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06.10.2003  Werner Pirker  Junge Welt
Israel attackiert Ziele in Syrien
Israel hat im »Krieg gegen den Terrorismus« seinen Aktionsradius erweitert und Ziele auf syrischem Territorium angegriffen. Das ist ebenso ungeheuerlich wie selbstverständlich. Denn Israel akzeptiert die elementarsten zwischenstaatlichen Regelungen nicht und ist bisher nur einer einzigen UN-Resolution nachgekommen: jener, die zu seiner Staatsgründung führte. Der Anschlag von Haifa, der 20 Menschen das Leben kostete, bewies einmal mehr, daß die aggressive israelische Sicherheitsdoktrin jüdisches Leben in der Region nicht schützt, sondern extrem gefährdet. Doch die Reaktionen der den Verlauf des Konflikts bestimmenden Seite – und das ist die Regierung in Jerusalem nun einmal – sind immer die gleichen. Eskalation statt Deeskalation. Auch die von den Mainstream-Medien ständig wiederholte Behauptung, daß die Gewalt ursprünglich von den Palästinensern ausgehe, während die Israelis nur – mehr oder weniger angemessen – reagierten, stimmt nicht. Historisch nicht, weil der Terrorismus der Geburtshelfer des Staates Israel war, und auch aktuell nicht. Der von den islamistischen Organisationen Hamas und Dschihad verkündete Waffenstillstand wurde von der israelischen Führung keineswegs als Friedenschance wahrgenommen. Israel forcierte vielmehr seine Politik der Stärke und setzte mit der Einkerkerung der besetzten Gebiete durch einen »Sicherheitswall« vollendete Tatsachen. Das hat die Idee der Zweistaatenlösung – ein unabhängiger, lebensfähiger palästinensischer Staat an der Seite Israels – vollends ad absurdum geführt.

Scharons Politik besteht in der schrittweisen Herbeiführung einer endgültigen Gewaltlösung. Das erfordert die Aufrechterhaltung einer ständigen Atmosphäre der Gewalt. Jüdische Opfer – und es werden immer mehr - sind einkalkuliert. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die gegenwärtige israelische Politik auf eine dramatische Erhöhung des Gewaltniveaus zielt. Diese wäre mit der Ausweisung Arafats, die der PLO-Führer wahrscheinlich nicht hinnehmen würde, gegeben. Arafats Beseitigung hätte mit Sicherheit einen Massenaufstand zur Folge. Scharon wäre nicht Scharon, würde er einen solchen nicht zur ethnischen Vertreibung der Palästinenser zu nutzen versuchen. Damit würden sich alle »Friedensbemühungen« der USA – und das keineswegs zu deren Bedauern – erübrigen.

Das Vorhaben, das palästinensische Volk als soziale und politische Größe zu eliminieren, ist so alt wie der Zionismus. Das ist bis heute nicht gelungen und wird auch nicht gelingen. Drei Katastrophen – die Vertreibung 1948, die Besetzung der Westbank und des Gazastreifens 1967 und die Bantustanisierung im Verlauf des Oslo-Prozesses – haben den Behauptungswillen der Palästinenser als Nation nicht gebrochen. Und es gibt keinen Anlaß zu der Befürchtung, daß dies je der Fall sein wird. Was allerdings droht, ist ein neuer Nahost-Krieg.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
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