USA wollen sich mit neuem Waffensystem von weltweiten
Militärbasen unabhängig machen Im Rahmen der Umstrukturierung der
US-Streitkräfte zur Erreichung der globalen »full spectrum
dominance«, der Dominanz auf allen Gebieten, plant das Pentagon die
Entwicklung einer neuen Generation von Superwaffen. Diese sollen Washington
spätestens im Jahre 2025 dazu befähigen, mit Hilfe von riesigen
Drohnen aus dem Weltraum heraus Bomben und andere Flugobjekte punktgenau ins
Ziel zu steuern und jeden Gegner, egal wo auf dem Globus, schnell und
vernichtend zu schlagen. Dies soll vom eigenen Territorium geschehen
können, ohne Benutzung fremder Basen. Um dieses Ziel zu verwirklichen,
haben die Agentur des US-Verteidigungsministeriums für Fortgeschrittene
Rüstungsforschungsprojekte (Defense Advanced Research Projects Agency,
DARPA) und die US-Air Force Mitte Juni die amerikanische Rüstungsindustrie
aufgefordert, Vorschläge zur Durchführung ihres gemeinsamen
FALCON-Programms zu unterbreiten. FALCON steht für »Force
Application and Launch from the Continental US«, also für die
Anwendung von Gewalt, ausgehend vom Territorium der USA.
Der Kern der
Pentagon-Vision besteht aus einem mit vielfacher Schallgeschwindigkeit in den
unteren Bereichen der Stratosphäre operierenden »wiederverwendbaren
Hyperschall-Marschflugzeugs« (HVC). Dieses unbemannte
»autonome« Flugzeug soll in der Lage sein, von einem
konventionellen Militärflughafen in den USA zu starten und bereits
»zwei Stunden später Ziele zu zerstören, die bis zu 9000
nautische Meilen entfernt sind«, heißt es auf der offiziellen
DARPA-Webseite. Das HCV würde eine Bombenlast von insgesamt sechs Tonnen
tragen können, die von weiteren Flugobjekten (z.B. Cruise Missiles) ins
Ziel gebracht würden.
Im Anschluß an den US-Angriffskrieg
gegen Irak, zu dessen Führung eine ganze Reihe Verbündeter ihre
Militärbasen Washington nicht zur Verfügung stellen wollten, hat das
FALCON-Projekt einen besonderen politischen Stellenwert bekommen. Sollten die
Entwicklungen in der Militärtechnologie tatsächlich den
US-Wünschen entsprechen, dann bräuchte Washington spätestens in
25 Jahren bei seinen Kriegen rund um die Welt keine Rücksicht mehr auf
seine regionalen Verbündeten zu nehmen. Die FALCON-Technologie würde
»das US-Militär von der Notwendigkeit befreien, vornliegende Basen
zu unterhalten, um schnell und entschieden auf destabilisierende oder
bedrohliche Aktionen feindlicher Länder oder terroristischer
Organisationen zu reagieren«, heißt es bei der DARPA. |