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14.05.2003   Junge Welt
11. 9. im Vorwahlkampf
Demokratischer Senator und Präsidentschaftskandidat beschuldigt Bush der Vertuschung
Zum ersten Mal hat in den USA ein bekannter Politiker die Bush-Regierung offen wegen ihres Versagens am 11. Septembers 2001 direkt angegriffen. Der demokratische Senator Bob Graham aus Florida, ein ehemaliger Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Senats, hat Präsident George W. Bush im Zusammenhang mit dem 11. September eine »riesige Vertuschung« vorgeworfen. Leben und Sicherheit der amerikanischen Bürger seien dadurch gefährdet worden. Damit hat Senator Graham, der sich kürzlich als Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die nächsten Wahlen im Herbst 2004 vorgestellt hat, seine Marschrichtung festgelegt.

Bisher war es Präsident Bush mit massiver Unterstützung konservativer und neoliberaler Medien stets gelungen, alle kritischen Fragen über die Fehler und Pannen vor und nach dem 11. September als im »höchsten Maße unpatriotisch« und als »Hilfe für die Terroristen« darzustellen und unliebsame Fragesteller so mundtot zu machen. Die Tatsache aber, daß gerade Senator Graham dieses heiße Eisen als Einstiegsthema für den Vorwahlkampf gegen Bush aufgegriffen hat, läßt hoffen, daß nun endlich mehr Details über die Hintergründe des schlimmsten Terroranschlages in der amerikanischen Geschichte ans Tageslicht kommen. Zur Diskussion würde dann auch das seltsame, wenn nicht gar mysteriöse Verhalten Bushs und seiner führenden Vertreter stehen.

Unstimmigkeiten und offensichtliche Widersprüche zwischen dem seither festgestellten und belegten Ablauf und der von US-Regierungsseite offiziell präsentierten Version der Ereignisse haben vor allem im Internet zur Diskussion über eine Reihe von Theorien geführt. Unter anderem sollen demnach die neokonservativen Falken um Bush selbst für die Katastrophe des 11. September verantwortlich sein. Dies habe schließlich die Rechtfertigung für deren weltweiten Eroberungsfeldzug unter dem Vorwand des »globalen Krieges gegen den Terror« geliefert. So weit geht Senator Graham jedoch nicht. Zwar weist auch er auf Fehler und Widersprüche in der offiziellen Darstellung der Bush-Regierung hin, aber er geht davon aus, daß die Vertuschung der Pannen lediglich dazu dienen soll, die Bush-Regierung politisch in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

Die Vorwürfe der Vertuschung sind nicht neu. Bereits nach den ersten Anhörungen der Untersuchungsausschüsse zum 11. September durch Senat und Repräsentantenhaus hatte die Senatorin Arlen Specter im Juni letzten Jahres erklärt, daß bereits lange vor dem Tag ausreichende Informationen vorgelegen haben, »um eine Blaupause der Angriffe zu liefern«. Dadurch seien »Gegenmaßnahmen möglich gewesen«, wenn nicht von höchster Ebene in Washington alle Entdeckungen der regionalen FBI-Agenturen ignoriert und deren weiteren Nachforschungen per Befehl von der Zentrale gestoppt worden wären. Senator Herb Kohl aus Wisconsin sagte damals im US-Nachrichtensender CBS: »Es sieht so aus, als ob das FBI ausreichende Informationen und Ressourcen hatte, um den Terroranschlag noch vor dem 11. September aufzudecken«.

Senator Bob Graham, der zur Zeit der Untersuchungen Vorsitzender des Senatsausschusses war, ist empört, daß die Veröffentlichung des 800 Seiten umfassenden Untersuchungsberichtes des US-Kongresses seit Dezember von der Bush-Regierung blockiert wird, indem sie einfach große Teile des Berichts als »streng geheim« eingestuft hat, auch solche Stellen, die bereits in öffentlichen Anhörungen im Kongreß zur Sprache gekommen waren. Dies veranlaßte das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek Anfang Mai zu der Frage, welche »Geheimnisse des 11. Septembers« die Bush-Regierung für sich behalten möchte. Für Senator Graham hat das Ganze jedoch weniger mit Geheimnissen, als viel mehr mit der Unfähigkeit der Bush-Regierung zu tun. In dem bevorstehenden Wahlkampf möchte Bush sich lieber als strahlender Sieger über Irak und Afghanistan und als Rächer des 11. September feiern lassen. Fragen über die Pannen des 11. Septembers stören dabei.

* Zu dem Thema ist jüngst in der aktualisierten, zweiten Auflage erhältlich: »Das Schweigekartell – Fragen und Widersprüche zum 11. September«. Das Buch kostet 18 Euro und ist erschienen im Kai Homilius Verlag


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.