| Ich biete Ihnen ein paar Gedanken zur
Genmanipulation an, wie sie sich zur Tierrechtsdebatte und unserem "World-Wide
Millenium Pledge" verhält. Da ist natürlich noch so viel mehr
drüber zu sagen, aber ich hätte gern, dass sich unsere Leser des
Themas in "Briefen an die Redaktion" annehmen, so dass wir diese irgendwann
veröffentlichen und in einem wissenschaftlichen Forum diskutieren
können. - Dr. Claude Pasquini
In einer eMail an die IVU, drängt der
Vegetarier und Fast-Veganer VUNA/IVU-Mitglied Dr. Emanuel Goldman, Professor
der Mikrobiologie und Molekulargenetik, die Förderer des "World-Wide
Millenium Pledge" den gesamten Satz über Genmanipulation zu streichen. Der
Satz, dem er widerspricht, lautet: "Wir sind gegen die Einführung von
Tiergenen in menschliches Erbgut und gegen Genmanipulation von Tieren und
Pflanzen". Und tatsächlich, die reine Tatsache, dass er schreibt, "Vom
Tier gewonnene Gene können genmanipuliert und durch rekombinante
DNS-Technologie in Bakterien, Hefen oder Pflanzen ausgedrückt werden"
bietet uns was er "die realistischste Möglichkeit bis jetzt" nennt, die
Menschheit von der Notwendigkeit des Tötens oder Ausnutzens von Tieren zu
befreien.
Dank der DNS-Rekombination ist es uns möglich,
Produkte von Tieren zu gewinnen, die uns und ihnen hilfreich sind,
einschließlich zum Beispiel genmanipuliertem Insulin,
Schilddrüsenhormone oder Lab, das letztere wird von vielen Vegetariern als
ein wichtiger Schritt zur Rettung von Millionen von Kälbern bejubelt,
Kälber, die sonst nur für die Käseindustrie getötet werden
würden.
Vom veganen Standpunkt aus nützt diese Art der
DNS-Technologie noch immer die Tiere aus, aber es hat auch das Potential,
menschliche und tierische Krankheiten zu korrigieren ohne jemals wieder auf die
Tierwelt für ihr Rohmaterial, die Gene, zurückgreifen zu müssen.
Pflanzen zu genmanipulieren, um sie gegen Pestizide
resistenter zu machen, ist definitiv kein ökologisch wertvoller Weg,
gesunde Nahrung zu produzieren. Aber genetisch in unsere Nahrung einzugreifen,
um den Nährwert zu erhöhen ohne unsere Gesundheit zu gefährden,
und um die Abhängigkeit von Pestiziden und Kunstdüngern zu reduzieren
oder zu eleminieren wäre doch durchaus akzeptabel.
DNS-Technologie braucht nicht dem persönlichen
Interesse der großen Landwirtschaft zu dienen; es muss auch nicht eine
angewandte Wissenschaft der Wissenschaft wegen sein, noch sollte sie
genützt werden nur weil es möglich ist. Keinesfalls sollte sie ein
Spielplatz für Frankenstein-Charaktere sein, die nur transgene Tiere
produzieren und nützen wollen, während sie die enormen Risiken der
Xenotransplatationen von einer Spezies zur anderen außer Acht lassen, sei
es Teil des Tier- oder Pflanzenreiches oder aus der Welt der Bakterien.
DNS-Technologie könnte jedoch sehr gut ein Mittel zur Vorbeugung gegen
Erderschöpfung sein, zum Schutz des Trinkwassers, zum Kampf gegen den
Welthunger und zur Rettung von freien Flächen für den Nutzen der
Menschheit und des Wildlebens.
Natürlich sind die Ängste und
Befürchtungen wegen der Genmanipulation gerechtfertigt. Und wir
müssen äußerst vorsichtig sein mit dem was wir tun und wer was
zu welchem Zweck macht. Schließlich basteln wir mit Evolutionsprozessen
rum, die dazu neigen, seltsame Dinge zu den Bausteinen des Lebens zu tun.
Vergessen wir nicht, dass wir in unserer gesamten agrikulturellen Vergangenheit
mit Arten der Genmanipulation herumgestümpert haben. Falls Genmanipulation
hier bleiben sollte, versichern wir uns besser das mehr und mehr Mitglieder der
wissenschaftlichen Gemeinde vom Typ Goldman sind, soll heißen,
realistische, ethische, und ökologisch bewusste Vegetarier, Fast-Veganer,
und noch besser Veganer.
Die viel diskutierte und sehr lesbare Aussage von
Dr. Goldman kann in den IVU-ON-LINE NEWS, Nummer 3,
Februar 1999 gefunden werden.
Briefe an Dr. Claude Pasquini betreffend das obige
Thema oder Vegetarismus und Wissenschaft sind äußerst
willkommen. Kontaktadresse: devegabond@hotmail.com
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