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Syrien
soll das nächste Opfer werden. Dann folgt der Iran: Der amerikanische CIA
setzt abwechselnd
Vermutungen in Umlauf, ob Syrien, der Iran, der Sudan oder
Saudi-Arabien das nächste Ziel USamerikanischer
Angriffe werden würde. Die aktuellste Information, die
uns in dieser Sache zuging: Da die
Bush-Regierung im eigenen Land unter Druck und in der
Weltmeinung unter Druck steht, soll Israel als
Angreifer auftreten der nur heimliche Unterstützung der
USA bekommt. Dafür sollen den Israelis zusätzlich
US-Kampfflugzeuge ausgeliehen werden. Danach oder
gleichzeitig sollen die Israelis mit nicht offizieller USamerikanischer
Unterstützung auch Luft-Angriffe auf den Iran fliegen
um iranische militärische Anlagen,
insbesondere Raketenstartrampen und iranische Atomanlagen zu
zerstören.
Der Staatssekretär für Abrüstungsfragen im
US-Außenministerium, John R. Boltons, hat vor dem Auswärtigen
Ausschuß des US-Repräsentantenhauses den bereits
lange schwelenden Streit im Kongreß über ein
verschärftes oder ein moderateres Vorgehen der USA
gegenüber Syrien neu belebt. Ursprünglich hatte
Bolton, der zum inneren Zirkel der neokonservativen
Hardliner in der Bush-Regierung zählt, bereits Mitte Juli
vor dem Ausschuß auftreten sollen. Damals aber war er
durch eine Intervention der CIA gestoppt worden,
denn seine Behauptungen über die angebliche Entwicklung
von biologischen, chemischen und nuklearen
Waffen in Syrien schienen vor dem Hintergrund des
zerfallenden Lügenkonstruktes der Bush-Regierung über
angebliche irakische Massenvernichtungswaffen doch zu sehr
aus der Luft gegriffen
Nun trat Bolton dennoch vor dem Kongreß auf und warf
Syrien vor, ein Programm zur Entwicklung von
Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Unter den Augen der
US-Geheimdienste, die zuvor die
geheimdienstlichen Bezüge in seiner Rede abgeklärt
hatten, sah sich Bolton jedoch zum Eingeständnis
gezwungen, daß es »keine Informationen«
gäbe, daß Syrien solche Waffen an »terroristische
Gruppen«
weitergegeben habe. Ebenso räumte Bolton ein, daß
es der Bush-Regierung »nicht gelungen« sei, Berichte
zu bestätigen, wonach Irak solche Waffen nach Syrien
geschafft habe, »um sie dort vor UNWaffeninspekteuren
und den Koalitionstruppen zu verstecken«
Berichte, daß sich irakische Massenvernichtungswaffen
in Syrien oder gar im Bekaa-Tal im Libanon und
damit in Reichweite eines möglichen Zugriffs durch die
Hisbollah befänden, waren in jüngster Zeit immer
wieder lanciert worden.. Eine Fortsetzung der
»Suche« nach Massenvernichtungswaffen in Syrien und
Libanon durch die US-Armee, inklusive
»Regimewechsel«, käme den USA und Israel zwecks
Stimmungsmache sehr entgegen. Um zusätzlichen Druck
auszuüben, warf Staatssekretär Bolton Syrien vor,
»nicht genug zu tun«, um islamischen
Kämpfern des Heiligen Kriegs (Dschihadis) den Grenzübergang in den
Irak zu verwehren. Ein entsprechender Resolutionsentwurf des
US-Kongresses, der Wirtschaftssanktionen
gegen Syrien fordert, falls Damaskus nicht genug gegen die
Dschihadis tut, liegt bereits vor. Bei seinem
jüngsten Besuch im Irak hatte auch
US-Außenminister Colin Powell gegenüber Reportern behauptet,
daß von
200 im Irak gefangengenommenen ausländischen
Kämpfern die meisten aus Syrien und dem Libanon
stammten. Powell warf Syrien vor, »die
Unterstützung terroristischer Aktivitäten« einschließlich
der
»Einschleusung von Saboteuren in den Irak« noch
»nicht vollständig« aufgegeben zu haben.
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