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Und die Zeitung "EXPRESS" vom 7.
Juni 2003 berichtet, wie die Fallschirm-Automatik "Cypres" funtioniert, ich
zitiere:
Warum funktionierte
Cypres nicht?
Von SOLVEIG GIESECKE Köln Der
Absturz Jürgen Möllemanns gibt ein Rätsel auf: Warum
öffnete sich der Reserveschirm nicht? Er war mit der Sicherheits-Automatik
Cypres ausgestattet, die laut Zeugenaussagen auch aktiviert
war. EXPRESS fragte den Experten Frank
Carreras, welche Sicherheits-Checks vor einem Sprung durchgeführt werden
und wie die Automatik des Reserveschirms funktioniert. Carreras springt seit
1988 und ist Ausbilder für Fallschirmsprung-Lehrer.
Das Equipment, also das Gurtzeug, der
Hauptschirm und der Reserveschirm mit dem Öffnungsautomaten, werden alle
zwei Jahre von einer Art TÜV überprüft.
Der Notschirm wird nicht vom Springer,
sondern von einem Fallschirmwart, einem geprüften Fachmann, gepackt und
mindesten einmal im Jahr kontrolliert. Der
Reserve-Automatismus Cypres wird von außen
bedient.
Vor dem Sprung überprüft der
Springer die Ausrüstung nach einem Check-Programm erst am Boden. Dann
während des Fluges. Und noch ein Check wird nach dem Öffnen des
Schirmes durchgeführt.
Den Öffnungsautomatismus am
Reserveschirm stellt man vor dem Sprung am Boden ein. Cypres
führt einen Check durch, misst u.a. den Luftdruck am Boden und stellt sich
auf Null, also die Landungs-Höhe ein.
Cypres wird von einer
deutschen Firma hergestellt, weltweit seit 13 Jahren eingesetzt. In dieser Zeit
ist es noch nie zu einer Fehlfunktion gekommen. Es gab 2, 3 Mal den Fall, dass es nicht eingeschaltet worden
war. Das sieht man aber sofort.
Cypres ist eine etwa
Zigarrettenschachtel-große elektronische Steuerungseinheit am Notschirm.
Sie löst im Notfall den Reserveschirm-Mechanismus aus. Elektronisch misst das System während des Sprungs 8 Mal
pro Sekunden Daten, z.B. Fallgeschwindigkeit und Luftdruck, und gleicht sie
ab.
Funktioniert der Hauptschirm nicht,
erkennt Cypres das anhand der Daten, löst bei etwa 225 m den
Reserveschirm automatisch aus. Der Notschirm kann auch mit der Hand gezogen
werden.
Es gibt die Möglichkeit, dass das
System nicht eingeschaltet ist. Das kann man am Display erkennen. Oder, dass
die Landungs-Höhe verstellt wird. Das macht man, wenn der Landeplatz auf
einer anderen Höhe als der Startplatz liegt. Das ist aber ebenfalls sofort
am Display abzulesen.
Wenn Cypres aktiviert und
korrekt eingestellt ist, könnte man es während des Fluges noch
ausschalten. Dann müsste man die Ausrüstung aber vom Rücken
nehmen und ein vierstufiges Abschalt-Programm durchführen. Das dauert und
würde bemerkt werden. Während des Sprungs lässt sich nichts mehr
machen.
Es gibt nur eine Möglichkeit, bei
der Cypres zwar korrekt aktiv ist, der Auslösemechanismus aber
nicht greift: Eine Manipulation am Mechanismus selber. Er funktioniert so: Die
Verschluss-Schlaufe des Reserveschirms läuft durch einen
Cutter. Im Notfall zündet Cypres eine
Mini-Sprengung, die wiederum den Cutter, eine Art Mini-Guillotine,
auslöst, die dann die Verschluss-Schlaufe kappt. Dadurch öffnet sich
der Schirm.
Das Kappen funktioniert aber nur, wenn
die Schlaufe durch den Cutter gezogen ist. Liegt die Schlaufe
daneben, geht das Messer ins Leere. URL:
http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1004979499231&rubrik=222&artikelid=1054303874358
Gez. René Schneider,
Münster 8. Juni 2003 -
Pfingstsonntag
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