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18.04.2003 von Satya Sagar
Übersetzt von: Claudia Müller
Orginalartikel: "Asia Sees America"
ZNet
Wie Asien Amerika sieht

Der US-Krieg auf den Irak produziert erschreckende Auswüchse anti-amerikanischer Gefühle in ganz Asien

Auf einem kürzlichen Besuch in Chiang Mai im Norden Thailands sprach ein Tuk-Tuk-Fahrer zu mir: "Ich hasse Amerika. Amerikaner sind nicht gut: Sie töten irakische Leute, stehlen ihr Öl". Eine in der Tat recht harte Äußerung von einem gewöhnlichen Mann jenes Volkes, das als Amerika-freundlichste Nation Asiens gilt.

In Indonesien, Malaysien, Bangladesh, Pakistan und Indien sind die anti-amerikanischen Gefühle noch stärker. Tausende normaler Bürger gehen unter dem Slogan "Tod für Amerika" auf die Straßen.

Aber im Ernst, ich bin etwas irritiert. Was bedeutet es eigentlich "anti-amerikanisch" zu sein? Ich bin "anti-amerikanisch", solange ich denken kann - aus vielerlei Gründen - vielen stichhaltigen und einigen recht schwammigen. Und doch kann gerade ich mir nicht vorstellen, persönlich einem unsympathischen "Amerikaner" zu begegnen. Alle ‚Amerikaner', die ich treffe, sind die offensten, aufrichtigsten, gerechtesten Leute überhaupt (sicher, ich wohne weit weg in Thailand und "Moses"-Darsteller Charlton Heston hat mich noch nie zu einer NRA-Sitzungen eingeladen [NRA = National Rifle Association: Organisation, die sich für den legalisierten Privatbesitz von Feuerwaffen einsetzt]).

Aber in diesen Tagen packt mich eine überwältigende Wut, wenn ich die Kriegsszenerien beobachte; am liebsten würde ich den nächsten "Amerikaner" anschreien. Ich schaue mich in meinem Zimmer um und entdecke jemanden. Es ist mein Sohn, der glaubt, er wäre Batman. Husch, husch Kind - mach, dass Du davonfliegst!

Mach keinen Fehler - es gibt diesen Ort namens Vereinigte Staaten - der ein bestimmtes geographisches Gebiet bezeichnet, von einer bestimmten einheimischen Elite geführt wird, und beachtliche Teile dieser Bevölkerung profitieren von der imperialen Politik IHRER Führer.

Bei einem Land, dass 25 Prozent der Weltenergien verbraucht, bedarf es nur einer Hand voll gieriger Kapitalisten, die auch noch die besten Stücke verschlingen. Oder, während die Vereinigten Staaten über 50 Prozent des globalen Waffenhandels betreiben, fließen diese Einnahmen allein in die Taschen weniger Firmen. Angesichts dessen besteht kein Zweifel, dass die Millionen tapferer, wundervoller Leute, die der US-Vorherrschaft innerhalb der Vereinigten Staaten selbst widerstehen, eine erdrückende Verantwortung zu tragen haben.

Aber in dem globalen Netz produzierter Kriege, Bedürfnisse und Verschwendung, die wir täglich leben - ist es da wirklich ehrlich, mit dem Finger über die sieben Meeren auf gerade ein einziges Land zu zeigen? Ist es nicht eher zutreffend, dass AMERIKA heute ein übergreifendes KONZEPT ist, dass alle nationalen Grenzen überschreitet und nicht nur ein einziges Land? Dieses AMERIKA ist nicht einfach eine Nation, sondern eine deformierte NOTION [engl.: Idee] der Energie, der Politik, des Wohlstandes und selbst eine Persönlichkeit? Eine NOTION, geteilt, genährt, bewaffnet bis an die Zähne durch Eliten, die jede Ecke unserer Welt regieren?

Wenn dies nicht wahr ist, warum sehe ich dann Elite-Inder, -Thais, -Filipinos, -Chinesen und all die anderen gekaperten AMERIKANER-Klone in ganz Asien, die heute einen Seufzer der Befreiung ausstoßen, denn AMERIKA hat den Krieg gegen den Irak gewonnen. Warum spekuliert man in den Medien MEINES Landes schlagfertig über die Zukunft der irakischen Erdölgewinnung und über Verträge des "Wiederaufbaus", während die unschuldigen irakischen Toten noch begraben werden? Wie ist es möglich für irgend jemanden, irgendwo ruhig zu bleiben, entspannt, oder mit dem Leben fortzufahren, bevor die Verantwortlichen für diese schrecklichen Kriegverbrechen im Irak nicht bestraft sind? Sind nicht alle diese "Nicht-AMERIKANER" Teilhaber der Beute? Kann einer dieser "Nicht-AMERIKANER" sich von der Schuld freisprechen ein aktiver Kollaborateur, ein stiller Mitwirkender beim Aufbau des AMERIKANISCHEN IMPERIUMS zu sein?

Ich habe einen Vorschlag. Wie wäre es, wenn wir diese ganz speziellen Aspekte der NOTION/IDEE bestimmen, der AMERIKA heißt und der so nett ist zu den MEISTERN unserer Welt. Würde es uns nicht helfen, besser zu verstehen, was es heißt, "Anti-Amerikaner" zu sein? Den Feind mitten unter uns zu bekämpfen, sogar in uns selbst?

Eine nicht ganz einfach Aufgabe, da stimme ich zu, aber jemand muss irgendwo beginnen. Hier ist mein (sehr unvollständiger) Versuch, jene Bestandteile der AMERIKANISCHEN IDEE, die so viele Menschen "anti-amerikanisch" macht, zu beschreiben:

"Anti-amerikansich" zu sein bedeutet, gegen Folgendes zu stehen:

1) Macht über die Bestrafbarkeit hinaus zu besitzen: Natürlich steht niemand außerhalb der Bestrafbarkeit. Aber wie sollte jemand damit beginnen AMERIKA zu bestrafen? Allein die Anklageschrift zu lesen würde eine Lebenszeit sprengen.

Denken Sie einfach an die enorme Zahl von Verbrechen und deren offenbare Straffreiheit. Wie amerikanische Führer davon gekommen sind bei Mord um Mord, Kriegsverbrechen um Kriegsverbrechen, von Kontinent zu Kontinent. Hiroschima, Korea, Vietnam, Chile, Granada, Panama - die Liste wird fortgeführt. Allein in Vietnam wurden drei Millionen Bürger durch die amerikanische Kriegsmaschinerie getötet. Gab es irgend welche vietnamesischen "Terroristen" in New York 1964, so dass all diese unschuldigen Menschen sterben mussten? Wer wurde für diesen GENOZID bestraft? Vor einigen Jahren, als Robert McNamara, einer der Architekten des US-Krieges starb und davor ein Schuldbekenntnis ablegte, entschuldigte er sich bei den Amerikanern - nicht bei den Vietnamesen!!!

Natürlich ist dies alles ein "alter Hut". Mit der Ausnahme, dass es noch diejenigen in meinem Teil des Globus gibt, die der Toten gedenken, um sie trauern und mit den Narben des barbarischen Krieges leben. Und unterdessen läuft die AMERIKANISCHE KRIEGSINDUSTRIE weiter, so dreist, so abscheulich und abgedroschen wie zuvor.

Die Form mag sich unterscheiden, aber die gleiche Straffreiheit tritt überall auf, wo sich Macht über einem bestimmten Punkt hinaus konzentriert. Im Oktober 1984, nachdem die damalige indische Premierministerin Mrs. Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern erschossen wurde, schlachtete man - innerhalb weniger Tagen - über 3.000 unschuldiger Sikhs in einem Pogrom nieder; organisiert von der regierenden Kongress Partei in ganz Nordindien. Bis zum heutigen Tag wurde nicht eine einzige Person für diese Morde verurteilt.

Im Januar 2002 massakrierte der Mob, angeführt von den regierenden hinduistischen Nationalisten in Gujarat (West Indien) 3.000 Moslems, während Polizeibeamte dabeistanden oder zu diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit noch anfeuerten. Weit davon entfernt, bestraft zu werden, wurden die verantwortlichen Politiker noch vor Jahresende - mit einer triumphierenden Mehrheit - zurück in ihre Büros gewählt. Die willkürlichen Morde und Massaker, welche von den indischen Behörden in den nordöstlichen Staaten des Landes und in Kaschmir verübt wurden, sind zu gut bekannt, als dass nochmals auf sie aufmerksam gemacht werden müsste. All diese Fälle sind reif für den Internationalen Gerichtshof, gleichgültig wo.

Als ein "Anti-AMERIKANER" werde ich über die Straffreiheit von Regimen reden, wo immer sie sich auch befinden. So sehr ich gegen AMERIKANISCHE Verbrechen überall auf dem Globus wüte, werde ich auch damit fortfahren, den AMERIKANISCHEN Urheberrechtsverletzungen zu widerstehen, die auch MEIN Land beherrschen.

2) Profit steht vor Menschenleben: "Es geht nicht um Öl, es geht nicht um Öl, es geht nicht um Öl" und nachdem Bagdad brannte, folgte seiner "Befreiung" der Schutz des einzigen Gebäudes, das es der US-Marine wert war: des irakischen Ölministeriums. Eine der ersten Aufgaben, welche die "zerstörerische Macht" hatte, nachdem sie in den Irak eingedrungen war, war, die Ölfelder des Landes zu sichern. Und all das, weil "wir nicht beabsichtigen zivile Bereiche anzugreifen".

Wissen Sie was? Wenn jene Öl möchten, dann können sie es haben - sogar gestohlenes irakisches Öl. Sie sind offensichtlich abhängig von diesem Stoff und werden sehr gewalttätig, wenn man ihnen ihre regelmäßige Dosis verweigert. So gebt es ihnen, eine Gallone jeweils, sorgfältig über den Kopf jedes neokonservativen Verbrechers gegossen, der an diesem Betäubungsmittelringe beteiligt ist. Es könnte ihnen helfen, von dieser Gewohnheit loszukommen. (Alles mit ihrer völligen Zustimmung, natürlich!)

Es ist klar, dass ich kein Experte für Suchtkranke bin, aber ich vertrete die Ansicht, dass vieles auf unserer Welt mit der gleichen Logik abläuft, so wie es die US-Regierung bezüglich des Iraks vorgegeben hat: für Profite, Profite, Profite und immer vor dem Menschen. Ein "Anti-AMERIKANER" zu sein bedeutet für eine Welt zu kämpfen, die genau die entgegengesetzte Logik vertritt: Menschen, Menschen, Menschen vor Profiten.

3) Konsum ohne Grenzen: Eines der populärsten Ziele vieler Antiglobalisierungs- und Antikriegsproteste war weltweit die MacDonald's-Restaurantkette - und zu Recht, denn sie ist ein Symbol der Völlerei und verschwenderischen Gewohnheiten, welche die AMERIKANISCHE IDEE präsentiert - grenzenloser Konsum. Die strategische Bedeutung für das AMERIKANISCHE IMPERIUM kann gemessen werden an der Äußerung Thomas Friedmans, einer der führenden Ideologen des Imperiums: "Die globale Verbreitung der amerikanischen Volkskultur sei ein Omen für den Weltfrieden: Leute, die MacDonald's essen, führen keine Kriege gegeneinander."

Natürlich tun sie das nicht, Herr Friedman, denn Leute, die MacDonald's essen, schießen gemeinsam auf die Völker, die es ablehnen, ihr Junk-Food zu schlucken. Und auch, die Leute, die essen, essen, essen und nichts tun als ESSEN, sind der Grund für Kriege überall auf der Welt. Der Weg zur HÖLLE wird von der Esskultur der Junk-Food-Verkäufer noch verunreinigt.

Für mich ist dieser Junk-Food-Konsum symptomatisch für eine schwere Krankheit, die alle unsere "modernen" Gesellschaften erfasst. Wir leben in einer Welt, in der die Reichen sich selbst in den Tod fressen (und Milliarden bezahlen für Gesundheitsdienste oder um hinterher wieder abzunehmen), während Millionen Arme hungern ohne auch nur die Aussicht auf einen Bissen. Und es ist die gleiche Unersättlichkeit, die am Werk ist bei anderen irdischen Ressourcen wie Brennstoffen, Bodenschätzen, Wäldern, Wasser, Luft, etc. Dies ist ein selbst zerstörerischer Egoismus, der es zweifelsohne verdient hat, bekämpft zu werden, wo auch immer er existiert.

4) Etwas Ungenießbares schön verpacken: Jedes Mal, wenn ich diese Nachrichtensprecher auf CNN- oder Fox News aus dem Irak berichten sehe, muss ich mich darüber wundern, wie sie ihre Frisur - mit all dem abgereicherten Uran um sie herum - herrichten? Oder wird alles zusammengehalten von einer geheimen, subatomaren Energie?

Es hat sicherlich etwas mit schwarzer Magie zu tun, dass "AMERIKANER" immer so gut aussehen: bei jedem Lächeln Colgate-weiß blitzende Zähne und genau die richtige Anzahl Fältchen um die Augen. Oh, wie atemberaubend. Sie sind es immer, immer, immer und in jeder Minute ihres Phantasielebens, selbst mit dutzenden toten irakischen Leichen um sie herum - die MUTIGEN und SCHÖNEN.

Wie furchtbar bedrückend! Aber hat nicht jede Gesellschaft ihren Anteil an "Mutigen und Schönen" - den Unsterblichen, die niemals ermüden, altern oder öffentlich in Panik geraten? Vierzig Jahre, nachdem Gandhi erschossen wurde, war es in Indien noch politisch korrekt und in Mode, arm und bescheiden auszusehen. Plötzlich aber versucht jeder, wie eine Mischung aus Hugh Grant und Elizabeth Hurley auszusehen. Wenn diese Leute noch schöner werden, wette ich, dass ihnen Flügel wachsen und sie beginnen, mit unseren eben privatisierten Fluglinien in Konkurrenz zu treten. Und all dies in einem Land, in dem es für die unterernährten Millionen zu traumatisierend ist, sich selbst im Spiegel anzuschauen.

Sprechen wir darüber, wie man Ungenießbares verpackt - zum Beispiel über das Medienzentrum der US-Führung in Doha/Katar, das angeblich mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Dollar von einer Hollywood-Firma gebaut wurde. Die Verkäufer des Todes kommen in diesen Tage mit ihrer eigenen Dekoration. Das ist soooo AMERIKANISCH!!

5) Religion mit Reglementierung: Eine kürzlich erhobene Meinungsumfrage in den Vereinigten Staaten fand heraus, dass 60 Prozent der Bevölkerung glauben, Gott besuche ihren Präsidenten in seinen Träumen. Offensichtlich um "Dubya den Dubiosen" [Spitzname von George W. Bush] mit Insidertipps über die demokratischen Bewegungen dieser Welt zu versorgen - "pssssstt, diesmal ein Treffen unter Assads Bett!"

Natürlich habe ich jetzt phantasiert - aber warum nicht? SIE erfinden auch IHRE Meinungsumfragen ("70 Prozent der Amerikaner unterstützen den Krieg" - als eine Art giftiges Düngemittel).

Aber hören Sie sich das an. "Es könnte nur mit einer amerikanischen Invasion gelingen. Sie stehen hinter den Truppen bereit, warten auf ein Signal, dass der Irak sicher genug ist für sie, um zur Tat zu schreiten - die evangelischen Christen - in einer Hand Lebensmittel - in der anderen die Bibel". Ich zitiere aus einem jüngst im Guardian erschienenen Artikel.

Worauf ich hinaus möchte ist, dass Gott einfach gekidnappt wurde von schwer bewaffneten Fundamentalisten - Christen, Muslimen, Juden und Hindus. Was ist das für eine Religion, die anscheinend so viele "Springerstiefel"-Regimes produziert, die in seinem Namen bereit sind zum Krieg, und das während der ganzen Menschheitsgeschichte? Diese Frage ist zu schwierig für mich. Ich habe keine Antwort. Es muss ein paar Erklärungen bei Freud geben oder bei jemand anderem, glaube ich.

Aber was mir klar ist - so nicht. Ich werde nicht zulassen, dass irgendwelche geistig Verirrten MEINE/N GOTT/GÖTTER/GÖTTIN(EN) kidnappen und ER/SIE IRGENDWO als Geisel für IRGEND JEMANDENS Hass-Politik zu dienen hat/haben.

6) Cleverness ohne Gewissen: Da ist SIE wieder auf meinem Bildschirm. Christiana "CNN" Amanpour. IHR atemloses, ununterbrochenes Geschwätz, welches einen Marschflugkörper zu einem irakischen Haus begleitet. Geschwätz, Geschwätz, Geschwätz, Geschwätz - Bombe, Bombe, Bombe, Bombe. HALT DIE KLAPPE - UND DAS SOFORT! ES STERBEN MENSCHEN HINTER DIR!

Für den "AMERIKANER" bezeichnend ist seine reine Ausdrucksweise: fasziniert zu sein, auch wenn es noch so beängstigend ist. SIE finden immer Worte, um Ereignisse und Vorgänge zu beschreiben, zu zergliedern und darüber zu debattieren, wenn andere schon längst sprachlos sind.

"Kollateralschaden" und "intelligente Bomben" sind mit Sicherheit zwei der bekanntesten Beispiele für die Geschicktheit mit der englischen Sprache, aber die Liste ist fast endlos. Zwischen der Operation "Wüstensturm" und der Operation "Irakische Freiheit" - zwei sauberen Begriffen - liegt eine ganze Generation von Irakern: tot, zerstört und verschwendet. Und wie doch diese Worte Bilder von wahrlich großmütigen Absichten heraufbeschwören. Von AMERIKANERN, die hinaus ziehen, um ein weit entferntes unterdrücktes Volk in einem fremden Land unter Aufopferung ihrer eigenen Jugend von einem grausamen Diktator zu befreien.

Ich muss zugeben, ich erreiche das Ende meiner Liste, denn ich glaube, dass solches Ausdrucksvermögen ziemlich einzigartig amerikanisch ist; bezeichnend für die Bewohner der Vereinigten Staaten. Es rührt aus einer langen Tradition echter Debatten her und gekonnter Redekunst á la Abraham Lincoln, wenn er eine politische Rede hielt, ununterbrochen während 24 Stunden (oder was auch immer). Aber es hat auch ein "Aufpolieren der Sprache" zu "waffenblanker" Schärfe zur Folge gehabt, zu einem ausgezeichneten Instrument der Massentäuschung, das keine andere Gesellschaft so beherrscht oder bis heute auch nur annähernd beherrscht hat.

Stellen Sie sich die Chinesen vor. Eine andere Möchte-gern-Supermacht, die versucht die Welt von allem zu überzeugen, was sie tun möchte - zum Beispiel: die Macht in Taiwan übernehmen, um die DEMOKRATIE ZU SCHÜTZEN. Oder wenn die Russen die Ukraine einnehmen würden, um den Giftmüll von Chernobyl ZU ENTSORGEN. Man würde sie noch vor dem ersten Einschreiten auslachen.

Selbst die Briten, die diese Sprache erfanden, sind unterlegen. Wenn Tony Blair in aller Öffentlichkeit lügt, ist seine Stimme, der Klang, die Art und Weise, wie er etwas sagt, so offensichtlich unaufrichtig, dass man ein Verlagen verspürt, ihm in besten Schafsimitation zu antworten: Määääääääh! Du VERSAGER!

Nein, es ist nicht wirklich zum Lachen. Von allen Eigenschaften der AMERIKANER ist ihre Zungenfertigkeit und die vielen geschickten Wendungen der englischen Redensart, die gefährlichste. Es ist ein fantastischer Schwarze-Loch-Generator, der gesamte Zivilisationen mit all ihrem historischen Gedächtnis verschlingen und auswischen kann. Man untermale einfach jede grauenhafte Tat, die begangen wurde, mit wunderschönem Klang und Bild. Dies ist der entscheidende Punkt der AMERIKANISCHEN Macht - weltweit.

Es ist ein Kampf, dem nur jene gewachsen sind, die dem AMERIKANISCHEN IMPERIUM innerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten widerstehen. Wir können nur beobachten und moralische Unterstützung anbieten - unsere eigenen Zungen sind gut kontrolliert.

Satya Sagar ist ein unabhängiger indischer Journalist, der sich mit Südostasien beschäftigt und in Thailand ansässig ist. Kontakt: satyasagar@yahoo.com.


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