US-Senator empfiehlt makabre Maßnahmen gegen
»Extremisten«. Europäer sollen an die Front »Deutsche
an die Front«, heißt die Forderung einer Gruppe
einflußreicher US-Senatoren, die gerade von einer Erkundungstour aus dem
Irak nach Washington zurückgekommen ist. In einem Interview am Sonntag
abend im TV-Programm »Fox NewsSunday« verlangte der demokratische
Senator Joseph Biden den Einsatz von 30000 bis 60000 Soldaten aus
internationalen Einheiten zur Unterstützung der US-Besatzer. »Ich
will Soldaten mit französischen, deutschen und türkischen Abzeichen
an den Uniformen an den Straßenecken im Irak stehen sehen«, sagte
Biden. »Wir müssen Rumsfelds und Cheneys ideologische Fixierung
überwinden, die die Europäer und die NATO nicht hinein (in den Irak)
lassen wollen«, fügte er hinzu.
Angesichts der zunehmenden
amerikanischen Verluste und Schwierigkeiten im Irak war dieser
Stimmungsumschwung in Washington nur eine Frage der Zeit. Seit dem 1. Mai, als
US-Präsident George Bush das Ende aller größeren
Kampfoperationen erklärt hatte, sind 61 US-Soldaten entweder durch
Unfälle oder durch feindliches Feuer getötet worden. Das
US-Unternehmen Kroll Inc., das für Großkonzerne Sicherheitsrisiken
einschätzt, geht davon aus, daß ein Volksaufstand gegen die
Besatzungstruppen noch in diesem Jahr wahrscheinlich ist.
Kein Tag
vergeht mehr ohne Angriffe auf die US-Soldaten. Hinzu kommen Temperaturen von
fast 50 Grad. »Unser Militär ist erschöpft«, sagte der
demokratische Senator Chris Dodd im Nachrichtensender CBS, weshalb
zusätzliche Soldaten, ja sogar »eine zweite Armee« zum Entsatz
dringend nötig seien. Und schnell müsse es gehen. »Wir haben
nur noch Wochen, um die Situation zu retten. Wir brauchen die Hilfe anderer
(Nationen) aus der Region und aus der ganzen Welt. Denn je länger wir
warten, desto größer wird das Risiko, das von Irak ausgeht.«
In dem Zusammenhang erklärte Biden, man habe »ihm versichert,
daß die NATO bereit ist, sich an der Seite der britischen und
amerikanischen Truppen im Irak zu engagieren«.
Derweil vertreibt
der demokratische US-Senator Guy W. Glodis im Senat einen Flyer, in dem er
vorschlägt, wie man den »muslimischen Extremisten« nicht nur
im Irak ein Ende machen soll. Vorbild für die von Glodis angeregten
Maßnahmen ist der US-Kriegsveteran General John Joseph Pershing. Dieser
hatte bei der Eroberung der Philippinen um die Jahrhundertwende die
Widerstandskämpfer gegen die neuen US-Kolonialherren mit Kugeln
erschießen lassen, die zuvor in Schweineblut getaucht worden waren. Die
Leichen wurden anschließend mit den Eingeweiden von Schweinen beerdigt.
Glodis belehrt seine Kollegen, daß durch den Kontakt mit Schweineblut und
-gedärmen ein Moslem augenblicklich vor dem Zutritt zum Paradies
ausgeschlossen würde. Unter dem Eindruck der Nachricht über diese Art
von Bestattungen hätten innerhalb kürzester Zeit alle
Überfälle auf US-Soldaten aufgehört, für 40 Jahre,
bekräftigte der Senator. |