USA: Zehntausende in Washington zu Protestaktion gegen
Kriegspolitik erwartet Zehntausende Demonstranten aus mindesten 135
Städten und 38 Bundesstaaten der USA werden am kommenden Samstag in
Washington zu einem Massenprotest gegen die Kriegspolitik der Regierung von
George Bush erwartet. Es ist die erste Massenaktion in der Bundeshauptstadt
seit dem 12. April, als nach der Einnahme Bagdads Tausende vor dem Weißen
Haus gegen den Krieg demonstriert hatten. Zugleich soll an der
US-Westküste, in San Francisco, eine Großkundgebungen mit einem
anschließenden Marsch durch die Stadt stattfinden.
Inzwischen hat
sich die Stimmung in der US-Bevölkerung nachhaltig zugunsten der
Kriegsgegner verändert. Vor dem Hintergrund der Nachrichten über
zunehmende US-Opfer im Irak und der rapide fallenden Popularität von
Präsident Bush glauben die Friedensaktivisten, daß jetzt wieder die
Zeit für Massenaktionen gekommen ist.
Die für Samstag geplante
Großdemo wird von den zwei großen Antikriegskoalitionen
International ANSWER, das für »Act Now to Stop War and End
Racism« steht, und »United for Peace and Justice«
organisiert, unter deren Dach sich die unterschiedlichsten Friedensbewegungen
zusammengefunden haben. In Washington werden beide Organisationen zum ersten
Mal zusammenarbeiten. »Die Antikriegsbewegung wird wieder
stärker«, sagte der ANSWER-Organisator Brian Becker und fügte
hinzu: »Wir werden diesmal (in Washington) bedeutend mehr Menschen
mobilisieren als bei der Demo im April.«
Laut Nancy Lessin von der
Organisation »Military Families Speak Out« (Familien von Soldaten
verschaffen sich Gehör) werden auch US-Veteranen des jüngsten
Golfkrieges und Angehörige von Soldaten, die dieses Jahr im Irak
getötet wurden, an der Demonstration teilnehmen. Sie erwartet mehr als 40
Familien. »Niemand will, daß unsere geliebten Angehörigen in
einer Art und Weise mißbraucht werden, wie das die Regierung in ihrem
Krieg für Öl und den Ausbau ihres Imperiums tut«, sagte
Lessin.
Aber auch in den etablierten Kreisen der Republikanischen Partei
ist man zunehmend unzufrieden damit, daß Bush nur noch auf seine
neokonservativen Berater zu hören scheint. Es ist kein Geheimnis,
daß selbst Papa Bush mit der Politik seines Sohnes George Walker
höchst unzufrieden ist. Als weithin sichtbares Zeichen dafür hat Bush
sen. einem Kritiker von Baby-Bush soeben einen Preis verliehen. Der
»George-Bush-Preis für hervorragende Dienste für die
Öffentlichkeit« für das Jahr 2003 ging an den demokratischen
Senator Edward Kennedy, der im US-Senat gegen die Kriegspolitik von Bush jun.
auftritt. |