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Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
01.07.2003   http://www.phi.lt
Medien, Medienlenkung, Meinungsmanipulation
Selbst die Grünen und die linke „Frankfurter Rundschau“ beteiligen sich an der Meinungsmanipulation zu Gunsten der USA: Für US-Strategen ist der weltweite Widerstand gegen die Kriegspolitik der US-Regierung nur das Resultat schlechter PR-Arbeit. Das soll nun anders werden. Europa soll PR-mässig bearbeitet werden, um so die Friedensbewegung zu schwächen. In Deutschland kann das seit der Besetzung Bagdads durch US-Truppen beobachtet werden. Der deutsche Zeitungsleser, Fernsehzuschauer oder Radiohörer bekommt immer weniger Informationen darüber, was wirklich im Irak passiert ist und was passiert. Statt dessen sollen die Menschen darauf eingestimmt werden, in ihrem Protest gegen den Krieg nachzulassen und sich mit den neuen «Realitäten» zu arrangieren, mehr noch, diese mitzutragen. Dabei werden gerade auch diejenigen Medien eingesetzt, die für viele aus der Friedensbewegung als informativ eingestuft werden, zum Beispiel auch die überregionale Tageszeitung «Frankfurter Rundschau». Am 25. April kam in der «Frankfurter Rundschau» über eine halbe Seite lang das Vorstandsmitglied der grünen Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, zu Wort. Zu Beginn des Textes heisst es zwar noch, der Sieg alleine rechtfertige keinen Krieg, und das Völkerrecht sei keine blosse Formalie. Aber schon einen Satz weiter «verändern die Bilder aus Bagdad und Kirkuk, Basra und Kerbela den Blickwinkel auf das Geschehen [...] Es sind Bilder der Befreiung von einer Gewaltherrschaft.» Es folgt eine Rechtfertigungslüge nach der anderen, um schliesslich begründen zu wollen, warum man nun gemeinsame Sache mit den Amerikanern machen solle - nochmals mit einem Spin: weil die Amerikaner sich sonst übernehmen würden. Kein Wort findet Fücks für die Opfer des Krieges. Perfid ist es, wenn hier von «Befreiung» die Rede ist - aber es ist geschickt auf deutsche Seelen abgestimmt. Wurde nicht auch Deutschland von einer Diktatur «befreit»? War der jahrelange Bombenterror nicht auch Teil des «Befreiungsaktes»? Wer will sich dagegen stellen, ohne auf die andere Seite, die der Diktatur gestellt zu werden? Genau in diese Richtung zielt ein Artikel in der gleichen Zeitung vom 30. April. Unter der Schlagzeile «Vokabular des Wahnsinns» werden zwei Sprachrohre der US-Politik in Deutschland, Jeff Gedmin, Direktor des Aspen-Instituts, und Gary Smith, Direktor der American Academy, zu Opfern der deutschen Kriegsgegner gemacht. Gleich zu Beginn des Artikels heisst es: «An den E-Mails von Jeff Gedmin lässt sich der Stand des deutsch-amerikanischen Verhältnisses ablesen. Als Judensohn wird er, der Katholik, von geifernden Absendern beschimpft.. Selbstverständlich kann niemand wollen, das irgendjemand so attackiert wird, wie am Anfang des Artikels beschrieben. Aber soll man deshalb die US-Politik nicht mehr kritisieren dürfen? In einem Aufwasch mit Gedmin wird ein amerikanischer Think tank reingewaschen, bei dem Gedmin früher engagiert war: das American Enterprise Institute. Dieses Institut ist die Denkschule der amerikanischen Kriegstreiber, also der Gruppe, die am eifrigsten und unverblümtesten die neue amerikanische Kriegs-, Macht- und Imperialpolitik vorantreibt. Aber darf man nun hiergegen noch was sagen? «Ursprünglich hatte Gedmin gehofft, nicht nur die übliche Klientel der Multiplikatoren anzusprechen. Nicht nur die berühmte Brücke zwischen amerikanischen Diplomaten und deutschen Regierungsmitgliedern zu bauen, sondern genauso die zwischen der aussenpolitischen Elite Amerikas und dem bunten Mix an Menschen, die die Cafés am Prenzlauer Berg bevölkern.» Gedmin, so soll der Leser denken, wollte also das Gespräch fördern zwischen den einfachen Menschen in Deutschland und den Vertretern der US-Politik. Doch im entscheidenden Punkt war Gedmin der Erfolg versagt: Gedmin gibt zu, in Sachen Irak-Krieg versagt zu haben, trotz der zahlreichen Veranstaltungen zum drohenden Konflikt [...] Noch nie hätten die USA ein so grosses Imageproblem hierzulande gehabt wie derzeit [...] Mittlerweile [...] sei das Vertrauen zerbrochen und das deutsch-amerikanische Verhältnis so zerstört, dass es nur noch darum gehen könne, Menschen „überhaupt noch irgendwie zusammenzubringen“
Krieg - nur ein «Imageproblem»? Der Krieg der USA, ein «Imageproblem»? «Vertrauen zerbrochen», «Verhältnis zerstört» - das soll die vielen Deutschen verunsichern, die gegen den Krieg sind, aber auch nicht als «antiamerikanisch» gelten wollen. Ähnlich geht der Artikel in der Schilderung der «Erlebnissse» von Gary Smith vor. Gezielt hat der Artikelschreiber diesen Herrn ausgewählt. Ihn ordnet er dem anderen Pol des politischen Spektrums in den USA zu, damit «ganz Amerika» vertreten ist. Auch Smith, so der Artikel, hätte nur eins versucht: mit den Deutschen zu sprechen. Vergeblich. Dann folgt die Einschätzung der Lage in Deutschland: «[...] die drängenden Probleme der Welt würden Deutschland offenkundig nicht beschäftigen.» Aber auch, dass «diese Krise eine Chance sei, 'die Weltordnung neu zu denken'». Es folgen noch Äusserungen über das Scheitern der Vereinten Nationen und die Behauptung, die USA möchten gar nicht Weltpolizist sein. «Sie seien nicht hegemonial orientiert, sondern hätten lediglich die Bereitschaft einzuschreiten und wünschten sich im Grunde nichts sehnlicher als ein starkes Europa.» Das sei ein alter amerikanischer Wunsch. «Es war John F. Kennedy, der auf den Bau eines 'europäischen Pfeilers' in Militärdingen drängte; erfolglos.» Subtil wird Europa, wird den Deutschen der Schwarze Peter zugeschoben und gleichzeitig an die Idee von einem «starken Europa» und an den US-Präsidenten angeknüpft, der in Deutschland die grössten Sympathien geniesst. Nirgendwo aber findet man eine sachliche Analyse der US-Politik, statt dessen werden deren Repräsentanten in Deutschland als feinsinnige, gesprächsbereite und gutwillige Menschen geschildert, die an den groben, uneinsichtigen und rückständigen Deutschen scheitern - mit fatalen Folgen. Wer möchte da nicht gegensteuern? Die vorstehend an einigen Beispielen geschilderte Manipulationsmethode wird NLP (Neurolinguistisches Programmieren) genannt. Nach dieser Psychotechnik ist die Sprache kein Mittel der Verständigung mehr, sondern ein Mittel der Manipulation. Mittels sprachlicher Hypnose greift die Methode tief in das Gefühl der Menschen ein und soll dort Veränderungen bewirken, ohne dass der Eingriff bewusst wahrgenommen wird. Die emotionale Ebene wird angesprochen. Das rationale Denken soll ausgeschaltet werden. Bestimmte Worte und Wendungen, die mit einem positiven Gefühlston besetzt sind, werden zur Beeinflussung der Zielpersonen ausgewählt. Diese «hypnotischen Worthülsen» wiederholt der NLP-Manipulator monoton, bis bei der Zielperson eine wohlige Stimmung ausgelöst ist, bis sie eingelullt ist. Dann verbindet der Manipulator die positiv besetzten Worthülsen mit neuen Inhalten, die mit dem ursprünglichen Begriff nichts mehr zu tun haben. Dabei überträgt der Manipulierte den positiven Gefühlston unbewusst auf die neuen Inhalte.
Im Beispieltext aus der «Frankfurter Rundschau» werden die Repräsentanten der US-Politik mit dem positiv besetzten Begriff «das Gespräch suchend» belegt, das um so positiver besetzt ist, als sie mit schlimmen, sogar antisemitischen Ausfällen angegriffen werden. Wer für eine auf Völkerrecht beruhende Rechtsordnung in der Welt besteht, für die Gleichwertigkeit und Souveränität aller Völker und Staaten, wird als jemand hingestellt, der die Zeichen der Zeit und den guten Willen der US-Politik verkennt, also jemand, der «die Chancen für eine neue Weltordnung» verpasst.


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