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„Hitler Buddha Krishna – Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute“

Hallo!

Nach arbeitsbedingter Forenabstinenz melde ich mich mit der angekündigten Rezension zum neuen Buch „Hitler Buddha Krishna – Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute“ von Victor und Victoria Trimondi (bürgerliche Namen: Herbert und Marianne Röttgen) zurück.

Das Autorenpaar hatte bereits kurze Abstecher in dieses äußerst brisante Thema in ihrer letzten, doch recht bekannten Buchpublikation „Der Schatten des Dalai Lama – Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus“ unternommen, das ich trotz seiner vielen Hundert Seiten, die noch dazu nicht immer einfach zu verstehen sind, recht zügig gelesen habe. Dies gestaltete sich für mich auf den 638 Seiten inklusive Anhang für den neuen Wälzer wiederum ähnlich.

Ich war besonders auf dieses Buch gespannt, da die Verfasser bereits bei „Der Schatten des Dalai Lama“ schon seitenlange Auszüge aus Miguel Serrannos „Das goldene Band - esoterischer Hitlerismus“ gebracht hatten, die mich so sehr fesselten, das ich mir über die bekannten Suchmaschinen im Netz diese Schrift des ehemaligen chilenischen Botschafters zugänglich machte. Doch das war nicht der einzige Grund: denn die Autoren versprechen, nicht etwa 1945 mit ihren Betrachtungen innezuhalten, sondern auch bis zum heutigen Tage Licht in jenes Dunkel zu bringen, das von der übrigen Presse meines Erachtens eher verdunkelt als beleuchtet wird.

Tatsächlich gliedert sich das Buch dann auch in zwei Teile: einmal die Situation bis 1945 und die Situation von 1945 bis heute. Die Verfasser machen übrigens aus ihrer ehemals zu der 68er Szene nahestehenden Gesinnung und ihrer daraus zwangsläufig resultierenden Abneigung gegen alles das, was mit dem Dritten Reich zu tun hat, keinerlei Geheimnis und meinen auch, dies den Lesern auf vielen Seiten präsentieren zu müssen. Auch wenn sie schon im Vorspann schon sehr deutlich darstellen, wie die Autoren stehen, muß man sich nicht im mindesten daran stören, denn wer die Wahrheit sucht, ist an Fakten und nicht an Dogmen interessiert. Mir persönlich sind ohnehin Menschen lieber, die klar und deutlich sagen, wofür sie stehen und wogegen sie sind als die gesichtlosen Pokergesichter mit ihren undurchdringlichen Masken.

Doch gehen wir nun in medias res. Die Grundthese, welche die Trimondis im ersten Teil zu beweisen suchen, lautet nicht weniger spektakulär als:

Das Dritte Reich war unter der Federführung des SS-Kriegerordens dabei, eine neue Religion zur Ablösung des artfremden Christentums aus der Taufe zu heben und sei eigentlich nur durch das Kriegsende noch daran gehindert worden, dies in die Tat umzusetzen. Dabei hätten sich die SS-Ideologen vor allem an östlichen Religionen wie dem Hinduismus und dem Buddhismus, aber auch am Samurai-Kult orientiert und sehr viele Inhalte (z. B. der Swastika) aus deren Repertoire in die neue nordische Religion zu importieren versucht. Gegipfelt habe dieser Versuch einerseits in der Apotheose (Vergöttlichung) Adolf Hitlers als der Chakravartin (Raddreher, Weltenbrenner) und andererseits im gefühlsneutral geplanten Kollektivmord des Holocausts an den, wie immer, 6 Millionen Juden.

Mag das eine noch lächerlich wirken, so ist die andere These extremer Tobak. Denn die Vernichtung der Juden wäre demzufolge nicht die Vernichtung des weltanschaulichen Gegners (das waren sie aus Sicht Hitlers wirklich nur für das einfache Volk, in Wahrheit hegte er manchmal eine stille Bewunderung für dieses Volk), sondern sie wären nur Mittel zum Zweck auf dem Weg zu erleuchteten, höheren Sphären gewesen. Der Weg des Kriegers zur Erleuchtung ist nämlich der des emotional gefühllosen (nicht hasserfüllt, nicht liebend) Kshatrija-Kämpfers. Damit wäre der Genozid aber nicht mehr aus irdischen Quellen gespeist worden ....

Die Versuche der Autoren, diese sehr gewagte These zu belegen, ist mitnichten immer schlüssig. Denn der Weg zur Erleuchtung des Kriegerordens führt nicht auf direktem Wege durch die Auslöschung des vermeintlichen Weltanschauungsgegners, sondern eher durch das Opfer der eigenen Lieben, wie dies nur wenige Seiten vor dem Epilog zum ersten Teil zu lesen ist – und das wäre dann doch wohl eher das deutsche Volk gewesen.

Auch der sogenannte Nero-Befehl (Wink an ZOE für diesen Beitrag), den die Autoren noch nicht einmal anführen, belegt dies aber gerade nicht – denn aus der Abneigung Hitlers spricht beispielsweise viel zu viel Emotionalität für einen gefühlskontrollierten Kshatrija. Zu geradlinig wird auch häufig mit bekannten, z. T. wohl auch falschen Klischees gearbeitet. So soll der Lampenschirm Himmlers aus der Haut von KZ-Häftlingen gefertigt worden sein und die grausamen Menschenversuche in manchen KZs müssen als Beleg für diese gewagte These herhalten. Fragwürdig wird es auch, wenn die Bhagavadgita ausschließlich als extrem blutrünstig dargestellt wird. Armin Risi würde sich da vermutlich schütteln!

Der Wert des ersten Teils liegt denn auch in der umfassenden Darstellung der wahren Denker und Autoren der NS-Ideologie. Man erfährt viel über die schwierige Gedankenwelt von Herman Wirth, Walther Wüst, Hilscher Günther, Hauer, Gorsleben, Wiligut, Rüdiger, Kirchhoff, Kiss, Bruno Beger, Haushofer, Rosenberg und vielen anderen. Es fehlen aber auch nicht Hinweise auf internationale Vertreter dieser Zunft wie Julius Evola, Chamberlain, Zam Bhotiva oder Trebitsch-Lincoln.

Nachdem mein Wissensdurst mit dem ersten Teil recht zufriedenstellend befriedigt war, war ich umso neugieriger auf das, was das Autorenteam für die Zeit nach 1945 an Wissen zusammengetragen hat. Nachdem bei anderen Schriftstellern wie z. B. Carmin in seinem „Das schwarze Reich“ vielfach zweifelhafte Quellen verwendet wurden, war ich gespannt, wie die Trimondis dies meistern und ob ich endlich die Namen der heute aktiven Organisationen würde erfahren können.

Im zweiten Teil versuchen die Trimondis nämlich vor der aus ihrer Sicht großen Gefahr für das zur Zeit ach so friedliche Zusammenleben der Völker durch die Renaissance eines Kshatrija-Kriegerordens unter dem Zeichen der schwarzen Sonne zu warnen. Sie scheinen so etwas für die Ausgeburt des Bösen schlechthin zu halten und versuchen daher, eine religionspolitische Debatte über diesen bis dato viel zu wenig beachteten Aspekt des Nationalsozialismus anzufachen – dagegen habe ich absolut nichts einzuwenden.

Um es kurz zu machen: ich war ziemlich enttäuscht darüber, wie das geschieht. Die Trimondis haben sich hier aller möglichen, bekannten Quellen bedient und offenbar ziemlich unreflektiert Informationen schlicht und ergreifend abgeschrieben und das, was in ihrem Sinne dienlich ist, auch so bewertet. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen.

Nehmen wir mal den Mussolini-Befreier Otto Skorzeny. Für die Trimondis scheint es absolut sicher zu sein, daß er der Chef der Odessa war und als die „Spinne“ weltweit agierte. Thrillerfans erinnern sich sicher an den spannenden Roman von Frederick Forsyth „Die Akte Odessa“. Odessa bedeutet übrigens Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen. Prüft man jedoch diese Informationen nach, so stolpert man sehr rasch über Begriffe wie „vermutlich“, „wahrscheinlich“, „könnte sein“, „möglich“, „steht im Verdacht“, usw. Einfach der weiße Nebel wunderbar!

Noch besser wird es, wenn es um einen gewissen Autor mit Namen von Jan van Helsing und seinen Phantasmen geht. Das ist ein ganz schlimmer Rechtsextremist! Ob sie seine Bücher wohl im Original gelesen haben? Man kann dies so auch beim Informationsdienst gegen den Rechtsextremismus beinahe 1:1 im Internet nachlesen. Für den IDGR gehören übrigens auch schon Autoren wie Silvio Gesell zu den Radikalen.

Am schönsten hat mir aber wieder die Passage über den angeblichen Giftgasguru Asahara der AUM-Sekte gefallen, die auch schon im „Der Schatten des Dalai Lama“ zulesen war. Wir erinnern uns der Toten, die durch einen Anschlag mit dem Nervengas Sarin in Tokio umkamen.

Hier wiederholen die Trimondis die veröffentlichte Meinung, daß der dem Dalai Lama nahestehende Asahara diese grauenhaften Anschläge befohlen hätte und das Giftgas von der Sekte selbst hergestellt worden wäre. Hierzu muß man wissen, daß man bei Durchsuchungen der Sektengebäude eine ganz erschröckliche Substanz mit dem Namen Natriumchlorid fand, die andernorts in mancher Küche als gewöhnliches Kochsalz zum Versalzen mancher Suppe Verwendung findet. Weiter muß man wissen, daß zum Zeitpunkt des Anschlages über die gerade anstehende Zustimmung zur Verlängerung des Aufenthalts der USRAELIS heftigst in Japan diskutiert wurde, nachdem ein junges Mädchen brutal von GIs vergewaltigt wurde und der Vorfall vertuscht werden sollte. Ein Schelm wer da böses in Richtung 11.09. denkt, zumal der Hauptbelastungszeuge urplötzlich verschwand. Aber dies genügt den Trimondis vollauf als Beleg für ihre Warnungen.

Überhaupt findet hier keine inhaltliche Auseinandersetzung mehr statt, sondern man kategorisiert die in die rechte Ecke gestellte Literatur nach den Themen, ohne jedoch auf Inhalte groß näher einzugehen. Etwas eingehender beschäftigen sie sich jedoch mit den eingangs schon erwähnten, in BRDeutschland freilich indizierten Schriften des Miguel Serranno und der Hohepriesterin des esoterischen Hitlerismus, Savitri Devi, jedoch ist es zum Teil eine inhaltliche Wiederholung der schon im „Der Schatten des Dalai Lama“ geäußerten Meinungen und Informationen.

Und eines ist mir schon säuerlich bei der Lektüre des „Der Schatten des Dalai Lama“ aufgestoßen: nämlich, daß sich die Autoren zu der Möglichkeit der Beeinflussung der realen Welt durch eine geistige Welt nicht eindeutig zu verstehen geben. Sie scheinen so etwas nur über morphogenetische Felder, jedoch nicht über tatsächliche, spirituelle Fähigkeiten überlegener Wesenheiten für möglich zu halten. Ihr Weltbild ist also erwartungsgemäß sehr materialistisch und passt damit gut zum vorherrschenden Zeitgeist.

Und den für mich vielleicht wichtigsten Punkt, der mich im zweiten Teil schon beinahe an Desinformation oder Auftragsarbeit denken lässt, habe ich mir bewusst zum Schluß aufgehoben: in unserer polaren Welt soll also diese böse und gefährliche Bedrohung durch die Renaissance eines SS-Kriegerordens verhindert werden. Schön und gut. Nur, was ist mit der anderen Seite? Was ist mit den dann durchaus ebenso realen Verschwörungen verbrecherischer Organisationen wie den Trilateralen, dem CFR, der CIA, NSA usw.? Sind das dann auch alles nur Hirngespinste oder, um im Jargon der Autoren zu bleiben, Phantasmen der Wegebner rechten Gedankengutes?

Tatsächlich findet sich im gesamten Buch nur eine Passage, in der auf das Arbeiten einer Gegenseite direkt hingewiesen wird: da wird ein in einer Münchener Bibliothek versteckt eingemauerter Karteikasten über die Herkunft gewisser Wörter von einem nicht näher zu identifizierenden Amerikaner beschlagnahmt und nach Verwüstung und teilweiser Löschung des Inhaltes zurückgegeben. Für mich ergeben sich doch da z. B. folgende Fragen:

a.) Woher wusste der Unbekannte von diesem Versteck?
b.) Was war an diesem Karteikasten mit Worturspüngen so wichtig?
c.) Warum wurde er verwüstet und so die Informationen unkenntlich gemacht?
d.) Wer war der Unbekannte?
e.) In wessen Auftrag handelte der Unbekannte?

Darüber verlieren die Autoren kein direktes Wort – man mag ihnen anrechnen, daß dies nicht ihr Thema ist, dennoch gehört das für mich dazu, um sich nicht dem Vorwurf der Unausgewogenheit und der versuchten Desinformation im Auftrag auszusetzen.

In diesem Zusammenhang ist für mich die These Wolfgang Eggerts, daß durchaus mehrere überstaatliche Organisationen und nicht nur eine einzige existieren, die versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Diese Organisationen, von denen hier nur die drei aus den führenden Weltreligionen des Christen- und Judentums sowie des tibetischen Lamaismus angedacht seien, bekämpfen und durchdringen einander, so dass es für Außenstehende sehr schwierig ist, zu erkennen, was wirklich in der Welt abläuft. Eine Reduktion auf nur einen schuldigen Akteur legt den Veracht nahe, für die anderen überstaatlichen Organisationen bewußt oder unbewußt Partei zu ergreifen.

Die sehr umfangreichen Literatur- und Quellenhinweise rechtfertigen jedoch den Kauf dieses Buches allein schon aus diesem Grund.

Viele Grüße

Jürgen T.



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