Wie die New York Times
am Sonntag berichtete (Registrierung notwendig) wurden bereits ab der
Mitte des Jahres 2002 gezielte Militärschläge
gegen den Irak durchgeführt, um einen Angriff auf das Land zu
erleichtern.
Der "Southern Focus" genannte Plan hatte die
Zerstörung des irakischen Kommunikationsnetzwerks aus Lichtwellenleitern,
das von der irakischen Regierung für die militärische Kommunikation
genutzt worden war, zum Ziel. Außerdem wurden entscheidende
Kommandozentralen, Radarstationen und andere wichtige militärische Ziele
zerstört.
Die Angriffe waren der Öffentlichkeit als Reaktionen
auf irakische Verletzungen der Flugverbotszone im südlichen Irak
erklärt worden.
Generalleutnant T. Michael Moseley sagte in einem
Interview, daß 606 Bomben auf 391 sorgfältig ausgewählte Ziele
abgeworfen worden sind.
"Es bot General Franks eine Reihe von
Gelegenheiten und Möglichkeiten", sagte er. Es ist anzunehmen, daß
die Zerstörung der Ziele die Kommunikation innerhalb des irakischen
Militärs stark geschwächt hat, was eine weitere Erklärung
für das schnelle Vorrücken der amerikanischen Soldaten sein
dürfte.
Die Enthüllung des Plans ist Teil einer Auswertung des
Kriegs durch Moseley, um neue militärstrategische Erkenntnisse aus dem
Irakkrieg zu gewinnen. Diese Erkenntnisse waren am Donnerstag auf der Nellis
Air Force Base im US-Bundesstaat Nevada vorgestellt.
Nicht nur, daß diese
Enthüllung zeigt, daß der Irakkrieg schon Mitte des vergangenen
Jahres beschlossen war, es handelte sich auch um eindeutig kriegerische
Handlungen, und das zu einem Zeitpunkt, da die USA noch nicht einmal versucht
hatten, eine Resolution durch den UN-Sicherheitsrat zu bekommen, die einen
Krieg legitimiert hätte.
Die Veröffentlichung ist ein weiterer
Beleg dafür, daß die USA nicht befürchten, wegen eines Bruchs
des Völkerrechts belangt zu werden.
URL: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/international/?cnt=254522
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