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  Micha.  
Der Fall SARS

Ein Hallo an alle!

 

 

„Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“
Goethe zu Eckermann (gefunden unter http://www.das-gibts-doch-nicht.info/frame1.php)

 

Tja, was Goethe vor mehr als 200 Jahren schon wusste, ist deshalb nicht weniger aktuell. Als ein Beispiel aus der Neuzeit kann man sehr schön das Beispiel SARS anführen. Was ist SARS eigentlich? Von den Medien dargestellt als globale Seuche, die womöglich die halbe (wenn nicht die ganze) Menschheit innerhalb kurzer Zeit dahinraffen könnte. Andere Quellen beschreiben sie schlicht und ergreifend als eine neue Form der „gewöhnlichen“ Lungenentzündung. Ich möchte zwei Artikel anfügen, die beide aus deutschen Online-Medizin-Magazinen stammen. Beide tragen das Datum 25.04.2003 und beide stammen aus Marburg.

 

Bei beiden Nachrichten möchte ich, genau wie bei obiger Rechenaufgabe, an den gesunden Menschenverstand appellieren!

Beginnen wir beim „Fall SARS“. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) schreibt dazu auf ihrer Homepage folgendes:


http://www.dgk.de/

 

Zahl der Erkrankten nimmt weiter zu  


(Marburg, 25.04.03) Die chinesische Hauptstadt Peking hat innerhalb eines Tages erneut einen starken Anstieg der Patienten mit der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS verzeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der Erkrankten sei um 89 auf 774 gestiegen, so das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Vier weitere Patienten starben. Am Freitag wurden fünf neue Todesfälle in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit SARS gemeldet.


Damit stieg die Zahl der SARS-Toten in der Volksrepublik auf 115, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Allein in der Hauptstadt Peking starben bislang 42 Menschen an den Folgen des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS). Im ganzen Land erhöhte sich die Zahl der SARS-Fälle in den vergangenen Tagen von 125 auf 2601.


Nirgendwo in China ist der Anstieg oder die veröffentlichte Zahl der Patienten mit SARS derzeit so hoch. Experten rechneten auch damit, dass sich viele der jetzt insgesamt 1.482 Verdachtsfälle in der Hauptstadt noch bestätigen werden.


Um einer weiteren Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS vorzubeugen, hat die chinesische Regierung die Schutzmaßnahmen verschärft. Auch Personen, die Kontakt zu Erkrankten hatten, werden künftig unter Quarantäne gestellt.


Insgesamt verzeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 4.439 Erkrankte und 263 Todesopfer weltweit (Stand 24.4.03). Experten gehen inzwischen davon aus, dass es noch mehrere Monate dauern wird, die Seuche in den Griff zu bekommen.


 

 

Machen wir nun einen kleinen Test. Ich habe dies noch nicht bei anderen Menschen getestet, gehe aber mal davon aus, dass einem Großteil der Leser bestimmte Worte beim Lesen dieses Artikels im Gedächtnis geblieben sind. Es könnte durchaus sein, dass zu diesen Worten bzw. Wortgruppen „SARS“, „China“, „Akutes Syndrom“, „Anstieg“, „Experten“, „Quarantäne“, „Todesopfer“, „mehrere Monate“, „Seuche“ etc. gehörte.

 

Einen Tag später (26.04.2003) las ich in der Jungen Welt (ja, diese Zeitung erwähne ich recht häufig, aber dazu später etwas konkreter): „15.000 Grippetote“ (dieses Jahr in Deutschland). Das kam mir doch unheimlich viel vor und deshalb „googelte“ ich etwas und siehe da ... „Das Deutsche Ärzteblatt“. Voila, ich musste schon etwas suchen, denn den folgenden Artikel fand ich erst fast am Ende der „aerzteblatt“-Homepage (nach ellenlangen Meldungen über SARS, Usher-Syndrom, Geflügelpest, Malaria und und und) unter der „aussagekräftigen“ Rubrik „VERMISCHTES“:

 

 


25. April 2003

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=12422 


V E R M I S C H T E S

15 000 Grippetote - Erschreckende Bilanz der Influenza-Saison


MARBURG. Die diesjährige schwere Grippewelle hat nach Einschätzung des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) rund 15 000 Menschen das Leben gekostet. In durchschnittlichen Jahren gebe es bundesweit nur rund 5000 bis 8000 Todesopfer der Infektionskrankheit, sagte DGK-Experte Helmut Uphoff in einem ddp-Gespräch in Marburg. Diesmal sei die Grippewelle „recht kräftig“ gewesen. Die Experten der Arbeitsgemeinschaft Influenza seien von den Ausmaßen der Grippewelle überrascht worden, fügte der Epidemiologe hinzu. Der diesjährige Virus unterscheide sich so gut wie gar nicht von den Erregern in den beiden vorangegangenen Grippe-Saisons. 2001 und 2002 habe es jedoch „weit weniger als 5000“ Todesfälle gegeben. Die meisten Erkrankungen wurden in Bayern und Baden-Württemberg registriert. Danach breitete sich das Virus über die Mitte in den Osten Deutschlands aus. „Im Norden war die Grippewelle nicht ganz so stark“, sagte Uphoff. Für die nächste Grippe-Saison ab Herbst erwartet Uphoff erneut kaum Veränderungen des Erregers. Dennoch rät er älteren Menschen und chronisch Kranken zur rechtzeitigen Auffrischung der Impfung. Die Immunisierung halte in der Regel nur zwölf Monate. /ddp /ddp


Links zu diesem Thema  Deutsches Grünen Kreuzes (DGK)


 

 

Fertig mit lesen? Nun ist der gesunde Menschenverstand gefragt. Ich möchte nicht allzu arrogant wirken, weiß aber, nachdem ich über dieses Thema mit mehreren Leuten heftig diskutiert habe, dass es hier Kontroversen geben könnte. Man möge sich selbst einmal zwei Fragen beantworten:

  1. Würden Sie als Deutscher jetzt nach China fahren?
  2. Würden Sie einem Chinesen davon abraten, im Winter nach Deutschland zu fahren?

 

Ich möchte auf mehrere Dinge hinweisen, wobei wir schnell wieder beim Thema „Public Relations“ bzw. dem deutschen Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ landen werden:

  1. die Rhetorik der beiden Artikel
  2. ihr Inhalt
  3. ihre Absicht

 

Die Rhetorik

Im ersten Artikel dürfte die stark negative Darstellung der Krankheit SARS ins Auge gefallen sein. Die negativen bzw. auffallenden, sich im Gehirn einprägenden Worte, habe ich oben mal rausgeschrieben – zugegebenermaßen nur eine Vermutung, denn sicherlich ist das bei jedem etwas anders, aber tendenziell dürfte diese Worte („Seuche“, „Syndrom“, „Todesopfer“ etc.) wahrscheinlich zu den hervorstechendsten gehören.

Im zweiten Artikel wird sich evtl. ein Großteil der Leser gefragt haben, „15000 Grippetote, nur in Deutschland?“. Bei genauerem Hinschauen fallen im ersten Satz das Wort „diesjährig“ und im zweiten Satz „bundesweit“ auf. Folglich dürfen wir von 15.000 Grippetoten nur in diesem Jahr (Grippesaison 2002/03) und nur in Deutschland ausgehen.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Meldung über die Grippetoten unter der Rubrik „VERMISCHTES“ zu finden war. Das wäre wohl ungefähr so wie wenn über den Irak-Krieg unter der „Was sonst noch passierte“ berichtet worden wäre.

 

Der Inhalt

Da haben wir also auf einen Seite die „Seuche SARS“, die weltweit 246 Menschen „dahingerafft“ hat. Allein in China leben 1.300.000.000 Menschen – den Prozentsatz rechne ich jetzt besser nicht aus ... Auf der anderen Seite haben wir die gute alte Grippe und jeder hat sie mal, aber sie kommt und geht und man kann sich dagegen impfen lassen und alles ist nicht so schlimm und morgen wieder weg und es gibt viel Schlimmeres und ... Keiner meiner Verwandten und Bekannten käme wohl auf die Idee, dass sie/er an Grippe sterben könnte. Aber von den ungefähr 80.000.000 Menschen in Deutschland starben dieses Jahr 15.000 allein an Grippe. Na, was sagen wir denn dazu?

 

Die Absicht

Die Absicht der ganzen Aktion ist wohl einleuchtend. Es werden Dinge von den Medien hochgepauscht, die im Grunde genommen, nicht einen Bruchteil der Gefährlichkeit besitzen wie andere alltägliche Dinge. Warum machen die Medien so etwas? Dafür gibt es sicher vielerlei Gründe, doch als die zwei Hauptgründe kann man wohl 1. die Erhöhung des Angstpotentials in der Bevölkerung und 2. die Ablenkung der Massen von wirklich wichtigen Dingen anführen.

 

Meine eigene Interpretation des ganzen Trubels um SARS kommt beim nächsten Mal. In diesem Sinne, also keine Angst vorm Schwarzen (SARS-)Mann ... es ist wohl 10mal wahrscheinlicher heute von einem Auto überfahren zu werden.

 

Aber da wir mal nicht den Teufel an die Wand malen wollen, wünsche ich allen einen schönen Feiertag und ein schönes verlängertes Wochenende (wenn man denn eines hat). Euer Micha.

(Im übrigen habe ich seit gestern Abend Fieber – kein Witz – und grüble jetzt schon seit geraumer Zeit, ob es nun eine „normale“ Grippe ist oder SARS. Ich glaube, ich werde mich für SARS entscheiden J)




Fortsetzung Teil 2

 

Da ich nun einmal krank war, bin ich gleich mal zum Arzt und habe ich die Probe auf’s Exempel. Nachdem die Ärztin mir sagte, dass es ein harmloser Infekt sei (und ich hatte schon gedacht, ich habe mal was „Spannendes“), fragte ich sie (nach der Behandlung natürlich) nach ihrer Meinung zum Thema „SARS“; ob das durch die Medien hochgebauscht (seit der letzten e-Mail weiß ich, dass es „bauschen“ heißt nicht „pauschen“, Danke) wäre etc. etc. Ich verwies sie dann des Weiteren auf die 15.000 Grippetoten allein dieses Jahr in Deutschland. Sie meinte, dass könne schon sein, dass mit den Medien, aber sie würde jetzt auch nicht nach China fahren. Mal abgesehen davon, sähen ihr die Desinfektionsmaßnahmen dort zu primitiv aus und die Mundschutzvorrichtungen würden wohl auch gar nichts helfen. Und zum Thema „Grippe“ meinte sie, dass Grippe häufig als Todesursache – besonders natürlich bei alten Menschen – angegeben wird. Zuvor hätten die Patienten meist schon eine ganze Reihe anderer Krankheiten durch. Das viele Grippetote meist nicht direkt an Grippe sterben, sondern ihnen die Grippe quasi nur den „letzten Rest“ verpasst, e-mailte mir auch ein Freund, der selbst Arzt ist. Mir wurde auch zu bedenken gegeben, dass es sich bei den Grippetoten wahrscheinlich wirklich um 99 % Alte und Schwache handele. Zudem gebe es gegen SARS keine Impfung – man könne einfach nichts machen. Außerdem wurde ich darauf verwiesen, dass eine Sterbewahrscheinlichkeit bei SARS von ca. 6 % (263 Tote bei 4.439 Erkrankten) doch sehr hoch sei. So weit, ist das alles einleuchtend.

 

Natürlich habe ich mit Gegenargumenten gerechnet und das war ja auch Sinn des ganzen Ausflugs in die medizinischen Gefilde unserer schönen Welt. Doch ebenso klar werden unter Umständen auch die Gegen-Gegenargumente sein. Als erstes möchte ich mit dem letzten anfangen. Als Kartograph wurden wir bereits im Grundstudium eindringlichst darauf hingewiesen, dass man im Vergleich mehrerer Objekte untereinander relative Werte z.B. nicht in Diagrammen darstellen darf. Im Grunde läuft dies darauf hinaus, dass relative Werte immer in Betrachtung der Absolutwerte betrachtet werden müssen. Kleines fiktives Bsp.: „Der Staat Trinidad und Tobago konnte durch eine beispiellose Effizienzsteigerung sein BIP von 1990 bis 2000 um 25 % steigern, die Bundesrepublik Deutschland im selben Zeitraum dagegen nur um schlappe 5 %.“ So ungefähr könnte eine Schlagzeile aus einer BILD-Zeitungs-ähnlichen Gazette in Trinidad und Tobago lauten. Der Leser wäre natürlich beim Überfliegen stolz auf sein Land – aber nur weil er die Absolutwerte nicht kennt. Dies soll keineswegs die Wirtschaft von Trinidad und Tobago oder Deutschland in irgendein Licht rücken – war wie gesagt, nur ein Beispiel. Mehr zum Thema „Was zeigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eigentlich wirklich an?“ in einem der nächsten Hinweise.

 

Ich möchte nun noch folgende „Milchmädchen-Rechnungen“ aufstellen. Angenommen, man könne gegen SARS nichts machen, warum sind von den ungefähr 5000 Erkrankten (es werden stündlich mehr!?!) „nur“ knapp 300 gestorben. Das sind, wie schon erwähnt, nicht mal 10 %. Wenn die ca. 4700 Nichtgestorbenen noch leben, kann man anscheinend doch etwas machen. Ich will nicht die 300 Toten in Frage stellen, aber spricht jemand von den mindestens 2000 toten irakischen Zivilisten (www.iraqbodycount.net/), die die friedliche Irak-Befreiung gekostet hat?

Nehmen wir nun des Weiteren einmal an, dass von den 15.000 Grippetoten in Deutschland  nur 1 % wirklich an Grippe gestorben sind und sie waren nicht über 70 Jahre alt, dann sind das trotzdem noch 150 Personen. Wenn wir nun mal Deutschland als Land mit rund 80 Millionen Einwohnern ansehen, dann hat China (ca. 1,3 Mrd. EW) etwa 16 mal soviel Einwohner wie Deutschland. Man könnte so ganz grob mal sagen, dass somit in China theoretisch etwa 16*150 Personen an Grippe sterben müssten. Nun werden ganz gewiefte natürlich bemerken, dass die Grippetotenstatistik dieses Jahr ja ganz besonders hoch war. Man erinnere sich daran, dass laut DGK-Meldung in „normalen“ Jahren nur knapp 5000 bis 8000 Menschen an Grippe starben – im übrigen, was für eine Performance (plus 100-200%), davon träumen die Finanzexperten nur. Aber Bayer & Co. wird’s freuen, denn es riecht nach Arbeit. Zurück zur Rechnung ... Sagen wir in China war die Grippe nicht ganz so schlimm, so etwa 20 % der deutschen Verhältnisse oder so. Da bleiben trotzdem noch 16*30 = 480 Tote ,nur durch Grippe allein in China, die nicht alt und schwach waren und wirklich nur an Grippe gestorben sind.

Und dabei wissen wir noch nicht einmal, wie die SARS-Toten in China aussahen. Waren das etwa alle 2m-Riesen aus der chinesischen Basketball-Liga?

 

Wer neue Argumente für die SARS-Theorie hat, kann sie gern an mich mailen. Ich bin gespannt.

 

Eine durchaus einleuchtende Erklärung zum Thema SARS fand ich unter http://www.das-gibts-doch-nicht.info/seite1645.php. Die „Das-gibt’s-doch-nicht“-Seite ist im übrigen wirklich weiter zu empfehlen. Der Betreiber dieser Seite geht nach dem gleichen Schema vor wie jeder, der gern aufgeklärte Menschen sieht: „Glaubt an was ihr glauben wollt.“

 

Nun möchte ich noch meine eigene Erklärung anfügen, die sicherlich bei einigen in den Stimmbändern das Wort „Verschwörungstheorie“ fabrizieren dürfte. Der Einstieg zur Erklärung geht am besten, wenn man das Wesen der Massenmedien etwas genauer unter die Lupe nimmt. Wer oder was sind eigentlich „die Massenmedien“?

Medien vermitteln Bilder – jeden Tag, jeden Tag neu, jeden Tag bunt, jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag, jeden Tag wieder, jeden Tag, jeden Tag und wieder und wieder. Solange bis keiner mehr weiß, wie oft ich jetzt eigentlich „jeden Tag“ geschrieben habe.

Die Medien warnen vor Reisen nach Peking und Toronto und mit ein bisschen „medialem Fingerspitzengefühl“ könnte man auch gleich ganz China und Kanada unter Quarantäne stellen. Alles nur eine Frage der Herangehensweise – schaut Euch einfach „Wag the Dog“ an. Der alte PR-Stratege Edward „Schlitzohr“ L. Bernays hätte dies sicher genauso perfekt eingefädelt ... und sein Erbe lebt weiter. Jeden Tag und immer wieder auf’s Neue.

 

Lenkt man die Massen geschickt ab und verbreitet Angst, würde sich kein Mensch die Frage stellen: „Würden Sie einem Chinesen oder Kanadier im Winter abraten, nach Deutschland zu fahren?“, obwohl rein stochastisch gesehen, die Wahrscheinlichkeit in Deutschland an Grippe zu sterben wesentlich höher ist als an SARS in China oder Kanada. Aber wir wissen ja, „Deutschland ist hygienisch sauber und China ist in Asien und Asien ist dreckig“. Im übrigen, kann sich jemand vorstellen, was passiert wäre, wenn der diesjährige deutsche Grippevirus in China unter dem Namen „Influenza catastrophica“ durch die Medien gegangen wäre? Jeder Deutsche wäre wahrscheinlich gleich auf dem Pekinger Flughafen in die nächste Maschine zurück gesetzt worden.

 

Es gab zwei Dinge, die mich vermuten ließen, woher die SARS-Medienlüge rührt. Ein Freund von mir arbeitet zur Zeit in Bangkok. Er hat das große Vergnügen, BBC und CNN anschauen zu dürfen. Ihm fiel auf, dass inmitten des Irak-Krieges, CNN plötzlich vermehrt über SARS berichtete. Der Irak-Krieg kam in eine Phase, in der er der Öffentlichkeit wieder entzogen werden sollte und plötzlich „wie aus heiterem Himmel“ bricht in Asien eine „mörderische, möglicherweise alles vernichtende Seuche“ mit dem wunderschönen Namen SARS aus. Da haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, 1. Erhöhung des Angstpotentials in der Bevölkerung und 2. Ablenkung der Massen von wirklich wichtigen Themen. Doch auch das könnte noch zu kurz greifen, denn wenn man schon so einen medialen Aufwand betreibt, will man doch bitte schön noch ein bisschen mehr daraus gewinnen können. Im Kapitalismus gibt es nichts umsonst, dass dürfte mittlerweile auch der letzte bemerkt haben.

 

Erinnern wir uns nun an die Tabelle aus Eliot Weinbergers Artikel „Sixteen Months Later“ (Hinweis Nr. 34, www.geocities.com/michwink/911_hints/Mail34_dt.htm), in der dieser die Strategie der USA-Regierung für das 21. Jahrhundert angeführt hatte. Dort sehen wir unter „Schwerpunkt des strategischen Wettbewerbs: OSTASIEN“. Nun was hat das zu bedeuten bzw. was könnte das bedeuten? China gehört zu Ostasien, meines Wissens, und wenn man die Nachrichten ein bisschen verfolgt, dann wird man feststellen, dass China offensichtlich eine seit Jahren florierende Wirtschaft hat. Des Weiteren gibt es dort einen Markt, der Hunderte Millionen potentielle Kunden besitzt. Und was hat SARS so nebenbei noch angerichtet? Genau, einen unheimlichen wirtschaftlichen Schaden, der in Milliardenhöhe gehen könnte. Viele Veranstaltungen werden abgesagt, Touristen bleiben aus, Geschäfte werden nicht durchgeführt etc. etc. Eine aufstrebende Wirtschaftsmacht kann durch so einen eigentlich unwichtigen Virus nachhaltig gebremst werden. Vielleicht erinnern wir uns auch an den letzten Satz des DGK-Artikels aus der letzten Hinweis-Mail: Experten gehen inzwischen davon aus, dass es noch mehrere Monate dauern wird, die Seuche in den Griff zu bekommen.“

Na, das ist doch optimal. Keiner will mehr wissen, was im Irak passiert, weil alle Angst haben, das morgen möglicherweise der „SARS“-Sensenmann vor der Türe steht. Die Chinesen warten derweil noch ewig auf Touristen und Geschäfte.

 

(Und wie es der „Zufall“ so will, höre ich einen Tag, nachdem ich diesen Teil der Hinweis-Mail geschrieben hatte, im Radio, dass man die Frauenfussball-WM im Herbst in China abgesagt hat. Irgendeine Kommission – habe den Namen leider nicht behalten – hatte vor den Folgen der „Seuche“ gewarnt. )

 

Kurz und knapp: es würde mich also nicht wundern, wenn in Zukunft wieder verstärkt über Krankheiten aus Asien berichtet werden sollte. Man könnte nun ein neues Bild des „gemeinen Chinesen“ aufbauen. Etwa so „Der Chinese – der, der SARS potentiell in sich hat.“  In den Neunziger Jahren war es Afrika (Ebola, Marburg-Virus etc.) und das 21. Jahrhundert wird wohl das asiatische werden. Schließlich wissen immer noch nicht alle (vor allem Deutsche), dass alle Afrikaner Malaria einschleppen, alle Moslems potentielle Selbstmordattentäter sind und Chinesen eben keine Hygiene haben und deshalb immer neue Seuchen produzieren. Welcome to the 21st Century! Es wird also spannend bleiben.

 

Man kann nur hoffen, dass sich die asiatische Mentalität (die natürlich auch sehr vielschichtig ist) vom amerikanischen und europäischen Verdrängungswettbewerbsdenken nicht anstacheln lässt. In wieweit sich die asiatischen (kommenden) Großmächte von solch „feinen demokratischen Grundzügen“ infiltrieren lassen, bleibt abzuwarten. Wenn sie clever sind, dann warten sie einfach noch ein paar Jährchen und dann haben sich die USA durch ihre Misswirtschaft kaputtgewirtschaftet, die Bevölkerung besteht aus 80 % Übergewichtigen (Dank Mac Donalds & Co.) und 30 % Analphabeten (George W. Bush & Kumpanen). Und Europa, mit seiner „fortschrittlichen Hauptstadt“ Brüssel (welche noch nicht mal über ein eigenes Kanalisationssystem verfügt! – kein Witz), wird mit seiner geringen Geburtenrate in den nächsten 20 Jahren in die wirtschaftliche Mittelklasse absteigen (sehr interessanter Artikel von Prof. H. Adrian unter http://www.uni-mainz.de/FB/Physik/AG_Adrian/texte/Bevoelkerung-Vortrag-021218.pdf).

 

Ein letzter Hinweis für heute: für alle seienden und werdenden Mediziner (und alle Nichtmediziner natürlich auch) möchte ich einen weiteren Buchtipp unter die Leute bringen: Kurt Langbein & Bert Ehgartner, „Das Medizinkartell – Die sieben Todsünden der Gesundheitsindustrie“, Piper Verlag, München, 2002. Wer dieses Buch liest, wird sich als Mediziner wohl mit der Aussage von Sokrates (ich hoffe mal, er war es auch) konfrontiert sehen: „Ich weiß, das ich nichts weiß.“

 

In diesem Sinne, „Adlerauge bleib’ wachsam“. Euer Micha.

 

PS2: Anbei noch ein Auszug aus dem Buch „Die Geheime Weltmacht – Die schleichende Revolution gegen die Völker“ (Conrad C. Stein, ISBN 3-89180-063-0), der sehr eindringlich die starke Verflechtung von Medien und Kultur aufzeigt.



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