In
der nachfolgenden email versende ich einige auszüge aus dem zweiten buch
über den mord an uwe barschel.
Victro
Ostrovsky - Der Mossad
Autor
Victor
Ostrovsky, geboren 1950 in Kanada als Sohn
einer Israelin und eines Kanadiers jüdischer Abstammung, verbrachte seine
Jugend in Israel und wurde mit 18 Jahren der jüngste Offizier in der
israelischen Armee. Er wurde Mitte der achtziger Jahre vom Mossad rekrutiert
und arbeitete vier Jahre im Geheimdienst, bevor er desillusioniert die
Organisation verließ und nach Kanada zurückkehrte.
VORWORT
Die Tatsachen zu
enthüllen, wie ich sie von meinem günstigen Ausgangspunkt
während meiner vierjährigen Tätigkeit für den Mossad
kennengelernt habe, war für mich keineswegs leicht. In meiner sehr stark
zionistisch ausgerichteten Familie hat man mir beigebracht, daß der
israelische Staat nicht fähig sei, Schandtaten zu verüben. Daß
wir der David in einem nie endenwollenden Kampf gegen einen immer stärker
werdenden Goliath wären. Daß es außer uns selbst niemanden auf
der Welt gäbe, der uns beschützte - ein Gefühl, das durch die
Überlebenden des Holocausts bestärkt wurde, die unter uns
lebten.
Uns, der neuen
Generation von Israelis, der auferstandenen Nation, die nach mehr als 2000
Jahren des Exils wieder in ihr eigenes Land heimgekehrt war, war das Schicksal
der gesamten Nation anvertraut.
Die Kommandeure
unserer Armee wurden Champions genannt, nicht Generäle. Unsere Führer
waren Kapitäne am Ruder eines großen Schiffes.
Ich fühlte
mich regelrecht erhoben, als ich ausgewählt wurde und das Privileg
erhielt, der Elite, so sah ich den Mossad, anzugehören.
Aber die
verkümmerten Ideale und der selbstbezogene Pragmatismus, die ich im Mossad
vorfand, verbunden mit Raffgier, Geilheit und dem völligen Mangel an
Achtung vor menschlichem Leben, bewogen mich, die folgende Geschichte zu
erzählen.
Aus Liebe zu einem
freien und gerechten Israel werfe ich mein Leben in die Waagschale und stelle
mich jenen entgegen, die dafür verantwortlich sind, daß der
zionistische Traum in den heutigen Alptraum verwandelt wurde.
Der Mossad, dem
als Geheimdienst die Aufgabe anvertraut worden war, den Kurs für die
Steuerleute der Nation abzustecken, hat dieses Vertrauen mißbraucht. Er
handelt aus Eigennutz, aus erbärmlichen, egoistischen Interessen, und er
hat die Nation auf einen Kollisionskurs in Richtung Krieg
gebracht.
Ich kann nicht
länger schweigen. Ich kann auch die Glaubwürdigkeit dieses Buches
nicht aufs Spiel setzen, indem ich reale Ereignisse hinter falschen Namen und
verschleierten Identitäten verstecke (allerdings habe ich für die
Nachnamen einiger aktiver Katsas die Anfangsbuchstaben benutzt, um ihr Leben zu
schützen).
Nun sind die
Würfel gefallen.
Im Juli
1990
Victor
Ostrovsky
Victor
Ostrovsky - Geheimakte Mossad
Autor
Der 1949 in Kanada geborene und
in Israel aufgewachsene Victor Ostrovsky war mit 18 Jahren der jüngste
Offizier der israelischen Armee. Anfang der achtziger Jahre warb er in der
Mossad an. Nach vier Jahren Geheimdiensttätigkeit wurde er unter
ominösen Umstanden entlassen. Heute lebt er wieder in Kanada. 1990
veröffentlichte er das Buch »Der Mossad«, gegen das der Staat
Israel per einstweiliger Verfügung einzuschreiten versuchte und das in der
Folge zu einem internationalen Bestseller avancierte. »Geheimakte
Mossad« beleuchtet quasi als Fortsetzung weitere dunkle Kapitel aus der
jüngsten Geschichte des israelischen Geheimdienstes und deckt einige,
zuvor nur angedeutete tiefere Querverbindungen auf.
Vorbemerkung
Dieses Buch habe
ich geschrieben, um die Wahrheit über meine Odyssee zu berichten. Ich bin
sicher, daß es verschiedene Leute gibt, die lieber ihre Sicht der
Ereignisse veröffentlicht gesehen und dafür alles getan hätten.
Wegen der Komplexität des Themas entschied ich, daß zur Vermittlung
der Fakten das geeignetste Medium ein Buch wäre. Ich entschied mich auch
für die mehr oder weniger chronologische Darstellung der
Ereignisse.
Obwohl es nicht
die Regel ist, daß Mitglieder von Geheimdiensten schriftliche
Aufzeichnungen oder Notizen machen, habe ich es zur Durchführung
operativer Aufgaben getan. Diese Notizen wurden für mich eine
zusätzliche und nützliche Quelle bei der Niederschrift dieses Buches,
obwohl sie ursprünglich nicht dafür gedacht waren. Abgesehen von
diesen Notizen habe ich mich bei der Rekonstruktion der hier beschriebenen
Ereignisse vor allem auf mein Gedächtnis gestützt. Ich habe mir alle
Mühe gegeben, um Ungenauigkeiten weitgehend auszuschalten. Es sei daran
erinnert, daß gerade mein Erinnerungsvermögen einer der
Hauptgründe dafür gewesen ist, daß mich der Mossad
ursprünglich eingestellt hat. Ich glaube behaupten zu können,
daß das Buch bis beinahe in die kleinsten Details hinein exakt ist. Alle
Namen im Buch sind authentisch, mit Ausnahme von Dina, Rachel, Albert, David,
Sarah, Rami, Edward und Fadllal, bei denen es sich um Decknamen handelt. In
manchen Fällen, bei denen es sich um aktive Operateure handelt, habe ich
nur die Vornamen angegeben, damit diese Personen nicht gefährdet werden.
Außerdem habe ich dafür gesorgt, daß der Mossad vorab eine
Kopie des Buches erhält, damit er die ihm notwendig erscheinenden
Vorsichtsmaßnahmen treffen kann. Das Buch ist schließlich keine
persönliche Vendetta.
Die meisten der im
Buch behandelten Ereignisse sind ausführlich in den Medien abgehandelt
worden. Ich habe am Ende' des Buches eine unvollständige Liste von
Publikationen angefügt, um Interessierten Nachforschungen in bestimmten
Fragen zu erleichtern.
Kurz gesagt,
dieses Buch ist der Tatsachenbericht von Ereignissen, die ich erlebt
habe.
Ich möchte
mich bei vielen Freunden und ehemaligen Kollegen für ihre Hilfe und
Unterstützung bedanken, aber die Natur der Sache verlangt, daß sie,
im eigenen Interesse, anonym bleiben müssen.
Außerdem
danke ich meinen Verlagen Aventura in Norwegen, Berteismann in Deutschland, M
& P in den Niederlanden, Standast in Belgien, Longanesi/Co'rbaccio in
Italien und Harper Collins im englischen Sprachraum dafür, daß sie
mir vertrauen und dieses Vorhaben unterstützen.
1996, Victor
Ostrovsky