Ist Leyendecker gaga?
Am 27. 8. hatte ich
hier notiert: "Hans
Leyendecker galt als Koryphäe des sogenannten "investigativen
Journalismus", bis zu seinem heutigen
Morgenkommentar auf
"RBB Radio Eins" in dem meine Bücher und die von Andreas
von Bülow als Werke von "Verschwörungsidioten" und
"Psychopathen" beschimpft werden. "Investigativ" mag sich Leyendecker in
Zukunft meinetwegen noch nennen, wenn er seine Brille sucht... vom
"Journalismus" hat er sich mit dieser geiferenden, faktenfreien Suada
jedenfalls verabschiedet. Warum gerade dieser Hund so betroffen bellt ?
Er leitet das "Netzwerk
Recherche", dem auch die Moderatorin des infamen
Panorama-Beitrags
Anja Reschke, und Dominik Cziesche angehören, der unlängst den
Mistkübel gegen von Bülow im "Spiegel" verfaßte (siehe unten,
2.8.2003) und einen
weiteren für kommende Woche vorbereitet. So stricken die Netzwerker, die
sich in Sachen 9-11 seit zwei Jahren im investigativen Tiefschlaf befinden,
jetzt offenbar im Verein an der Pathologisierung und Diffamierung jener
Handvoll Autoren, die kritische Fragen zu den Ungereimtheiten des 11.9. und dem
Versagen der Medien aufwerfen."
Als weiteren Beleg für
seine Betroffenheit verfaßte Leyendecker jetzt einen
Essay
in der "Süddeutschen Zeitung": "Affen der Angst -Nichts verkauft
sich heute so gut wie miserable Bücher über die große
Weltverschwörung. Sind wir noch zu retten?" - nach dessen Lektüre
man befürchten muß, dass es zummindest für ihn nichts mehr
wird, mit der Rettung.
"Argumentative Schwindler wie Bröckers, Bülow oder der
scheinheilige Moore sind soziologisches Lackmuspapier. Es lassen sich an ihnen
die Auffälligkeiten einer Gesellschaft erkennen. 19 Prozent der
Bundesbürger halten es nach einer Forsa-Umfrage für möglich,
dass die US-Regierung die Terroranschläge in Auftrag gegeben hat. Ist
jeder fünfte Deutsche gaga? Sogar 31 Prozent der unter 30-Jährigen
glauben an die ganz, ganz große Konspiration."
Dass
70% aller Deutschen in dieser Umfrage bekundeten , dass sie den Informationen
der Medien in Sachen 9-11 und Irak mißtrauten, erwähnt
Leyendecker nicht, denn das hätte ihm seine dürre Argumentation
versaut, die lieber die Bevölkerung für "gaga" erklärt als die
hehren Wahrheitsinstanzen der FAZ, der Süddeutschen und des
Medien-Mainstreams anzweifeln zu lassen:
"Aber es ist schon Chuzpe,
dass Leute wie der Journalist Bröckers über Medien räsonieren,
die angeblich nicht die Wahrheit erkunden wollten. Die etablierten Medien
werden von Verschwörungstheoretikern ignoriert, denn die etablierten
Medien und so natürlich auch die Süddeutsche Zeitung oder die
Frankfurter Allgemeine Zeitung befinden sich entweder in der Hand der
Geheimdienste oder gar der Weltregierung. (Schade, dass weder Geheimdienste
noch Weltregierung in der Lage waren, die allgemeine Anzeigenkrise zu
verhindern, die sie aber andererseits zuvor vermutlich selbst erfunden hatten,
nicht wahr?) "
Nur wenn er schwindelt, oder
als Investigativjournalist die Bücher, über die er
räsoniert, nicht liest, kann Leyendecker den aberwitzigen
Unfug behaupten, die "Verschwörungstheoretiker" ignorierten die
etablierten Medien - wer die Quellenverzeichnisse studiert wird finden, dass
die weit überwiegende Anzahl der zitierten Quellen eben solche Medien
sind: BBC, CNN, Washington Post, NYT usw. Die Belege für die angeblichen
Hijacker etwa, die nach dem 11.9. lebten und interviewt wurden, stammen aus
ebensolchen seriösen Quellen - und zeigen, dass auf der Liste der 19
mindestens sechs Identitäten völlig ungeklärt sind. Sie blieben
aber auch nach diesen Interviews und Lebenszeichen auf dieser Liste und stehen
kommentarlos dort, bis heute ! - weil kein einziger Großjournalist
vom Kaliber Leyendecker die Chuzpe hat, auch nur mal vorsichtig nachzufragen,
wer denn nun am 11.9. wirklich in den Flugzeugen saß....
So müssen
dann kleine Kläffer wie unsereiner - und der Bundesminister a.D. Dr.
Andreas von Bülow, den der Top-Rechercheur (oder Schwindler?) Leyendecker
zum "SPD-Staatssekretär" degradiert - geprügelt und als "vormals
seriös scheinende Menschen" vom Affenfelsen gejagt werden. Nichts Neues
soweit. Auf den in Primatenhirne offenbar eingebauten
Sündenbock-Reflex
haben wir schon hingewiesen: um sich in bedrohlich komplexen
Situationen abzureagieren, rennen zum Beispiel Affen bei aufziehendem Gewitter
auf einen Hügel und drohen dem vermeintlichen Verursacher mit einem
Knüppel gen Himmel. Gegen Blitz und Hagel hilft das nicht - aber gegen die
Angst der Affen: sie fühlen sich hinterher besser. So etwas ist,
angesichts der " allgemeinen Anzeigenkrise" zumal, natürlich auch
einem vielbeschäftigten Redaktionsbeamten ab und an zu gönnen. Gegen
die dräuenden Unansewered Questions
aber, und gegen den voranschreitenden Glaubwürdigkeitsschwund
selbst heldenhafter Investigativorgane wie der ehrwürdigen
Süddeutschen Zeitung..... gegen all das hilft Schaum vorm Mund so wenig
wie die Affenkeule gegen das Gewitter.
Bleibt nur die Mahnung der Neuen Zürcher
Zeitung, die eine Rezension von Fakten, Fälschungen und
die unterdrückten Beweise des 11.9. mit der Aufforderung
schloß:
"Die rasende Konfusion, die sich zurzeit in
allen möglichen Teilöffentlichkeiten ausbreitet, ist wohl nicht mehr
durch simples Totschweigen und Ignorieren zu stoppen, sondern nur durch die
publizistische Anstrengung, gegen den Amoklauf einer entfesselten
konstruktivistischen Phantasie mit den Mitteln professioneller Publizistik
die Spuren der Wirklichkeit zu verfolgen. Auch zwei Jahre nach der Katastrophe
vom 11. September gibt es da noch Herausforderungen
genug."
P.S.: Die "SZ" ist im übrigen die
einzige Zeitung, die selbst in Anzeigen unangenehme Fragen in Sachen 11.9.
fürchtet - und von Zweitausendeins vor Schaltung der Anzeigen
für meine beiden Bücher eine Freistellungserklärung für
alle juristischen Folgen verlangte. Als dies jetzt auch für eine
Zweitausendeins-Anzeige für das Pearl Harbor Buch von Robert B.
Stinnett gefordert wurde, wollte der Verlag sein Anzeigengeld dann
defintitiv lieber woanders ausgeben - und die SZ lenkte ein. Manchmal wiegt der
Mammon dann doch schwerer als der rechte Glaube - soweit ist's in der
"allgemeinen Anzeigenkrise" schon gekommen.
So war dann zumindest in
einer Anzeige in der "Süddeutschen" am Samstag zu lesen
"wie die US-Regierung den Angriff provozierte und 2.476 ihrer Bürger
sterben ließ". Was aus dem sauber recherchierten 564-Seiten
Werk (von einem hoch dekorierten Kriegskameraden George Bushs sen., der nicht
in die Antiamerikanismus-Schublade paßt) unter der Redaktionsfuchtel der
Investigativ-Top-Gun Leyendecker wird, bleibt abzuwarten. Lesen tut der Mann
offenbar ja nicht, sonst würde er in seinem Artikel Pearl Harbor
nicht so lässig unter die Verschwörungsdönekes von 23 bis Lady
Di einreihen und in Sachen Kennedy so völlig unbeleckt die These vom
Einzeltäter Oswald in die Welt tröten. Eine Theorie, die mittlerweile
sogar regierungsamtlich und offiziell als Märchen überführt
ist.
Mathias
Bröckers, 30.08.03