Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 14.07.2006207

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
19.02.2003 Rainer Rupp Junge Welt
Setzt Scharon auf »Transfer«?
Spekulationen um eine Vertreibung der Palästinenser bei einem Irak-Krieg
 
Für die israelische Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon, dem seit kurzem in Belgien die Verhaftung wegen seiner Mitverantwortung für die Kriegsverbrechen und Massenmorde in den beiden Palästinensischen Flüchtlingscamps im Libanon Anfang der 80er Jahre droht, hängt der Kriegsbeginn gegen Irak nur noch von der Beendigung des US-Aufmarsches ab. In Jerusalem ist man überzeugt, daß Washington sich weder von Vereinten Nationen noch von den weltweiten Massendemonstrationen vom Krieg und der geplanten Neuordnung der gesamten Mittelost-Region abhalten läßt. So spricht der Scharon-Intimus und Nationale Sicherheitsberater Ephraim Halevy gegenüber der Haaretz von einer »wunderbar rosigen Zukunft für Israel als Resultat des Krieges«. Als eine Art Dominoeffekt würden nach dem Fall Saddam Husseins alle Feinde Israels gestürzt, von Yassir Arafat über den syrischen Staatspräsidenten Bashar Assad, bis hin zu den Ayatollahs im Iran. Und vielleicht würde sogar Muammar Gaddafi auf der Strecke bleiben.

»Die israelische Regierung sehnt sich nach dem Irak-Krieg«, schrieb am Montag die liberale israelische Tageszeitung Haaretz, »weil sie darin eine Chance sieht, die Abnutzungsschlacht mit den Palästinensern zu gewinnen«. Am wichtigsten aber sei – da herrsche Einigkeit in Jerusalem –, daß sich durch die deutlich gewordenen Spannungen zwischen dem »alten Europa« und den USA sich die einmalige Gelegenheit ergibt, der Einmischung der »propalästinensischen« Europäer einen Riegel vorzuschieben. Israelischen Medienberichten zufolge zirkuliere in der Sharon-Regierung bereits ein entsprechendes Diskussionspapier, wie der gesamte Mittlere Osten in ein ausschließlich US-amerikanisches Protektorat ohne europäische Einmischung verwandelt werden kann, in dem Israel einen privilegierten Status genießt.

Im Zusammenhang mit den zeitweiligen Zuspitzungen im Verhältnis zwischen Teilen der EU und den USA hatten einige wichtige Medien in Israel anti-europäische Gefühle geschürt. Die Tageszeitung Hatzofeh meinte in einem Kommentar, die Haltung des »alten Europas« habe bewiesen, daß die Europäer »Heuchler und Verräter« seien. Die Tageszeitung Maariv sprach von einer »Achse der Dummheit« zwischen Moskau, Berlin und Paris. Diese Länder hätten »nichts dazugelernt«, und es sei nicht zufällig, daß ausgerechnet in Deutschland, Frankreich und Rußland der Antisemitismus in den vergangenen Jahren am stärksten zugenommen hätte, so Hatzofeh. Und Maariv kommentierte: »Wenn Uncle Sam die großen Ölreserven des Nahen Ostens umverteilt, werden die Europäer ihrem verlorenen Geschäft manche Träne nachweinen.«

Mit einem eventuellen Irak-Krieg wächst auch die Gefahr, daß die Sharon-Regierung nicht nur – wie angekündigt – die derzeitige Abriegelung der Palästinenser-Gebiete noch weiter perfektioniert, sondern auch den sogenannten Transfer einleitet. Hinter diesem derzeit oft benutzten Begriff verbergen sich israelische Pläne zur Vertreibung der Palästinenser aus ihren angestammten Gebieten nach Jordanien. Israelische Intellektuelle und Friedensaktivisten um Professor Jacob Katriel hatten bereits im Herbst vergangenen Jahres in einem in britischen und deutschen Tageszeitungen abgedruckten Aufruf auf die zunehmende Bereitschaft in der Scharon-Regierung zum »Transfer« aufmerksam gemacht, insbesondere wenn die Weltöffentlichkeit durch den Irak-Krieg abgelenkt sein würde.

Der international bekannte israelische Militärhistoriker Martin van Crefeld hatte in einem Interview mit dem holländischen Wirtschaftsmagazin Elsevier bereits im April 2002 auf die Frage, ob »ein Plan für die Deportation der Palästinenser existiert«, geantwortet, daß dies der Grund sei, warum Scharon den Konflikt heraufschraubte. Scharon wüßte genau, daß andere Schritte zur Durchsetzung seiner Politik nicht erfolgreich wären. »Glauben Sie, daß die Welt diese Art von ethnischer Säuberung erlauben wird?« fragte der Interviewer. »Das hängt davon ab, wer es tut und wie schnell es passiert«, antwortete van Crefeld, der ein scharfer Gegner der Politik der Scharon-Regierung ist. Er fügte hinzu: »Wir besitzen einige hundert Nuklearsprengköpfe und Raketen, und wir können sie auf Ziele in alle Himmelsrichtungen lenken. ... Die meisten europäischen Hauptstädte sind Ziele unserer Luftwaffe.« Denn Israel gehöre zu den stärksten Militärmächten der Welt. Israel habe die »Fähigkeit«, die ganze Welt »mitzunehmen, wenn wir untergehen und ich kann Ihnen versichern, daß genau das passiert, bevor Israel untergehen wird«, warnte van Crefeld vor der Scharon-Regierung.

Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 

Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info


Sinn dieser Informationen

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht



Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.