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Nur eine Stunde nach dem einstimmigen Beschluss zur
Aufhebung seiner Immunität als Bundestagsabgeordneter sprang der einstige
FDP-Spitzenpolitiker Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003 in den Tod.
Möllemanns Untergang und dessen Begleitumstände sind symptomatisch
für den Niedergang der politischen Klasse in diesem Land. Unabhängig
davon, ob sich sein Tod schließlich als Selbstmord erweisen wird oder ob
Fremdeinwirkung im Spiel war schon jetzt steht fest, dass der einstige
FDP-Spitzenpolitiker einem Vernichtungsfeldzug nicht nur seiner eigenen
Parteispitze, sondern des gesamten politischen Establishments zum Opfer
gefallen ist.
Sicher, Möllemanns Versuche aus der wachsenden
Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung gegenüber allen Parteien
mit Hilfe populistischer Parolen Kapital zu schlagen, sein eigenwilliger
Politikstil, der mit Showeffekten, Werbegags und Medieninszenierungen zu einer
ungewollten Karikatur der bundesdeutschen Politik geriet, waren in
höchstem Maße fragwürdig. Mag auch sein, dass sich
Möllemann (wie viele Politiker vor ihm) der Steuerhinterziehung, des
Betrugs, der Untreue und des Verstoßes gegen das Parteiengesetz schuldig
gemacht, dass er illegale Parteispenden angenommen oder gar tatsächlich
über seine Kontakte zu arabischen Organisationen an Waffengeschäften
im Nahen Osten beteiligt gewesen war. Nicht aufgrund seiner
Geschmacksverirrungen und wahrscheinlichen justiziablen Verfehlungen jedoch war
Möllemann seiner Parteiführung und dem gesamten politischen
Establishment ein Dorn im Auge. Nicht weniger als seinen Erfolg beim Volk
störten diese die Wahrheiten und unerwünschten Einsichten, die
Möllemann eben auch vertrat und deren Verbreitung er sich im
Gegensatz zu vielen stromlinienförmigen Karrieristen von niemandem,
auch nicht von seiner eigenen Parteiführung, verbieten ließ.
Möllemann wurde vernichtet, weil er eine Gefahr für die politische
Klasse darstellte, der er Jahrzehnte lang angehört hatte und deren
Verkommenheit und Prinzipienlosigkeit er so gut kannte wie kaum ein anderer
und: weil er gedroht hatte, die Bevölkerung gegen eben diese Klasse
zu mobilisieren.
Die "zionistische Lobby" und die "Medienmacht"
Angefangen hatte das Kesseltreiben gegen Möllemann im
Mai vergangenen Jahres mit dem Übertritt des Düsseldorfer
Landtagsabgeordneten und Ex-Grünen Jamal Karsli, einem gebürtigen
Syrer, in die FDP-Landtagsfraktion von Nordrhein-Westfalen (aufgrund der
Nahostpolitik der Grünen). Möllemann, damals noch FDP-Vize und
-Landesvorsitzender in NRW, hatte Karslis Übertritt demonstrativ
unterstützt. Gegen Karslis Aufnahme in die FDP wurden Stimmen nicht nur
aus dem Zentralrat der Juden laut. Begründung: Karsli habe sich mit seinem
Vorwurf, die Scharon-Regierung wende gegen die Palästinenser
"Nazi-Methoden" an, als demokratischer Politiker diskreditiert.(1) Seine Äußerungen seien antisemitisch. Einen
Tag nach seinem Wechsel in die FDP-Fraktion bedauerte Karsli die Verwendung des
Begriffs "Nazimethoden" als "Ausrutscher". (2)
Anfang Mai äußerte er dann in einem Interview mit
der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit (3) erneut heftige Kritik an
Israel und konstatierte "eine moralische Lähmung" der Deutschen in Bezug
auf "die zionistische Lobby". (4)
Karsli sagte weiter, die "zionistische Lobby" habe "den
größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch
noch so bedeutende Persönlichkeit ,klein kriegen". Das klingt zwar
eindeutig nach Verschwörungstheorie. Zu dem Ergebnis, "mit dieser Antwort"
sei "die "jüdische Verschwörung", wie sie die Faschisten immer wieder
propagieren, schon angelegt", wie Jörg Detjen in den Antifaschistische
Nachrichten (11/02) meint, kann man aber nur gelangen, wenn man Zionismus
willkürlich mit Judentum gleichsetzt. Dies hat Karsli aber nicht
getan.
Karslis überspitzte Äußerungen riefen sofort
Proteste in allen etablierten politischen Parteien hervor. Die
Grünen-Chefin Claudia Roth reagierte empört und warf Karsli "ein
unerträgliches Ausmaß an Unmoral und politischer
Verantwortungslosigkeit" sowie das Schüren von Antisemitismus vor.
(Berliner Zeitung, 7.5.02)
Obwohl sich Möllemann von dem Interview Karslis
distanzierte, geriet er zunehmend selbst ins Visier der Kritik. Ihm wurde nicht
nur vorgeworfen, dass er einen Antisemiten decke. Möllemanns
Äußerung, die Palästinenser hätten ein
Selbstverteidigungsrecht gegen die israelische Besatzungsmacht (er würde
sich auch gegen einen Aggressor mit Gewalt zur Wehr setzen, auch in dessen
Land) handelte ihm obendrein den Vorwurf ein, er zeige "Sympathie für den
palästinensischen Terror". (Berliner Zeitung, 28.05.02, Der
Standard, 23.05.02).
Die Kritik ebbte auch nicht ab, als die FDP auf ihrem
Parteitag am 11. Mai einen Antrag verabschiedete, der die Siedlungspolitik
Israels kritisierte, aber das Existenzrecht Israels explizit betonte. Der
Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, forderte nun von
FDP-Chef Guido Westerwelle, den umstrittenen Abgeordneten Jamal Karsli wieder
aus der NRW-Landtagsfraktion auszuschließen. Westerwelle müsse "die
Notbremse ziehen". Es sei "unerträglich", dass sich die Parteiführung
nicht von Karsli und dessen "Antisemitismus" distanziere. (Der
Tagesspiegel, 16.5.02)
Explizit äußerte Friedman, Karsli habe Israel in
einer Art und Weise angegriffen, die dem NS-Blatt Stürmer gleiche.
Die Aufnahme Karslis in die FDP sei ein "katastrophales Signal". (Der
Tagesspiegel, 17.5.02) Unter anderem erklärte Friedmann: "Er hat die
jüdische, zionistische Lobby und ihren Welteinfluss kritisiert, und da
sind wir wirklich mitten im Dritten Reich." (Welt am Sonntag,
15.06.03).
Es gehe, so Friedmann, "ja gar nicht mehr um legitime Kritik
an Israel". Die sei "in einem demokratischen Staat erwünscht. Aber wenn es
so wie bei Karsli antisemitisch wird, gibt es keinen Spielraum mehr für
einen Parteivorsitzenden (...) es kann doch nicht sein, dass
Fraktionsmitglieder einer demokratischen Partei unsanktioniert Aussagen machen
können, die wir eindeutig im Umfeld von NPD und Republikanern ansiedeln
können." (Der Tagesspiegel, 16.05.02) Zuvor hatte Friedmann
auch Karslis Gönner Möllemann mehrfach einen Antisemiten genannt.
Es ist bezeichnend, dass diese Äußerungen Michel
Friedmanns in den meisten Presseberichten unter den Tisch fielen. Erst nach
Friedmanns Attacken und mit direktem Bezug auf diese konterte Möllemann:
"Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland
leider gibt und die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft als
Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedmann mit seiner intoleranten und
gehässigen Art". (Süddeutsche Zeitung, 18.05.02). Für den
stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden hatte sich
Möllemann mit dieser (in der Presse häufig verkürzt
wiedergegeben) Äußerung auf das "Niveau der Republikaner und der
NPD" begeben, weshalb Friedmann der FDP einen Parteiausschluss Möllemanns
nahelegte. (Berliner Zeitung, 22.5.02)
Doch nicht nur Friedmann und der Vorsitzende des Zentralrats
der Juden, Paul Spiegel, werteten Möllemanns Vorwürfe als perfiden
Versuch, die Kritiker des Antisemitismus für den Antisemitismus
verantwortlich zu machen. Im gesamten politischen Establishment (auch von
Altliberalen in der FDP, wie Gerhard Baum, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,
Klaus Kinkel, Hanns-Dietrich Genscher) wie auch in der Presse lösten
Möllemanns Attacken gegen Friedmann sofort heftige Empörung aus.
Grünen-Chefin Claudia Roth erstattete Strafanzeige
wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Verleumdung gegen
Möllemann.(5) Dieser habe mit seinen Attacken gegen Friedmann letztlich
das Prinzip "Nur ein stiller Jude ist ein guter Jude" propagiert. Er habe
unterstellt, Juden seien "selbst schuld am Antisemitismus".(Frankfurter
Rundschau, 21.05.05) Möllemann habe "sich als Antisemit geoutet, sich
in die Reihe der Volksverhetzer eingereiht und steht politisch in der Nähe
von Haider", so auch die Vizepräsidentin des Zentralrats der Juden,
Charlotte Knobloch (Berliner Zeitung, 23.05.02) Auch
Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber forderte, Leute wie Karsli, die "sich in
solch unmäßiger Sprache so antiisraelisch äußern und
Kritik an Scharon benutzen, um die eigene antisemitische Haltung zu verdecken",
könnten "auf Dauer" nicht in einer demokratischen Partei bleiben. Der
FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff verurteilte Möllemanns
Äußerungen gegenüber der Tageszeitung Die Welt, als
"unakzeptabel und unerhört". Es sei "eine uralte antisemitische
Position, dass man Juden vorwirft, sie dürften sich zu bestimmten
Problemen nicht äußern, weil das angeblich Antisemitismus
produziere." (Berliner Zeitung, 24.05.02) Ähnlich
äußerte sich der jüdische Schriftsteller und Journalist Ralph
Giordano in einem Brief an Westerwelle: Möllemann habe mit seinen
Anschuldigungen gegen Friedmann "das Schlimmste vollbracht, was Juden angetan
werden kann: nämlich für Judenfeindschaft Juden verantwortlich zu
machen, sie also als eigentliche Verursacher des Antisemitismus zu
stigmatisieren!" Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel
erkannte in der inkriminierten Äußerung Möllemanns ebenfalls
die "schlimmste Beleidigung", die Juden seit dem Holocaust angetan worden sei.
(Neue Zürcher Zeitung, 07.06.02). Noch eins drauf setzte
Nordrhein-Westfalens SPD-Ministerpräsident Wolfgang Clement, nach dessen
Worten sich sein einstiger Wunsch-Koalitionspartner FDP damit vom Konsens unter
den Demokraten entferne: "Wer gegen diesen Grundsatz verstößt,
stellt sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung", so Clement
bombastisch-drohend. Es blieb dem "Theaterprovokateur" Christoph Schlingensief
vorbehalten, diese vernichtende moralische Verurteilung in die griffige Parole
zu übersetzen "Tötet Möllemann!"
"Tabustürmer" und "geistiger Brandstifter"
Konkret wurde Möllemann nicht nur vorgeworfen, dass er
die Kritik an Friedmann mit dessen Religion verquickt habe. Die Vorwürfe
zielten vor allem auf Möllemanns Behauptung, er habe ein Tabu gebrochen.
Das Recht auf Kritik "an der israelischen Besatzungspolitik" sei
"unbestritten", verkündeten etwa die Unterzeichner, führende deutsche
Journalisten und Medienschaffende, einer unter dem Titel "Einspruch" u. a. in
der Frankfurter Rundschau (04.06.02) veröffentlichten
Stellungnahme: "Wer behauptet, es sei ein Tabu, diese Kritik zu
äußern, verfälscht die Realität. Er benutzt das alte
antisemitische Klischee vom Juden, der die öffentliche Meinung
kontrolliert. Dabei weiß er, liest er und sieht, dass es das Tabu nicht
gibt: Die israelische Politik wird in den deutschen Medien ausgesprochen
kritisch begleitet". Mit seinen Äußerungen habe Möllemann
"geistige Brandstifter" ermutigt, die sich "durch politische
,Tabustürmer in guter Gesellschaft" fühlten, so die
Unterzeichner. In die gleiche Richtung zielte die Kritik des
Zentralratsvorsitzenden Paul Spiegel, der bemängelte, Möllemann habe
erreicht, "dass alle glauben, man dürfe Israel und die Juden nicht
kritisieren." Möllemanns "Trick", "dies als vermeintlichen Tabubruch"
hinzustellen, müsse entlarvt werden. "Wir bezeichnen niemand als
Antisemiten, weil er Israel oder die Juden kritisiert". (Frankfurter
Rundschau, 19.02.02) Und doch hatte Möllemann nichts anderes getan.
Zum Verhängnis wurde dem einstigen FDP-Spitzenpolitiker
schließlich sein berühmtes israelkritisches (laut Darstellung der
meisten Medien "antisemitisches") Flugblatt, eine persönliche
Broschüre zum Bundestagswahlkampf 2002, das Möllemann an 8,4
Millionen Haushalte verteilen ließ und in dem neben ihm selbst der
israelische Premier Ariel Scharon und der stellvertretende Vorsitzende des
Zentralrats der Juden, Michel Friedmann, abgebildet waren. Daneben war zu
lesen: "Jürgen W. Möllemann setzt sich seit längerem beharrlich
für eine friedliche Lösung des Nahost-Konfliktes ein: Mit sicheren
Grenzen für Israel und einem eigenen Staat für die
Palästinenser. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon lehnt
einen eigenen Palästinenser-Staat ab. Seine Regierung schickt Panzer in
Flüchtlingslager und missachtet Entscheidungen des UNO-Sicherheitsrates.
Michel Friedmann verteidigt das Vorgehen der Sharon-Regierung. Er
versucht, Sharon-Kritiker Jürgen W. Möllemann als
,anti-israelisch und ,antisemitisch abzustempeln." Darunter: "Von
diesen Attacken unbeeindruckt, wird sich Jürgen W. Möllemann auch
weiterhin für eine Friedenslösung einsetzen, die beiden Seiten
gerecht wird. Denn nur so kann die Gefahr eines Krieges im Nahen Osten gebannt
werden, in den auch unser Land schnell hineingezogen werden könnte."
Was ist daran antisemitisch?
Auch dass der Flyer Scharon und Friedmann alle Schuld am
Nahost-Konflikt aufgeladen habe und daher "nur Judenhassern gefallen"
könne, wie Jürgen Elsässer rückblickend in der jungen
Welt (11.06.03) meint, entspricht keineswegs den Tatsachen.
Das Flugblatt wurde nicht nur vom Zentralrat der Juden,
sondern von den gesamten Medien als "diffamierend" (Frankfurter
Rundschau) und als erneuter antisemitischer Ausfall Möllemanns
gewertet. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel,
erklärte: "Möllemann hat das Tischtuch zerschnitten" und forderte ein
Machtwort des Parteivorsitzenden Westerwelle. In der Folge entzog selbst
Möllemanns Ziehvater, Hanns-Dietrich Genscher dem FDP-Vize die
Unterstützung, während die Altliberale Hedwig Hamm-Brücher unter
Protest die Partei verließ, weil sich die FDP-Spitze ihres Erachtens zu
spät und halbherzig von Möllemann distanziert habe.
Politische Demontage und moralische Vernichtung
Nachdem die FDP ihr Wahlziel bei der Bundestagswahl weit
verfehlt hatte, machte das FDP-Präsidium noch in der Wahlnacht den
unbequemen Parteivize für das schlechte Abscheiden der "Freien Demokraten"
verantwortlich und forderte ihn einstimmig zum Rücktritt auf. Gleichzeitig
wurde die Frage der Finanzierung von Möllemanns Wahlkampfbroschüre
aufgeworfen.
Auf Druck der Parteiführung um Guido Westerwelle trat
Möllemann unmittelbar nach der Wahl als stellvertretender
Parteivorsitzender zurück. Doch mit diesem Teilrückzug gab sich die
Parteiführung nicht zufrieden. Es blieb dem Schatzmeister der Partei,
Günther Rexrodt, vorbehalten, Möllemann angesichts der
ungeklärten Finanzierung seines Flugblatts eine "wesentliche Verletzung"
des Parteiengesetzes vorzuwerfen und damit dessen Rücktritt als
FDP-Landes- und Fraktionschef in NRW zu erzwingen. Im Februar dieses Jahres
wurde der einstige Spitzenpolitiker schließlich aus der
FDP-Bundestagsfraktion ausgeschlossen, am 17. März trat Möllemann aus
der FDP aus, womit er einem drohenden Parteiausschluss zuvorkam. Ein gegen
Möllemann eingeleitetes Ausschlussverfahren aus der FDP-Landtagsfraktion
in NRW war am 4. Februar am Widerstand seiner dortigen Anhänger knapp
gescheitert.
Nachdem die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bereits
vier Ermittlungsverfahren gegen Möllemann wegen des Verdachts auf
Steuerhinterziehung, Betrugs, Untreue und Verstoßes gegen das
Parteiengesetz angekündigt hatte, forderte sie am 5. Juni die
Bundestagsleitung auf, die Entscheidung über die Aufhebung der
Immunität des Abgeordneten Möllemann um fünf Stunden, von 16 Uhr
auf 11 Uhr vorzuverlegen. Sofort nach der Bundestags-Entscheidung startete eine
internationale Razzia gegen Möllemann und fünf weitere Beschuldigte,
an der neun Staatsanwälte und zirka 100 Beamte des LKA Düsseldorf und
der Steuerfahndung Münster beteiligt waren. In der größten
Durchsuchungsaktion gegen einen Politiker seit Kriegsende wurden 25 Objekte in
Deutschland, Luxemburg, Spanien und Liechtenstein durchsucht:
Abgeordentenbüros, Geschäftsräume, Bankhäuser,
Privatwohnung, Ferienhaus usw.
Von der FDP-Parteiführung zum Rücktritt
gedrängt, hatte Möllemann bereits im November 2002 die Gründung
einer neuen Partei angekündigt. "Daraufhin begannen hektische
Aktivitäten der Parteiführung in Zusammenarbeit mit der
Staatsanwaltschaft, die nicht anders bezeichnet werden können als eine
Vernichtungskampagne gegen den Politiker Möllemann." (Ulrich Rippert auf
der World Socialist Website, 11.06.03).
Tatsächlich übersteigt, was Möllemann getan
hat, "kaum die Größenordnung krimineller und halbkrimineller
Machenschaften anderer Politiker" (ebenda), um nur Alt-Bundeskanzler
Helmut Kohl (CDU), den FDP-Ehrenvorsitzenden und einstigen Wirtschaftsminister
Otto Graf Lambsdorff (FDP) sowie den hessischen Ministerpräsideten Ronald
Koch (CDU) als aus dem Morast hervorragende leuchtende Beispiele zu nennen.
Anders als Möllemann kamen diese Politiker jedoch glimpflich oder gar
gänzlich unbeschadet davon. Warum?
Antizionismus oder wie weit darf Kritik an Israel
gehen?
Die überschäumende Empörung, die die
Äußerungen Möllemanns und Karslis im gesamten politischen
Establishment hervorgerufen haben, ist zutiefst erklärungsbedürftig.
Steht es doch nicht nur in einem krassen Missverhältnis zum
vergleichsweise geringfügigen Anlass, sondern auch zur Reaktion derselben
Öffentlichkeit auf die brutale und verbrecherische Politik Scharons in den
besetzten palästinensischen Gebieten. Man kann sogar behaupten, dass die
öffentliche Empörung über Möllemanns "Entgleisungen" die
realen Kriegshandlungen im Nahen Osten über Wochen hinweg völlig in
den Hintergrund haben treten lassen. Reiner Zufall?
Zweifellos trug Möllemanns Verteidigung der
Palästinenser populistische Züge. Und unbestritten war der einstige
FDP-Spitzenpolitiker als Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft und
geschätzter Gesprächspartner der reaktionären arabischen Regime
kein besonders glaubwürdiger Sachwalter der Interessen des
palästinensischen Volkes.
Eine Bestätigung für den Verdacht, es ginge ihm
nur darum, Wählerstimmen im äußersten rechten Spektrum zu
fischen, lieferte Möllemann obendrein selbst, als er sich in einem
Interview mit der Tageszeitung Neues Deutschland am 27.05.02 positiv zu
den Wahlerfolgen von Rechtspopulisten in Europa äußerte und diese
als einen Ausdruck der "Emanzipation der Demokraten" wertete. Diese
Äußerung wie auch sein Eingeständnis, er wolle bei der
Bundestagswahl im November "möglichst viele" Stimmen der 800 000
wahlberechtigten Moslems für die FDP holen, nährt den Verdacht,
Möllemann habe gezielt an antiisraelische Ressentiments appelliert. Das
Werben um Wähler am rechten Rand bekräftigte mehrfach allerdings auch
FDP-Chef Westerwelle, indem er sich ausdrücklich hinter das von
Möllemann inspirierte "Projekt-18" stellte. Der FDP sei "jeder willkommen,
der seinen Frust in konstruktives politisches Verhalten umsetzen will", sagte
der forsche FDP-Vorsitzende in einem Interview mit dem Magazin Stern. "Wenn wir
verhindern wollen, dass Figuren wie Le Pen oder Haider bei uns Erfolg haben,
dann müssen sich die demokratischen Parteien erneuern. Wir tun es."
(Der Standard, 06.06.02)
Aber war es wirklich die Angst vor einem neuen Erstarken von
Antisemitismus und Rechtsradikalismus, die Möllemanns Gegner, beinahe das
gesamte politische Establishment und die meinungsbildenden Medien, auf die
Barrikaden getrieben hat? Wenn nicht, was dann?
Ungeachtet der Tatsache, dass Möllemanns
Äußerungen auch den Beifall von erklärten Antisemiten fanden,
sind sie inhaltlich im Kern berechtigt. So ist immer offensichtlicher, dass die
Scharon-Regierung durch ihre Politik der systematischen Provokationen und
gezielten Tötungen den "Friedensprozess" bewusst torpediert, wobei die
militärischen Aktionen der israelischen Armee immer mehr den von den Nazis
angewandten Methoden ähneln. Indem Michel Friedmann, immerhin ein
gewählter Repräsentant der in Deutschland lebenden Juden, Karslis
scharfe Verurteilung der Politik Scharons und der "zionistischen Lobby" auf
eine Ebene mit den Hetzparolen eines Julius Streicher stellte und vehement den
Auschluss des Ex-Grünen aus der FDP forderte, stellte er sich de facto
hinter die verbrecherische Politik Scharons.
Die Kritik an Israel konnte Möllemann nur deshalb
für seine populistischen Manöver nutzen, weil sich alle etablierten
Parteien mit Kritik an der Scharon-Regierung auffällig zurückhalten.
Kein führender Politiker, ob von CDU/CSU, SPD, FDP oder Bündnis90/DIE
GRÜNEN hat die Courage, die Verantwortlichen für die Eskalation im
Nahen Osten beim Namen zu nennen. Dies gilt im Großen und Ganzen auch
für die Medien, wo man bestenfalls von einer "kritischen Begleitung" der
israelischen Politik sprechen kann. Der Begriff des "Terrors" bleibt aber in
aller Regel für die palästinensische Seite reserviert.
Dieses Vakuum konnte Möllemann füllen. Mit ihrer
Kritik an der Scharon-Regierung haben Möllemann und Karsli nur
ausgesprochen, was viele Menschen denken, ohne dass sie dies schon zu
Antisemiten machte. Die heftigen Reaktionen seitens der Medien und des
politischen Establishments mussten bei großen Teilen der Bevölkerung
den Eindruck erwecken, dass es tatsächlich politisch unerwünscht ist,
in puncto Israel "Klartext" zu reden. Wie Hohn muss es überdies
erscheinen, wenn FDP-Chef Westerwelle seine ultimative Forderung zum Ausschluss
Karslis aus der FDP-Fraktion mit dem angeblichen "antiisraelischen Leserbrief"
eines israelischen Journalisten (Shraga Elam)
begründete (6), den Karsli als "sehr lesenswert per E-Mail an seine
Fraktionskollegen weitergeleitet hatte. In dem Brief hieß es: als
kritischer israelischer Journalist hat es mich sehr gefreut, dass sie die
israelischen Nazi-Methoden angegriffen haben." (Stuttgarter
Zeitung, 06.06.02). (7) Bezeichnend ist, dass die Gegner Möllemanns
jede inhaltliche Auseinandersetzung mit dessen Positionen beharrlich vermieden,
ja präventiv verhindert haben. Statt argumentiert, wurde moralisch
diskreditiert und an den Pranger gestellt. Nachdem Möllemann einmal als
"Antisemit" und "geistiger Brandstifter" ausgemacht war, folgte seine
umfassende Kriminalisierung, die ihn als Politiker endgültig vernichten
sollte.
Wer die oben wiedergegebenen Zitate unvoreingenommen auf
sich wirken lässt, der muss zu dem Schluss kommen, dass der Vorwurf des
Antisemitismus Jürgen W. Möllemann weit weniger trifft als seine
angeblich so philosemitischen Gegner, die in Möllemanns
Äußerungen Antjüdisches übelster Sorte hinein
interpretieren, "Möllemann hätte durchaus vorgehalten werden
können, eine Beziehung zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus
hergestellt und damit das Judentum generell in die Verantwortung für die
israelische Politik genommen zu haben", urteilt denn auch Werner Pirker in der
jungen Welt (14./15.06.03). "Doch trifft dieser Vorwurf auf die Kritiker
seiner ,antisemitischen Ausfälle noch viel mehr zu. Die
Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus ist liberaler Konsens in
Deutschland. Eben weil der Prozionismus die Identität von Israel und
Judentum postuliert, werden israelische Verbrechen von vielen unreflektiert als
jüdische wahrgenommen." Dabei stehen Gegner der herrschenden israelischen
Besatzungspolitik mit ihrer Kritik noch nicht einmal automatisch in Widerspruch
zum "Zionismus", sondern nur zu einer speziellen Spielart desselben, die auf
die zionistisch-revisionistische Ideologie Wladimir (Zeev) Jabotinskys
zurückgeht und sich von der ursprünglichen, liberal und sozialistisch
geprägten Idee des Zionismus grundlegend unterscheidet. Aber selbst wer
die Ideologie vom "jüdischen Staat" prinzipiell ablehnt, muss deshalb
keineswegs ein Gegner der Juden, geschweige denn ein Antisemit sein, trägt
der "Zionimus" doch objektiv nicht zur Lösung des
israelisch-palästinenischen Konflikts bei, sondern ist ein wesentlicher
Teil des Problems. Möllemanns Gegner jedoch ficht das nicht an.
Weniger Möllemanns und Karslis Äußerungen
als vielmehr die Verlogenheit ihrer Gegner im politischen Establishment haben
in Wirklichkeit dem Antisemitismus Vorschub geleistet, indem sie bestehende
Ressentiments bestätigt haben.. Durch das Zusammenwirken der gesamten
politischen Klasse, der Zentralrat der Juden mit seiner de facto
anti-israelischen Politik eingeschlossen, wurde Karslis Behauptung von der
Macht der "zionistischen Lobby" gewissermaßen nachträglich
bestätigt.
Die Gegenwart des Antisemitismus
Dass der Antisemitismus als Vorwurf oder
tatsächliche Gesinnung überhaupt wieder Gegenstand einer
wochenlangen öffentlichen Debatte werden konnte, ist kein Zufall. Die
wirklichen Verantwortlichen für den Massenmord der Nazis an den Juden
wurden in der Bundesrepublik Deutschland als Nachfolgestaat des Dritten Reiches
mit wenigen Ausnahmen nie zur Verantwortung gezogen wurden. Im
Gegenteil: ehemalige NSDAP-, Gestapo- und SS-Führer wurden in
führenden Funktionen von Politik, Verwaltung und Polizei
"wiederverwendet", ehemalige Nazirichter auf
Ministerpräsidentenstühle gehievt, ein Ex-Nazi konnte sogar zum
Bundeskanzler und ein ehemaliger KZ-Architekt zum Staatspräsidenten
aufsteigen. Wo es nur geht, hat sich Deutschland um die Wiedergutmachung des
den Opfern des Nationalsozialismus zugefügten Unrechts gedrückt.
Anders als z. B. bei Sinti und Roma war dies bei den Juden allerdings nur
bedingt möglich, da letztere wirksame Unterstützung aus dem Ausland
hatten.
So wie die These von der Kollektivschuld des deutschen
Volkes die Anklage der wirklich Verantwortlichen in Staat, Industrie, Justiz
und Militär ersetzen sollte, hatte die offizielle Unterstützung
Israels als "Sühneleistung" für den nationalsozialistischen Judenmord
die Funktion, die nicht erwünschte Auseinandersetzung mit den Wurzeln und
Ursachen des nationalsozialistischen Judenmords zu kompensieren. Wie dünn
der Firnis des offiziell so gern betonten christlich-jüdischen Dialogs der
politischen Klasse ist, zeigte sich spätestens nach dem Untergang der
UdSSR beim Umgang der deutschen Behörden und Politiker mit den
sowjetischen Juden, denen (anders als den nicht jüdischen
"Russlanddeutschen") durch eine restriktive Einreisepraxis deutlich gemacht
wurde, dass sie in Deutschland nicht eigentlich erwünscht sind.
Wer die Politik Israels (zumal als Deutscher) mit den
Methoden der Nazis vergleicht, der zieht schnell den Verdacht des
Antisemitismus auf sich. In einer Reihe von Fällen mag das begründet
sein, und auch Möllemann hat wohl auf entsprechende Ressentiments
spekuliert.
Diese Ressentiments können aber nur in einem Klima der
Verlogenheit gedeihen, sie wuchern dort, wo die grausame Praxis der
israelischen Besatzungspolitik verschwiegen oder beschönigt wird in
erster Linie, weil Israel als militanter Außenposten der "freien Welt"
bei den USA und ihren Verbündeten Sonderrechte genießt. Zum anderen
aber auch aufgrund einer tatsächlichen "moralischen Lähmung"
einer Reaktionsbildung auf tief sitzende, nur unterdrückte antisemitische
Ressentiments ein Resultat von über 2000 Jahren Christentum,
Nationalsozialismus und Adenauer-Reaktion (um nur die wesentlichsten Eckpunkte
zu nennen).
Gefahr für das politische Establishment
Die Verlogenheit und die Hysterie, welche die gesamte
Möllemann-Debatte kennzeichneten, haben aber noch andere, konkretere
politische Gründe. Hier ist zum einen die Verschärfung der sich seit
einiger Zeit immer deutlicher abzeichnenden politischen und ökonomischen
Interessengegensätze zwischen den führenden europäischen
Mächten (insbesondere Frankreich und Deutschlands) und der verbliebenen
Supermacht USA zu nennen. Während der Populist Möllemann ungeniert
für das politische (Wieder-)Erwachen der deutschen und europäischen
Bourgeoisie und für ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber den
Anmaßungen der "einzigen Weltmacht" USA plädierte, ist das Gros des
politischen Establishments bemüht, die Risse im Bündnis durch
öffentliche Unterwerfungsgesten zu überdecken und die
anfängliche, halbherzige Ablehnung des Irak-Krieges durch die
Schröder-Regierung vergessen zu machen. (Anders als Rot-Grün hat
Möllemann die US-geführte Invasion eindeutig als
völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gebrandmarkt!) Im Bemühen um die
Gunst der Siegermacht, mit der man wirtschaftlich zutiefst verflochten ist und
der man militärisch (noch) nicht das Wasser reichen kann, sind diese
Kreise bemüht, möglichst alles zu vermeiden, was die bestehenden
Gegensätze verschärfen könnte und dazu gehört eben
auch die allzu deutliche Kritik am US-Außenposten Israel.
Entscheidend für den Vernichtungsfeldzug gegen
Möllemann dürfte aber gewesen sein, dass dieser die ihm zugedachte
Rolle in der politischen Schmierenkomödie namens deutsche Politik
plötzlich aufgegeben und angefangen hatte, von der Bühne herab direkt
ans Volk zu sprechen. Als Führer einer rechtspopulistischen Partei, an
deren Gründung Möllemann offenbar bis kurz vor seinem Tod gearbeitet
hatte, hätte der einstige FDP-Spitzenpolitiker in der Tat eine Gefahr
für das gesamte politische Establishment bedeutet. Die Unterstützung
und die Stimmen hunderttausender zutiefst frustrierter Menschen, insbesondere
aus den Unter- und Mittelschichten, die aufgrund der anhaltenden
wirtschaftlichen Rezession und dem dramatischen Abbau sozialer Rechte unter
Rot-Grün von sozialem Abstieg bzw. von Verelendung bedroht sind, und deren
Interessen von den etablierten Parteien völlig ignoriert werden,
wären ihm sicher gewesen mit allen damit für den offiziellen
Politikbetrieb, aber auch für eine echte antiimperialistische und
antikapitalistische Bewegung verbundenen Gefahren. (Eine rechtspopulistische
Partei mit "richtigen" Kandidaten könnte Meinungsforschern zufolge bis zu
15 Prozent der Wähler an sich binden, so Manfred Güllner, Chef des
Instituts Forsa, gegenüber der Financial Times Deutschland,
28.11.02). Die Mobilisierung dieses Potentials auch gegen das
politische Establishment hätte Möllemann durchaus gelingen
können. Für seine Gegner in den Spitzen der etablierten Parteien war
diese Vorstellung ein Albtraum.
Alexander Boulerian
(1) Diese Presseerklärung datiert vom 15.März.
Doch erst beim Übertritt Karslis in die FDP erregte sie großes
Aufsehen.
(2) Die ehemalige israelische Erziehungsministerin Schulamit
Aloni sagte im Rahmen einer Demonstration in Tel Aviv am 9. Februar 2002: "Die
israelische Regierung und Armee haben die PalästinenserInnen schon in eine
KZ-ähnliche Situation gedrängt. Es fehlt nur noch, dass sie vergast
werden. Sollen wir solange warten?" "Die israelische Regierung manipuliert und
missbraucht die Shoa (die Judenvernichtung in der Nazizeit)," erklärte
Aloni weiter. "Im Namen der Shoa soll auch dagegen protestiert werden!"
Der renommierte Militärexperte der Tageszeitung
Haaretz, Amir Oren schrieb am 25. Januar 2002: ",Um uns gut auf
die folgende Schlacht vorzubereiten, sagte letzthin einer der
Kommandanten der Armee in den besetzten Gebieten, ,ist es gerechtfertigt und
sogar nötig, von jeder Quelle zu lernen. Wenn das Ziel die Eroberung eines
dicht bevölkerten Flüchtlingslager ist, oder der Kassba von Nablus,
und die Pflicht des Kommandanten die Erfüllung dieses Ziels ohne Opfer,
dann muss er zuerst Konsequenzen früherer Schlachten analysieren und sich
einverleiben; auch so grausam sich dies auch anhören mag ,
wie die deutsche Wehrmacht im Wahrschauer Ghetto agierte. (
) Der
Offizier erreichte tatsächlich Erschütterung, unter anderem, weil er
nicht der einzige ist, der so denkt
."
(3) Zum Vergleich hier einige
Interviewpartner der Jungen Freiheit: Michel Friedman Charlotte
Knobloch, Uri Avnery, Prof. Dr. Shlomo Ben-Ami, Prof. Dr.
Martin van Crefeld, Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer, Prof. Dr.
Alfred Grosser, Rabbiner Isaak Haohen Halberstadt, Ephraim
Kishon, Dr. Salcia Landmann, Elvira Noa, Arundhati
Roy.
(4) Dass es in den USA eine starke "zionistische Lobby"
gibt, dürfte außer Zweifel stehen. "...The New York Times has
called AIPAC the most important organization affecting America's relationship
with Israel, while Fortune magazine has consistently ranked AIPAC among
America's most powerful interest groups." (http://www.aipac.org/documents/whoweare.html).
Ähnlich auch Frankreichs Präsident Jacques Chirac, der das AJC die
"wichtigste und mächtigste jüdische Organisation in den USA" ("5
Jahre AJC in Berlin", taz, 11.02.03) nannte.
(5) Die Anzeige wurde abgewiesen.
(6) In den meisten Medien war noch nicht mal von einem
"israelischen Journalisten" die Rede, sondern nur von einem Brief bzw. einer
E-Mail.
(7) Im Übrigen wurde Jamal Karsli u.a. von Felicia
Langer, Ilan Pappe, Uri Davis bei seiner Verleumdungsklage gegen Michel
Friedmann und Paul Spiegel unterstützt. "We, the undersigned, support the
German MP Jamal Karsli in his lawsuit against the Jewish officials Paul Spiegel
and Michel Friedman
", heißt es in der Erklärung der
jüdischen Unterstützer. (http://www.petitiononline.com/jk2002en/petition.html).
Die deutsche Presse berichtete darüber mit keinem Wort. |