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24.10.2003 Rainer Rupp Junge Welt
Mißstimmung beim US-Militär
Wachsende Kritik an Krieg und Besatzung im Irak. Rückkehr an Front verweigert
»Ich denke, daß Verteidigungsminister Rumsfelds Bemerkungen sehr gut die Sorgen widerspiegeln, welche sie (die Vertreter der Bush-Regierung) sich jetzt wegen ihrer verfehlten Irak-Politik machen«, kommentierte der Führer der demokratischen Minderheitsfraktion im US-Senat, Tom Daschle, Rumsfelds Memorandum an seine engsten Mitarbeiter. Das Papier war am Mittwoch auf der Titelseite von USA-Today im Wortlaut abgedruckt worden. »Damit gestehen sie ein, daß sie bisher keinen Erfolg gehabt haben«, fügte Daschle hinzu. Donald Rumsfeld hatte in seinem Memo u. a. die Frage aufgeworfen, »ob die radikalen religiösen Anführer in den islamischen Koranschulen nicht jeden Tag mehr Terroristen rekrutieren, ausbilden und gegen uns schicken, als wir zur gleichen Zeit töten, abschrecken und abhalten«.

Bei soviel Zweifel an höchster Stelle wundert es nicht, daß auch die einfachen Soldaten sich zunehmend die Frage stellen, wofür sie ihr Leben und ihre Gesundheit riskieren. Am deutlichsten hat sich das am Dienstag geäußert, als 28 US-Soldaten durch ihr Fernbleiben von der Truppe gegen den Krieg protestierten. Nachdem sich eine Gruppe von 2300 US-Soldaten 14 Tage zu Hause von den Kriegsstrapazen am Golf erholt hatte, sollte sie am Dienstag wieder zurück an die Front. Die Tatsache, daß eine Reihe von ihnen zum Rückflug nach Irak nicht erschien und seither verschwunden ist, läßt vermuten, daß innerhalb der US-Truppe die Abneigung, Frust und Widerstand rapide wachsen.

Daß dies auch im Offizierskorps der Fall ist, zeigte sich bei Veranstaltungen mit dem ehemaligen Oberkommandierenden der amerikanischen Streitkräfte im Mittleren Osten, General Zinni. Vor dem Krieg war Zinni noch als Sondergesandter der Bush-Regierung im Mittleren Osten unterwegs. Allerdings widersetzte er sich resolut der geplanten US-Invasion, weil Irak keine unmittelbare Bedrohung der US-Interessen darstellte. Zinni zog sich schließlich ins Privatleben zurück, allerdings nicht, ohne sich immer wieder zu Wort zu melden. Zuletzt nannte er in der in den USA populären Fernsehtalkshow Nightline Präsident Bushs Irak-Krieg einen »brainfart«, einen »Hirnfurz«. Bereits Anfang September hatte Zinni bei einem Vortrag der Bush-Regierung vorgeworfen, den Irak-Krieg ohne kohärente Strategie, ohne richtigen Plan und ohne ausreichende Ressourcen begonnen zu haben. Die Zinni-Rede zirkuliert – inzwischen auf CDs gebrannt – in US-Offizierskreisen und im Internet.


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Einen Herrn Bush zum Beispiel interessiert es herzlich wenig, ob Sie sich über ihn ärgern.
Sie sind Schöpfer der Ereignisse die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewußt
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