
FDA wurde angewiesen, Kopien dieser Akten (insgesamt 44.000 Seiten)
den Prozeßbevollmächtigten als Beweismittel zur Verfügung zu
stellen.
Falsche Behauptungen und rechtswidrige
Verfahrensweisen
Die Aufzeichnungen der FDA legen offen,
daß sie genetisch erzeugte Nahrungsmittel trotz des Widerspruchs ihrer
eigenen Experten für sicher erklärte und gleichzeitig behauptete,
es bestehe ein breiter wissenschaftlicher Konsens bezüglich dieses
Standpunktes. Interne Berichte und Memoranden enthüllen:
- Eigene Wissenschaftler warnten wiederholt davor, dass
Nahrungsmittel,
die mit Hilfe der rekombinanten DNA Technologie produziert
wurden, im Gegensatz zu ihren konventionell erzeugten Entsprechungen
verschiedene Risiken in sich bergen.
- Diese Informationen wurden von jenen Beamten
konsequent
ignoriert, die für die gegenwärtigen Vorschriften
verantwortlich sind, bei der biotechnologisch erzeugte Nahrung genauso
behandelt wird wie natürliche Nahrung.
Neben der Widerlegung der Aussage der FDA, ihre
Vorgehensweise sei wissenschaftlich begründet, wird hiermit bewiesen,
daß diese Institution gegen die U.S. amerikanischen Nahrungs-, Arznei-
und Kosmetikgesetze verstoßen hat, indem sie gentechnisch
erzeugte Nahrungsmittel ohne Versuche mit der Prämisse zugelassen
hat, sie seien von qualifizierten Experten als grundsätzlich
unschädlich anerkannt.
FDA Wissenschaftler protestieren
gegen den Versuch, gentechnische Erzeugung der konventionellen Züchtung
gleichzusetzen.
Die FDA gibt zu unter der Direktive zu handeln,
die U.S. amerikanische Biotechnologie-Industrie "zu fördern". Diese
Direktive fordere die Prämisse, daß biotechnologische
Nahrungsmittel grundsätzlich anderen Nahrungsmitteln gleichzusetzen
sind.
Die Vorstöße der Institution, ihre Vorschriften dieser
Prämisse anzupassen, stießen jedoch auf starken Widerstand ihrer
eigenen Wissenschaftler, die wiederholt warnten, die gentechnische
Herstellung unterscheide sich von konventioneller Erzeugung und berge in
sich ein ganzes Bündel von besonderen Risiken. Zahlreiche Experten
der Institution protestierten gegen jene Gesetzesvorlagen, die das
erwiesene Potential der Biotechnologie ignorierten, nämlich in
erheblich höherem Maße unerwartete Gifte und Allergene zu
produzieren als konventionelle Methoden.
Nach Aussage von Dr. Louis
Priybl aus der Arbeitsgruppe für Mikrobiologie der FDA: "..gibt es
tiefgreifende Unterschiede bei den Erscheinungsformen unerwarteter Effekte
zwischen der traditionellen Züchtung und der gentechnischen Erzeugung,
worüber dieses Dokument nur einen Überblick verschafft." Er
fügte hinzu, daß verschiedene Aspekte der Gentechnologie "...noch
erheblich schädlicher sein können."
Dr. Linda Kahl, eine
Angestellte der Zulassungsabteilung der FDA sagte aus, die Institution habe
"...versucht einen quadratischen Zapfen in ein rundes Loch einzupassen...
mit dem Versuch den Grundsatz durchzusetzen, es gäbe keinen
Unterschied zwischen Nahrungsmitteln, die durch Gentechnologie
verändert wurden und denen aus traditioneller
Züchtung." Wörtlich sagte sie: "Die Vorgänge der
gentechnischen Produktion und der traditionellen Züchtung sind
verschieden und führen nach Aussage der technischen Experten dieser
Institution zu verschiedenen Risiken."
Ferner bestätigte Dr. Jim
Mayranski, Koordinator für Biotechnologie der FDA: Es gibt
keinen Konsens über die Sicherheit gentechnisch produzierter
Nahrungsmittel in der wissenschaftlichen Welt, und Wissenschaftler
der FDA forderten, diese Produkte speziellen Tests, inklusive
toxikologischer Untersuchungen, zu unterziehen.
Tatsachen falsch
dargestellt, um die Zulassung der Nahrungsmittel
zu erwirken
Trotz allem war die Motivation der FDA, die
Biotechnologie zu unterstützen so groß, daß sie nicht nur
die Warnungen der eigenen Wissenschaftler vor den besonderen Risiken der
gentechnisch veränderten Nahrung mißachtete. Sie verwarf sie und
nahm öffentlich eine gegenteilige Position ein. Ihr offizieller
Standpunkt lautete: "Unserer Institution liegt keine Information vor,
daß Nahrungsmittel, die mit diesen neuen Methoden erzeugt wurden,
irgendwelche bedeutenden oder allgemeinen Unterschiede zu anderer Nahrung
haben." Folgerichtig verkündeten die verantwortlichen
Funktionäre, diese Nahrungsmittel erforderten überhaupt
keine Untersuchungen, obwohl die institutseigenen Experten
forderten, gentechnisch produzierte Nahrungsmittel
müßten besonderen Untersuchungen unterzogen
werden.
Bundesgesetze verletzt
Abgesehen von der
Verletzung grundlegender ethischer Prinzipien verletzt das Verhalten der FDA
das US- amerikanische Nahrungsmittel-, Arznei- und Kosmetikgesetz. Dieses
fordert, daß neue Nahrungszusätze durch Untersuchungen
vor der Markteinführung zu überprüfen sind.
Obwohl die FDA zugibt, daß biotechnologische Organismen unter
diese Verordnung fallen, behauptet sie, diese seien nicht zu testen, da
sie "allgemein als sicher anerkannt" ("generally recognized as safe" GRAS)
werden. Dabei ist der FDA bekannt, daß diese sogar von ihren
eigenen Wissenschaftlern nicht als sicher anerkannt werden, ganz zu
schweigen von einem allgemeinen Konsens der wissenschaftlichen
Welt.
Weiterhin schreibt die Verordnung vor, daß Additive, wie
jene in biotechnischer Nahrung, nur auf der Grundlage von
Untersuchungen als sicher bezeichnet werden können, die deren
Ungefährlichkeit bewiesen haben. Derartige Untersuchungen
existieren aber über gentechnisch veränderte Nahrungsmittel
nicht. Die GRAS-Bestimmung, die ursprünglich gedacht war, um
bereits getestete und sichere Substanzen zuzulassen, wird somit von der FDA
mißbraucht, um diese Untersuchungen zu umgehen. Diese Substanzen
werden hauptsächlich auf der Grundlage von Mutmaßungen zugelassen
- Mutmaßungen, die in den Augen ihrer eigenen und vieler
anderer Experten zweifelhaft erscheinen.
Die Konsequenz lautet: Die
gesamte in den USA gentechnisch produzierte Nahrung ist illegal,
sollte vom Markt genommen sowie rigorosen Sicherheitsuntersuchungen
unterzogen werden. Die FDA hat eine Unmenge potentiell gefährlicher
Nahrungsmittel an den amerikanischen Eßtisch gebracht und verletzt
dabei in eklatanter Weise U.S.- amerikanisches Gesetz.
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