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Bereits am 22. Mai 2003 hat der US-Präsident George W.
Bush eine "executive order" (Verfügung des Präsidenten, die
Gesetzesrang hat) erlassen, die US-Unternehmen, die am irakischen
Ölgeschäft beteiligt sind, uneingeschränkte Immunität
gewährt.
Die executive order mit der Nummer 13303 schützt nicht
nur die Ölfirmen vor Verfahren, sie schützt auch die mit diesen
Geschäften erwirtschafteten Gelder vor dem Zugriff von Behörden als
auch anderer Firmen und Personen.
Ein amerikanisches Unternehmen, das mit dem irakischen
Ölgeschäft zu tun hat, braucht dank dieser Verordnung weder eine
Verfolgung wegen Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzungen, Betrug,
Steuerhinterziehung oder irgend eines anderen Vergehens zu befürchten.
Ebenso sind Schadensersatzklagen, beispielsweise wegen
erlittener Verletzungen eines Arbeiters, die durch eine Nichteinhaltung von
Arbeitsschutzbestimmungen verursacht wurden, ausgeschlossen.
Kurz gesagt ist die Verordnung ein vollständiger
Freibrief für die amerikanische Ölindustrie.
In der Verordnung erklärt Bush mit der Begründung
eines "nationalen Notstandes", da? Firmen, die Geschäfte mit irakischem
Öl oder Ölprodukten machen ebenso wie die Einnahmen und die Ausgaben
und jegliches
andere Finanzinstrument, das aus dem Verkauf oder Vertrieb
der Waren entsteht oder damit in Verbindung steht vor sämtlichen Prozessen
geschützt sind.
Egal, welches Verbrechens sich ein Unternehmen schuldig
macht, solange es eine im Irak direkt oder indirekt tätige Ölfirma
ist, wird es in keiner Weise belangt werden können.
Diese Verordnung ist nicht einfach als "Dankeschön" f?r
die reichhaltigen Wahlkampfspenden oder als Eigennutz aufgrund der engen
Beziehungen der Bush-Familie als auch anderer Regierungsmitglieder mit der
amerikanischen Ölindustrie zu bezeichnen, sie ist ein Kniefall.
Ein derartiger Freibrief für einen Industriezweig
dürfte in der jüngeren Geschichte ziemlich einmalig sein und ist als
deutliches Zeichen für die Machtverhältnisse in den USA zu werten.
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