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| 19.07.2003 |
Jim Lobe, Washington (IPS) |
Junge
Welt |
Indonesiens Militär von US-Verteidigungsministerium
umworben. Menschenrechtler warnen Jüngste Berichte über die
Freigabe von US-Geldern zur Schulung indonesischer Militärs lassen bei
Menschenrechtsgruppen die Alarmglocken schrillen. Die Organisationen
argumentieren, daß eine Durchführung der Übungen angesichts
massiver Übergriffe der indonesischen Armee auf Zivilisten ein falsches
Zeichen setzen würde. Sie verweisen zudem auf die Empfehlung eines
US-Senatsausschusses, vor einer weiteren Unterstützung die Untersuchung
des gewaltsamen Todes von zwei US-Bürgern in Westpapua abzuwarten.
US-Strategen wie der Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz haben
großes Interesse daran, Indonesiens Generäle zu strategisch
wichtigen Verbündeten im Kampf gegen den »internationalen
Terrorismus« zu machen. Wolfowitz hat immer wieder betont, die
militärische Zusammenarbeit mit Indonesien werde dazu beitragen, die
Streitkräfte des südostasiatischen Landes »auf die Einhaltung
der Menschenrechte zu verpflichten«. Die Nichtregierungsorganisationen
(NGOs) hingegen weisen darauf hin, daß in der Zeit der größten
militärischen bilateralen Zusammenarbeit die schlimmsten Verbrechen gegen
die Menschlichkeit begangen wurden.
»Seit mehr als drei
Jahrzehnten stehen sich US-amerikanische und indonesische Militärs sehr
nah, ohne daß wir Reformen entdecken konnten«, sagt dazu Ed
McWilliam, ein ehemaliger Beamter im US-Außenministerium. Er war von 1996
bis zum vorläufigen Abbruch der militärischen Zusammenarbeit 1999
wegen schwerer Menschenrechtsverstöße in Osttimor Berater der
US-Botschaft in Jarkarta.
Die Gewalt, die 1 000 Timoresen das Leben
gekostet hat und Zehntausende zu Vertriebenen machte, führte zu der
Intervention einer australisch geführten multinationalen Einsatztruppe und
letztlich zur Unabhängigkeit Osttimors. »Die schlimmsten Greueltaten
der indonesischen Armee fanden statt, als wir uns dort besonders stark
militärisch engagiert haben«, bestätigt McWilliam die Ansicht
der NGOs.
Der Betrag, der die Teilnahme Indonesiens am Internationalen
Militärischen Ausbildungs- und Trainingsprogramm (IMET) der USA kosten
würde, erscheint mit 400000 US-Dollar verschwindend gering. Die
indonesischen Streitkräfte jedoch könnten die Zusammenarbeit als
Bestätigung ihrer blutigen und international kritisierten Operationen
gegen die Rebellen in der Unruheprovinz Aceh verstehen. Im erdgasreichen Aceh
im Norden Sumatras findet derzeit die größte Militäroffensive
seit der Invasion in Osttimor 1975 statt. Die Weltorganisation gegen Folter
(OMCT) mit Sitz in Genf geht davon aus, daß etwa 1 000 Zivilisten den
Säuberungsaktionen indonesischer Militärs zum Opfer gefallen sind.
40000 Menschen sind aus ihren Dörfern geflohen. |
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