Bush beendete Asien-Pazifik-Reise. Auch in Australien gab es
Proteste gegen US-Kriegspolitik Auch auf der letzten Station seiner
Asien-Pazifik-Tour wurde US-Präsident George W. Bush am Donnerstag in
Australien mit Protesten gegen seine Kriegspolitik konfrontiert. Über 1000
Menschen demonstrierten in der Landeshauptstadt Canberra vor dem Parlament, in
dem Bush eine Rede hielt. In anderen australischen Städten, wie in
Melbourne, war es bereits am Vortag zu Protesten gekommen, die sich zugleich
gegen die australische Beteiligung an der Aggression gegen den Irak richteten.
Im Parlament kam es zu einem Zwischenfall, als zwei Abgeordnete der in
Australien noch pazifistisch eingestellten Grünen lauthals gegen Bushs
Anwesenheit protestierten. Die beiden Senatoren wurden von Saaldienern aus dem
Plenum verwiesen, während der US-Präsident den Einsatz australischer
Truppen in Afghanistan und im Irak lobte.
Hauptthema der
sechstägigen Rundreise des US-Präsidenten durch ebenso viele
Länder war der sogenannte Krieg gegen den Terror und das Werben um
Unterstützung für die anhaltende Besetzung des Iraks. Gleich auf
seiner ersten Station in Tokio bekam der Texaner aus dem Weißen Haus
Zusagen über 1,5 Milliarden US-Dollar, die die japanische Regierung in
einem ersten Paket für den Wiederaufbau des Iraks zur Verfügung
stellen will. Insgesamt, berichtete die japanische Zeitung Yomiuri Shimbun,
rechne man damit, daß das finanzielle Engagement Japans bis 2007
fünf Milliarden US-Dollar ausmachen werde. Auch Südkorea, das nicht
auf dem Besuchsprogramm stand, kündigte zu Beginn der Woche einen Beitrag
an. Mit 200 Millionen US-Dollar soll Washington im Irak unter die Arme
gegriffen werden. Außerdem erwartet der englischsprachige Korea Herald
aus Seoul, »daß Südkorea mehr als 5000 Soldaten nach Mosul
schickt, wo sie die 101. US-Luftlandedivision ersetzen werden, die im Februar
oder März abzieht«.
Thailand, das Bush am Dienstag besuchte,
wird 400 Soldaten schicken, die in der den irakischen Schiiten heiligen Stadt
Kerbala stationiert werden sollen. Auch der Stadtstaat Singapur, gemessen an
der Einwohnerzahl einer der am stärksten militarisierten Staaten des
Planeten, will ein paar Dutzend Soldaten schicken, und die Philippinen
entsenden ein eher symbolisches Kontingent von 100 Mann. Dort hatte es
anläßlich des Bush-Besuchs die massivsten Proteste gegeben.
Über 10000 Menschen demontsrierten am Samstag vergangener Woche in Manila
gegen die Truppenentsendung, die Besetzung des Iraks und die Einmischung der
USA in den Philippinen. In etwa einem Dutzend Städten gingen gleichzeitig
im ganzen Land einige zehntausend auf die Straße. Die Organisatoren
sprachen von einem großen Erfolg und erinnerten an die immer noch nicht
gefundenen Massenvernichtungswaffen, die als Vorwand für den Angriff auf
den Irak gedient hatten. |