Nach dem Irak-Lügendebakel der Bush-Regierung zweifelt
Umfragen zufolge eine satte Mehrheit der Europäer an der offiziellen
Verschwörungstheorie des FBI zum 11. September, und auch in den USA gibt
es eine wachsende Minderheit Zweifelnder. Das war auch zu blöd ausgedacht:
Ein nierenkranker Milliardär, einst Verbündeter der CIA, hat aus
seiner afghanischen Felsenhöhle heraus mit dem Handtelefon zwanzig junge
Hobbyflieger in perfekte Jetpiloten verhext, in den Tod dirigiert und damit die
ahnungslosen USA zum weltweiten Krieg gegen Terroristen gezwungen, die
ausgerechnet in Ländern wohnen, wo Firmen der US-Minister Öl-und
Gasvorkommen wittern. Das glaubt heute niemand mehr außer dem
Spiegel in Hamburg. Die kleine weltweite Gemeinde der
unabhängigen Investigativ-Journalisten hat gut gearbeitet.
Ihr
jüngster Punktsieg war eine regierungsoffizielle Richtigstellung zu dem in
Shankville/Pennsylvania abgestürzten Jet. Anfang August erklärte die
Behörde, nach Analyse der black box (nach zwei Jahren!) müsse das
alte Ermittlungsergebnis korrigiert werden, die Entführer/Piloten
hätten das Flugzeug selbst in die Erde gerammt. Damit sei nun jede weitere
Debatte über »Flight number four« überflüssig.
Natürlich werden weiterhin weder der genaue Inhalt der blackbox
veröffentlicht noch die Passagierlisten oder Trümmerreste des
Flugzeugs vorgezeigt, noch die Frage beantwortet, wieso der Absturzkrater viel
zu klein ist, wieso der Rauch wie eine Raketenexplosion aussah usw. Es darf
weiter spekuliert werden, bis zur nächsten
»Richtigstellung«.
Im Reader von Andreas Hauß und
Mathias Bröckers »Fakten, Fälschungen und die unterdrücken
Beweise des 11. 9.« wird akribisch belegt, daß die konservative
TV-Moderatorin Barbara Olson nicht, wie von ihrem Ehemann, dem Bush-Anwalt Ted
Olson, behauptet, von Bord der Pentagon-Maschine telefoniert haben kann. Sie
war aber die erste Quelle für »Araber«,
»Teppichmesser« und die ganze Entführungsstory. Das Buch von
Hauß und Bröckers dokumentiert, wie die US-Regierung Ermittlungen
zum 11. September behindert, Auskünfte verweigert, Ermittler und Zeugen
ausschaltet, Beweise unterdrückt, vor der Justiz und der
Öffentlichkeit versteckt und tonnenweise Unterlagen vernichtet. Groteskes
Beispiel: Von den 19 arabischen Entführern auf der FBI-Website fanden sich
sechs lebend und mit Alibi, ohne daß die FBI-Fahndung korrigiert
wurde.
Als »Sachbuch des Monats« erschien bei Knaur ein
preiswertes Taschenbuch von dem Fernsehjournalisten und Grimmepreisträger
Gerhard Wisnewski, »Operation 9/11 Angriff auf den Globus«.
Dieses Buch könnte zum klassischen Aufklärungswerk über die
WTC-Affäre werden, denn es macht uns alle zu Augenzeugen und Ermittlern.
Eine alte Generalstabsplanung zur »Vorbereitung eines Krieges gegen Kuba
1960« wird im Original dokumentiert: Ein Verkehrsflugzeug wird in der
Luft gegen ein unbemanntes Flugzeug ausgetauscht, das dann über Kuba vom
Band Sätze sendet wie »Hilfe, wir werden von kubanischen Jägern
angegriffen« und daraufhin ferngesteuert gesprengt wird. Dies hieß
damals »Operation Northwoods« und wurde von Generalstabschef Lyman
Lemnitzer persönlich unterzeichnet, um Präsident John F. Kennedy
für einen Kuba-Krieg zu gewinnen. Diese Pläne sind damals nicht
verwirklicht worden, aber es bedeutet, daß die USA seit 40 Jahren
über die Pläne und die technischen Möglichkeiten verfügen,
die Anschläge gegen das WTC tatsächlich selbst mit ferngelenkten
Ersatzmaschinen auszuführen. Vor diesem Hintergrund gewinnen die
zunächst wie Phantasien anmutenden Hinweise des ehemaligen
BRD-Geheimdienst-Koordinators Andreas von Bülow Gewicht, der bereits in
einem Tagespiegel-Interview im Januar 2002 diese Möglichkeit angedeutet
hat. Auch Bülow hat endlich ein Buch zum Thema geschrieben (»Die CIA
und der 11. September«) das vom Spiegel verrissen wurde und
schon allein deswegen gelesen werden sollte.
Ein Vexierbild ist die
plötzliche Umkehr einer gewohnten Sichtweise im Gehirn des Betrachters. Es
ist wie ein Umschalten. So etwas ist bei der Lektüre des Wisnewski-Buches
zu erleben: Jeder hat hundertmal die Filme gesehen, die den Zusammensturz der
WTC-Türme zeigen, und möglicherweise gedacht, es ist irgendwas falsch
daran. Nach Wisnewski weiß man: Der Qualm! Oben aus den Türmen
entweicht schwarzer Ölrauch, Verbrennungsprodukte von Kerosin,
Büromöbeln und Teppichen. Der Qualm darunter ist weiß bis
hellgrau und stiebt aus nur einer waagerechen Fensterreihe heraus viele
Zeugen haben Explosionen gehört: Eine Sprengung also. Tatsächlich war
die Struktur der Türme sogar auf den Einschlag eines vollbesetzten Jumbos
ausgelegt, selbst bei bei vollem Orkan.
Die Behauptung, das brennende
Kerosin habe die Stahlträger geschmolzen, ist nach Wisnewski Unsinn. Denn
genau für einen solchen Fall seien sie konstruiert worden. Wenn
tatsächlich Sprengungen die Ursache des Einsturzes waren, würde man
Spuren davon an den Stahlträgern finden doch gerade die wurden von
einer dubiosen Abrißfirma in Nullkommanix weggebracht.
Wer nun
eigentlich des WTC gesprengt hat und wo die Passagiere der ausgewechselten
Maschinen sind, weiß ich auch nicht. Jeder dritte der Entführer
jedenfalls lebt.
* Andreas Hauß/Mathias Bröckers: Fakten,
Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.
Zweitausendeinsverlag, Frankfurt am Main 2003, 325 Seiten, 14,90 Euro (nur bei
Zweitausendeins)
Gerhard Wisnewski: Operation 9/11. Angriff auf den
Globus. Droemer/Knaur, München 2003, 414 Seiten, 12,90 Euro
Andreas
von Bülow: Die CIA und der 11. September. Internationaler Terror und die
Rolle der Geheimdienste. Piper Verlag, München 2003, 271 Seiten, 13
Euro
Weitere interessante Bücher zu diesem und
anderen Themen findet man bei
www.underground-books.de . Dort kann u.a. auch das
lesenswerte Buch von Thierry Meissan Der inszenierte Terrorismus
bestellt werden. Sehr aufschlussreich auch Das Bush Imperium von
James Hatfield der inzwischen leider verstorben ist. |