Anlaß: Diese kluge Sendung:
http://www.ndrtv.de/panorama/20030821/verschwoerung.html
Ihr Beitrag: Panorama vom 21.8.03
Juden, BKA und CIA - Absurde
Verschwörungstheorien zum 11. September
war eine wirkliche
journalistische "Meisterleistung".
Haben Sie überhaupt
recherchiert? Geschweige denn z.B. das neue Buch von Bröckers/Hauß
überhaupt gelesen?
Sich auf Webseiten schlau gemacht die von
Angehörigen der Opfer betrieben wird?
Zum Beispiel
http://www.unansweredquestions.org/
Statt dessen Mischmasch mit
Rechtsradikalen ( Ich bin mir ziemlich sicher das Erscheinen Horst Mahlers auch
bei www.hintergrund.de war kein Zufall- es reicht ja wunderbar um die gesamte
Palette der Fragen zu diskreditieren! )
und absolut lächerliche
Verschwörungen, die munter in einen Haufen mit den durchaus
ernstzunehmenden Fragen Bröckers und Hauß in einen Topf geworfen
werden, wie ich sie auf der von Ihnen verlinkten Seite
http://www.klug-suchen.de/wtc/ finde.
Ist das ernsthafter,
seriöser Journalismus?
Warum beantworten Sie nicht die
500 Fragen zum 11.9. die ich Ihnen bei Bedarf gerne schicke?
Was sagen Sie zu solcher
Rezension, zugebenermaßen bestimmt von einer unseriösen Quelle?
http://www.powermetal.de/book/anzeigen.php?id_book=103
Fakten, Fälschungen und
die unterdrückten Beweise des 11.9. (Bröckers, Mathias - Hauß,
Andreas)
Wenn man der gleichgeschalteten
und sich selbst schulterbeklopfenden Massenmedien-Berichterstattung die letzten
zwei Jahre gefolgt ist, so hat man vermutlich inzwischen das "Märchen von
Osama und den 19 Räubern" tiefeninhaliert und durch beständiges
Nachkäuen aus dem Reich der Mythen in die Welt der Wahrheiten empor
gehoben. Die Geburtshelfer dieser herrlich simplifizierenden und wunderbar
schwarz-weiß gemalten Feindbild-Projektion üben sich -
unabhängig ihrer vorherigen Äußerungen und Einstellungen;
Wendehals-Journalismus vom Feinsten - seither massiv bemüht darum, jedwede
anders geartete Sichtweise als "Verschwörungstheorie" zu degradieren und
zumindest ins Lächerliche zu ziehen. Es zeigt sich allerdings ganz
deutlich, dass gerade die konstruierte Mogelpackung, welche die amerikanische
Regierung und ihre Medienpropaganda (eigentlich recht schlampig, aber
erstaunlich effektiv) erschaffen haben, nichts anderes präsentiert als
eben eine waschechte Verschwörungstheorie. Im Zuge des verzweifelten
Selbstverteidigungsversuches der `etablierten` Presse macht diese auch bei
verdienten und zweifelsfrei fachkundigen Persönlichkeiten wie Andreas von
Bülow keine Ausnahmen (siehe Kommentar und Link am Ende des Textes) und
scheut nicht davor zurück, ausgesprochen persönlich und aufbrausend
zu reagieren (ein Fest für jeden Psychoanalytiker) oder mit dem immer
wieder wirksamen Spott und Hohn aufzufahren, natürlich bar jeder
wirklichen Argumentationslinie. Damit würdigen sie sich selbst allerdings
nur noch mehr herab, als sie dies durch ihr Todesurteil über den
investigativen Journalismus ohnehin schon tun.
Besonders angetan hat es
ihnen aber der Sturmdränger Mathias Bröckers, der zehn Jahre den
Kulturteil der taz leitete, für "Die Zeit" und "Die Woche" tätig war
und insbesondere der Netzgemeinschaft durch seine Artikelserie und verschiedene
Kommentare im Web-Magazin Telepolis bekannt sein dürfte. Im September 2002
erschien bei Zweitausendeins sein Buch "Verschwörungen,
Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.", das inzwischen in
die 33. Auflage ging und dessen Verkaufszahlen sich direkt hinter Bohlen`s
Machwerk "Nichts als die Wahrheit" bewegten - nur bekam man davon nichts mit,
denn Bücher von Zweitausendeins gibt es eben nur dort zu kaufen, daher
tauchen sie auch in keiner Verkaufsstatistik und damit auch in keiner
Bestsellerliste auf.
Gemeinsam mit Andreas Hauß
vom Internationalen Institut für Medienanalyse und Friedensforschung hat
sich Bröckers nun an eine Bestandsaufnahme der Untersuchungen zur Akte
9/11 gemacht, und Ende Juli haben sie ihre gemeinsame Anklageschrift "Fakten,
Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9."
veröffentlicht, die natürlich direkt wieder in unsachlichster Weise
und peinlicher Selbstbloßstellung von den Massenmedien verbellt wird. Die
ersten beiden Auflagen waren bereits vor Erscheinen ausverkauft und
Zweitausendeins rotiert im Blätterwald, um mit dem Interessenansturm
mitzuhalten. Gemäß einer aktuellen Umfrage der ZEIT ist jeder
Fünfte in Deutschland davon überzeugt, dass die US-Regierung bei den
Anschlägen die Finger im Spiel hatte, bei den
Unterdreißigjährigen ist es gar jeder Dritte. Knapp 70 Prozent der
Deutschen gehen davon aus, dass sie über die wahren Details nicht
vollständig informiert werden. Wie sieht es
aktuell in Amerika damit aus? Diese Information kann man gleich auf der ersten
Seite des neuen Buches nachlesen, und da fällt dem Rezensenten geradezu
das Frühstück aus dem Gesicht: "Nach einer CBS-Umfrage im Februar
2003 halten mittlerweile 42 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner Saddam
Hussein für den Hauptverantwortlichen der Anschläge und die
Flugzeugentführer mehrheitlich für Iraker. Und im März
antworteten bei einer CNN-Umfrage auf die Frage, ob Saddam Hussein in diese
Anschläge `persönlich involviert` sei, 72 Prozent mit einem `sehr
wahrscheinlich oder wahrscheinlich`." Man beachte die in Zusammenhang
gebrachten Namen und Herkunftsländer - ich glaube, die dressierten
Nationalhymnensänger verwechseln da etwas sehr Grundlegendes, aber wer
kann bei den ganzen Kriegen für Frieden und Freiheit schon die einzelnen
Protagonisten und Länder auseinander halten, nicht wahr, zumal die so
angenehm handliche "Achse des Bösen" diverse Kleinigkeiten ohnehin
nivelliert.
"Fakten, Fälschungen und die
unterdrückten Beweise des 11.9." ist nun keine aufgewärmte Version
des Vorgängerbuches, sondern zum einen ein kritischer Blick auf die
aktuelle Sachlage zum 11.9., zum andren ist die Schwerpunktsetzung auch anders
gelagert als bei Bröckers Einzelarbeit. Bis auf die jeweils von
Bröckers allein verfasste Einleitung und das Nachwort "Lügen haben
kurze Beine" bleiben die gemeinsam Feder führenden Autoren dicht an den
Ereignissen des 11.9. selbst. Somit wird diesmal weitgehend auf Exkurse zum
"Weg des Geldes", zur Vergangenheit derzeitiger politischer
Entscheidungsträger, zu Verflechtungen zwischen den Geheimdiensten oder zu
Vorgängen in Afghanistan und Pakistan verzichtet. Anhand einer
beeindruckenden Fülle von - nicht selten sofort wieder verschwundenen oder
ignorierten - Medienberichten aus aller Welt, größtenteils aus den
sog. "renommierten" und "seriösen" Fachblättern, trägt das
Autorenteam eine völlig andere Darstellung der Ereignisse zusammen und
stellt wie bereits vor einem Jahr eine schier endlose Zahl von Fragen, die noch
immer nicht beantwortet wurden. Die Unmenge an offensichtlichen Halbwahrheiten,
Lügen und Unstimmigkeiten lässt den Leser schwindlig werden; an
einigen Stellen empfiehlt es sich wirklich, Bröckers Vorgängerbuch
oder seine Artikelserie gelesen zu haben, um den Überblick zu behalten.
Und dass, so eine resultierende Feststellung der Beobachtungen, von offizieller
wie auch Presseseite aus kein wirkliches Interesse an tieferer Wahrheitssuche
besteht, wird bereits an Unstimmigkeiten und schlichtweg blankem Unsinn
deutlich, der durch die Medienlandschaft ventiliert wurde und bereits bei
oberflächlicher Betrachtung als Humbug oder Propaganda-Ente enttarnt
werden kann. Die Autoren nehmen auch weitestgehend Abstand von allzu
verzweigten Verschwörungszusammenhängen, Vermutungen und Hypothesen,
sondern hangeln sich knallhart an den immer wieder reproduzierten `Fakten`
entlang, die sie bloßstellen und in Widerspruch zur Wirklichkeit setzen;
der Schritt von Verschwörungstheorien zu Verschwörungsfakten ist
längst vollzogen.
Ich möchte ein wenig die
betrachteten Details umreißen, die letztlich keinen anderen Schluss
zulassen als den, dass demokratische Regierungen ihr Volk an der Nase
herumzuführen versuchen. Nach der lesenswerten und wichtigen Einleitung
widmen sich Hauß & Bröckers zunächst der allzu schnell
verkündeten `Wahrheit` von Osama und den 19 Räubern, insbesondere
sehen sie sich die 19 Übeltäter einmal genauer an.
Wenn dann
belegbar nachgewiesen wird, dass die allzu schnell präsentierte und noch
immer unveränderte Liste mindestens sechs lebende Personen (wie
unschicklich für Selbstmordattentäter) enthält, die sich teils
nie in den USA aufhielten; dass es von einigen der benannten `Terroristen`
Doppel- und Dreifachgänger zu geben scheint; dass mit diesen
präsentierten Listen so einiges im Argen liegt und die Originaldokumente
noch immer unter Verschluss sind; dass so mancher der mutmaßlichen
Terroristen in US-Militäreinrichtungen ausgebildet wurde; dass die meisten
Attentäter - neben einigen hundert andren arabischem Schülern - in
der gleichen Flugschule in Florida ausgebildet wurden, die zudem einem Freund
von Gouverneur Jeb Bush gehört (der übrigens persönlich direkt
nach den Anschlägen sämtliche Flugschulunterlagen mit einer
Transportmaschine abholte); und dass sich verschiedene Geheimdienste an diesem
Ort praktisch seit Jahrzehnten die Klinke in die Hand geben und die
verdächtigten Personen seit geraumer Zeit unter geheimdienstlicher
Observierung standen - nun, dann ist offensichtlich (sic) einiges faul im
Staate von "BrainWashington" und unmöglicher Begrenztheit.
Sodann widmen sie sich den
fehlenden oder stets als Indizien angeführten Beweisen rund um den 11.9.:
Fragen zum Verbleib von Attentäter-Leichen, zu den offenkundig falschen
Passagierlisten, zu den ominösen und für die Rekonstruktion des
Tathergangs wesentlichen Handy-Anrufen und weiteren angeblichen Telefonaten
zeigen, dass hier "Beweise, die nichts beweisen" konstruiert wurden.
"Eine kurze Geschichte des
Nichtfliegens" untersucht, warum während des gesamten Ablaufs keinerlei
Einsatztruppen auftauchten, nicht einmal über der best gesicherten
Lufthoheit der Welt. Ein akribisch dargelegter Zeitablauf sowie das genaue
Flugverhalten der Entführer und verschiedene Aussagen von offizieller
Seite und aus den Einsatzzentralen offenbaren so manche Unstimmigkeit, um nicht
zu sagen: völlig absurde Zufälle. Statt dessen tauchen seltsame
Flugzeuge auf, die eigentlich gar nicht hätten vor Ort sein dürfen -
und nähere Betrachtungen legen nahe, dass wohl ein wenig "ferngesteuert"
nachgeholfen wurde.
Aber nicht nur die Militärs
waren ausgesprochen untätig (natürlich muss inzwischen eine absurde
"Inkompetenztheorie" dafür herhalten), auch die Entscheidungsträger
der Regierung haben sich genüsslich im Nasebohren geübt in der
kritischen Zeitphase. Und so fragen sich die Autoren: "Wer tat was wann am
11.9.?" Der dargelegte Zeitplan zaubert ein paar hübsche Fragezeichen
über des Lesers Haupt. Sehr hilfreich ist hier eine tabellarische
"Timeline".
Es stellt sich die Frage nach dem
"Vorauswissen" der involvierten Dienste und Persönlichkeiten, und dieser
Frage gehen Bröckers & Hauß natürlich nach, wobei sie auch
hier nicht abschweifen und dicht am Geschehen und seiner Vorgeschichte bleiben.
Zufällig zuvor stattgefundene Terror-Simulationen im Pentagon und bei der
CIA werden unter die Lupe genommen, ebenso zufällige Neubaumaßnahmen
genau im betroffenen Pentagonflügel oder einige sehr interessante,
natürlich ebenso zufällige, Zusammentreffen unmittelbar vor oder
während des 11.9.
Mohamed Atta (oder zumindest
einer seiner Inkarnationen) und seinem Umfeld widmet sich das nächste
Kapitel, wobei dessen Verflechtungen mit allerlei geheimdienstlichen
Organisationen in Pakistan, Deutschland und den USA von Interesse sind. In
diesem Zusammenhang wird die bereits oben erwähnte Flugschule in Venice
bedeutsam und damit komme ich auf den dem Buch beigefügten Dokumentarfilm
"Mohamed Atta and the Venice Flying Circus" zu sprechen. Faszinierenderweise
gelang es dem Autor und Freien Journalisten Daniel Hopsicker nicht, dieses
brisante und vor Ort recherchierte Material in der Presse unterzubringen, nicht
einmal die "Yellow Press" zeigte sich interessiert, was ich wiederum
ausgesprochen interessant finde. Ohne Letztbearbeitung, aber immerhin mit
deutschen Untertiteln versehen, liegt die 60-minütige Dokumentation auf
SVCD bei und fügt somit dem Buch die noch fehlender Prise hautnahen
Investigations-Journalismus` bei.
Das Kapitel "Nichtermittlungen"
nimmt sich der "Elefantenspuren" fabrizierter Beweise an, aber ebenso der Liste
von zurückgehaltenen oder merkwürdigerweise verschwundenen Beweisen,
die bislang Hörensagen bleiben müssen. Die blockierten
Ermittlungsversuche und Ergebnisse eher suspekter Ermittlungsausschüsse
werden ebenfalls beleuchtet.
Im umfangreichen Nachwort zieht
Bröckers noch einmal Resümee, zeigt weitere Ergebnisse heutigen
Wissensstandes auf, widmet sich der Vorgeschichte des "Dschihad Inc. - made in
USA", präsentiert sodann drei mögliche Szenarien, die das vorgelegte
Material zusammenfassend erklärbar machen, und schließt mit einigen
Gedanken zu Europas Rolle in den US-amerikanischen Strategien (die
übrigens in der nunmehr Wirklichkeit gewordenen Fassung bereits seit
etlichen Jahren ausgearbeitet und zu Papier gebracht waren).
Zum Anhang gilt es noch einige
Sätze zu verlieren: Neben dem Register findet sich ein Quell- und
Belegverzeichnis, das zum Großteil aus Internetadressen besteht. Dies
wurde natürlich sofort von der Mainstream-Presse als Beweis dafür
angeführt, dass das Buch blanker Unsinn sein muss (ebenso wie beim
Vorgänger), was aber natürlich selbst wiederum Quatsch ist. Da es
sich in erster Linie um Berichte der "seriösen" Pressewelt handelt, spielt
es wohl kaum eine Rolle, ob man auf das Druckwerk verweist, das sich der
geneigte Leser erst mühevoll zusammensuchen müsste, oder ob man
direkt auf den identischen Inhalt im Web verlinkt. Faktisch macht das keinen
Unterschied, es hat für die "Verbrennt ihn!"-Brüller nur den
deutlichen Nachteil, dass jeder Leser sich, sofern die Artikel noch online sind
oder die Datenbank von google Kopien gespeichert hat, unmittelbar mit den
Originalquellen auseinander setzen kann. Es sei denn natürlich, die
Meister der amtlichen Verschwörungstheorie-Theorie unterstellten, dass
gelangweilte Hacker die online-Inhalte von SPIEGEL, ZEIT, FAZ, TIMES etc.
massiv verändert hätten, nicht wahr.
Abschließend findet sich im
Buch noch eine Abschrift des deutschen Wortlautes zum beigelegten
Dokumentarfilm; zum einen zur besseren Handhabe, zum andren für jene
Leser, die Probleme mit der SVCD haben sollten.
Was im Gesamtbild bleibt, ist
eine fabelhaft geschriebene und sauber recherchierte, aber zugleich geradezu
erschreckende Anklageschrift und Beweisführung (bzw. -widerlegung), ein
Appell an den gesunden Menschenverstand, an demokratische Rechte, eine
Bloßstellung von Informationsbetrug, Amtsmissbrauch, Lug und Trug und
politischem Verrat auf höchsten Ebenen, die zusammen mit dem
Vorgängerbuch jedes politische Weltbild erschüttern dürfte und
für einen aufgeklärten und demokratisch-rechtlich überzeugten
Bürger, der nicht länger tumber Spielball ihn ausnutzender und
irreführender Kräfte sein will und dem "Pearl Harbor des 21.
Jahrhunderts" keine weitere Chance gibt, schlichtweg zur Pflichtlektüre
gehört. Punkt.
Bestimmt sind wir
mittlerweile Tausende kritische Nachfrager alles Spinner und
Verschwörungsidioten, die sich auf solch zwielichten Seiten wie
www.freace.de und www.feldpolitik.de rumtreiben. Ihr Programm ist für uns
allenfalls eine Belustigung. Wir können immer schön sehen wie
verzweifelt ein bestimmter Schein aufrecht erhalten wird- die Wahrheit ist
totzdem nicht aufzuhalten!
MfG
Dirk Gerhardt alias
Sitting-Bull