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Interview mit Dr. Nick Begich, der HAARP
erstmals in der Öffentlichkeit bekannt gemacht hatte
Seit Jeane Manning und Dr. Nick
Begich in ihrem 1995 in den USA erschienenen Buch Angels don't play this HAARP -
Advances in Tesla Technology das Thema HAARP erstmals in das Interesse
einer kritischen Öffentlichkeit rückten, reißt die Diskussion
um das umstrittene Projekt nicht ab. Im Gegensatz zu manchen
Verschwörungstheoretikern, die sich ebenfalls der Thematik angenommen
haben, bemühen sich die Autoren um Belege für ihre
Schlussfolgerungen. Eine deutsche Fassung erschien 1996 bei Zweitausendeins
unter dem Titel "Löcher im Himmel - Der geheime Ökokrieg mit dem
Ionosphärenheizer HAARP" und ist mittlerweile vergriffen.
Was unterscheidet HAARP von herkömmlichen Sendeanlagen?
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Nick Begich:
Normalerweise verteilt sich die von einem Sender ausgestrahlte
Energie mit zunehmender Entfernung mehr und mehr und verliert dabei an
Intensität. HAARP hingegen verfügt über ein spezielles
Antennenfeld, das die Konzentrierung der Energie auf ein relativ kleines Gebiet
in der Ionosphäre ermöglicht. |
Laut offizieller Darstellung ist HAARP ein ziviles
Forschungsprojekt. Sie sind anderer Meinung?
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Nick Begich: Ja.
Ursprünglich hieß es, die einzige militärische Verwendung,
für die man HAARP einsetzen könnte, sei die Kommunikation mit
getauchten U-Booten. Ansonsten sei HAARP nichts weiter als eine zivile
Forschungseinrichtung. Unsere Recherchen haben allerdings ergeben, dass weitaus
mehr dahinter steckt. |
Warum also sind militärische Stellen beteiligt?
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Nick Begich: Seit
1995 - so die Darstellung des U.S.-Militärs - stellt neben der
erwähnten U-Boot-Kommunikation eine weitere militärische Anwendung
einen Bestandteil von HAARP dar: Mittels Radiowellen sollen unterirdische
nukleare Anlagen aufgespürt werden. Zwar behauptet man, diese Anwendung
hätte man erst auf Druck des US-Senats in das Projekt aufgenommen,
tatsächlich gehörte dies aber bereits seit 1990 zu den verfolgten
Zielen. Lediglich die Prioritäten haben sich geändert. Der Senat
hatte eine zusätzliche Finanzierung von der Frage abhängig gemacht,
ob HAARP auch bei der Kontrolle der Einhaltung von
Abrüstungsvereinbarungen nützlich sein könnte.
Wofür kann eine Anlage wie HAARP sonst noch
eingesetzt werden?
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Nick Begich:
Anhand der Planungsdokumente ergeben sich eine ganze Reihe von
Nutzungsmöglichkeiten. Da wäre zunächst einmal die schon
erwähnte Kommunikation mit getauchten U-Booten. Die Idee, die dahinter
steckt, ist die Ausstrahlung von gepulsten Frequenzen im Bereich 2,8-10 MHz, um
auf diese Weise die Ionosphäre zu stimulieren und dort extrem niedrige
Frequenzen (ELF) zu erzeugen, die den Erdboden und die Ozeane durchdringen. ELF
wird bereits heute für die Kommunikation mit U-Booten eingesetzt. HAARP
könnte dies jedoch wesentlich besser, weil damit höhere Datenraten
erzielbar wären.
Ein zweiter Einsatzbereich wäre ein
neuartiges Überhorizont-Radarsystem, mit dem man anfliegende Objekte
bereits hinter dem Horizont ausmachen könnte. In diesem Zusammenhang steht
eine weitere Verwendung: Durch die Erhöhung der ausgestrahlten Energie
könnte man um anfliegende Objekte herum ein Energiefeld schaffen und so
deren Konsistenz untersuchen, um eine eventuelle nukleare Ladung
aufzuspüren. Bei Bedarf könnte man mit Hilfe des Energiefeldes
Störungen im Bordcomputer hervorrufen, die zu Fehlfunktionen und
schließlich zum Absturz führen.
Auch die drahtlose Übertragung von
Energie zählt zu den denkbaren Anwendungen. Bereits in den 60er Jahren
haben solche Versuche stattgefunden, mussten dann aber aufgegeben werden, da
man damals nicht über die notwendige Technologie verfügte, die
Energie in einem ausreichenden Maß zu fokussieren. Mit HAARP wird sich
dies ändern. |
Ein Streitpunkt zwischen den Gegnern und den
Betreibern ist die Antwort auf die Frage, ob HAARP zur Erprobung von Patenten
des US-amerikanischen Wissenschaftlers Bernard Eastlund dient.
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Nick Begich:
Das Militär streitet dies ab. Wir haben jedoch mit Eastlund
gesprochen und von ihm die Bestätigung erhalten, dass HAARP exakt einem
seiner Patente entspricht, nämlich der Fokussierung von per Radiowellen
ausgestrahlter Energie. Der einzige Unterschied besteht in den
Größenordnungen, denn Eastlund hatte eine weitaus größere
Anlage als HAARP im Sinn. Darin stimmen wir mit dem Militär überein:
HAARP ist ein Prototyp, eine Vorstufe zu einer möglicherweise noch weitaus
größeren Anlage. |
Wie kam es zu HAARP und welche Rolle hat Eastlund
dabei übernommen?
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Nick Begich:
Dr. Eastlund wurde ursprünglich von Atlantic Richfield Inc.
angestellt, eine der größten Öl- und Gasförderfirmen
Alaskas. Man suchte nach einem Weg, große Mengen an Erdgas direkt im
Gebiet von North Slope zu verbrauchen, da es dort keine Pipeline oder eine
andere Möglichkeit der Marktzuführung gibt. Eastlund entwickelte das
Konzept eines Ionosphärenheizers, bei der fokussierte Sendeenergie zur
Anwendung kommen sollte. Atlantic Richfield gründete dann eine
Tochterfirma namens Arco Power Technology Inc. (APTI), die sich unter der
Leitung von Eastlund mit 25 Mitarbeitern um die Weiterentwicklung seiner Ideen
bemühte. Als er sein Konzept dem Militär vortrug, übernahm es
die weitere Finanzierung des Projektes. Die Patente wurden von einem
großen Rüstungskonzern aufgekauft.
Mittlerweile behauptet das Militär,
dass man sich nicht mit Eastlunds Ideen beschäftige, sondern mit denen
anderer Wissenschaftler. Doch das ist nur Augenwischerei, denn alles dreht sich
um die Technik der Fokussierung von Energie an einem festlegbaren Punkt in der
Ionosphäre; und diese Entwicklung basiert eindeutig auf Eastlunds Ideen.
Wenn man mit Eastlund über seine Arbeit spricht, wird man irgendwann an
einen Punkt gelangen, an dem er weitere Auskünfte verweigert mit der
Begründung, dass er sich an eine Geheimhaltungspflicht zu halten habe. Das
allerdings widerspricht der Behauptung des Militärs, dass bei HAARP alles
offen zugeht und sich keine geheimen Machenschaften dahinter
verbergen. |
Gibt es vergleichbare Projekte anderswo?
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Nick Begich:
Eine russische Zeitung hat über ein Projekt des russischen
Militärs berichtet, das ebenfalls über Möglichkeiten im Bereich
eines Überhorizont-Radarsystems verfügt. Auch hierbei wird die
Energie über ein spezielles Antennenfeld abgestrahlt, um so anfliegende
Objekte zu analysieren und gegebenenfalls zu zerstören. Die Russen haben
genau die Technik beschrieben, die auch bei HAARP zur Anwendung kommt. Der
Unterschied besteht darin, dass die Russen das System als Waffe bezeichnen,
während es die Amerikaner als ein ziviles Forschungsprojekt verpacken.
Eine Einladung der Russen an die USA, sich an ihrem Projekt zu beteiligen,
wurde abgelehnt. Jetzt wissen wir auch warum: Wir entwickeln unser eigenes
System und behaupten weiterhin, dass es sich ausschließlich um Forschung
handelt.
Aber das Militär der USA betreibt
Forschung nicht als Selbstzweck, ein militärischer Hintergrund muss HAARP
also unterstellt werden. Auch eine international anerkannte militärische
Fachzeitschrift hat HAARP eindeutig als ein Waffensystem bezeichnet. |
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