Die neuen Menschen sind schon unter
uns. Mit ihrem Leben arbeiten sie an einer neuen Wirklichkeit und
wollen sie mit uns teilen.
Der neue Mann und die neue Frau werden
nicht das Bedürfnis haben, gebraucht zu werden, und doch wird die Welt
sie brauchen, um zu überleben.
Sie werden gelernt haben, in sich
vollständig zu sein. Da wird keine Rede von der besseren Hälfte
sein, und kein Wunsch, jemandem oder etwas zu gehören, um wertvoll
zu sein.
Sie werden der Konkurrenz absagen, großzügig sein
und Situationen schaffen, in denen alle gewinnen.
Sie werden in der
sichtbaren Welt zu Hause sein, sowie in der Welt, die nur mit Augen der
Hoffnung zu sehen ist.
Sie werden allem, das Leben fördert,
verbunden sein.
Sie werden wissen, dass die Zeit kostbar ist, und
trotzdem nicht unruhig und ungeduldig werden.
Sie werden realistisch
sein und doch die Hoffnung nicht verlieren.
Sie sind Menschen der
Wahl und der Selbstbestimmung.
Sie lassen sich nicht von anderen leben
und leben nicht das Leben anderer.
Sie haben ihr Leben
gewählt.
Sie haben sich für Werte entschieden und sie nicht
nur geerbt.
Sie haben ihre Sorge für den Einzelnen mit ihrer
Sorge für die Welt verbunden und opfern die eine nicht für die
andere.
Sie werden die Hilflosen ehren und den Leidenden helfen.
Sie werden mit ihrem Wesen wissen, dass wir eine unzertrennliche
Familie sind.
Sie wissen, dass alle wahre Veränderung die
Veränderung des Herzens ist und lassen sich so nicht mit Sprüchen
und Lobreden fangen.
Ihr Leben ist ausgewogen, aber nicht ohne
Leidenschaft, und doch nicht nur ihren Gefühlen unterworfen.
Sie begreifen, dass regieren dienen heißt und echt sein
verantwortlich zu werden heißt.
Sie verstehen, dass hassen morden
ist, erst sich selbst und dann das, was man hasst.
Sie werden das
durchschauen, was keinen bleibenden Wert hat, und es nicht für
sich wählen.
Sie werden ihr Leben nicht anfüllen mit dem,
was sie entleert und von dem ablenkt, was ihnen wichtig ist.
Sie werden keine Angst vor der Angst haben, weil sie schon lange
wissen, dass Einsichten aus der Angst erwachsen können und
Einsicht oft der erste Schritt zur Veränderung ist.
Ihre Angst
lähmt sie nicht, aber sie gibt ihnen eine Dringlichkeit, in der
sie sorgfältig und genau arbeiten, mitten in ihrer Vision für
eine bessere Welt.
Sie lassen sich nicht entmutigen von dem
Gedanken der Erbsünde, weil sie an den Erbsegen glauben.
Ihr
Gott hat eine grenzenlose Leidenschaft für die Welt, und von Gott
lernen sie diese Leidenschaft.
Ihr Leben besteht aus einem Stück.
Sie können nicht hier hassen und dort lieben, sie können
nicht gleichzeitig verachten und fördern, sie können nicht blind
für eine und aufmerksam für eine andere Sache sein, weil sie
schon lange begriffen haben, dass alles miteinander verbunden ist, weil
wir nur ein Herz in uns tragen.
Diese neuen Menschen werden eine
neue Welt herbeibeten, herbeiglauben, herbeilieben, herbeihandeln.
Sie werden nicht aufgeben, auch wenn es finster aussieht.
Bedingungslos lieben sie die Welt und wollen sie retten, und nichts
wird sie davon abhalten.
von Ulrich Schaffer |