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Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der
Schweiz
hielt der amerikanische Oppositionspoliiker und demokratische
Präsidentschaftsbewerber
Lyndon
LaRouche vor dem "Club 44" in La Chaux-de-Fonds am 9. Oktober
die folgende Rede. Wir bringen Auszüge:
Es ist die Ironie der Geschichte, daß die
größten Errungenschaften der Menschheit immer eine Antwort auf die
größten Gefahren für die Menschheit sind. Ich werde am Ende
für die wichtigsten Probleme, vor denen wir heute stehen, eine Lösung
umreißen. Aber zuerst werde ich darlegen, worin die unmittelbare Gefahr
besteht, welches ihre Ursachen sind, um dann davon ausgehend zu zeigen, was die
Antworten sein müssen. Mit am wichtigsten ist dabei, zu überlegen,
was geistig mit den Menschen in den Vereinigten Staaten und Europa geschehen
ist, daß sie diese Katastrophe, vor der wir jetzt stehen, überhaupt
zuließen.
Wir befinden uns im Augenblick in der Endphase eines
allgemeinen Zusammenbruchs des existierenden Weltwährungs- und
Finanzsystems. Wann es genau endgültig zusammenbrechen wird, ist noch
nicht sicher, aber wenn sich nichts ändert, wird es sehr bald geschehen.
Es könnte schon morgen soweit sein, vielleicht wird es sich aber auch noch
einige Monate hinauszögern. Aus dieser Gefahr eines finanziellen
Zusammenbruchs erwächst, ganz ähnlich wie schon 1928-33, die Gefahr
großer Kriege. Dabei könnte es sich um äußerst
schwerwiegende Kriege handeln. Die USA verfügen über eine "nukleare
Triade" mit luft-, see- und landgestützten Raketen. Mehr haben sie nicht,
das sieht man im Irak. Die USA haben nicht mehr die Kapazitäten für
einen konventionellen Krieg. Sie haben im Irak einen Krieg geführt, aber
nun können sie dort nicht mehr aus eigener militärischer Kraft lebend
herauskommen. Die USA könnten keinen weiteren Krieg beginnen. Wenn sie
noch einen Krieg führen wollen - gegen Syrien, den Iran und andere
Länder - , dann bleibt ihnen nichts anderes übrig, als über den
Einsatz von Kernwaffen nachzudenken. Und das hätte schreckliche Folgen.
In einem Satz: Die USA können keinen konventionellen
Krieg mehr gewinnen, und wenn sie zum Krieg entschlossen sind, müssen sie
atomare Massenvernichtungswaffen benutzen. Andere Nationen wissen das. Und sie
bereiten sich schon auf den Fall vor, daß die USA ihnen irgendwann in den
nächsten Jahren einen Krieg aufzwingen. Sie entwickeln neuartige U-Boote
und andere neue Technologien für eine asymmetrische Antwort auf die
amerikanischen Militärkapazitäten. Wir stehen also ähnlich wie
1933-34 an der Schwelle zum Marsch in einen neuen Weltkrieg, und diesmal
wäre es ein asymmetrischer Krieg mit Kernwaffen, dessen Folgen die
Menschheit nicht verkraften könnte.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise
Deshalb ist es entscheidend, das Übel an der Wurzel zu
packen, und das ist im wesentlichen die Wirtschaftskrise. Wir müssen
dieses Problem lösen, damit eine solche Form von Krieg, die sich die
Menschheit einfach nicht mehr leisten kann, für immer ausgeschlossen wird.
Das müssen wir sehr bald tun.
Nehmen wir die Finanzkrise: Die Japaner versuchen, den Kurs
des Yen zu drücken, um den Dollar zu retten, aber jedesmal steigt der Yen
trotzdem wieder, und der Dollar fällt. Es ist nicht mehr möglich, das
Währungs- und Finanzsystem der USA und der Welt zu retten. In Deutschland
zerfällt das politische System vor unseren Augen. Die SPD befindet sich in
einem Zerfall, und die Grünen könnten in dem Zusammenhang schnell
bedeutungslos werden. Auch die CDU befindet sich im Zerfall, ihre drei
Parteiführer führen die Partei auf den Weg der Selbstzerstörung.
Auch in Italien sind die Verhältnisse instabil. "Gescheiterte Staaten"
sind tatsächlich nicht nur die Entwicklungsländer, es kann sie auch
sehr bald in Europa geben. Osteuropa ist voll von gescheiterten Staaten. In den
meisten ehemaligen Comecon-Ländern ist die Lage schlimmer als zur
Sowjetzeit. Es gibt zwar mehr politische Freiheit, aber die wirtschaftliche
Lage ist viel schlechter. Es sind gefährliche Zeiten.
Die USA haben in den letzten Jahren mit verschiedenen
Mitteln einen trügerischen Anschein von Wohlstand aufrechterhalten. Die
Anglo-Amerikaner, die insbesondere seit der Einführung der freien
Wechselkurse 1971-72 das Weltwährungssystem beherrschen, haben diese Macht
dazu benutzt, den relativen Wert von Währungen so zu bestimmen, daß
sie andere Länder bestehlen konnten. Als eine Nebenwirkung davon haben die
USA ihre eigene produktive Wirtschaft weitgehend abgebaut. Arbeitnehmer wurden
entlassen, Fabriken geschlossen, die Infrastruktur vernachlässigt. Man
verläßt sich nur noch auf billige Einfuhren aus
Billiglohnländern. Die Löhne in diesen Ländern werden
gedrückt, indem man durch Manipulation der Finanz- und
Währungsmärkte die Preise für Güter aus Mittel- und
Südamerika, Afrika und Asien niedrig hält. Die USA leben von billigen
Arbeitskräften im Ausland, gleichzeitig verlieren sie Fabriken, Produktion
und Arbeitskraft im Inland. Für vier Fünftel der Amerikaner hat sich
der Lebensstandard seit 1977 dauernd verschlechtert. Das Gesundheitswesen
bricht zusammen. Die Rentenkassen werden geplündert. Die Industrie
verschwindet. Es ist ein Marsch in den Untergang.
Wie konnte es so weit kommen? Erinnern Sie sich an die
Nachkriegszeit: Am Ende des Krieges waren die USA die einzige Großmacht
auf der Erde. In der Nachkriegszeit, von 1945 bis zur Mitte der 60er Jahre,
teilweise noch etwas später, haben sich die Lebensbedingungen in Europa
und bestimmten anderen Teilen der Welt im Zuge des Wiederaufbaus verbessert.
Das änderte sich in den 60er Jahren, angefangen mit Großbritannien
unter der ersten Regierung Harold Wilson und dann den USA. Der Niedergang der
britischen und amerikanischen Wirtschaft wurde teilweise durch den Vietnamkrieg
beschleunigt. 1971-72 zerstörte man das bis dahin existierende
Weltwährungs- und Finanzsystem, auf dem der Aufschwung der Nachkriegszeit
beruht hatte: das System von Bretton Woods. Das Bretton-Woods-System wurde
gegründet, als die USA die vorherrschende Macht waren, und der US-Dollar
war die Waffe, mit der man den Wiederaufbau erkämpfte. Das
Bretton-Woods-System verwendete den Dollar als Grundlage eines streng
regulierten Systems fester Wechselkurse mit einer Goldreserve, das Europa und
anderen Teilen der Welt Wohlstand und Wiederaufbau ermöglichte. Trotz
aller Übel und Fehler war dieses System erfolgreich.
Nach 1971-72 begann ein Niedergang in Europa. Süd- und
Mittelamerika bewegten sich in eine Katastrophe. Am schlimmsten ist es in
Afrika, wo seither praktisch ein Völkermord aus wirtschaftlichen und
verwandten Motiven stattfindet. Nur Asien hat sich etwas verbessert. Indien ist
stärker als damals, China ist zwar noch keine echte Weltmacht, aber viel
mächtiger als damals. Aber überall sonst wurden alle lebenswichtigen
Bereiche - Verkehrswesen, Stromerzeugung und Stromnetze, lokale Verwaltung,
Gesundheitswesen, Bildungswesen - , alle diese Bereiche, auf die wir stolz
waren und die unseren Wohlstand sicherten, wurden vernachlässigt und
aufgegeben. Jetzt sind wir ein ruiniertes Land.
Endphase der Spekulationskrise
Wenn man die Wirtschaft, wie ich es tue, in Hinsicht auf die
Organisation von Industrie und Landwirtschaft betrachtet, dann tut man das in
physikalischen Begriffen. Ähnlich wie ein Produktionschef, der die
Verarbeitungsprozesse und Materialkosten und die internen Strukturen ansieht,
betrachtet man die ganze Volkswirtschaft praktisch in Begriffen der Material-
und Verarbeitungskosten. Anhand dieser Kosten bemißt man den Geldwert.
Wenn man den Lebensstandard der Haushalte ermittelt, sollte man ihn nicht
gleich in Dollars messen. Man mißt ihn in Begriffen von Essen, Wohnung,
Gesundheitsversorgung, Bildung, öffentlichen Einrichtungen, die zu dem
Lebensstandard beitragen. Wieviel kostet das alles? Das gibt Ihnen ein
Maß dafür, wie eine Wirtschaft arbeitet und wie man das Geld
bemessen kann.
Seit etwa 1966 sehen wir drei Strömungen in den USA und
England, die sich in andere Teile der Welt ausbreiteten. Es gab ein
hyperbolisches Wachstum der "Finanztitel". Es gab ein ähnliches, aber die
längste Zeit über langsameres, Wachstum der Geldmenge. Und es gab,
wenn man die Infrastruktur berücksichtigt, einen immer schnelleren
Zusammenbruch der physischen Lebens- und Produktionsbedingungen in Europa, den
USA und anderswo. Man erhält drei Kurven: eine Abwärtsbewegung in
physischer Hinsicht für Produktion und Lebensstandard, eine steile
Aufwärtskurve für Finanztitel, die wiederum bezahlt und angetrieben
ist von einer Ausweitung der Geldmenge. Ab 1999-2000 wurde in den USA und
anderen Ländern der Zuwachs der Geldmenge, die zum Erhalt der
Finanzmärkte nötig war, größer als der Zuwachs der
Finanzmärkte. Dieser Zustand ähnelt dem in Deutschland im Sommer und
Herbst 1923. Es ist ein hyperinflationärer Prozeß: Wenn die
Finanzpapiere weniger wachsen als die Geldmenge, die für den Erhalt der
Finanzmärkte nötig ist, dann steckt man in der Hyperinflation. Wenn
dazu noch in den einzelnen Ländern und weltweit die Arbeitslosigkeit
wächst und die Produktion einbricht, befindet man sich in einer
hyperinflationären Spirale.
Den angebliche Wohlstand der letzten Jahre, besonders in
Japan, Europa und den USA, hat es deshalb in Wirklichkeit nie gegeben. Es war
ein Schwindel. Es gab keinen Aufschwung, es gab kein Nettowachstum. Es gab
einen "Aufschwung" bei den Finanztiteln, den Schuldtiteln, und es gab einen
"Aufschwung" der Menge des umlaufenden Geldes. Der Wert der produzierten
Güter aber ist katastrophal gesunken. Das System ist jetzt an einem Punkt
angelangt, an dem die verschiedenen Schwindelmechanismen, mit denen der Schein
von Wohlstand und Macht aufrechterhalten wurde, nicht mehr greifen. Das System
ist am Ende. Die Krise ist eine Krise des Systems, und sie ist tödlich.
Und wir befinden uns in ihrer Endphase.
Die Chance: Eurasien
Wo liegt nun unsere Chance für die Zukunft? Westeuropa
ist hoffnungslos bankrott. Deutschland ist bankrott. In Frankreich fällt
es weniger auf, weil das Land stabiler ist, aber es ist auch bankrott. Italien
ist bankrott, Spanien ist bankrott. Ganz Kontinentaleuropa ist bankrott.
Großbritannien ist bankrott. Unter den gegenwärtigen Bedingungen und
der gegenwärtigen Politik gibt es keine Hoffnung auf einen Aufschwung. Die
Vereinigten Staaten sind bankrott. Nehmen Sie nur das Zahlungsbilanzdefizit,
die Schuldenspirale, den Dollarkurs: Alles bricht zusammen. Aber es gibt eine
Chance. Man sieht das oft bei Unternehmen. Oft ist der drohende Bankrott einer
Firma ein großer Ansporn, den Weg zum Erfolg zu finden. Wenn das
Management etwas kann, findet es unter dem Druck des drohenden Bankrotts eine
Lösung und zieht die richtigen Lehren; das Unternehmen überlebt und
findet zum Erfolg. Genauso müssen wir es jetzt machen.
Wo liegt die Chance? Deutschland, Frankreich, Italien usw.
haben gute Möglichkeiten in China, Indien und anderen Teilen Asiens, auch
gute Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Rußland. Chinas Wirtschaft
wächst. Es hat das größte Infrastrukturprogramm der Welt. Das
muß es auch, denn es hat eine große, wachsende Bevölkerung.
Deshalb muß es sich von der Küste zunehmend ins Binnenland verlegen,
und das sind wenig entwickelte Gebiete, teilweise sogar Wüsten. Daher
plant und unternimmt China große Bauten wie den Drei-Schluchten-Damm und
weitere Wasser-, Energie- und andere Entwicklungsprojekte für das
nächste Vierteljahrhundert. Vieles ist schon im Bau. Es gibt auch
teilweise schon Pläne für die darauffolgenden 25 Jahre. Mit anderen
Worten, China denkt schon ein halbes Jahrhundert voraus. China verfügt
selbst über etwas moderne Technik und Industrie, und auch
Nachbarländer wie Japan, Korea und Indien können Technologie liefern.
Aber das reicht nicht. Deshalb ist China inzwischen ein großer
potentieller Markt für Europa. Europa wiederum braucht zum Überleben
Beschäftigung und Märkte. In Asien findet es einen großen
Markt, wenn es die wachsenden Bedürfnisse Chinas, Indiens,
Südostasiens usw. erfüllen will.
Es gibt auch in Zentral- und Nordasien große Gebiete,
die niemals wirklich entwickelt wurden, die gewaltige Rohstofflager enthalten.
Hier sollten neue Siedlungen und Städte entstehen. Man kann Fracht quer
durch ganz Eurasien befördern, von Brest nach Pusan in Korea und weiter
nach Japan. Das ist schneller und billiger als mit dem Schiff. Denn wenn man
Güter über Land transportiert, entsteht ein Austausch mit der
Produktion entlang des Transportweges. Unter diesen Bedingungen liegen die
Kosten für den Transport unter Null, weil die Produktion, die entsteht,
wenn man das Gebiet entwickelt, mehr einbringt als der Bau des Verkehrsnetzes
kostet. Dies öffnet ganze Teile Asiens, Nord- und Zentralasiens für
die Entwicklung. Rußland hat noch von der Sowjetzeit her eine Menge
wissenschaftlicher Technologie, die viel zur Entwicklung dieses Gebietes
beitragen kann. Auch Kasachstan, sozusagen ein zweites Rußland,
verfügt in dem Bereich über einige Kapazitäten. Wenn Europa,
Rußland, Süd- und Ostasien um solche Entwicklungsvorhaben herum in
großem Umfang zusammenarbeiten, gibt es eine objektive Grundlage für
einen großen Aufschwung der Wirtschaft Eurasiens.
Ein neues Finanzsystem
Allerdings braucht man dazu ein entsprechendes Kreditwesen.
In Europa gibt es zwar den Tremonti-Plan und die Europäische
Entwicklungsbank. Das sind gute Ideen, aber es reicht nicht. Sie werden das,
was sie versprechen, nicht schaffen. 200 Mrd. Euro im Jahr in einem Fonds
für Infrastruktur ist viel zu wenig, ein Witz. Die Weltwirtschaft
umfaßt mehr als 40 Billionen Dollar im Jahr, und sie bricht zusammen.
Für einen Aufschwung braucht man mindestens fünf Prozent
Wirtschaftswachstum in einem Gebiet über längere Zeit. Wir sprechen
von 1-2 Bio. Dollar Größenordnung eines Investitionsfonds
jährlich für Infrastruktur usw. zur Entwicklung Eurasiens. Ansonsten
ist ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung nicht ernstzunehmen. Für
diesen Fonds braucht man Kredite zu 1-2 Prozent Zinsen und einer Laufzeit von
25-50 Jahren. Man braucht ein neues Währungssystem mit festen
Wechselkursen und einer Goldreservebasis, ähnlich wie das
Bretton-Woods-System. Der Wert des Reservegoldes sollte bei etwa 1200 Euro je
Unze, vielleicht auch mehr, liegen. Mit dem gegenwärtigen
Währungssystem ist das unmöglich. Was machen wir damit? Hier fangen
die Schwierigkeiten an.
Aus amerikanischer Sicht ist es durchaus möglich, das
Problem in den Griff zu bekommen. Ich könnte als Präsident der USA
verkünden, daß das Weltwährungs- und Finanzsystem bankrott ist.
Dann unterziehen wir das Federal-Reserve-System einem Konkursverfahren. Es geht
in einer neuen Institution auf, einer Nationalbank der Vereinigten Staaten nach
den Vorgaben Hamiltons. Ich sorge für Stabilität im System und
schaffe dann mit der Autorität des Staates Kredit, sowohl im Inland als
auch über Verträge mit anderen Ländern. Dann unterziehen wir in
Zusammenarbeit mit anderen Ländern den IWF einem ähnlichen
Konkursverfahren. Diese Gruppe von Nationen gründet dann ein neues
Bankensystem: feste Wechselkurse, eine Goldreserve als Schutz sowie ein System
von Regulierungen mit dem Ziel, durch Verträge zwischen Nationen von 25-50
Jahren Dauer Kredite für Infrastruktur, Technik usw. zu schaffen. Mit
anderen Worten, es sind weitgehend die gleichen Ziele wie beim Tremonti-Plan,
aber im angemessenen Umfang: ein Wachstumsschub von etwa 2 Billionen Dollar
jährlich im Weltmaßstab.
Unter diesen Bedingungen besteht angesichts der
Bedürfnisse für die Entwicklung Mittel- und Nordasiens, die
wachsenden Märkte in China, Südostasien, Indien usw. die Chance, sich
aus dem gegenwärtigen Tief zum Wohlstand zu erheben! Man braucht nur die
Intelligenz, den Willen und das Eingreifen einer führenden Regierung, die
alles in Gang setzt. Dafür sind die Vereinigten Staaten entscheidend, weil
das europäische anglo-holländische Modell des parlamentarischen
Systems es nicht zuläßt, daß die Regierungen eine solche
Entscheidung allein treffen. Auch das Bretton-Woods-System entstand nur durch
Eingreifen der USA und beruhte auf dem amerikanischen System, so wie
Franklin D. Roosevelt (und nicht etwa Keynes) es verstand. Europa
allein hätte es nicht tun können, weil seine Institutionen es nicht
zugelassen hätten. Aber als die USA als damals führende Macht die
Initiative ergriffen, stimmten die europäischen Länder, die dem Ruin
entkommen wollten, zu. Und noch weitere Nationen waren dafür, denn die
"Entwicklungsländer", wie man heute sagen würde, sollten vom
Kolonialismus befreit und entwickelt werden, wie Roosevelt es ihnen
versprochen hatte.
Die Vereinigten Staaten sind heute eine Schande, verglichen
mit dem, was sie unter Franklin D. Roosevelt waren. Aber die
amerikanische Verfassung und Verfassungstradition ermöglicht es einem
Präsidenten, der dies versteht, ein Treffen mit anderen Staatschefs und
zuständigen Leuten zu organisieren und zu erklären: "Verstehen Sie,
was unser gemeinsames Problem ist? Verstehen Sie, daß es keine andere
Lösung gibt, als daß wir dies gemeinsam tun?" Und wenn wir es
zusammen anpacken, können wir es schaffen.
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