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Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
03.06.2003   Freace
Das irakische Volk ist eine Zeitbombe
"Nachdem das Ultimatum der ehemaligen irakischen Soldaten am Montag
erwartungsgemäß ohne Reaktion der Besatzer abgelaufen ist, drohten sie nun
zusammen mit Stammesführern mit Selbstmordanschlägen, falls die Amerikaner
das Land nicht bald verlassen.

"Das ganze irakische Volk ist eine Zeitbombe, die bald vor dem Amerikanern
explodieren wird, falls sie ihre Besatzung nicht beenden. Wir lehnen es
hab, die Besatzung hinzunehmen" sagte der Stammesführer Riyadh al-Asadi
gegenüber Reuters nach einem Treffen mit einem höheren US-Beamten.

"Das irakische Volk hat im Krieg nicht gegen die Amerikaner gekämpft, nur
Saddams Leute taten das. Aber wenn das Volk sich jetzt entscheidet, gegen
sie zu kämpfen, werden sie große Probleme bekommen."

Während sich Stammesführer mit dem Botschafter Hume Horan von der Coalition
Provisional Authority (CPA, die Übergangsverwaltung der "Koalition")
trafen, demonstrierten über 3.000 der entlassenen irakischen Soldaten vor
dem Hauptquartier der Behörde und drohten erneut Gewalt an, falls man ihnen
keine Löhne zahlt.

"Wir alle werden Selbstmordattentäter werden", sagte Khairi Jassim, ein
früherer Stabsfeldwebel. "Ich werde meine sechs Töchter zu Bomben machen,
um Amerikaner zu töten."

Viele der von der Auflösung der irakischen Armee durch den US-Verwalter
Paul Bremer ihrer Einkommen beraubten Demonstranten sagten, sie wüßten
nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollten.

"Ich habe nur 750 Dinar [0,60 US-Dollar] in meinen Taschen. Wie soll ich
meine Familie ernähren? Ich habe ein behindertes Kind, das Medikamente
braucht" sagte Sabah Abdullah, ein anderer ehemaliger Stabsfeldwebel.

Die Demonstration löste sich auf, nachdem versprochen worden war, daß man
sich am Dienstag mit ihnen unterhalten würde, um ihre Probleme zu lösen. Es
bleibt abzuwarten, ob dies eine echte Lösung bringen wird oder nur ein
Vorwand war, um Zeit zu gewinnen.

Viele der Stammesführer sind mit der Ankündigung der Amerikaner, die
Mitglieder der Übergangsregierung zu bestimmen statt wie bisher zugesagt,
Wahlen abzuhalten, sehr unzufrieden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Unvermögen der Besatzer, Recht und Ordnung
im Irak wiederherzustellen.

Sheikh Fsal al- Kaoud sagte bei dem Treffen zu Horan: "Wir danken der
Koalition für die Befreiung des Iraks... aber sind wir besetzt oder
befreit? Ich schwöre vor Gott, wenn dies Besatzung ist, werden alle unsere
Kinder, Frauen und Männer, Jungen und Alten, lieber sterben als eine
Besatzung zu akzeptieren."

Horan Antwort in perfektem Arabisch erzeugte weiteren Ärger: "Besatzung ist
kein schönes Wort, aber ja, was wir jetzt haben, ist Besatzung. Aber das
Ziel der Besatzung ist die Schaffung eines neuen, freien Iraks."

Auch die Anordnung, daß alle Iraker ihre schweren Waffen abgeben sollen,
stößt bei den Stammesführern auf Ablehnung.



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