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16.07.2003 Rainer Rupp Junge Welt
Rezeptur für den Krieg
Mit einer neuen Strategie will die US-Regierung Pjöngjang provozieren
Ende Mai hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Ausarbeitung einer neue Strategie für einen Konflikt mit Nordkorea in Auftrag gegeben: »Operational Plan 5030«. Die Existenz von OPLAN 5030 samt einiger Details wurde jetzt in einem Artikel des amerikanischen Nachrichtenmagazins US News and World Report (US-News) enthüllt. Dabei seien Elemente des Plans »derart aggressiv, daß sie einen Krieg provozieren könnten«, so das Magazin unter Berufung auf hohe US-Beamte.

OPLAN 5030 verleiht z.B. den US-Kommandeuren in der Region die Autorität, gefährliche Manöver mit dem Ziel zu beginnen, die sehr begrenzten Reserven strategisch wichtiger Ressourcen der Nordkoreaner, wie z.B. Flugbenzin oder Treibstoff für LKW und Panzer, aufzubrauchen. Durch nicht angekündigte grenznahe US-Manöver soll Nordkorea immer wieder in Alarmzustand versetzt werden. Auf diese Weise hofft man, Erkenntnisse über die Lage der Kommunikationsknotenpunkte, der militärischen Kommandozentralen und deren Zusammenspiel im Ernstfall zu bekommen.

»Einige Dinge, die von Fargo (Admiral Fargo, US-Oberkommandierender für den Pazifik) verlangt werden, sind ziemlich provokant«, beurteilte ein US-Regierungsbeamter den Plan in US-News. Für einen regulären Krieg gegen Nordkorea hat das US-Militär selbstverständlich schon lange Pläne in den Schubladen, wie z. B. OPLAN 5026 oder OPLAN 5027. Diese stimmen unterschiedliche Kriegsphasen aufeinander ab und regeln das Zusammenspiel zwischen Marine, Luftwaffe und Heer. OPLAN 5030 unterscheidet sich von diesen Plänen dahingehend, daß es bei ihm ausschließlich um die Einleitung einer Vorkriegsphase geht. So verwundert es nicht, daß sogar Beamte aus dem US-Regierungslager gegenüber US-News den Plan als »gefährlich« kritisierten, weil er die Trennlinie zwischen Krieg und Frieden verwische.

So sieht OPLAN 5030 vor, mit den US-Spionageflugzeugen RC-135 noch näher als bisher entlang des nordkoreanischen Luftraums zu fliegen, um auf diese Weise Pjöngjang zu zwingen, Abfangjäger zu starten und kostbares Kerosin zu verbrennen. Mit überraschenden Militärmanövern sollen US-Kommandeure das nordkoreanische Militär in die Bunker treiben, wo sie die Vorräte an Lebensmittel und anderen Ressourcen aufbrauchen würden. Außerdem beinhaltet OPLAN 5030 eine Reihe von taktischen Operationen zur Verbreitung von Desinformationen.

Hinter dem Plan stünden die gleichen Kräfte, die sich zuvor für einen »Regimewechsel« im Irak mit Hilfe eines Krieges eingesetzt hatten, urteilt US-News. In der Tat deutet alles darauf hin, daß OPLAN 5030 eine Blaupause für Provokationen ist, um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Falls Nordkorea darauf reagiert und z. B. ein US-Spionageflugzeug, das in seinen Luftraum eindringt, abschießt, wird es damit den USA den Vorwand und die »Rechtfertigung« zu einem Krieg liefern.

Als kürzlich der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz im Rahmen seiner Asien-Tour auch Südkorea besuchte, hatte er mit einer »sofortigen und vernichtend effektiven Antwort«, gedroht, falls Pjöngjang seine »Aggressionen« fortsetze. Zugleich hatte er eine Umstrukturierung der im Süden stationierten US-Streitkräfte befohlen. Aus ihren neuen Positionen heraus sollen sie besser in der Lage sein, einen mobilen Krieg gegen den Norden zu führen. Die Volksrepublik hat daher wiederholt unterstrichen, daß sie sich mit der Entwicklung von Atomwaffen gegen die Aggressionspläne der USA schützen will.

In der vergangenen Woche habe Pjöngjang die Bush-Regierung wissen lassen, daß es ausreichend Plutonium produziert habe, um ein halbes Dutzend Atomwaffen herzustellen, und daß sie damit schnell beginnen würden, berichtete die New York Times am Montag unter Berufung auf hohe Regierungsbeamte in Washington.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.