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03.07.2003  Rainer Rupp  Junge Welt
Superbomben aus dem Weltall
USA wollen sich mit neuem Waffensystem von weltweiten Militärbasen unabhängig machen
Im Rahmen der Umstrukturierung der US-Streitkräfte zur Erreichung der globalen »full spectrum dominance«, der Dominanz auf allen Gebieten, plant das Pentagon die Entwicklung einer neuen Generation von Superwaffen. Diese sollen Washington spätestens im Jahre 2025 dazu befähigen, mit Hilfe von riesigen Drohnen aus dem Weltraum heraus Bomben und andere Flugobjekte punktgenau ins Ziel zu steuern und jeden Gegner, egal wo auf dem Globus, schnell und vernichtend zu schlagen. Dies soll vom eigenen Territorium geschehen können, ohne Benutzung fremder Basen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, haben die Agentur des US-Verteidigungsministeriums für Fortgeschrittene Rüstungsforschungsprojekte (Defense Advanced Research Projects Agency, DARPA) und die US-Air Force Mitte Juni die amerikanische Rüstungsindustrie aufgefordert, Vorschläge zur Durchführung ihres gemeinsamen FALCON-Programms zu unterbreiten. FALCON steht für »Force Application and Launch from the Continental US«, also für die Anwendung von Gewalt, ausgehend vom Territorium der USA.

Der Kern der Pentagon-Vision besteht aus einem mit vielfacher Schallgeschwindigkeit in den unteren Bereichen der Stratosphäre operierenden »wiederverwendbaren Hyperschall-Marschflugzeugs« (HVC). Dieses unbemannte »autonome« Flugzeug soll in der Lage sein, von einem konventionellen Militärflughafen in den USA zu starten und bereits »zwei Stunden später Ziele zu zerstören, die bis zu 9000 nautische Meilen entfernt sind«, heißt es auf der offiziellen DARPA-Webseite. Das HCV würde eine Bombenlast von insgesamt sechs Tonnen tragen können, die von weiteren Flugobjekten (z.B. Cruise Missiles) ins Ziel gebracht würden.

Im Anschluß an den US-Angriffskrieg gegen Irak, zu dessen Führung eine ganze Reihe Verbündeter ihre Militärbasen Washington nicht zur Verfügung stellen wollten, hat das FALCON-Projekt einen besonderen politischen Stellenwert bekommen. Sollten die Entwicklungen in der Militärtechnologie tatsächlich den US-Wünschen entsprechen, dann bräuchte Washington spätestens in 25 Jahren bei seinen Kriegen rund um die Welt keine Rücksicht mehr auf seine regionalen Verbündeten zu nehmen. Die FALCON-Technologie würde »das US-Militär von der Notwendigkeit befreien, vornliegende Basen zu unterhalten, um schnell und entschieden auf destabilisierende oder bedrohliche Aktionen feindlicher Länder oder terroristischer Organisationen zu reagieren«, heißt es bei der DARPA.


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