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Von Hans Lebrecht, Kibbutz Beit-Oren, 25.
Mai 2003
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Es sieht ganz so aus, als wolle der
israelische Regierungschef Ariel Scharon den von USA Präsident Bush so
aufdringlich gesponserten Fahrplan für eine friedliche Regelung des Nahost
Konflikts auf Teufel komm raus durchsetzen sogar auf die Gefahr einer
von den rabiaten Siedler Parteien hervorgerufenen Regierungskrise hin. Man
solle sich aber nicht täuschen. Der Hauptgrund für Sharons
anscheinende Akzeptanz des Fahrplans, an dessen Anfang von ihm genannte
>>peinliche Opfer<< für Israel stehen sollen und erst am Ende,
in noch zwei Jahren, ein Palästinenserstaat vorgesehen ist, ist ein
typischer Trick des alten Strategiefuchses.
Allem Anschein nach versucht Scharon sich
nicht als ein Spielverderber für die von der Bush anscheinend wichtigen
Fahrplan Initiative und von der internationalem Meinung unterstützten
Friedensmöglichkeit zu zeigen. George W. Bush jr. will sich zu den
nächstes Jahr stattfindenden Wahlen nicht nur als Sieger im Krieg ums
Öl anbiedern, sondern auch als Friedensstifter im Israel-Palästina
Konflikt. Das haben ja schon andere USA Präsidenten vor ihm versucht. Sie
alle sind an der Hartnäckigkeit der landräuberischen
gross-israelischen Regierungen und am einflussreichen pro-Israel Lobby und
ihren Christlich- Fundamentalistischen Neo-Liberalen Partnern im Washingtoner
Capitol gescheitert.
Man sollte sich auf Scharon verlassen. Er
wird gerade das tun, was er vertuschen will, nämlich dem Fahrplan solche
Verzögerungen und Verspätungen als Vorbedingungen aufzuzwingen, dass
der ganze Zugverkehr zum Stocken und Zugsentgleisungen kommen wird und man
Andere dafür verantwortlich machen kann.
Scharon hat noch selten seine
Versprechungen gehalten, wenn diese Sicherheit und Wohlstand für Israel
und seines Volkes und Frieden in der Region zum Inhalt hatten. Beginnend mit
seinem Kommando über die terroristischen Kommando Einheiten 101 und das
Fallschirmjäger Batallion vor fünfzig Jahren, welche angeblich zur
Vernichtung arabischer Terroristen dienen sollten, fortfahrend mit seinem
Kommando über die Südfront der Armee in Landraubkrieg von 1967 und
der Vernichtung tausender der sich ergebenden ägyptischen Soldaten in der
Sinai Wüstenhalbinsel, der gewaltsamen Vertreibung tausender Beduinen aus
dem Gazastreifen, um jüdischen Siedlern Platz zu schaffen, seiner
Siedlungsschlacht im Sinai, um das Friedensabkommen mit Ägypten zu
sabotieren und dem blutigen nachfolgendem Libanonabenteuer von 1982,
einschließlich seiner Verantwortung für Massaker in verschiednenen
palästinensischen Flüchtlicngslager und seiner Mitverantwortung
für das Sabra-Schatila Massaker in Beiruth, sah er sich immer wieder in
Verwicklungen mit Untersuchungsausschüssen der Armee und der Justiz
und wußte sich immer wieder daraus hervorzuwinden. Die Liste könnte
noch beliebig verlängert werden. Sein politisches und strategisches Ziel
war bei alledem immer nur eines: Ein jüdisches, von Palästinensern
bereinigtes Groß-Israel zu schaffen.
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Auch der sich gerade jetzt wieder einmal
so jovial gebender alte Großgrundbesitzer beinahe hätte ich
Junker gesagt verlässt sich auf seinen Bushmann, dem
>>Friedensengel<< Powell, der attraktiven Condoleeza Rice und
seinem gleichgesinnten militaristschen Ölmagnaten Rumsfield - und vor
allem der mächtigen Lobby im USA Kongress und Senat. Seine dieser Tage
geführte Taktik zur Untermauerung seiner und seiner rechts-radikaeln
Spießgesellen strategischen Ziele heißt: Ja zum Friedensfahrplan
bei gleichzeitiger Blockierung der Geleise durch Vorbedingungen, welche
einzuhalten die palästinsensische Seite, ob unter Arafat oder unter dem
neuen Star Mahmoud Abbas, alias Abu Masen, infolge der Vernichtung der gesamten
politischen, administrativen und zivilen Infrastruktur durch die brutal
vorgehende terroristische Militärgewalt der israelischen Besatzungsmacht
gar nicht in der Lage sind zu erfüllen.
Alles deutet daher darauf hin, dass auch
dieser so groß ausposaunte Roadmap Friedensfahrplan dasselbe Schicksal
erleiden wird, wie all seine Vorgänger, darunter auch der Oslo Grundsatz
Fahrplan von 1993, die angeblich ach so als Friedenskompromiß
angebieterte Großzügigkeit eines Ehud Baraks von 1999 und seines
Sponsors Bill Clinton, der Tenet-Mitschell Friedensplan (wer errinnert sich
noch daran?) von erst vor zwei Jahren, um nur einige zu erwähnen. Man kann
annehmen, dass auch der Bush-Quartett Fahrplan auf dem Scheiterhaufen der
Geschichte landen wird. Da kann man sich ganz auf Scharon und alle anderen
Politiker aus dem israelischen Regierungslager verlassen. Diese wollen doch
erst dann von einem Frieden wissen, wenn ganz >>Eretz-Israel<<, von
einem gewissen Teil billiger Arbeitssklaven abgesehen, palästinenserrein
und von jüdischen Land-und Stadt Siedlungen vereinnahmt sein wird.
Man soll sich da mal nicht von
schönen pragmatischen Worten und Versprechungen eines Scharon oder Bush
täuschen lassen!
ENDE des Textes. Mit den besten
Brudergrüßen, |