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11.06.2003 Rainer Rupp Junge Welt
Statt B-Waffen nur heiße Luft
Irak-Lüge: US-Geheimdienst lanciert Papier gegen Bush-Administration
Das Lügengeflecht der Bush-Administration in Sachen Massenvernichtungswaffen besstimmt weiter die innenpolitische Diskussion der USA. Dazu gehört, daß am Wochenende diversen US-Medien ein Geheimpapier vom Pentagon-eigenen militärischen Nachrichtendienst DIA (Defence Intelligence Agency) aus dem September vergangenen Jahres zugespielt wurde. Demnach verfügte der Geheimdienst über keine »zuverlässigen Informationen« darüber, »ob Irak chemische Waffen produziert oder hortet, oder wo Irak die Produktionsstätten für Chemiewaffen hat oder erstellen will«. Dessen ungeachtet behauptete seinerzeit die Bush-Regierung, sie wüßte genau, wo Irak die Waffen habe und wo diese versteckt seien.

Ähnlich wie in Großbritannien die Blair-Regierung bei der Erstellung ihrer den Irak betreffenden »Bedrohungsanalyse« die regulären britischen Nachrichtendienste ausgeschaltet hatte, so umging offensichtlich auch die Führungsetage des Pentagon den DIA. Zugleich schuf sie ihre eigene »nachrichtendienstliche Gruppe« im »Büro für Sonderpläne« (OSP – Office of Special Plans), die sie auf Bestellung mit den notwendigen Gefälligkeitsgutachten als »Beweise« über die angebliche Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen versorgte. Wie in Großbritannien, wo inzwischen der Auslandsnachrichtendienst MI6 die Lügen der Blair-Regierung hat auffliegen lassen, rächen sich nun auch die US-amerikanischen Nachrichtendienstler für den groben Mißbrauch ihrer »Integrität«, indem sie an die Presse gehen.

In London sah sich der für das Lügengeflecht hauptverantwortliche »Spinmaster« in Blairs Regierungsmannschaft, der Direktor für Kommunikation, Alastair Campbell, inzwischen gezwungen, sich beim Chef von MI6, Sir Richard Dearlove, für die Diskreditierung des Nachrichtendienstes schriftlich zu entschuldigen. Campbell steckte ebenfalls hinter dem mit alten Internet-Nachrichten dilettantisch zusammengeschusterten »Blair-Geheimdienst-Dossier«, das als Arbeit der britischen Geheimdienste vorgestellt worden war. In der Bush-Administration in Washington dagegen denkt noch niemand an eine Entschuldigung, obwohl auch dort das Netzwerk der Lügen Stück für Stück zerfällt.

George W. Bush beschwört derweil weiter ein irakisches Waffenprogramm, dessen Existenz »wir mit der Zeit herausfinden werden«. Ende Mai noch hatte der US-Präsident triumphiert: »Wir haben die Massenvernichtungswaffen gefunden.« Dabei bezog er sich auf die angeblich mobilen Biowaffenlabore, welche den US-Streitkräften in Irak übergegeben worden waren. Allerdings wurde bei einer ersten Untersuchung vor Ort kein Hinweis auf gefährliche Viren oder Sporen gefunden. Bis heute suchen in den USA Bio-waffenexperten weiter in den mobilen Laboren und sollen dabei laut Informationen der Pentagonführung inzwischen »Restspuren« gefährlicher Substanzen gefunden haben. Vergangene Woche jedoch meldete die New York Times, amerikanische und britische Geheimdienstanalysten würden bestreiten, daß die »mysteriösen Anhänger aus dem Irak irgend etwas mit der Herstellung tödlicher Bakterien zu tun hatten«.

Derweil mehren sich aus London Hinweise, wonach es sich bei den von US-Außenminister Colin Powell spektakulär in der UNO vorgestellten »mobilen Biowaffenlaboren« in Wahrheit um Teile eines Systems zur Herstellung von Wasserstoff zum Aufblasen von Artillerieballons handelt. Dieses war 1987 von Großbritannien an Irak verkauft worden. Aktuell nun beschuldigte Senator Bob Graham, einer der Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten, Präsident Bush, dessen Politik hätte die USA zur »fragwürdigsten Nation der Welt« gemacht.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.