jW sprach mit Buchautor Mathias Bröckers * Von
Mathias Bröckers (49), ehemals taz-Redakteur, und Andreas Hauß ist
im Juli das Buch »Fakten, Fälschungen und die unterdrückten
Beweise des 11.9.« erschienen
F: Herzlichen Glückwunsch! Sie
und andere »Konspirationsfanatiker« haben es diese Woche bis auf
das Titelbild des »Spiegel« geschafft. Zum letzten Mal hat das
jemand aus der linken Schmuddelecke meines Wissens 1987 hinbekommen
damals war es die »grüne Fundamentalistin« Jutta
Ditfurth.
Meine Freude hält sich in Grenzen. Allerdings spricht die
Spiegel-Geschichte für sich. Die Leser sind nicht so blöde und werden
die Absicht des Ganzen durchschauen.
F: Die Mannschaft von Chefredakteur
Stefan Aust teilt heftig aus. Ihnen, Exminister Andreas von Bülow und
WDR-Filmemacher Gerhard Wisnewski werden wahlweise »Amoklauf« und
»absolute Ahnungslosigkeit« unterstellt, sie arbeiteten an einem
»Panoptikum des Absurden«.
Warum? Weil wir Fragen stellen
und auf die offenen Widersprüche der offiziellen Version zum 11. September
aufmerksam machen? Das soll untergebuttert und lächerlich gemacht werden.
Was die Recherchen von Andreas Hauß und mir angeht, so hat die
Spiegel-Redaktion drei Punkte gefunden, an denen sie etwas auszusetzen haben
die 500 weiteren spannenden Punkte, auf die wir aufmerksam machen,
werden ignoriert.
F: Im Zentrum der Spiegel-Kritik steht Ihre Recherche,
wonach einige der angeblichen Selbstmordbomber noch am Leben sein könnten.
Das interessiert auch die junge Welt, denn wir hatten Ende Juli mit Bezug auf
Sie einen Aufmacher unter dem Titel »Fünf Leichen wohlauf«
gebracht.
Genau. Der Spiegel hat herausgefunden, daß es sich bei
zwei der laut unserer Nachforschungen noch Lebenden um Verwechslungen handelt.
Die wirklichen Attentäter seien demnach tatsächlich bei den
Anschlägen ums Leben gekommen. Der eine, der sich nach dem 11. September
gemeldet hat und von uns angeführt wurde, trage einen ähnlichen,
nicht aber denselben Namen wie der Selbstmordbomber. Der andere habe zwar
denselben Namen, sehe aber ganz anders aus, wie sich beim Fotovergleich zeigt.
Ich habe sofort mit unserem Verlag telefoniert, und wir sind
übereingekommen, diese beiden offensichtlichen Verwechslungen in
künftigen Auflagen zu korrigieren.
F: Warum so schnell? Bei der
Namensverwechslung hat der Spiegel wohl recht. Aber der Fotovergleich im
zweiten Fall überzeugt nicht gerade: Der von Ihnen gefundene lebende Said
al Ghamdi, ein saudischer Pilot, sieht gar nicht so anders aus als der vom FBI
als Attentäter identifizierte Mann gleichen Namens, jedenfalls, wenn man
sich den Schnauzer und die schicke Uniform wegdenkt. Das müßte man
noch mal recherchieren. Der Spiegel jedenfalls hat nicht den Piloten gefragt,
ob das jetzt auf der FBI-Liste verwendete Attentäter-Foto seines ist oder
nicht, sondern nur den Reporter, der den Piloten interviewt hat. Der sagt:
»Der Ghamdi auf dem Foto ist nicht der Pilot, mit dem ich geredet
habe.« Das würde man aber gerne von Ghamdi selbst hören.
Genau. Und überdies stellt sich die Frage, wie CNN nach dem 11.
September das falsche Foto des Piloten verwenden konnte. Wer hat es CNN
zugespielt? Offensichtlich galten alle Araber als verdächtig, die einmal
in den USA Flugunterricht genommen haben, und so hat man wahlweise
zunächst den einen auf die Liste gesetzt und dann, nachdem dieser
dementiert hat, ein anderes Bildchen genommen. Vor allem aber: Der Spiegel will
uns bei zwei der »lebenden Leichen« der schlampigen Recherche
überführt haben. Was aber ist mit weiteren vier der angeblichen
Attentäter, die sich nach dem 11. September gemeldet und gegen ihre
Nennung auf der Fahndungsliste protestiert haben?
F: Immerhin hat Sie
Spiegel-TV am Montag abend ins Studio eingeladen.
Das Spannendste kam
hinterher. Die Kameras waren aus, wir saßen gemütlich beisammen und
rauchten, und die Spiegel-Leute sagten zu mir: Richtig interessant an eurem
Buch ist ja die Geschichte, daß die Selbstmordbomber wahrscheinlich gar
nicht fliegen konnten. Ich entgegnete: Ja, warum habt ihr das denn nicht
geschrieben? |