. Der israelische Geheimdienst kündigt Morde in den USA
an. Nur eine der grossen Nachrichtenagenturen berichtet darüber. Die
Massenmedien verschweigen die Meldungen und von den sogenannten
Volksvertretern regt sich niemand darüber auf. Mossad-Morde
auf amerikanischem Boden? Sagen Sie ja nicht, so etwas könne es nicht
geben! Als ich unlängst mein Fitnesstraining in der Sporthalle
absolvierte, kam mein Freund Richard Rodriguez hereingeschneit,
grüßte mich und bemerkte: "Ich habe einige meiner Freunde auf dein
Buch über die israelische Spur bei den Ereignissen des 11. September 2001
aufmerksam gemacht und weißt du, was sie mir gesagt haben?" Nein, keine
Ahnung." Sie sagten mir, du solltest auf der Hut sein." Ich lachte. Doch
Richard machte einen todernsten Eindruck. Ein paar Tage darauf las ich
zufällig eine UPI-Geschichte, die mich Richards Kommentar in neuem Licht
betrachten ließ: "Israel wird auf dem Boden der USA und anderer
Verbündeter töten." Nun, wie tönt das? "Israel greift im Krieg
gegen den Terror zu aggressiveren Mitteln, die auch gezielte
Tötungsaktionen auf den Boden der USA, sowie anderer befreundeter
Länder umfassen, sagten ehemalige israelische Geheimdienstoffiziere der
United Press International(UPI)." Richard Sale, UPI-Fachmann für
Geheimdienstfragen, berichtet: Die Aussagen der Israelis wurden von mehr als
einem halben Dutzend amerikanischer Beamter, die für Außenpolitik
und Geheimdienstfragen zuständig sind, in Interviews mit UPI
bestätigt." Wenn die Israelis nun auf dem Territorium freundschaftlich
gesinnter Länder Menschen umbringen, kann man sich leicht vorstellen, wie
sie sich im Feindesland aufführen. Hier von "aggressiveren Mitteln" zu
sprechen, ist noch eine Untertreibung. Es läuft nämlich auf eine
erklärte Strategie des internationalen Terrorismus als Instrument der
israelischen Außenpolitik hinaus. In Tat und Wahrheit ist es eine
Kriegserklärung an die ganze Welt. Wie reagieren die
US-Justizbehörden nun auf diese Drohung, auf amerikanischem Boden zu
wüten? UPI berichtet: "Der Mossad erhält tatsächlich mehr Macht,
kommentierte ein US-Regierungsbeamter die Erhöhung des Budgets des
israelischen Geheimdienstes. Er lehnte es ab, sich zu der von Tel Aviv
geplantengeographischer Erweiterung der gezielten Tötungen zu
äußern. "Ein FBI-Sprecher enthielt sich ebenfalls jeden Kommentars
"Dies ist eine politische Angelegenheit. Wir sind lediglich dazu da, den
Gesetzen unseres Staates Nachdruck zu verschaffen." Mir scheint, man würde
von den FBI-Beamten allzu viel verlangen, würde man von ihnen fordern, uns
vor jeder Art von Terrorismus zu schützen, einschließlich der
israelischen Sorte von Terrorismus, denn ihre Leistungsbilanz Politiker
würden wenigstens so tun, als protestierten sie gegen die erklärte
Absicht einer fremden Macht, die USA in ihr privates Jagdgelände zu
verwandeln. Doch nein! Ein Angehöriger des Kongresspersonals mit
tiefgreifender Kenntnis geheimdienstlicher Fragen sagte: Ich weiß nicht,
mit welchem Recht wir gegen israelische Aktionen protestieren könnten. Er
bezog sich auf die unlängst erfolgte Liquidierung Oaed Salim Sinan al
Harethis, eines der wichtigsten Al-Quaida-Führer, der in Jemen durch ein
ferngesteuertes unbemanntes CIA-Flugzeug getötet worden war.[Der SPIEGEL
berichtete darüber in seiner Ausgabe Nr. 46/2001 vom 11.11.02 auf Seite
222 und stellte die Mordaktion vollkommen richtig als Tat der CIA dar] "Dies
geschah auf dem Territorium eines befreundeten und verbündeten Staates", -
bemerkte der Betreffende ."Wenn wir, die USA, also feindliche Terroristen in
befreundeten Jemen liquidiert haben, besitzt Israel dann nicht auch das Recht,
in den USA umzubringen, wen es will? Wenn diese UPI-Geschichte stimmt, muss sie
einem kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen lassen, denn sie könnte
fatale Folgen haben. Werden wir nun mit ansehen müssen, wie der Mossad in
den USA allenthalben den wilden Mann spielt und jene, die er für Israels
Gegner hält, liquidiert, wobei immer hysterischer und verzweifelter
agierende Likud-Leute als Richter, Jury und Henker zugleich walten? Undenkbar,
nicht wahr? Ich bin nicht so sicher. UPI nennt einen Gewährsmann in der
israelischen Regierung, der folgendes verlautbaren ließ: In der
Vergangenheit hat Israel in freundlich gesinnten Ländern keine
Hinrichtungen vorgenommen, weil niemand solche Operationen auf seinem Gebiet
wollte." "Dieses Argument ist inzwischen bedeutungslos geworden", -sagte er.
Die Behauptung, in der Vergangenheit habe Israel auf demBoden freundlich
gesinnter Staaten keine Terrorakte verübt, ist unglaubhaft.Gewiss erheben
die Geister des britischen Pressemagnaten Robert Maxwell, von dem viele meinen,
er sei vom Mossad beseitigt worden, sowie des in Ontario geborenen
amerikanischen Wissenschaftlers Gerald Bill, der für die irakische
Waffenproduktion arbeitete und in Belgien ermordet wurde, protestierend ihre
Stimme. Es besteht kein Zweifel, dass niemand solche Operationen auf seinem
Gebiet wollte, doch man muss sich fragen, wie und wieso dies plötzlich
irrelevant geworden sein soll. Vielleicht, weil diese freundschaftlich
gesinnten Länder ihre Freundschaft durch die Billigung solcher Methoden
beweisen oder weil sie keine Möglichkeit besitzen, sie zu verhindern? Der
neue Mossad-Oberrabauke, Meir Dagan, Spitzname "Die Knarre", scheint der ideale
Mann zur Durchführung dieser neuen Politik nach dem Motto "Ich kill, wen
ich will". Der ehemalige israelische Oberst Gal Luft, der unter Dagan
gedient hat, beschrieb ihn als äußerst "kreatives Individuum",
kreativ bis hin zur Rücksichtslosigkeit. Ein früherer CIA-Beamter,
der Dagan kennt, meinte, der neue Mossad-Chef kenne die Außenpolitik, in-
und auswendig und besitze einen richtigen Killer-Instinkt." Dies ist der Mann,
der sich selbst einen Freipass erteilt hat, Terroristen zu verfolgen und auf
amerikanischem Boden Morde verüben zu lassen. Ein kreativer Killer, und
vollkommen rücksichtslos, der die wirklichen und erdichteten Feinde
Israels in Amerika jagt. Und unsere Regierung unterlässt jeden Kommentar
zu dieser geographischen Erweiterung der von Tel Aviv geplanten
Tötungsaktionen. Es wäre lustig, wenn es nicht so unheimlich
wäre. UPI zitiert einen anderen ehemaligen israelischen Regierungsbeamten,
der folgendes aussagte "Unter Sharon haben diplomatische Zwänge den Mossad
bisher daran gehindert, auf dem Boden freundschaftlich gesinnter Staaten
präventive Operationen (gezielte Tötungen) durchzuführen. Doch
jetzt revidiert Sharon diese Politik, selbst wenn dies das Risiko mit sich
bringt, Israels bilaterale Beziehungen zu komplizieren. Sharon ist politisch in
der Defensive und muss mit einer möglichen Verzögerung des allgemein
erwarteten Irakkrieges rechnen; eine organisierte Opposition in den USA macht
ihm immer mehr zu schaffen. Er kann es sich unter diesen Umständen nicht
leisten, Rücksicht auf die Empfindlichkeit seiner Alliierten zu nehmen. Er
braucht sich auch keine allzu großen Sorgen über Komplikationen zu
machen, die sich durch amerikanische Unzufriedenheit über solch illegale
Aktivitäten ergeben könnten. Dies ist ja der Kern des sogenannten
speziellen Verhältnisses zwischen den USA und Israel: Wir gehen mit ihnen
durch dick und dünn, egal wie sie sich benehmen. Weitverbreitete Berichte
über einen israelischen Spionagering, der möglicherweise die
Attentäter des 11. September beschattet und zugleich
Regierungsinstitutionen der USA infiltriert hat, wurden vom Justizdepartement
dementiert und von US-Regierungssprechern als Stadtgeklatsch abgetan. Dieses
Dementi erfolgte, als ein 61 Seiten langer Bericht des internen
Sicherheitsbüros der DEA unter Journalisten die Runde machte und seinen
Weg ins Internet fand. Unsere Medien brachten die Sache kaum zur Sprache. Jane
Intelligence Digest kommentierte damals :"Es ist recht seltsam, dass die
US-Medien mit einer bemerkenswerten Ausnahme zu ignorieren scheinen, was sehr
wohl die explosivste Geschichte seit den Angriffen des 11. September sein
könnte: Die dem Vernehmen nach erfolgte Aufdeckung einer
größeren israelischen Spionageoperation in den USA, welche darauf
abzielte, sowohl das Justiz- als auch das Verteidigungsministerium zu
unterwandern, welche vor den Flugzeugentführungen auch den Al-Quaida-
Terroristen auf den Fersen gewesen waren." Ich nehme an, ein Buch, das diese
Geschichte berichten und ihre Einzelheiten an den Tag bringen würde;
nämlich, dass der Mossad mehr über die Verschwörung des 11.
September wusste, als er uns mitteilte, seinen Verfasser zur Zielscheibe von
Attacken machen würde. Alle raus am Samstag! Gewiss, ich habe viele
kritische Worte für die Friedensbewegung gefunden, möchte jedoch die
Samstagsdemonstration um keinen Preis missen. Ich habe zugegebenermaßen
einmal geschrieben. Nein, ich marschier nicht mehr, doch meine
regelmäßigen Leser kennen mich gut genug, um zu wissen, dass nichts,
nicht einmal eine milde Grippe oder Zeitdruck beim Abschluss eines Buchs mich
von den Samstagsdemonstrationen fernzuhalten vermögen. Wenn die Redner von
Mumia sprechen, oder den Kapitalismus für den Krieg verantwortlich machen,
kann man ja immer noch seinen Kopfhörer aufsetzen, Musik hören und
den Picknickkorb auspacken. Medien und Politiker müssen unbedingt zu
begreifen beginnen, dass die Antikriegsbewegung in diesem Land nicht nur stark
ist, sondern auch die idiologischen Gräben überbrückt, je mehr
die Gefahr eines Krieges konkrete Konturen annimmt. Packt also eure "Patriots
for Peace" Plakate aus und geht am Samstag auf die Strasse!, Euer Justin
Raimondo |