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Der US-Krieg auf den
Irak produziert erschreckende Auswüchse anti-amerikanischer Gefühle
in ganz Asien Auf einem kürzlichen Besuch in Chiang Mai im
Norden Thailands sprach ein Tuk-Tuk-Fahrer zu mir: "Ich hasse Amerika.
Amerikaner sind nicht gut: Sie töten irakische Leute, stehlen ihr
Öl". Eine in der Tat recht harte Äußerung von einem
gewöhnlichen Mann jenes Volkes, das als Amerika-freundlichste Nation
Asiens gilt.
In Indonesien, Malaysien, Bangladesh, Pakistan und Indien
sind die anti-amerikanischen Gefühle noch stärker. Tausende normaler
Bürger gehen unter dem Slogan "Tod für Amerika" auf die
Straßen.
Aber im Ernst, ich bin etwas irritiert. Was bedeutet es
eigentlich "anti-amerikanisch" zu sein? Ich bin "anti-amerikanisch", solange
ich denken kann - aus vielerlei Gründen - vielen stichhaltigen und einigen
recht schwammigen. Und doch kann gerade ich mir nicht vorstellen,
persönlich einem unsympathischen "Amerikaner" zu begegnen. Alle
Amerikaner', die ich treffe, sind die offensten, aufrichtigsten,
gerechtesten Leute überhaupt (sicher, ich wohne weit weg in Thailand und
"Moses"-Darsteller Charlton Heston hat mich noch nie zu einer NRA-Sitzungen
eingeladen [NRA = National Rifle Association: Organisation, die sich für
den legalisierten Privatbesitz von Feuerwaffen einsetzt]).
Aber in
diesen Tagen packt mich eine überwältigende Wut, wenn ich die
Kriegsszenerien beobachte; am liebsten würde ich den nächsten
"Amerikaner" anschreien. Ich schaue mich in meinem Zimmer um und entdecke
jemanden. Es ist mein Sohn, der glaubt, er wäre Batman. Husch, husch Kind
- mach, dass Du davonfliegst!
Mach keinen Fehler - es gibt diesen Ort
namens Vereinigte Staaten - der ein bestimmtes geographisches Gebiet
bezeichnet, von einer bestimmten einheimischen Elite geführt wird, und
beachtliche Teile dieser Bevölkerung profitieren von der imperialen
Politik IHRER Führer.
Bei einem Land, dass 25 Prozent der
Weltenergien verbraucht, bedarf es nur einer Hand voll gieriger Kapitalisten,
die auch noch die besten Stücke verschlingen. Oder, während die
Vereinigten Staaten über 50 Prozent des globalen Waffenhandels betreiben,
fließen diese Einnahmen allein in die Taschen weniger Firmen. Angesichts
dessen besteht kein Zweifel, dass die Millionen tapferer, wundervoller Leute,
die der US-Vorherrschaft innerhalb der Vereinigten Staaten selbst widerstehen,
eine erdrückende Verantwortung zu tragen haben.
Aber in dem
globalen Netz produzierter Kriege, Bedürfnisse und Verschwendung, die wir
täglich leben - ist es da wirklich ehrlich, mit dem Finger über die
sieben Meeren auf gerade ein einziges Land zu zeigen? Ist es nicht eher
zutreffend, dass AMERIKA heute ein übergreifendes KONZEPT ist, dass alle
nationalen Grenzen überschreitet und nicht nur ein einziges Land? Dieses
AMERIKA ist nicht einfach eine Nation, sondern eine deformierte NOTION [engl.:
Idee] der Energie, der Politik, des Wohlstandes und selbst eine
Persönlichkeit? Eine NOTION, geteilt, genährt, bewaffnet bis an die
Zähne durch Eliten, die jede Ecke unserer Welt regieren?
Wenn dies
nicht wahr ist, warum sehe ich dann Elite-Inder, -Thais, -Filipinos, -Chinesen
und all die anderen gekaperten AMERIKANER-Klone in ganz Asien, die heute einen
Seufzer der Befreiung ausstoßen, denn AMERIKA hat den Krieg gegen den
Irak gewonnen. Warum spekuliert man in den Medien MEINES Landes schlagfertig
über die Zukunft der irakischen Erdölgewinnung und über
Verträge des "Wiederaufbaus", während die unschuldigen irakischen
Toten noch begraben werden? Wie ist es möglich für irgend jemanden,
irgendwo ruhig zu bleiben, entspannt, oder mit dem Leben fortzufahren, bevor
die Verantwortlichen für diese schrecklichen Kriegverbrechen im Irak nicht
bestraft sind? Sind nicht alle diese "Nicht-AMERIKANER" Teilhaber der Beute?
Kann einer dieser "Nicht-AMERIKANER" sich von der Schuld freisprechen ein
aktiver Kollaborateur, ein stiller Mitwirkender beim Aufbau des AMERIKANISCHEN
IMPERIUMS zu sein?
Ich habe einen Vorschlag. Wie wäre es, wenn wir
diese ganz speziellen Aspekte der NOTION/IDEE bestimmen, der AMERIKA
heißt und der so nett ist zu den MEISTERN unserer Welt. Würde es uns
nicht helfen, besser zu verstehen, was es heißt, "Anti-Amerikaner" zu
sein? Den Feind mitten unter uns zu bekämpfen, sogar in uns selbst?
Eine nicht ganz einfach Aufgabe, da stimme ich zu, aber jemand muss
irgendwo beginnen. Hier ist mein (sehr unvollständiger) Versuch, jene
Bestandteile der AMERIKANISCHEN IDEE, die so viele Menschen "anti-amerikanisch"
macht, zu beschreiben:
"Anti-amerikansich" zu sein bedeutet, gegen
Folgendes zu stehen:
1) Macht über die Bestrafbarkeit hinaus zu
besitzen: Natürlich steht niemand außerhalb der Bestrafbarkeit. Aber
wie sollte jemand damit beginnen AMERIKA zu bestrafen? Allein die
Anklageschrift zu lesen würde eine Lebenszeit sprengen.
Denken Sie
einfach an die enorme Zahl von Verbrechen und deren offenbare Straffreiheit.
Wie amerikanische Führer davon gekommen sind bei Mord um Mord,
Kriegsverbrechen um Kriegsverbrechen, von Kontinent zu Kontinent. Hiroschima,
Korea, Vietnam, Chile, Granada, Panama - die Liste wird fortgeführt.
Allein in Vietnam wurden drei Millionen Bürger durch die amerikanische
Kriegsmaschinerie getötet. Gab es irgend welche vietnamesischen
"Terroristen" in New York 1964, so dass all diese unschuldigen Menschen sterben
mussten? Wer wurde für diesen GENOZID bestraft? Vor einigen Jahren, als
Robert McNamara, einer der Architekten des US-Krieges starb und davor ein
Schuldbekenntnis ablegte, entschuldigte er sich bei den Amerikanern - nicht bei
den Vietnamesen!!!
Natürlich ist dies alles ein "alter Hut". Mit
der Ausnahme, dass es noch diejenigen in meinem Teil des Globus gibt, die der
Toten gedenken, um sie trauern und mit den Narben des barbarischen Krieges
leben. Und unterdessen läuft die AMERIKANISCHE KRIEGSINDUSTRIE weiter, so
dreist, so abscheulich und abgedroschen wie zuvor.
Die Form mag sich
unterscheiden, aber die gleiche Straffreiheit tritt überall auf, wo sich
Macht über einem bestimmten Punkt hinaus konzentriert. Im Oktober 1984,
nachdem die damalige indische Premierministerin Mrs. Indira Gandhi von ihren
Sikh-Leibwächtern erschossen wurde, schlachtete man - innerhalb weniger
Tagen - über 3.000 unschuldiger Sikhs in einem Pogrom nieder; organisiert
von der regierenden Kongress Partei in ganz Nordindien. Bis zum heutigen Tag
wurde nicht eine einzige Person für diese Morde verurteilt.
Im
Januar 2002 massakrierte der Mob, angeführt von den regierenden
hinduistischen Nationalisten in Gujarat (West Indien) 3.000 Moslems,
während Polizeibeamte dabeistanden oder zu diesen Verbrechen gegen die
Menschlichkeit noch anfeuerten. Weit davon entfernt, bestraft zu werden, wurden
die verantwortlichen Politiker noch vor Jahresende - mit einer triumphierenden
Mehrheit - zurück in ihre Büros gewählt. Die willkürlichen
Morde und Massaker, welche von den indischen Behörden in den
nordöstlichen Staaten des Landes und in Kaschmir verübt wurden, sind
zu gut bekannt, als dass nochmals auf sie aufmerksam gemacht werden
müsste. All diese Fälle sind reif für den Internationalen
Gerichtshof, gleichgültig wo.
Als ein "Anti-AMERIKANER" werde ich
über die Straffreiheit von Regimen reden, wo immer sie sich auch befinden.
So sehr ich gegen AMERIKANISCHE Verbrechen überall auf dem Globus
wüte, werde ich auch damit fortfahren, den AMERIKANISCHEN
Urheberrechtsverletzungen zu widerstehen, die auch MEIN Land beherrschen.
2) Profit steht vor Menschenleben: "Es geht nicht um Öl, es geht
nicht um Öl, es geht nicht um Öl" und nachdem Bagdad brannte, folgte
seiner "Befreiung" der Schutz des einzigen Gebäudes, das es der US-Marine
wert war: des irakischen Ölministeriums. Eine der ersten Aufgaben, welche
die "zerstörerische Macht" hatte, nachdem sie in den Irak eingedrungen
war, war, die Ölfelder des Landes zu sichern. Und all das, weil "wir nicht
beabsichtigen zivile Bereiche anzugreifen".
Wissen Sie was? Wenn jene
Öl möchten, dann können sie es haben - sogar gestohlenes
irakisches Öl. Sie sind offensichtlich abhängig von diesem Stoff und
werden sehr gewalttätig, wenn man ihnen ihre regelmäßige Dosis
verweigert. So gebt es ihnen, eine Gallone jeweils, sorgfältig über
den Kopf jedes neokonservativen Verbrechers gegossen, der an diesem
Betäubungsmittelringe beteiligt ist. Es könnte ihnen helfen, von
dieser Gewohnheit loszukommen. (Alles mit ihrer völligen Zustimmung,
natürlich!)
Es ist klar, dass ich kein Experte für
Suchtkranke bin, aber ich vertrete die Ansicht, dass vieles auf unserer Welt
mit der gleichen Logik abläuft, so wie es die US-Regierung bezüglich
des Iraks vorgegeben hat: für Profite, Profite, Profite und immer vor dem
Menschen. Ein "Anti-AMERIKANER" zu sein bedeutet für eine Welt zu
kämpfen, die genau die entgegengesetzte Logik vertritt: Menschen,
Menschen, Menschen vor Profiten.
3) Konsum ohne Grenzen: Eines der
populärsten Ziele vieler Antiglobalisierungs- und Antikriegsproteste war
weltweit die MacDonald's-Restaurantkette - und zu Recht, denn sie ist ein
Symbol der Völlerei und verschwenderischen Gewohnheiten, welche die
AMERIKANISCHE IDEE präsentiert - grenzenloser Konsum. Die strategische
Bedeutung für das AMERIKANISCHE IMPERIUM kann gemessen werden an der
Äußerung Thomas Friedmans, einer der führenden Ideologen des
Imperiums: "Die globale Verbreitung der amerikanischen Volkskultur sei ein Omen
für den Weltfrieden: Leute, die MacDonald's essen, führen keine
Kriege gegeneinander."
Natürlich tun sie das nicht, Herr Friedman,
denn Leute, die MacDonald's essen, schießen gemeinsam auf die
Völker, die es ablehnen, ihr Junk-Food zu schlucken. Und auch, die Leute,
die essen, essen, essen und nichts tun als ESSEN, sind der Grund für
Kriege überall auf der Welt. Der Weg zur HÖLLE wird von der Esskultur
der Junk-Food-Verkäufer noch verunreinigt.
Für mich ist
dieser Junk-Food-Konsum symptomatisch für eine schwere Krankheit, die alle
unsere "modernen" Gesellschaften erfasst. Wir leben in einer Welt, in der die
Reichen sich selbst in den Tod fressen (und Milliarden bezahlen für
Gesundheitsdienste oder um hinterher wieder abzunehmen), während Millionen
Arme hungern ohne auch nur die Aussicht auf einen Bissen. Und es ist die
gleiche Unersättlichkeit, die am Werk ist bei anderen irdischen Ressourcen
wie Brennstoffen, Bodenschätzen, Wäldern, Wasser, Luft, etc. Dies ist
ein selbst zerstörerischer Egoismus, der es zweifelsohne verdient hat,
bekämpft zu werden, wo auch immer er existiert.
4) Etwas
Ungenießbares schön verpacken: Jedes Mal, wenn ich diese
Nachrichtensprecher auf CNN- oder Fox News aus dem Irak berichten sehe, muss
ich mich darüber wundern, wie sie ihre Frisur - mit all dem abgereicherten
Uran um sie herum - herrichten? Oder wird alles zusammengehalten von einer
geheimen, subatomaren Energie?
Es hat sicherlich etwas mit schwarzer
Magie zu tun, dass "AMERIKANER" immer so gut aussehen: bei jedem Lächeln
Colgate-weiß blitzende Zähne und genau die richtige Anzahl
Fältchen um die Augen. Oh, wie atemberaubend. Sie sind es immer, immer,
immer und in jeder Minute ihres Phantasielebens, selbst mit dutzenden toten
irakischen Leichen um sie herum - die MUTIGEN und SCHÖNEN.
Wie
furchtbar bedrückend! Aber hat nicht jede Gesellschaft ihren Anteil an
"Mutigen und Schönen" - den Unsterblichen, die niemals ermüden,
altern oder öffentlich in Panik geraten? Vierzig Jahre, nachdem Gandhi
erschossen wurde, war es in Indien noch politisch korrekt und in Mode, arm und
bescheiden auszusehen. Plötzlich aber versucht jeder, wie eine Mischung
aus Hugh Grant und Elizabeth Hurley auszusehen. Wenn diese Leute noch
schöner werden, wette ich, dass ihnen Flügel wachsen und sie
beginnen, mit unseren eben privatisierten Fluglinien in Konkurrenz zu treten.
Und all dies in einem Land, in dem es für die unterernährten
Millionen zu traumatisierend ist, sich selbst im Spiegel anzuschauen.
Sprechen wir darüber, wie man Ungenießbares verpackt - zum
Beispiel über das Medienzentrum der US-Führung in Doha/Katar, das
angeblich mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Dollar von einer
Hollywood-Firma gebaut wurde. Die Verkäufer des Todes kommen in diesen
Tage mit ihrer eigenen Dekoration. Das ist soooo AMERIKANISCH!!
5)
Religion mit Reglementierung: Eine kürzlich erhobene Meinungsumfrage in
den Vereinigten Staaten fand heraus, dass 60 Prozent der Bevölkerung
glauben, Gott besuche ihren Präsidenten in seinen Träumen.
Offensichtlich um "Dubya den Dubiosen" [Spitzname von George W. Bush] mit
Insidertipps über die demokratischen Bewegungen dieser Welt zu versorgen -
"pssssstt, diesmal ein Treffen unter Assads Bett!"
Natürlich habe
ich jetzt phantasiert - aber warum nicht? SIE erfinden auch IHRE
Meinungsumfragen ("70 Prozent der Amerikaner unterstützen den Krieg" - als
eine Art giftiges Düngemittel).
Aber hören Sie sich das an.
"Es könnte nur mit einer amerikanischen Invasion gelingen. Sie stehen
hinter den Truppen bereit, warten auf ein Signal, dass der Irak sicher genug
ist für sie, um zur Tat zu schreiten - die evangelischen Christen - in
einer Hand Lebensmittel - in der anderen die Bibel". Ich zitiere aus einem
jüngst im Guardian erschienenen Artikel.
Worauf ich hinaus
möchte ist, dass Gott einfach gekidnappt wurde von schwer bewaffneten
Fundamentalisten - Christen, Muslimen, Juden und Hindus. Was ist das für
eine Religion, die anscheinend so viele "Springerstiefel"-Regimes produziert,
die in seinem Namen bereit sind zum Krieg, und das während der ganzen
Menschheitsgeschichte? Diese Frage ist zu schwierig für mich. Ich habe
keine Antwort. Es muss ein paar Erklärungen bei Freud geben oder bei
jemand anderem, glaube ich.
Aber was mir klar ist - so nicht. Ich werde
nicht zulassen, dass irgendwelche geistig Verirrten MEINE/N
GOTT/GÖTTER/GÖTTIN(EN) kidnappen und ER/SIE IRGENDWO als Geisel
für IRGEND JEMANDENS Hass-Politik zu dienen hat/haben.
6)
Cleverness ohne Gewissen: Da ist SIE wieder auf meinem Bildschirm. Christiana
"CNN" Amanpour. IHR atemloses, ununterbrochenes Geschwätz, welches einen
Marschflugkörper zu einem irakischen Haus begleitet. Geschwätz,
Geschwätz, Geschwätz, Geschwätz - Bombe, Bombe, Bombe, Bombe.
HALT DIE KLAPPE - UND DAS SOFORT! ES STERBEN MENSCHEN HINTER DIR!
Für den "AMERIKANER" bezeichnend ist seine reine Ausdrucksweise:
fasziniert zu sein, auch wenn es noch so beängstigend ist. SIE finden
immer Worte, um Ereignisse und Vorgänge zu beschreiben, zu zergliedern und
darüber zu debattieren, wenn andere schon längst sprachlos
sind.
"Kollateralschaden" und "intelligente Bomben" sind mit Sicherheit
zwei der bekanntesten Beispiele für die Geschicktheit mit der englischen
Sprache, aber die Liste ist fast endlos. Zwischen der Operation
"Wüstensturm" und der Operation "Irakische Freiheit" - zwei sauberen
Begriffen - liegt eine ganze Generation von Irakern: tot, zerstört und
verschwendet. Und wie doch diese Worte Bilder von wahrlich
großmütigen Absichten heraufbeschwören. Von AMERIKANERN, die
hinaus ziehen, um ein weit entferntes unterdrücktes Volk in einem fremden
Land unter Aufopferung ihrer eigenen Jugend von einem grausamen Diktator zu
befreien.
Ich muss zugeben, ich erreiche das Ende meiner Liste, denn
ich glaube, dass solches Ausdrucksvermögen ziemlich einzigartig
amerikanisch ist; bezeichnend für die Bewohner der Vereinigten Staaten. Es
rührt aus einer langen Tradition echter Debatten her und gekonnter
Redekunst á la Abraham Lincoln, wenn er eine politische Rede hielt,
ununterbrochen während 24 Stunden (oder was auch immer). Aber es hat auch
ein "Aufpolieren der Sprache" zu "waffenblanker" Schärfe zur Folge gehabt,
zu einem ausgezeichneten Instrument der Massentäuschung, das keine andere
Gesellschaft so beherrscht oder bis heute auch nur annähernd beherrscht
hat.
Stellen Sie sich die Chinesen vor. Eine andere
Möchte-gern-Supermacht, die versucht die Welt von allem zu
überzeugen, was sie tun möchte - zum Beispiel: die Macht in Taiwan
übernehmen, um die DEMOKRATIE ZU SCHÜTZEN. Oder wenn die Russen die
Ukraine einnehmen würden, um den Giftmüll von Chernobyl ZU ENTSORGEN.
Man würde sie noch vor dem ersten Einschreiten auslachen.
Selbst
die Briten, die diese Sprache erfanden, sind unterlegen. Wenn Tony Blair in
aller Öffentlichkeit lügt, ist seine Stimme, der Klang, die Art und
Weise, wie er etwas sagt, so offensichtlich unaufrichtig, dass man ein Verlagen
verspürt, ihm in besten Schafsimitation zu antworten:
Määääääääh! Du VERSAGER!
Nein,
es ist nicht wirklich zum Lachen. Von allen Eigenschaften der AMERIKANER ist
ihre Zungenfertigkeit und die vielen geschickten Wendungen der englischen
Redensart, die gefährlichste. Es ist ein fantastischer
Schwarze-Loch-Generator, der gesamte Zivilisationen mit all ihrem historischen
Gedächtnis verschlingen und auswischen kann. Man untermale einfach jede
grauenhafte Tat, die begangen wurde, mit wunderschönem Klang und Bild.
Dies ist der entscheidende Punkt der AMERIKANISCHEN Macht - weltweit.
Es ist ein Kampf, dem nur jene gewachsen sind, die dem AMERIKANISCHEN
IMPERIUM innerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten widerstehen. Wir
können nur beobachten und moralische Unterstützung anbieten - unsere
eigenen Zungen sind gut kontrolliert.
Satya Sagar ist ein
unabhängiger indischer Journalist, der sich mit Südostasien
beschäftigt und in Thailand ansässig ist. Kontakt:
satyasagar@yahoo.com. |