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Zum
Joytopia - Forum
von joytopia@aol.com
Der Erzähler
trifft bei einem Spaziergang auf Very Goodfriend, einen Bewohner des Planeten
Freegaia, auf dem Freiheit und Wohlstand für alle Einwohner herrscht, weil
das Wirtschaftssystem des neuen Zeitalters bereits mit Erfolg etabliert
ist.
Gemeinsam fliegen die beiden auf den Planeten, und Very beschreibt
das Prinzip des FREI SCHENKENDEN STAATES, in dem es keine Steuern,
Versicherungen und Sozialabgaben mehr gibt und in dem es Armut nicht mehr
existiert. Very macht der Menschheit ein
Geschenk....
--------------------------------------------------------------------------------------------------------- JOYTOPIA
Interview mit einem (Außer-) Irdischen
Neulich hatte ich
einen Traum, besser gesagt einen Tagtraum. Ich ging allein im Wald spazieren
und erfreute mich an der Natur. Auf einmal bemerkte ich, wie jemand leichten
Fußes neben mir einherschritt. Er war etwa zwei Meter groß, von
dunkler Hautfarbe und hatte einen athletischen Körperbau. Bekleidet war er
mit einer Art goldfarbenen Jogging-Anzug. Obwohl er aussah, wie ein Mensch,
schien er nicht von dieser Welt zu sein. Er hatte ein so freudiges, ja fast
schon lustiges Strahlen in seinem Gesicht, das man auf unserer Erde nur sehr
selten findet. Als ich ihn ansah mußte ich spontan lachen. Es war ein
herzhaftes, fröhliches Lachen, pure Freude über den Anblick dieses
freundlichen Begleiters. "Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht
auslachen," erklärte ich, als ich mich wieder gefangen hatte. "Ich bin nur
überrascht von Ihrem plötzlichen Erscheinen." "Das geht vielen so
auf diesem Planeten," erwiderte er freundlich. "Die meisten Erdenbürger
reagieren so wie Sie, nur einige wenige laufen erschreckt davon oder werden
agressiv." "Dann sind Sie nicht von hier?" fragte ich verunsichert. "Ich
komme von Joytopia, einem Staat auf dem Planeten Freegaia am Rande der Galaxis.
Durch einen Sprung im Raum-Zeit-Kontinuum bin ich hier hingelangt. Mein Name
ist Goodfriend, Very Goodfriend." "Wie haben Sie so schnell unsere Sprache
gelernt?" "Wir telepathieren gerade miteinander. Wir senden uns unsere
Gedanken und unser Gehirn übersetzt sie in unsere Sprache. Das
funktioniert genauso mit Bildern, Tönen, Gerüchen und Gefühlen.
Sehen Sie...." Ich sah gar nichts! Er war verschwunden. Verwundert und tief
bewegt ging ich weiter. Hatte ich mir das eben nur eingebildet? Sollte ich
vielleicht mal zum Arzt gehen? Am Besten ich erzähle niemanden etwas und
vergesse diesen Vorfall so schnell wie möglich. "Ich habe Ihnen etwas
mitgebracht, ein Geschenk!" hörte ich Very sagen. "Wo waren Sie denn so
plötzlich?" "Ich war kurz zu Hause um etwas für Sie zu
holen." "Dauert sowas nicht Jahre? Ich meine die höchste erreichbare
Geschwindigkeit...." "Wir reisen in Gedanken. Gedanken sind bekanntlich
frei. Raum- und Zeit-Grenzen gibt es nur, wenn man sie vorher erdacht hat. Wir
hatten uns früher auch viele Grenzen ausgedacht. Unser begrenztes Denken
hatte unseren Planeten etwa so geformt, wie Ihr jetzt Euren Planeten formt.
Versuche es selbst" er war inzwischen zum Du übergegangen
"du siehst mich, weil du denkst, daß du mich
siehst." Während er das sagte, kam uns ein Radfahrer entgegen. Er
grüßte knapp und fuhr mitten durch Very durch. "Verstehst
du jetzt?" fragte Very. "Ja." "Ich habe dir etwas mitgebracht, einen
Gedanken." "Was für einen Gedanken?" "Der Gedanke, daß alles
möglich ist, was du dir vorstellen kannst. Alles , was du denken kannst
wird Realität! Alles was du dir wünschst, wird einteten, wenn du dir
es vorstellen kannst." "Dann wünsche ich mir 10 Millionen
Mark!" "Gut" "Wie? Gut? Das soll funktionieren? Das kann ich mir nicht
vorstellen!" "Eben!" Ich war beschämt. "Andere konnten sich das
vorstellen und sind Millionäre geworden. Aber vielleicht ist es ja gar
nicht dein Wunsch, Millionär zu werden. Was wünschst du dir denn am
sehnlichsten?" "Am liebsten wäre es mir, wenn alle Menschen reich
wären und jeder das machen könnte, was er will, ohne anderen dabei zu
schaden." "Ich schlage Dir eine Reise vor. Auf unserem Planeten Freegaia
haben wir dieses Ziel bereits erreicht. Du brauchst es dir nur abzuschauen und
auf der Erde zu verbreiten. Das ist unser Geschenk an euch Menschen." "Wie
kann ich denn durch das Raum-Zeit-Dingsbums..." "Stell es dir einfach vor,
ich begleite dich." Es war eigenartig. Es schien mir, als ob ich an zwei
Orten gleichzeitig war: während ein Teil von mir weiterhin im Wald
spazierenging, flog der andere mit Very durchs
Universum.
----------------------------------------------------------------------------------------------- Teil
2: Wir näherten uns einem Sonnensystem und bald schon schwebte sie vor
uns: Freegaia, ein wunderschöner blauer Planet, ganz ähnlich unserer
Erde. Sanft tauchten wir in die Atmosphäre einund landeten mitten in eines
wunderschönen Parks, ähnlich einem riesigen englischen Garten.
Unbeschreiblich schöner Duft wurde von den Pflanzen ausgeströmt. Ab
und zu huschte fast lautlos ein kleines Luftfahrzeug über unsere
Köpfe. Doch da: inmitten der Pflanzen standen Häuser. Sie sahen nicht
aus wie unsere Häuser, sie fügten sich so in die Natur ein, dass man
sie von weitem gar nicht als Häuser erkannte. Die Menschen, die uns
begegneten, grüssten alle freundlich. Sie schienen glücklich zu sein.
Mensch und Natur lebten in Harmonie zusammen.
"Wie habt ihr das alles so
hingekriegt? Kannst du mir etwas über eure Technologie
sagen?" "Technologie war noch nie ein Problem,"sagte Very, "das Problem, das
es zu lösen galt, lag im Denken der Bewohner und in der Wirtschaft. Durch
Mangeldenken hatten unsere Vorfahren sich ein Wirtschaftssystem erdacht, das
von Konkurrenzkampf geprägt war. Inzwischen ist unser Zusammenleben und
damit unsere Wirtschaft geprägt von Überfluß, Reichtum und
Liebe zur Natur und allem was existiert."
Very gab mir einen kurzen
Abriß über die Geschichte auf seinem Planeten. Vor geraumer Zeit
hatten sich einige raubende, mordende Fleischfresser (Ramofl) immer mehr an die
Macht gebracht, indem sie Kraft ihrer kriegerischen Überlegenheit
schwächere Menschen ermordet und ihrer Lebensgrundlage beraubt
hatten. Damit sich die Ramofl nicht selbst auffraßen, wurden
mächtige Gesetzbücher geschrieben, in denen jegliche Kleinigkeit
geregelt wurde. Denn Verstand und Ethik der Ramofl reichten für ein
friedliches Miteinander nicht aus. In diesen Gesetzbüchern standen aber
auch so sinnvolle Anweisungen, wie "Du sollst nicht töten". Das
mußte den Ramofl ausdrücklich gesagt werden! Während den
Raubzügen der Ramofl wurden diese Gesetze entweder außer Kraft
gesetzt, oder man definierte die Gegner als "Wilde", die es zu missionieren
oder auszurotten galt. Nach den Raubzügen führten dann
"humanistische" Ramofl gleiches Ramofl-Gesetz für alle ein. Damit wurde
Stabilität erzeugt und die neuen Machtverhältnisse
einzementiert.
Die Hauptillusion der Ramofl war das Mangeldenken. Es war
scheinbar nicht genug für alle da. Ihre Lieblingsbeschäftigung war
deshalb der Kampf bzw. Konkurrenzkampf. Es mußte Sieger und Verlierer
geben. Da Töten verboten war und die meisten Wilden sowieso schon
ermordet oder missioniert waren, verlagerten ehrgeizige Ramofl ihre
Aktivitäten auf andere Gebiete, nämlich Wirtschaft, Sport und Spiel.
In Sport und Spiel konnten sie auf relativ ungefährliche Weise ihren
Konkurrenzkampf ausleben. In der Wirtschaft hingegen führte der
Ramoflismus zu immer mehr sozialer Ungerechtigkeit. Die Kluft zwischen Armen
und Reichen wude immer größer.
Auf Freegaia gab es immer
schon Leute, die die Natur beobachteten und ihre Gesetze zu ergründen
suchten. In früheren Zeiten hatte man sie als Ketzer verbrannt. Als sich
aber später ihre Erkenntnisse militärisch nutzen ließen, wurden
sie zu Wissenschaftlern ernannt. Naturbeobachter, die keine militärisch
nutzbaren Entdeckungen brachten, nannte man Scharlatane und gab sie der
Lächerlichkeit preis. Mit der Zeit wurde das Klima liberaler und immer
mehr Staaten konvertierten zu Demokratien. Kurz vor dem Neuen Zeitalter
begannen sich die Beobachtungen der Wissenschaftler und der Scharlatane immer
mehr zu decken. Man fand Entsprechungen zwischen den Naturwissenschaften, der
Philosophie und den Religionen und begann sie auf Politik und Wirtschaftslehre
zu übertragen. Man verglich die Wirtschaft mit der Natur: Die
Natur produziert Nahrung aus sich selbst heraus und schenkt sie ihren
Lebewesen. Wenn die Natur in Ordnung ist, herrscht Überfluß, d.h. es
ist mehr Nahrung da, als gebraucht wird. Die Nahrung ist verderblich und kann
nur eine bestimmte Zeit gelagert werden. Und es gibt keine Zinswirtschaft.
Deshalb kommen Pflanzen und Tiere nicht auf die Idee, mehr zu horten, als sie
brauchen. Dadurch gibt es keine "reichen" und "armen" Tiere oder Pflanzen. Und
noch etwas: ob und wie hart Tiere für ihre Nahrung arbeiten, ist von
Lebensform zu Lebensform sehr verschieden. Jedes freilebende Tier verhält
sich seinem Wesen entsprechend. Will man ein Tier in Gefangenschaft zur Arbeit
bringen, muß man es ständig dazu antreiben. Kein Tier würde
für ein "Recht auf Arbeit" kämpfen.
Teil3:
Very
erklärt das Wirtschaftsprinzip auf Freegaia:
Die Nahrung in der
Wirtschaft ist das Geld. In der damaligen Zeit schenkte der Staat seinen
Bürgern noch kein Geld. Im Gegenteil, er forderte sogar noch Steuern von
ihnen. Es herrschte kein Überfluß an Geld, sondern der Mangel war so
groß, daß sich die Staaten jedes Jahr aufs Neue verschulden
mußten. Man achtete peinlich auf die Stabilität des Geldes, damit es
seinen Wert auch noch nach langen Zeiträumen behielt. Es gab
Zinswirtschaft, d.h. sowohl die Guthaben, als auch die Schulden wurden immer
höher. Die Bürger, setzten alles daran, Geld zu horten und
anzuhäufen. Die Reichen wurden immer reicher und die Armen wurden immer
ärmer. Und was die Arbeit betraf: die meisten Bürger verrichteten
ähnliche Arbeiten, die selten ihrem Wesen entsprachen. Obwohl sie diese
wesensfremden Arbeiten nicht gerne taten, hatten sie sich das Recht auf Arbeit
zuvor hart erkämpft. Trotz dieses Rechtes waren große Teile der
Weltbevölkerung arbeitslos. Auf der anderen Seite herrschte ein
Überfluß an Waren- und Dienstleistungsangeboten.
Die
Wirtschaft verhielt sich damals also genau entgegengesetzt zur Natur. Wir
mußten nur unsere wirtschaftlichen Gepflogenheiten umpolen und in
Einklang mit der Natur bringen. Diese Erkenntnis war der
Schlüssel zum Neuen Zeitalter!
So entwickelten wir unser neues
Wirtschaftsmodell, das noch heute auf dem gesamten Planeten praktiziert wird
und allen Beteiligten Reichtum und Glück beschert,den FREI SCHENKENDEN
STAAT.
Joytopia hat wie jeder Staat auf Freegaia die Geldhoheit. Es
produziert sein Geld aus sich heraus und schenkt es seinen Bürgern.
Zunächst hatten Joytopia und die anderen Staaten einen
General-Schuldenerlaß beschlossen. Um niemand zu schädigen,
überwiesen die Staaten den Gläubigern das ihnen zustehende Geld.
Danach wurde die Zinswirtschaft abgeschafft. Seitdem haben wir Inflation. Damit
haben wir eine "verderbliche" Währung. Es macht also keinen Sinn, Geld
über längere Zeit zu horten, da es rapide an Wert
verliert.
"Wie hoch ist die Inflationsrate auf
Freegaia?" "Anfänglich hatten wir etwas herumexperimentiert. Inzwischen
haben sich alle Staaten auf 100 % pro Jahr geeinigt. Das heißt, nach
einem Jahr hat das Geld nur noch die Hälfte seines ursprünglichen
Wertes." "Das heißt, wenn dieses Jahr eine Brezel eine Mark kostet,
kostet sie in drei Jahren 8 Mark?" "Wir unterscheiden zwischen Bewertung und
Bezahlung. Die Bewertung erfolgt in Punkten und bleibt konstant. Die Brezel mit
dem Wert von 1Punkt hat nach 3 Jahren noch denselben Wert.
Unser
Zahlungsmittel heisst FREE, das bedeutet "Freie Energie-Einheit". Der FREE
wird gekennzeichnet mit der Jahreszahl. Beispielsweise FREE 2000. Der
Umrechnungsfaktor wird monatlich angepasst. Für die
überschlägige Rechnung im Kopf merken wir uns die Werte zum
Quartalsanfang: Im 1. Quartal ist ein 1 Punkt = 1FREE, im 2. Quartal 1,2 FREE,
im 3. Quartal 1,4 FREE und im 4. Quartal 1,7 FREE. Anfang 2001 ist ein Punkt 2
FREE 2000 bzw. 1FREE 2001. In der Übergangszeit zwischen den Jahren werden
die Konten in alter und neuer Währung parallel geführt, ähnlich,
wie Ihr das jetzt mit DM und Euro macht."
"Müsst Ihr dann jedes
Jahr neues Geld drucken?"
"Wir haben schon lange auf bargeldlosen
Zahlungsverkehr umgestellt. Da gibt es kein Problem."
"Wie funktioniert
das nun im täglichen Leben?"
"Der Staat schenkt jedem Bürger
gleich welchen Alters einen monatlichen Grundbetrag von 1000
Punkten, der die Lebenshaltungskosten deckt. Eine Mutter mit zwei Kindern
erhält also einen Betrag im Wert von 3000 Punkten monatlich. Dadurch sind
Familien oder Alleinerziehende gegenüber Singles nicht mehr
benachteiligt.
"Gibt es denn noch Warenkataloge? Die
müßten ja jeden Monat neu gedruckt werden!"
"In den Katalogen
ist immer der Punktwert angegeben. Der bleibt stabil."
"Dann muss ich
den Preis immer ausrechnen?"
"Das klingt für euch vielleicht etwas
ungewohnt, aber bedenke, was alles dafür wegfällt: Steuern,
Krankenkasse, Rentenversicherung..."
"Wieso das denn?"
"Da der
Staat sein Geld selbst erzeugt, braucht er keine Steuern einzutreiben. Das
bedeutet: keine Finanzämter, keine Buchaltung, keine Schwarzarbeit und
viel weniger Verwaltung. Der Staat finanziert soziale Leistungen, wie
Gesundheitswesen, Pflege, Renten, Notfallhilfe usw. Versicherungen und
Sozialabgaben sind überflüssig geworden."
Teil
4 (Arbeit, Freies Schenken, Urheberrecht und
Umweltschutz...):
"Wer arbeitet dann denn überhaupt
noch?"
"Es ist wie in der Natur: Jeder beschäftigt sich seinem
Wesen entsprechend. Wer gerne Brot bäckt, bäckt Brot, wer gerne
musiziert, macht Musik. Manche Bürger üben mehrere Berufe aus, weil
es ihnen Spaß macht, vielseitig zu sein. Andere legen sich eine Zeit lang
auf die faule Haut. Aufgrund der hohen Inflation will jeder sein Geld
schnell ausgeben und sich dafür irgendeinen Luxus leisten. Die Wirtschaft
floriert bei uns wie noch nie. Andererseits arbeitet jeder nur soviel, wie es
ihm Spaß macht, deshalb gibt es keine Überproduktion, die die Umwelt
unnötig belastet.
"Wie haltet ihr es mit dem Umweltschutz?" "Der
Staat finanziert Projekte zum Umweltschutz. Je nach Umweltfreundlichkeit werden
Industriezweige subventioniert. Die Erforschung alternativer Energien wird
ebenfalls vorangetrieben. Außerdem wurde das Urheberrecht
abgeschafft."
"Was hat das mit Umweltschutz zu tun?" "Nun, alle neuen
Ideen und Erfindungen gehören der Allgemeinheit. Stell dir vor, wir hatten
über 100 Jahre damit vergeudet, unsere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren
anzutreiben. Entsetzlicher Gestank hatte sich über den Planeten
ausgebreitet. In manchen Großstädten wurden Sauerstoffautomaten
angebracht, wo die Leute gegen Geld frische Luft tanken konnten! Jede
Fahrzeug-Fabrik beschäftigte damals ihr eigenes Forschungs- und
Entwicklungsteam, das seine Ergebnisse geheimhielt oder patentieren ließ.
Am Ende ließ man fast jede einzelne Schraube patentieren. Kein Wunder,
daß die Entwicklung nicht voranging. Nachdem das Urheberrecht abgeschafft
war und jeder seine Ideen und Erfindungen frei verschenkte, entwickelten wir in
wenigen Monaten den Null-Energie-Antrieb! Wie bei einem großen
Puzzlespiel brachte jeder Erfinder und Entwickler seinen Stein an die richtige
Stelle."
"Du verwendest oft den Begriff "Freies Schenken". Was meinst du
genau damit?" "Freies Schenken ist ein wesentlicher Bestandteil unseres
Wirtschaftssystems. Während es früher darauf ankam, möglichst
hohe Gewinne zu erzielen, gilt es beim Freien Schenken mit möglichst wenig
Aufwand sich selbst und anderen möglichst großen Nutzen oder
möglichst große Freude zu bereiten. Dabei ist eine direkte
Gegenleistung nicht erforderlich, weil Nutzen und Freude von selbst auf den
Frei Schenkenden mehrfach zurückfallen. Ein gutes Beispiel ist der Frei
Schenkende Staat: Er braucht lediglich die Bank-Computer zu veranlassen, Geld
auf die Konten der Bürger zu überweisen, und schon gibt es keine
Armut mehr. Der allgemeine Reichtum der Bürger fällt automatisch auf
den Staat zurück. Der Staat und seine Bürger sind ohnehin ein und das
selbe. Ein anderes Beispiel ist das, was ihr Nachbarschaftshilfe nennt: Ein
Freund hilft dem anderen auf dem Gebiet, was er am besten kann, und was dieser
gerade braucht. Oder man hat einen bestimmten Gegenstand übrig, den ein
anderer gebrauchen kann. Wenn man ihn verschenkt, hat man selbst wieder Platz,
und der andere hat den begehrten Gegenstand. Da Geld sowieso im
Überfluß vorhanden ist, hat es an Wichtigkeit verloren. Wir alle
sind freigiebiger geworden und haben einen riesigen Spaß am
Schenken!"
"Wer macht bei Euch die Dreckarbeit?" "Durch die rasante
technologische Entwicklung haben Dreckarbeiten stark abgenommen. Unsere
Häuser sind mit Kompost-Toiletten ausgestattet, die absolut geruchsfrei
sind. Alles Verpackungsmaterial und die meisten Gebrauchsgegenstände sind
kompostierbar. Unsere Häuser werden im Baukastensystem gebaut, das aus
natürlichen Materialien besteht. Schwere und unbeliebte Arbeiten werden
von Maschinen erledigt. Die verbleibenden unangenehmen Arbeiten werden entweder
aufgeteilt oder entsprechend hoch bezahlt. Schon mancher hat sich mit ein
bisschen Drecksarbeit einen wundervollen Urlaub
finanziert." ____________________________
Teil 5 ( Finanzierungen,
Spiele, Schneeballprinzipien, uvam):
"Apropos finanzieren wie könnt ihr
große Beträge finanzieren, wenn das Geld ständig an Wert
verliert?"
"Kredite werden
in Punkten vergeben. Der Punktwert bleibt stabil und wird nicht verzinst. Da
die Staaten nicht mehr verschuldet sind und die Steuern wegfallen, ist der
Bedarf an Krediten drastisch zurückgegangen."
"Gibt es noch so
etwas wie Geldanlagen?"
"Ja, einmal kann
man sein Geld verleihen, also Privatkredite vergeben, zum anderen kann man sich
finanziell an Projekten beteiligen, so ähnlich wie bei Euch mit Aktien. In
beiden Fällen wird nach Punktwert abgerechnet. Allerdings ist auch der
Bedarf an Geldanlagen zurückgegangen. Schliesslich ist jeder jederzeit
versorgt. Man muss also kein Geld mehr anhäufen um schlechten Zeiten
vorzubeugen. Die Angst vor dem Nicht versorgt sein hat sich
aufgelöst.
Wir leben alle
viel mehr im Hier und Jetzt. Und im Hier und Jetzt sind wir versorgt. Oft
verschenken wir auch einen Teil unseres überschüssigen
Geldes"
"Wirklich?"
"Ja, wenn jemand
ein Projekt plant und noch Geld dazu braucht, schreibt er einen Rundbrief an
seine Freunde. Diejenigen, denen das Projekt gefällt, unterstützen
ihn und schicken den Rundbrief wieder an ihre Freunde. So kann es sein, dass er
reichliche Unterstützung von Leuten bekommt, die er vorher noch nicht
kannte. Wir nennen das auch Here and Now - Finanzierung, Finanzierung im Hier
und Jetzt."
"Und das
funktioniert?"
"Kommt auf den
Menschen und auf das Projekt an. Egotrips lassen sich so nicht finanzieren. Ihr
kennt dies Prinzip als Spenden. Meist spendet ihr für einen sogenannten
guten Zweck, um z.B. Menschen in Not zu helfen. Bei uns gibt es keine Not mehr,
aber es gibt mehr oder weniger gute Zwecke."
"Und Ihr seid
wirklich so freigiebig?"
"Einige mehr,
andere weniger. Jeder nach seinem Willen. Bedenke, wir haben das Geld sowieso
im Überfluss. Wenn wir es behalten, verliert es an Wert. Und wir bekommen
immer mehr neue Freunde, dadurch dass wir einander helfen. Wenn wir mal was
brauchen, wird uns auch geholfen."
"Die Sache
erinnert mich etwas an Kettenbriefe und Schneeballprinzip," bemerkte ich, "ich
weiß nicht, ob das bei uns erlaubt ist. Jedenfalls hat es einen
schlechten Ruf."
"Warum hat es
bei euch einen so schlechten Ruf?"
"Weil einige
wenige Leute auf Kosten vieler anderer reich werden."
"Gilt das nicht
für eure ganze Wirtschaft?"
"Doch!"
"Das
Schneeballprinzip entlarvt euer gesamtes Wirtschaftssystem! Wir benützen
das Schneeballprinzip vor allem um Informationen zu verbreiten. Es ist die
einfachste und schnellste Methode, neue Informationen unter die Leute zu
bringen. Wenn jeder die Information an durchschnittlich vier Freunde
weitergibt, ist nach 16-17 Weitergabe-Generationen eure gesamte Menschheit
informiert. Verstehst du, warum man das Schneeballprinzip in Verruf gebracht
hat?"
"Ich glaube, mir
dämmert's langsam!
"Ausserdem hat
es noch einen Vorteil: Jeder gibt nur die Informationen weiter, von deren
Richtigkeit und Wichtigkeit er überzeugt ist. Eure Massenmedien
können Euch alles erzählen, was ein paar Entscheidungsträger
bestimmen."
"Es können
aber auch Gerüchte entstehen. Das ist wie bei dem Spiel "Stille Post", wo
einer dem anderen etwas ins Ohr flüstert und am Ende etwas ganz anderes
herauskommt."
"Das stimmt.
Deshalb ist es wichtig, immer auf die Quelle, also den Urheber zu verweisen. So
kann jeder sich bei der Quelle informieren und dann entscheiden, ob er die
Information weitergibt."
"Wie soll das
gehen?"
"Auf eurer Erde
habt Ihr das Internet. Ist es nicht jetzt schon so, dass jeder, der etwas
bekannt geben will, seine Homepage hat? Es kann also jeder beim Urheber
nachlesen."
"Aber was ist
bei eurer Here and Now - Finanzierung denn anders als bei unserem
verpönten Schneeballprinzip?"
"Es ist die
Einstellung zum Mitmenschen und zum Geld. Bei uns geht es um Freies Schenken.
Wir machen anderen ein Geschenk, das helfen soll, ihre Wünsche und
Projekte zu realisieren. Da jeder Geld im Überfluß hat, das
außerdem schnell seinen Wert verliert, fällt das Schenken leicht.
Dazu kommt das Glücksgefühl, anderen geholfen zu haben. Freust du
dich nicht auch, wenn du anderen helfen kannst?"
"Ja, wenn ich es
ganz freiwillig tue, ganz gleich ob es jemand von mir erwartet oder nicht, dann
fühle ich mich wohl dabei."
"So ist das beim
Freien Schenken. Es ist absolut freiwillig und macht Spaß."
"Ich möchte
noch etwas über die Here and Now Finanzierung wissen. Theoretisch
könnte jeder ein oder mehrere solche Here and Now - Finanzierungen
anleiern. In der Summe müßte sich das dann ausgleichen."
"Einmal muss der
Zweck für die anderen plausibel sein. Ausserdem hat nicht jeder zur selben
Zeit ein grosses Projekt, für das er viel Geld benötigt. Im Neuen
Zeitalter betrachten wir das Geld nicht mehr statisch, das heißt, wir
fragen nicht mehr danach, wer wie viel Geld hat. Das statische Geld verliert
seinen Wert sehr schnell. Im Neuen Zeitalter regiert das dynamische Prinzip.
Jetzt geht es darum, möglichst viel Geld möglichst schnell zu
bewegen. Durch die Bewegung entsteht Wertschöpfung (Ein Haus, ein Auto
oder was auch immer).
Außerdem
ist nach der Ausgabe das Geld nicht weg. Es hat nur jemand anders, der es auch
wieder so schnell wie möglich ausgeben will. Dadurch entsteht wieder
Wertschöpfung und so weiter. Wir betrachten das ganze sowieso mehr als
Spiel."
"Als
Spiel??"
"Ja, das Geld
hat längst nicht mehr den Stellenwert, wie bei Euch. Da jeder genug Geld
hat, kann man niemanden mehr mit Geld zwingen. Geld ist nur noch ein
Motivationsmittel, kein Machtmittel. Alles ist spielerisch geworden. Arbeit ist
Spiel, Handel ist Spiel. Wer nicht mitspielen will, hat halt etwas weniger Geld
zur Verfügung, aber immer noch mehr als genug zum Leben."
"Gibt es dann
noch so was wie Konkurrenzkampf?"
"Im
spielerischen Sinne ja. Sicher sind manche "Spiele" erfolgreicher als andere.
Aber es kann keine wirklichen Verlierer geben." "Werden die "Spiele" vom Staat
kontrolliert?" "Da der Frei Schenkende Staat keine Steuern kennt, besteht kein
Grund dazu. Überhaupt sieht sich der Staat nicht mehr als Kontrollorgan,
sondern als die Gesamtheit seiner Bürger. Staat und Bürger sind eins.
Insofern hat der Staat nur ein Interesse: die Interessen seiner Bürger zu
fördern."
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Teil 6:
"Jetzt bewegt mich noch eine wichtige Frage: Wie habt ihr
den Übergang vom alten zum Neuen Zeitalter bewerkstelligt? Wie habt ihr
JOYTOPIA geschaffen? Hat es Widerstände gegeben? War der Übergang
gewaltfrei möglich?" "Du erinnerst dich, daß kurz vor dem
Übergang die meisten Staaten schon Demokratien waren. Das war sehr gut so.
In einer Demokratie kann man alles ändern, wenn man die nötige
Mehrheit hat. Weißt du noch, wie auf deinem Planeten sogar in Diktaturen
friedliche Veränderungen vollbracht wurden? Ich denke an Indien oder an
die Wiedervereinigung Deutschlands. In Demokratien ist das noch viel
leichter. Es begann damit, daß auf Freegaia einige Bürger die
neuen Gesetzmäßigkeiten entdeckten und zu einem Staatsmodell
formten. Dieses Modell des FREI SCHENKENDEN STAATES nannten sie JOYTOPIA und
verbreiteten es nach dem Scheeballprinzip. Sie schrieben ein Papier und gaben
es an Freunde weiter. Diese gaben Kopien des Papers an ihre Freunde und so
weiter. Andere verbreiteten den Text in Computernetzwerken. Das ging dann noch
schneller. Der Text wurde in viele Sprachen übersetzt und in alle
Länder verteilt. Nach ca 16 Weitergabe-Generationen war die gesamte
Bevölkerung informiert. Parallel dazu begannen Freundeskreise das
Modell experimentell zu erproben. In Tauschkreisen, die damals eine Art
Ersatzwährung hatten, begannen sie den FREI SCHENKENDEN Staat zu
simulieren. Andere erprobten die Here and Now - Finanzierung und das FREIE
SCHENKEN im Geschäfts- und im Privatleben. Die Ergebnisse wurden
zusammengetragen und das Modell wurde immer mehr verfeinert. Als es perfekt
war, wurden weltweit Wahlen veranstaltet. Das Ergebnis war überragend: Der
weitaus größte Teil der planetarischen Bevölkerung sprach sich
für das neue Modell aus." "Gab es auch Widerstände?" "JA!
anfänglich hatten viele Leute Angst um ihren Besitz. Die planetarischen
Banken, die die Staatsverschuldung mitverursacht hatten, versuchten zu
sabottieren, wo sie nur konnten. Die weltweite Aufklärung, die sich
vollzog und die Bevölkerung des ganzen Planeten zum Erwachen brachte,
brachte dann auch den Umschwung: Es begannen selbst Mitglieder der
planetarischen Banken, sich für das neue Modell auszusprechen. So
löste sich der anfängliche Widerstand in Frieden und Wohlgefallen
auf." "Ging nach der erfolgreichen Wahl dann alles
glatt?" "Natürlich gab es Anfangsschwierigkeiten. Die standen aber in
keinem Verhältnis zu den Problemen des alten Zeitalters." "Lieber Very,
guter Freund! Ich danke Dir von Herzen für diese Informationen! Eine
letzte Frage habe ich noch, bevor ich zurückgehe: Wo genau liegt
Freegaia?"
"Eben war es noch auf einem anderen Stern. Jetzt ist es tief
in deinem Herzen. Viel
Glück!"
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Alles
Liebe und Gute Bernd
verygoodfriend@aol.com
Obiger Text wurde von
folgender Seite entnommen: Tolzin
Tip von Alfred Prunner Das Buch
"Moneymaker" hat in ähnlicher Weise beschrieben, wie unser
Finanzsystem entstanden ist und wie es auch funktionieren könnte,
Beschreibung aber ebenfalls in dieser verspielten Form. Edition Pandorra,
ISBN 3-89539-293-6 |