Sie treffen
sich hoch über San Francisco. Nob-Hill heißt der Hügel.
Fairmont-Hotel heißt der Ort des Treffens. Purer Luxus. Der Blick des
Bösen schweift finster über die smokige Stadt. Ein Höllenort.
Die Höllenknechte des Kapitals, der Politik, der privatisierten
Märkte und Medien treffen sich dort. Handverlesen. Männer! Frauen?
Kretins des Teufels. Männer aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur.
Casinokapitalisten. Sie verstehen sich selbst als Beherrscher der
Globalisierung, sie verstehen sich als die neuen Herrscher der Welt. Sie
glauben das nicht, sie sind davon zutiefst überzeugt. Billionen Dollar
haben sie an sich gerafft. Seelenverkäufer sind sie. Seelenkäufer. Es
treibt sie der Wille zur Macht. Nicht nur Macht über Menschen und
Völker - Macht über die ganze Welt. Sie schaffen sich ihre eigenen
Gesetze, und mit "gesetzlicher Legitimation" sind sie dabei, sich die
Menschheit gefügig zu machen. Mit gesetzlicher Kraft frieren sie deren
Freiheitsgrade wütig ein. Und mit Gesetzesmacht zwingen sie die sozial
erzeugte Kälte auf Minusgrade herab. Versklavung ist ihr Ziel. Der Rest
der Welt als Verfügungsmasse. Deswegen predigen sie Flexibilität,
deswegen predigen sie Deregulierung, deswegen predigen sie Privatisierung. "Die
reale, positive Macht des Bösen" formuliert Hans P. Schmidt, "ist nach
Schellings Meinung nur zu verstehen, wenn das Böse nicht einer
Schwäche des Willens beziehungsweise einer unbestimmten Willkür
entspringt, sondern im Willen selbst gründet, nämlich im aktiven
"Eigenwillen" des Subjekts, das sich als Einzelner, als Gruppe oder auch zum
Beispiel als Nation gegen den "Universalwillen" durchsetzen kann. Wenn der
"Eigenwille" danach strebt, ,das, was er nur in der Identität mit dem
Universalwillen ist, als Partikularwille zu sein, dann ist er als
partikularisierter Wille böse". Das Böse hat Namen. Bush ist so
einer, Saddam, Berlusconi, Sharon, Idi Amin und so weiter... Lassen wir uns
nicht täuschen: Nob-Hill ist an vielen Orten.
"Die neuen
Herrscher der Welt", sagt der Schweizer Soziologe Jean Ziegler, "- die
Beutejäger des globalisierten Finanzkapitals, die Barone der
transkontinentalen Konzerne, die Börsenspekulanten - häufen ungeheure
Vermögen an. Mit ihrem Tun zerstören sie den Staat, verwüsten
die Natur und entscheiden jeden Tag darüber, wer sterben muss und wer
überleben darf. Willfährige, effiziente Verbündete stehen ihnen
zu Diensten, allen voran die Funktionäre der Welthandelsorganisation, der
Weltbank und des Weltwährungsfonds." -
Der Geist des Bösen
weht von vielen Hügeln her. Mephistopheles! Goethe drängt sich auf.
Mephisto: "Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht. Denn
alles, was entsteht, ist wert, dass es zu Grunde geht. Drum besser wär's,
dass nichts entstünde. So ist denn Alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element."
Nichts
Neues. Der uralte Kampf der Menschheit. Der ewige Kampf des Guten gegen das
Böse. "Gegen die mörderische Ordnung dieser Herrscher und ihre
absurde Doktrin von der "Selbstregulierung" der Märkte", sagt Jean
Ziegler, "regt sich Widerstand. Überall, auch in Deutschland. Neue,
bislang völlig unbekannte Sozialbewegungen schießen aus dem Boden.
Sie kämpfen gegen die Herrscher", gegen die kapitalistischen Knechte des
Untergangs, sie kämpfen "für eine menschenwürdige
Welt."
Der Bund
der Pflegeversicherten ist solch eine Bewegung, Attac ist so eine Bewegung. Es
sind viele, die kämpfen. Sie werden den Kretins der Börsen und des
Bösen die Welt nicht überlassen. Sie bieten den selbsternannten
"Herrschern der Welt" die Stirn. Sie sind auf sich gestellt. Sie wissen, dass
die Medien ihnen nicht helfen werden. Medien erkennen keine Trends. "Wenn etwas
für die Medien erkennbar wird", meint F. Malik, "ist der Trend schon an
seinem Ende". Deshalb ist es besser das Gegenteil von dem, was die Medien
empfehlen, zu tun. Aber selbst wenn die Medien es wollten, sie können
nicht helfen. Sie sind längst in "selbstreferentielles Gestrüpp"
geraten, sie sind in ihren eigenen "Regelkreisen" gefangen . "Die Funktion der
Medien" sagt der hellwache amerikanische Kritiker Chomsky, "besteht nicht in
der Aufklärung der Öffentlichkeit, die Medien dienen Machtinteressen,
Interessen, für die sie selbst stehen". Wacht auf, Verdummte dieser
Erde!
Es gibt auf
dieser Welt noch immer zu viele, die für ihre eigene Versklavung kämpfen, als ginge es
um ihr Seelenheil. Sie werden
verwertet und lassen es zu, im globalisierten Produktionsprozess verwertet und vermarktet zu werden. Sie
tragen - in wortwörtlichem Sinn
- ihre eigene Haut zu Markte. Und viele sind auch noch stolz darauf.
Sie gehen den kalten Weg ins
Quantifizierbare gedankenlos mit. Sie lassen sich von Zahlen beherrschen und merken
nicht, dass die Verbindung zu
ihrem inneren Selbst zerrissen ist. Großen Teilen der
heutigen Gesellschaften fehlt jene
Unerschrockenheit des Blicks, jener heroische Zug des Visionären, jener
kühne Schritt, mit denen Gipfel erklommen werden.. Erst jenseits der
Verwertbarkeit beginnt das Leben. Man muss nicht alt werden, um das zu wissen.
Aber vielleicht muss man alt werden,
um die innere Freiheit zu erfahren, um zu wissen, dass die Funktion
der Produktion Versklavung ist.
Die Funktion des Alters muss Freiheit sein. "Die Funktion des Alters" sagt Betty
Friedan, "muss jenseits der
Reproduktion auf andere Art etwas zur Erhaltung der Spezies
beitragen. Sie muss über
unsere persönliche Zukunft hinausgehen." Es geht um Weisheit und Generativität. "Wenn
wir" sagt Betty Friedan, "unsere
Energie im Alter verbrauchen oder mit Trivialitäten und
Spielereien verplempern, wenn wir
nur die Zeit totschlagen und das Alter und den Tod verleugnen, verschleudern wir diese
auf die Zukunft gerichtet Weisheit
und Generativität. Unser Vermächtnis muss mehr sein als nur die bedeutsamen Erinnerungen, die wir
für unsere Enkel aufschreiben.
Wir können die Zukunft nicht vorhersehen. Nur wenn wir an den Problemen arbeiten, vor denen unsere
Gesellschaft steht, und dabei
unsere im Lauf des Lebens erworbene Weisheit und Generativität einsetzen, hinterlassen wir unseren
Enkeln ein Vermächtnis, das darin besteht, dass wir bei der Gestaltung der
Zukunft helfen und die
Generativität des menschlichen Gemeinwesens entfalten und
bewahren. Wir müssen unser
eigenes Alter leben, generativ und als Teil der Gemeinschaft. Im Talmud heißt es:
,Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich? Wenn ich nur
für mich bin, was bin ich dann? Wenn nicht jetzt - wann
sonst?'"
Bund der
Pflegeversicherten e.V.- Bundesgeschäftsstelle
Von Schonebeck
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www.bund-der-pflegeversicherten.de