Der australische Sender ABC berichtete in der Sendung AM
unter Berufung auf einen dem Sender vorliegenden internen Sicherheitsbericht
der Vereinten Nationen, daß die Angriffe des irakischen Widerstands auf
die Besatzer ausgereifter werden. Dem am 29.8.2003 herausgegebenen UN-Bericht
zufolge sind in den vorangegangenen 24 Stunden in 8 Sektoren Baghdads
mindestens zwei Angriffe auf US-Soldaten erfolgt. Allein diese Zahl zeigt
schon, daß die von den USA offiziell genannten "landesweiten 10 bis 15
Angriffe täglich" eine starke Untertreibung darstellen Der Bericht besagt,
daß mittlerweile nicht nur einfache Ziele wie Humvees und Tankwagen
angegriffen werden, sondern auch Panzer und gepanzerte
Mannschaftstransportfahrzeuge und dies geschieht sogar nachts, wenn die
US-Soldaten durch ihre Nachtsichtgeräte eigentlich den Irakern stark
überlegen sein müßten. Wenn man sich den Rest des Berichts
durchliest, werden alle Vorfälle aufgelistet. Und wenn man diese auf eine
Karte überträgt, und ich glaube, es gab in dem Bericht einige
Diagramme, die die Verteilung zeigten, sieht man, daß diese Angriffe
über das ganze Gebiet vom Süden Baghdads bis hoch nach Mosul und
ziemlich weit in den Westen bis hinter Fallujah passieren - das ist ein Drittel
des Landes, das ist eine schlimme Sache. Der Bericht geht davon aus, daß
sIch die Lage in der nächsten Zeit immer weiter verschlimmern wird und
empfiehlt dem UNO-Personal den Abzug jeder nicht unbedingt erforderlichen
Person. Derzeit arbeiten 110 ausländische UN-Mitarbeiter im Irak. Vor dem
ersten Anschlag waren es noch 600.
Ein vollständiger Abzug der UN
aus dem Irak hätte nicht nur für den Irak selbst schwerwiegende
Folgen. Auch die USA dürften dem zumindest mit gemischten Gefühlen
gegenüber stehen. Zwar würde dies den Wegfall einer internationalen
Instanz bedeuten, die bisher den US-Soldaten "auf die Finger geschaut" hat,
andererseits wäre der Abzug aber auch eine starke Aussage über die
Sicherheitslage im Irak. Der Sender ABC schlussfolgert, daß die
wirklichen amerikanischen Opferzahlen geheimgehalten werden. Nicht nur,
daß die in dem UN-Bericht genannten Fakten geheim gehalten werden, es
scheint auch sehr unwahrscheinlich, daß die Angriffe immer "ausgereifter"
werden, die Zahl der Opfer aber nicht steigt.
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