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10.05.2003 Jürgen Elsässer Junge Welt
Tauwetter über dem Atlantik
Schröder schwitzt. Powell kommt. Kwasniewski bereut. Chirac wartet. Bush genießt
Die USA haben den Irak-Krieg in Rekordzeit gewonnen. Deutschland hat dadurch einen großen Exportmarkt verloren und auch seine Kontrollmacht über die osteuropäischen Staaten zum Teil eingebüßt. In dieser Situation ist eine Neuorientierung notwendig – aber der gestrige Freitag zeigte, wie schwer sich der Kanzler damit tut.

Schauplatz Berlin: Anläßlich des 100. Jubiläums der USHandelskammer in Deutschland hat Gerhard Schröder die Bedeutung des Bündnisses mit den USA hervorgehoben. Deutschland und die USA verbinde eine »vitale Freundschaft« auf Basis gemeinsamer Werte und Erfahrungen, sagte er salbungsvoll. Unter den Gästen des Festaktes war auch der US-Botschafter in Deutschland, Daniel Coats.

Schröder sagte weiter, die deutsch-amerikanische Beziehung schließe »die Freiheit zu gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten ein und hält sie aus«. Gleichzeitig hat er um Verständnis für die deutsche Skepsis gegenüber dem Einsatz militärischer Gewalt geworben. Das heiße keineswegs, daß Deutschland etwa nicht bereit wäre, international Verantwortung zu übernehmen. Als Beispiele nannte er die deutschen Einsätze in Bosnien, Mazedonien und im Kosovo sowie die Beteiligung am US-Feldzug »Enduring Freedom«. Er habe sein eigenes politisches Schicksal an die Verpflichtung und Bereitschaft zur Übernahme internationaler Verantwortung geknüpft.

Niemand werde den uneigennützigen Beitrag der USA zum Wiederaufbau der Demokratie in Deutschland je vergessen wollen. Ohne die USA hätte Deutschland auch die Wiedervereinigung nicht erreicht, lobhudelte Schröder und hob dabei besonders »die großen Verdienste des damaligen amerikanischen Präsidenten George Bush« hervor.

Im weiteren warnte er davor, Deutschland »vor die unsinnige Wahl zu stellen, zwischen seiner Freundschaft mit Frankreich und seiner Freundschaft mit den USA« zu wählen. Stünde Deutschland vor dieser Wahl, so sei er sicher: »Alle Beteiligten, und in der Folge die ganze Welt, hätten das Nachsehen.« Das könnte man in Washington als Drohung verstehen – mit einem Gipfeltreffen Schröder–Bush wird es vor diesem Hintergrund nicht so schnell etwas werden.

Wenigstens hat sich für kommenden Freitag US-Außenminister Colin Powell in Berlin angesagt. Bei den auf dem Festakt anwesenden deutschen Wirtschaftsvertretern stieß die Ankündigung des Besuches auf ein positives Echo: »Die Wirtschaft ist auf eine rasche Normalisierung der transatlantischen Beziehungen angewiesen«, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton F. Börner.

Schauplatz Wroclaw: Am Nachmittag reiste Schröder nach Polen weiter, um sich mit den Präsidenten Aleksander Kwasniewski und Jacques Chirac zu treffen. »Wir sind gegen einen Konflikt mit den USA«, betonte Kwasniewski im Vorfeld. Die Beratungen finden im Rahmen des »Weimarer Dreiecks« statt, das 1991 zur Abstimmung in europalitischen Fragen ins Leben gerufen worden war. Diesmal wird es vor allem um die Nachkriegsordnung im Irak gehen. Polen hat die USA im Golfkrieg mit rund 200 Soldaten unterstützt und soll nun eine Besatzungszone im Norden Iraks leiten. Ein Vorschlag von Verteidigungsministers Jerzy Szmajdzinski, auch deutsche Soldaten ins polnische Kontingent aufzunehmen, war Anfang der Woche von der Bundesregierung zurückgewiesen worden.

Hinsichtlich der Kritik an der polnischen Haltung zum Irak-Krieg räumte Kwasnieswski ein, es sei tatsächlich ein »Versäumnis« gewesen, Paris und Berlin in der Frage des »Briefs der Acht« nicht vorher konsultiert zu haben. In dem Aufruf von Ende Januar hatten sich acht europäische Staatschefs demonstrativ auf die Seite der USA gestellt. Die schönen Worte werden Schröder nicht sehr beeindrucken, denn von tätiger Reue kann im Falle Kwasniewskis nicht die Rede sein: Nach dem Krieg hatte Polen nämlich neue Abfangjäger von den USA gekauft – die EU-Flugzeugbauer gingen leer aus.


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Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.