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 08.08.2003    Junge Welt
Irak: USA setzten Napalm ein
Enthüllung des ARD-Magazins »Monitor«. Verheerender Bombenanschlag in Bagdad
Die USA setzten im Irak-Krieg Napalm ein. Das wurde am Donnerstag bekannt. Vertreter der US-Truppen und des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums haben den Einsatz von völkerrechtlich geächteten Napalm-Bomben im Irak-Krieg zugegeben. Laut Ankündigung des Westdeutschen Rundfunks vom Donnerstag nachmittag sollte darüber das ARD-Magazin »Monitor« gestern abend berichten. Demnach bestätigte Joseph Boehm, Oberst des US-Marine- Corps in San Diego, gegenüber »Monitor«, daß die US-Truppen bei ihrem Marsch auf Bagdad Napalm verwendet haben. »Wir haben 30 Kanister in einem 30-tägigen Krieg verwendet«, erläuterte der US-Militär. »Es kam einige Male zum Einsatz, als die Marines sich auf ihrem Marsch Richtung Bagdad befanden.«

Bei den aus der Luft abgeworfenen Bomben handelt es sich um Bomben des Typs »MK 77«, eine Weiterentwicklung der Napalm-Bomben, die von den USA im Krieg gegen Vietnam verwendet wurden und seitdem international geächtet sind. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bestätigte gegenüber »Monitor« den Einsatz der Bomben im Irak-Krieg. »Ich kann bestätigen, daß MK-77-Feuerbomben im Gebiet von Safwan Hill an der irakisch-kuwaitischen Grenze abgeworfen wurden,« erläuterte Colonel Mike Daily schriftlich gegenüber dem ARD-Magazin. Bisher hatte das Pentagon die Verwendung von Napalm im Irak-Krieg stets bestritten und entsprechende Vermutungen von Journalisten, die mit den US-Truppen im Einsatz waren, zurückgewiesen.

Nach Aussagen von Professor Hans-Joachim Heintze vom Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum ist der Einsatz dieser Bomben »völkerrechtswidrig, weil sie unterschiedslos wirken, in gleicher Weise Zivilisten und militärische Ziele beschädigen und weil sie unnötige Leiden bei den Opfern verursachen.«

Derweil starben in Bagdad am Donnerstag bei einem Bombenanschlag auf die jordanische Botschaft mindestens elf Menschen. Fast 60 weitere wurden verletzt. Amman bestätigte zunächst nur acht Tote. Einem irakischen Polizisten zufolge entwickelte die Autobombe vor der Botschaft eine gewaltige Wucht. Der Anschlagsort bot ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Autos wurden komplett zerstört. Die Mauer um das Botschaftsgebäude war teilweise weggerissen. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt. Exakt eine Woche vor dem Attentat hatten zwei Töchter des entmachteten irakischen Staatschefs Saddam Hussein in Jordanien Asyl gefunden. Die Regierung in Amman wollte jedoch keinen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen einräumen. Jordanien gehört zu den engsten Verbündeten der USA im Nahen Osten.

(OTS/AP/AFP/jW)


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