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"Nachdem das Ultimatum der
ehemaligen irakischen Soldaten am Montag erwartungsgemäß ohne
Reaktion der Besatzer abgelaufen ist, drohten sie nun zusammen mit
Stammesführern mit Selbstmordanschlägen, falls die Amerikaner das
Land nicht bald verlassen.
"Das ganze irakische Volk ist eine Zeitbombe,
die bald vor dem Amerikanern explodieren wird, falls sie ihre Besatzung
nicht beenden. Wir lehnen es hab, die Besatzung hinzunehmen" sagte der
Stammesführer Riyadh al-Asadi gegenüber Reuters nach einem
Treffen mit einem höheren US-Beamten.
"Das irakische Volk hat im
Krieg nicht gegen die Amerikaner gekämpft, nur Saddams Leute taten
das. Aber wenn das Volk sich jetzt entscheidet, gegen sie zu kämpfen,
werden sie große Probleme bekommen."
Während sich
Stammesführer mit dem Botschafter Hume Horan von der Coalition
Provisional Authority (CPA, die Übergangsverwaltung der "Koalition")
trafen, demonstrierten über 3.000 der entlassenen irakischen Soldaten
vor dem Hauptquartier der Behörde und drohten erneut Gewalt an, falls
man ihnen keine Löhne zahlt.
"Wir alle werden
Selbstmordattentäter werden", sagte Khairi Jassim, ein früherer
Stabsfeldwebel. "Ich werde meine sechs Töchter zu Bomben machen, um
Amerikaner zu töten."
Viele der von der Auflösung der
irakischen Armee durch den US-Verwalter Paul Bremer ihrer Einkommen
beraubten Demonstranten sagten, sie wüßten nicht, wie sie ihre
Familien ernähren sollten.
"Ich habe nur 750 Dinar [0,60 US-Dollar]
in meinen Taschen. Wie soll ich meine Familie ernähren? Ich habe ein
behindertes Kind, das Medikamente braucht" sagte Sabah Abdullah, ein
anderer ehemaliger Stabsfeldwebel.
Die Demonstration löste sich
auf, nachdem versprochen worden war, daß man sich am Dienstag mit
ihnen unterhalten würde, um ihre Probleme zu lösen. Es bleibt
abzuwarten, ob dies eine echte Lösung bringen wird oder nur ein
Vorwand war, um Zeit zu gewinnen.
Viele der Stammesführer sind
mit der Ankündigung der Amerikaner, die Mitglieder der
Übergangsregierung zu bestimmen statt wie bisher zugesagt, Wahlen
abzuhalten, sehr unzufrieden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das
Unvermögen der Besatzer, Recht und Ordnung im Irak
wiederherzustellen.
Sheikh Fsal al- Kaoud sagte bei dem Treffen zu
Horan: "Wir danken der Koalition für die Befreiung des Iraks... aber
sind wir besetzt oder befreit? Ich schwöre vor Gott, wenn dies
Besatzung ist, werden alle unsere Kinder, Frauen und Männer, Jungen
und Alten, lieber sterben als eine Besatzung zu akzeptieren."
Horan
Antwort in perfektem Arabisch erzeugte weiteren Ärger: "Besatzung ist
kein schönes Wort, aber ja, was wir jetzt haben, ist Besatzung. Aber
das Ziel der Besatzung ist die Schaffung eines neuen, freien
Iraks."
Auch die Anordnung, daß alle Iraker ihre schweren Waffen
abgeben sollen, stößt bei den Stammesführern auf
Ablehnung.
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