Zurück zur Seite vorher


Seitenzugriffe seit dem 13.07.2006251

Druckversion dieser Seite

Diese Information an einen Freund senden

 
Wie beurteilen Sie diesen Artikel Wie beurteilen Sie die Quelle dieses Artikels
Hier können Sie Ihren persönlichen Kommentar eingeben,
bzw. Kommentare von anderen Besuchern lesen
Kommentare
bisher
0
Infos von  www.das-gibts-doch-nicht.info
2003 Ralf Geisendörfer  
Die Brücke

FRUGIFEROS CELERET MOTUS IMMOBILIS IPSE

Selbst unbeweglich, möge sie nützliche Bewegung beschleunigen

 

Wie herrlich ist des Waldes Fülle,

wo ungestört der Vogel spielt,

naturberauscht, in sanfter Stille,

der Wandrer sich die Füße kühlt.

Wo könnte es noch besser sein,

vergessen alle Ungemach,

wo nichts dem Seelenfrieden fehlt,

in Grases weichem Schlafgemach.

Wie lieblich ist das Spiel der Blätter,

dazwischen glitzert Sonnenlicht -

des blauen Himmels warmes Wetter:

Es ist so schön! ... drum geh noch nicht ...

*

Talwärts von des Berges Höhen

fließt in munterem Erguss

spielend, plätschernd, ganz allmählich

der Gebirgsbach bis zum Fluss.

Doch welch trügerisch Idylle?

Oh, welch unheilvoller Kummer?

Wehe, wenn Naturgewalten

sprengen der Romantik Schlummer!

Wogend, rauschend, mit Getöse

sich die ungestüme Kraft,

wild, im Kampf der Elemente,

rücksichtslosen Platz verschafft,

reißt mit gnadenlosem Streben

und mit schreckensvoller Pracht

mit sich nieder Weg und Stege,

dass es gurgelt, schäumt und kracht

und zerschneidet jede Bande,

die das Leben sich erdacht,

teilt und herrscht – brutal - mechanisch -

nur allein auf sich bedacht.

*

Die Tiere seh´n das Unglück nah´n,

sie weichen dem Verheeren:

Dem Argen geht man aus dem Weg -

was bringt es sich zu wehren?

Jedoch der Mensch, hat er Verstand,

beobachtet das Treiben,

noch schwankend zwischen Mut und Angst -

zieht er es vor zu bleiben.

Und staunt - und sinnt im Geiste nach -

und wünscht des Unheils Lücken,

der Katastrophe Ungemach,

alsbald zu überbrücken.

Noch zögert er und wartet ab,

doch nachts in seinem Traum

sieht er den unterspülten Fels,

den umgestürzten Baum.

Und er begreift das Synonym,

erkennt des Wissens Spur,

er untersucht und er durchschaut

die Spiele der Natur.

Und es ergreift ihn Euphorie,

die Ohren taub für Spötter,

die größte Last wird ihm zur Lust,

vergessen alle Götter.

Und ohne Zögern gäbe er

des Paradieses Glück,

doch selbst um´s Leben niemals mehr

den Apfel je zurück.

Die Wissenschaft ist eine Kraft,

die Zweifel sucht und Wissen schafft.

Macht euch die Erde untertan,

gebt Platz den Flügelwänden,

der Widerlager Untergrund

muss tragen beide Enden.

Bewehrungseisen flechtet nun,

der Schlucht zum Trotz, und windet

den Baustahl in die Konstruktion,

dass sie auch trägt und bindet.

 

 

 

Schalt ein das starke Fundament,

die Lager und die Stützen,

prüft kritisch ob mit Präzision

die Ankerstangen sitzen.

Nun füllt die Schalung mit Beton,

die Mischung gut verdichtet,

die Felder leget auf und spannt,

die Kappen mit errichtet.

Der Kettenlinie edler Schwung

dem Bauplan liegt zugrunde.

Der Kräfte Durchlauf wirket nur

mit der Natur im Bunde.

 

***

Zwei Ufer, zwei Wege verbunden,

noch gestern getrennt und entzweit,

gefährliche Mühsal entschwunden,

der Weg zueinander bereit -

entdeckte Gemeinsamkeit.

Es waren zwei Königskinder,

die haben einst bitter geweint,

die Sage uns schmerzt nicht minder:

Doch heut wär´n sie glücklich vereint!

Ein Handschlag, ein Lächeln, zwei Blicke:

Verwirklichte Theorie

verbindet zwei Lebensgeschicke

- respektvolle Sympathie.

*

Vollendet das Werk, ausgezahlet der Lohn,

die Bauleute ziehen nach hause.

Im Kreise der Lieben, da warten sie schon,

verdient hat ein jeder die Pause.

Obwohl es nicht leicht ist alleine zu sein,

die Liebe vertraut ohne Klagen,

und da es geschuldet der höh`ren Idee -

geduldig die Trennung ertragen.

Das Gold, was den Finger verzieret,

ward niemals als Fessel gedacht -

doch manchen schon hat es verführet,

den Liebsten zum Sklaven gemacht.

Nicht klammern soll es, nicht erdrücken,

nicht blenden in schillerndem Glanz,

nicht jammern soll es - nur beglücken,

sich hinwenden mit Toleranz.

Der Eigennutz kennt kein Verzeihen,

will immer den größten Teil

Der Selbstsucht verderbliches Freien

vergiftet selbst Amors Pfeil.

*

Was tun:

- wenn dem liebenden Bunde

der Zweifel den Mut vergällt?

- der Blick in verworrener Stunde

voll Schmerz in den Abgrund fällt?

- der Mensch in verbitterter Regung

des Bauwerkes Absicht verfehlt?

Noch nie war es nützlich Bewegung,

wenn jemand am Boden zerschellt!

Wer kann schon sein Schicksal verdammen,

obwohl die Pointe noch fremd,

im Frühling des Lebens, entflammen

den Wunsch nach dem letzten Hemd?

Wer könnte die Note verfluchen,

bevor er das Lied je gehört?

Warum nur den Untergang suchen -

vom eigenen Mitleid betört?

Wie kann man sein Ohr jemals leihen

der Dummheit satanischer Brut?

Den Teufel wohl selbst würd´ es reuen -

dafür wär´ selbst ER sich zu gut!!!

*

Nur die Freude stillt das Klagen,

Freude ist des Lebens Meister,

Freude muss den Ton anschlagen -

sie vertreibt die dunklen Geister.

Freude nur beseelt das Leben -

sie allein macht Auf das Glück!

Freudig lasst uns Freude geben -

nur Geschenktes kehrt zurück!

Bis du schwarz wirst, kannst du warten,

auf des Echos Widerhall -

sprießt nicht erst aus eignem Garten

freudenvoller Jubelschall.

Besitzstand nicht fördert die Liebe,

des Herzens gemeinsamer Ton

entwickelt die zärtlichen Triebe -

der Seele Synchronisation.

Das Trachten, das Tun und das Denken

verbindet der Liebenden Schritt -

das Feuer der Jugend zu lenken.

Kein Zweifel, das Auge liebt mit!

Doch soll nicht der Trieb der Begierde,

verlocken die zitternde Hand,

wie süß auch die äußere Zierde,

nur Inhalte haben Bestand!

Der Liebe verknüpfendes Bande,

so zart wie aus Seide gewebt,

zu halten ist es nur imstande,

wenn beides nach Einigkeit strebt.

Und lässt du es locker zuweile,

so bleibt die Verbindung stumm -

doch ziehst du zu stark an dem Seile,

dann wirfst du den Andern um.

Gemeinsame Wege begründen,

mit freudigem Schwung voller Mut

das Schöne am Guten entzünden,

der Seelenlieb zärtliche Glut.

Den Kampf der Geschlechter vergessen -

geschlachtet die heilige Kuh -

aufs Wohle des Liebsten versessen.

Die Liebe erlaubt nur das Du!

Zwei Herzen, zwei Menschen verbunden,

vereinigt in Freud wie in Leid,

in Fürsorge liebend umwunden,

gemeinsames zärtlich Geleit -

gelebte Unsterblichkeit.

***

Heut wird mancher Bürger wohl meinen:

"Welch Unfug die Ohren mir quält!

Da gab es doch schon mal so einen -

von Nächstenlieb hat er erzählt.

Sein Freundeskreis hat ihn verlassen,

der Mittelstand hat ihn verflucht,

Tiberius befahl ihn zu fassen,

der Rest hat das Weite gesucht.

Im Garten bekam er das Flennen -

ein Freund ihn verriet für Geld -

sein Bester wollt ihn nicht mehr kennen -

der Mob hat ihn ausgezählt.

Ja, nicht mal sein Kreuz konnt´ er tragen,

selbst dies trugen sie ihm noch nach -

ein klassischer Fall von Versagen,

sehr schnell ihm das Auge wohl brach.

Die Sage, er wär´ auferstanden -

wohl reine Phantasie,

sie stammte von seinen Bekannten –

Verschwörungstheorie".

Doch heute, nach zweitausend Jahren,

geht auf noch, was er uns gesät!

Despoten selbst mussten erfahren

der Nächstenlieb Genialität!

Ideen - die kann keiner töten,

allein der Versuch wird zur Qual,

erschlägt man erst ihre Propheten -

vermehren sie sich ohne Zahl.

Ein Menschenkind könnt ihr belügen

nur kurz, selbst in göttlichem Namen,

doch niemals stets alle betrügen

auf Immer - in Ewigkeit - Amen!

*

Aus Lug und Trug nach kurzer Weil,

wird Zwietracht, Streit und Vorurteil.

Der Lüge Last die Brücke bricht ,

denn was betrügt verbindet nicht!

Ist der Betrug auch nur zum Teil,

je spitzer noch der spaltend Keil.

*

Der Wurm um den Haken verleitet den Fisch -

in Wahrheit verpackt wirkt das üble Gemisch.

Ja selbst im Schweigen lebt das Lügen,

doch in letztlicher Instanz

kann eines nur auf Dauer siegen:

Argument statt Ignoranz!

 

So lange die Lakaien schweigen,

sie sind des Unheils Lieferanten,

der Mensch als Sklave muss verneigen

sich vor des Fortschritts Flagellanten.

Vergeblich wird der Glaube an

Vergebung ihrer Schwächen,

ganz plötzlich wird es sichtbar dann,

wenn alle Dämme brechen.

Die böse Tat in Inzucht zeuget

den Geist, der sie einst selbst gebar -

wer sich den dunklen Mächten beuget,

dem wird der schlimmste Albtraum wahr.

Wie seid ihr so tief nur gefallen,

ihr winzigen Seelen im schwarzen Sarong,

der Apokalypse Vasallen -

verbrennt uns das Mädchen von Orléans?

Aus jeder Illustrierten hetzen

der weißen Westen braune Spitzen,

den blutverschmierten Dolch noch wetzen,

der Flammenkreuze Zipfelmützen.

Apart fühlt sich das blaue Blut,

Berufsstand: "Diplomat",

beherrscht noch in der Hölle Glut

politischen Spagat.

Des Volkes Wohl ist die Devise,

doch zur Karriere auf die Schnelle

wird akzeptabel jede Krise,

die Hochkultur der Sollbruchstelle.

Mit leichter Hand wird eingespart:

- des kleinen Bürgers Lohn,

- die Existenz der eignen Art,

- Gemeinwohl der Nation.

Doch Austerität ist nicht mehr als Betrug,

nur Wachstum vermehret die Saaten,

im Kampf gegen Hunger durch Nahrungsentzug -

zerfallen selbst blühende Staaten.

Manch Reich verdarb in kurzer Zeit,

es waren ihrer viele -

wer teilt, herrscht nicht in Wirklichkeit -

es sind nur Brot und Spiele!

 

Dem Marcuslöwen fletschend Zahn,

zu stumpf für das Elysium,

sei nicht gegönnt der Friede für

sein Sünden-Evangelium!

Nach Prinzipien lasst uns streben,

Schluss mit der Inquisition,

Zukunft kann es einzig geben -

Treibt den Menschen die Vision!

"Bauet Städte, spannet Brücken,

hauchet ihnen Leben ein,

meißelt freudiges Entzücken

in den grauen, kalten Stein!

Übet redlich euch im Fleiße,

liebet, lachet und verzeiht!

Schwarze, Gelbe, Rote, Weiße -

strebet nach Glückseeligkeit!

Lasset Flügelpferde steigen

aufwärts in des Himmels Wogen,

friedlich eint der bunte Reigen

farbenfroher Regenbogen!"

Auf der Brücke festem Stande

fließet nützliche Bewegung,

staunt mein Blick in blühend Lande,

alles strebt in fleiß´ger Regung.

Auf die Menschen schau ich nieder,

innig liebend Hand in Hand,

unbeschwerter Kinderlieder

freudenvolles Wunderland.

Länder, Völker und Kulturen

stets zum Dialog bereit -

schneller drehen sich die Uhren

auf dem Weg in bessre Zeit.

Zweier Hügel, zweier Seelen,

zweier Völker schönsten Traum -

Brückenbogen stolz vermählen.

Gutes muss stets allen nützen -

hoch erhabne, feste Stützen

überwinden Zeit und Raum.

* * * * *

Flagellanten: folterten sich selbst zur Sündenvergebung

Austerität: übertriebene Sparpolitik des Staates

Marcuslöwe: Sinnbild der Weltmacht, Venedig

Elysium: Paradies



Diese Domain  www.das-gibts-doch-nicht.info an einen Freund weiterempfehlen

Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen

Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

 


Das Kopieren und Verteilen dieser Information ist ausdrücklich erwünscht!
www.das-gibts-doch-nicht.info


Sinn dieser Informationen

Zurück zur Seite vorher

Zur Gesamtübersicht

Wenn Sie sich wegen irgendeiner Information ärgern, deswegen wütend oder frustriert werden bzw. Hass oder Wut auf entsprechende Personen bekommen, sind SIE selbst der einzige der diese Emotion in Form von Krankheiten zurückbekommt. Ihre Wut trifft niemals den anderen.
Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
wie Sie denken oder sprechen.