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22.6.2003 CLAUDIA KARAS  
affäre friedmann / "heuchlerische" debatte

Verehrte frau roth,

 

nachdem Sie als menschenrechtsbeauftragte der bundesregierung

verwendung gefunden haben, tauchen Sie mit der spiegel-schlagzeile

„Roth nennt Debatte „heuchlerisch“ aus der versenkung auf!

 

wiederum wird der antisemitismusvorwurf bemüht, um diesmal

michel friedmann außerhalb des rechts zu stellen und ihm nur

aufgrund seines jüdischseins eine sonderrolle zuzugestehen,

denn Sie sind anscheinend der ansicht, dass die justiz einen

straffälligen schonen soll, nur weil er jude ist! man darf gespannt

sein, wann diese keule auch den ermittelnden Staatsanwalt trifft!

 

Erst Sie und die verteidiger des drogenkonsumenten friedman setzen

durch wiederholte antisemitismusvorwürfe „mit Friedman die Juden

auf die Anklagebank“ und bedienen dadurch bestehende vorurteile!

 

Friedman, der sich in den medien stets als moralapostel aufgespielte,

der sich immer wieder der ihn hofierenden, kriecherischen medien

bedient hat, muss es sich jetzt auch gefallen lassen, dass öffentlich

über seinen drogenkonsum und voller häme über sein feiges abtauchen

geredet wird. er war nun einmal ARD/HR-moderator, ist mitglied im

zdf-fernsehrat, und er ist vizepräsident des zentralrats der juden in

deutschland. allein dies ist anscheinend ein freibrief für freien

kokaingenuss, denn es ist erstaunlich, wie „die freunde friedmans“

den drogenkonsum verharmlosen – wie auch die „Zuführung“

eingeschleuster bedauernswerter frauen + mädchen aus der ukraine,

die hier als huren verschachert werden, doch deren menschenrechte

stehen nicht zur debatte ...

 

Anstatt einen drogenkonsumenten zu verteidigen, sollten Sie sich

den tatsächlichen menschenrechtsverletzungen widmen!

 

Wo ist beispielsweise Ihr einsatz als menschenrechtsbeauftragte,

wenn es gilt, gegen die permanenten menschenrechtsverletzungen

im besetzten palästina zu protestieren? Wo ist Ihre empörung über

die rechtsradikalen und rassistischen mitglieder in der israelischen

regierung, die die vertreibung der palästinensichen bevölkerung

fordern? Sie hüllen sich auch in schweigen, wenn menschen unter

dem vorwand der terrorbekämpfung ermordet werden!

 

   „wir sind verantwortlich für das, was wir tun,

   aber auch für das, was wir nicht tun“ (voltaire)

 

Claudia Karas

 

------------------------------------------------------------- 

SPIEGEL ONLINE - 21. Juni 2003, 13:13
URL:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,254071,00.html



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