Trinkwasser ist weltweit gesehen eine Mangelware und die
Lage wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter
verschärfen.
Bereits heute (1999) haben etwa 1,2 Milliarden
Menschen keinen Zugang zu sauberen
Wasser,
2025 werden es voraussichtlich 2,3 Milliarden sein. Um allein die
Stadtbevölkerung weltweit mit T. zu versorgen, sind in den nächsten
30 Jahren weltweit jährlich Investitionen in Höhe von rund 25
Milliarden Mark erforderlich.
Vor allem die Ärmsten leiden am
meisten unter dem Wassermangel. Sieben Millionen Menschen sterben jährlich
an Krankheiten, die auf eine unzureichende Wasserqualität
zurückzuführen sind.
Der aktuelle
Trinkwasserverbrauch
in Deutschland umfaßt:
Deutschland gehört zu den
wasserreichen Ländern: Im langjährigen Mittel stehen pro Jahr 164
Milliarden m3
Wasser
zur Verfügung. Diesem Wasserangebot, welches sich aus der Differenz von
Niederschlag und Wasserverdunstung bezogen auf die Fläche Deutschlands
zuzüglich dem Wasserzufluß aus Nachbarstaaten errechnet, steht eine
Wasserentnahme aller Wassernutzer im Jahr von rund 48 Milliarden m3
gegenüber.
In Deutschland wird T. aus Grund-, Oberflächen-
und Quellwasser gewonnen. Dabei werden bundesweit rund zwei Drittel des T. aus
Grundwasser
gefördert. Auf
Oberflächenwasser
fallen rund 30 Prozent der T.-gewinnung. Die Wasserversorgungsunternehmen in
Deutschland setzen sich für den Schutz der Gewässer und der
Wassereinzugsgebiete ein. Ein Großteil des Rohwassers (unbehandeltes
ursprüngliches
Wasser,
ohne Analysen nicht als T. freigegeben) muss nur geringfügig aufbereitet
werden. Die deutsche T.-Richtlinie gilt als strengster T.-Standard der Welt.
Wasser
ist das Lebensmittel Nummer eins. An die Qualität des T. werden hohe
Ansprüche gestellt, die in der T.-Verordnung
geregelt sind. Für T. gelten strenge
Grenzwerte
für
Schadstoffe
und mikrobielle Keime. T. muss frei sein von krankheitserregenden Organismen.
So dürfen beispielsweise in einer Probe von 100 Milliliter T. keine
Escherichia coli-Bakterien
enthalten sein. Die T.-Verordnung
gibt auch die
Grenzwerte
für Umweltchemikalien und natürlich vorkommende Problemstoffe (z.B.
Arsen)
vor.
T. darf keine Stoffe in gesundheitsschädlichen
Konzentrationen enthalten. Laut EU-Richtlinie 75/440 EWG muß T. so
beschaffen sein, dass bei lebenslangem Genuß die menschliche
Gesundheit
nicht beeinträchtigt wird. Dabei wird ein täglicher T.-Konsum von 2-3
Liter zugrunde gelegt. T. wird durch ein weitverzweigtes, unterirdisches
Rohrnetz direkt zum Verbraucher nach Hause geliefert. Damit die Qualität
des T. auch bei der Übergabe an den Kunden noch einwandfrei ist, gelten
bei Bau und Pflege des Rohrnetzes hohe technische Standards.
Die
öffentliche Wasserversorgung hat im Jahr 1998 rund 4,8 Milliarden
m3 T. an ihre Kunden abgegeben. Insgesamt ist in den letzten zehn
Jahren die jährliche Wasserabgabe der Wasserversorgungsunternehmen stetig
rückläufig. Im Vergleich zum Jahr 1990 entspricht dies einem
Rückgang um 1,2 Milliarden m3 oder um 20 Prozent.
- Für den Rückgang gibt es verschiedene
Gründe:
- Die Abwassergebühren sind in den letzten Jahren
enorm gestiegen
- Durch wassersparende Armaturen wird weniger
verbraucht
- Die
Industrie
führte Kühlwasserkreisläufe ein
- Die Toilettenspülung wird mit weniger
Wasser
betrieben
- In einigen Bundesländern (Hessen) wurde der
"Wasserpfennig" eingeführt
Die Wasserversorger rechnen mit einem jährlichen
Rückgang des Wassergebrauchs von ein bis zwei Prozent. Der Wasserbedarf
wird durch die häuslichen Lebensgewohnheiten (sanitäre Ausstattungen
der Wohnungen, Zahl und Art der wasserverbrauchenden Geräte,
Ansprüche an die Körperpflege) bestimmt. Im Bundesdurchschnitt
verbraucht der Bürger heute täglich 127 Liter T. für
private Zwecke (Kochen,
Duschen,
Waschen). Damit weist Deutschland neben Belgien und Ungarn den niedrigsten
Wasserverbrauch
im internationalen Vergleich auf. Hauptverbraucher sind damit die Haushalte,
gefolgt von Kleingewerbe und
Industrie.
Durch den bisher relativ niedrigen Wasserpreis und die Gewißheit,
jederzeit in beliebiger Menge über
Wasser
verfügen zu können, werden Bemühungen,
Wasser
zu sparen scheinbar unnötig. Aufgrund der bereits knappen
qualitativ-hochwertigen T.-Vorräte in Deutschland sind Einsparungen jedoch
dringend erforderlich.
Durch Mehrfachnutzung des Wassers,
wassersparende WC-Spülkästen und Armaturen ({nlink}"1136"}Duschen)
sowie wassersparende Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen könnte
der T. im Haushalt um bis zu 50% gesenkt werden. Der gesamte
Wasserverbrauch
(nicht nur T., sondern auch
Wasser,
das nicht den Anforderungen der T.-Verordnung
entspricht) in Westdeutschland beträgt 110,4 Mio m3 /Tag.
Hiervon gehen 63% auf das Konto der Elektrizitätswerke und 28% auf das von
Industrie
und Gewerbe. Haushalte verbrauchen 8% und Kleingewerbe sowie öffentliche
Einrichtungen 3%.
Lit.: Lehn, H.; Steiner, M.; Mohr, H: "Wasser, die
elementare Ressource" und Helmuth Köck: "Wasser als Ressource"
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