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Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
14.02.2003 von Kristen Ess
Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Thousands of Palestinians Rendered Homeless"
ZNet
Tausende Palästinenser obdachlos

Letzte Nacht fegten 30 israelische Invasionssoldaten durch ein Haus am Rande eines der Bethlehemer Flüchtlingslagers. Sie kamen gegen Mitternacht, mit 12 schwergepanzerten Jeeps u. blauen Lichtern. Sie nahmen Maß an dem Haus, in dem die Familienmitglieder einer ausgedehnten Sippe leben - in verschiedenen Wohneinheiten - auch das Nachbarhaus vermaßen sie. Das Nachbarhaus ist klein. Es gehört einer alten Großmutter. Jetzt sitzt sie auf einem Stuhl in ihrem laubübersäten Garten vor dem Haus. Sie sieht zur Seite, sagt nichts, sie weint auch nicht. Die Soldaten werden das Haus der Großmutter in die Luft jagen, um ins größere Nachbarhaus zu gelangen. In den Nächten während der Ausgangssperre hatten sich auf dem Dach des großen Hauses oft viele Menschen versammelt, um mittels einer alten Blechbüchse Barbecue zu feiern. Aufgrund der Ausgangssperre sind die meisten Cafés u. Restaurants geschlossen, die Leute können sich nicht mehr treffen, u. Geld haben sie auch keins.

Letzte Nacht, kaum waren die israelischen Soldaten verschwunden, kamen die Leute vom Flüchtlingslager aus ihren Häusern, um den Familien zu helfen, ihr rettbares Hab u. Gut aus dem Haus zu holen: ein Plakat mit dem Motiv der Al-Aqsa-Moschee, ein halbzerstörter Fernseher, Decken, Koffer. Ein kleines Mächden tritt aus der Tür, trägt einen Packen auf dem Rücken - Hand in Hand mit ihrem Freund. Sie muss sich einen neuen Schlafplatz suchen - jeder hier muss das jetzt. Freunde aus dem Lager kommen, schütteln Hände. Einer kommt schulterzuckend auf mich zu. Der Mann, dem das zerstörte Haus gehört, sagt "danke" (zu den Leuten), und "so Gott will". Heute, am Tag, sitzen die Frauen des Hauses auf Stühlen auf der engen Gasse. Sie nehmen die Kondelenzbezeigungen - Händeschütteln, Wangenküssen - ihrer Nachbarn entgegen. Sie sind jetzt alle obdachlos. Die israelischen Soldaten sagten, sie würden zurückkehren, um die Häuser endgültig in die Luft zu jagen - vielleicht jetzt, vielleicht später. Diese Ungewissheit ist ganz normaler Bestandteil der psychologischen Kriegsführung der israelischen Militärregierung gegen das palästinensische Volk. Vor 4 Monaten im Flüchtlingslager Deheisha war es genauso. Seither sitzen die Menschen dort immer noch vor ihren Häusern - jeden Moment können die israelischen Soldaten ja zurückkommen u. alles abreißen.

Israelische Truppen haben die Hauptstraße von Beit Sahour aufgerissen, dadurch ist eine Straßenblockade entstanden, höher als zwei Autos übereinander. Eine alte Frau hier erzählt mir, wie schön ihr Blumengarten einst war und der Steinzaun davor zur Straße hin. In den Hügeln dahinter stehen jetzt Panzer, Jeeps brettern über eine zu Schlamm verkommene Straße. Meine Freunde hier erinnern mich andauernd daran: morgen ist Valentinstag.

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Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Thousands of Palestinians Rendered Homeless"

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